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Monat: November 2025

Krippenmuseum Hadamar

Krippenmuseum Hadamar – Reise um die Welt

Einige Jahre war es still, doch in diesem Jahr öffnet das Krippenmuseum Hadamar wieder seine Tore und präsentiert Weihnachtskrippen aus aller Welt. Rund 300 Exemplare sind ausgestellt. Dies ist nur ein Drittel der kompletten Sammlung von Pfarrer Dieter Lippert.

Eines haben alle Krippe gemeinsam: Josef und Maria sitzen um eine Krippe, in welcher Jesus als Baby liegt. Je nach Größe kommen noch Schaf, Esel und Ochse hinzu sowie Hirten und die drei Heiligen Könige. Dies war es bereits an Gemeinsamkeiten. Die Ausgestaltung und Interpretation dieser Szene ist weltweit sehr vielgestaltig. Von einfach bis detailiert, von einfarbig bis bunt, von winzig klein bis richtig groß ist alles dabei. Seit 2012 hat das Krippenmuseum ein festes Zuhause im ehemaligen Haus des Stallmeisters in Hadamar. Nach einer mehrjährigen Pause hat es dieses Jahr zur Weihnachtszeit wieder geöffnet.

„Fürstliches“ Krippenmuseum Hadamar

Das Krippenmuseum befindet sich auf historischem Boden im südlichen Seitenflügel des ehemaligen fürstlichen Marstallgebäudes am Schlossplatz. Die Ausstellung ist in der ehemaligen Wohnung des Stallmeisters aufgebaut und lädt zum Entdecken ein. In mehreren Räumen nimmt das Museum die Besucher auf eine Reise um die Welt mit und zeigt verschiedene Interpretationen den Themas. Von ganz einfach nur auf die kleine Familie beschränkt bis hin zu großen, detailreichen Szenen lässt sich sehr viel erkunden.

Bei den verwendeten Materialien gibt es keine Grenzen. Verschiedene Holzarten wie Eiche, Bambus oder Olivenholz, aber auch andere Naturmaterialien wie Maisblätter, Kokosnuss oder Stroh wurden für Krippen verwendet. Es gibt Ausstellungsstücke aus Glas, Ton, Kupfer, Bronze, Plastik, Spreckstein, Wolle oder Papier. Auch Altmetalle oder Kartons werden recycelt und als Krippen neu arrangiert. Und so vielfältig wie die Materialien so vielfältig sind auch die Krippen, welche auf die Besucher warten.

Mit offenen Augen durchs Museum

Aus aller Welt finden sich Krippen im Krippenmuseum. Wer zur Tür hineinkommt, wird an einem kleinen Eingangsbereich begrüßt. Für die kleinen Besucher gibt es ein Suchspiel. In diesem Bereich steht eine riesige Krippe, die Erstaunen hervor ruft aufgrund ihrer schönen Figuren. Die 30 bis 40 Zentimeter großen Gipsfiguren stammen aus den 1920er Jahren aus einer Kirche.

Krippenmuseum Hadamar

Im ersten Raum gibt es die alpenländlichen Krippenszenen zu bestaunen. Diese stammen aus dem Pustertal, dem Ahrntal und dem Grödnertal in Südtirol. Weiter geht es in den europäischen Bereich, wo vor allem die Krakauer Weihnachtskrippe die Betrachter anzieht. Sehr farbenprächtig und detailreich präsentiert sich die Bethlehem-Krippe als kunstreiches Schmuckstück. Ein Gebäude mit bunten Stanniolpapier verziert und mit zahlreichen miniaturisierten, architektonischen Details wirkt sehr phantasievoll in mitten der anderen Krippen.

Krippenmuseum Hadamar

Krippenmuseum Hadamar

Weiterhin gibt es kurioses zu entdecken wie quadratische Bauklötze mit der Aufschrift Jesus, Maria und Josef oder einfache Schriftzüge. Interessant auch die südamerikanischen Krippen. Von Tontöpfen inspiriert haben die Figuren ein kugelförmiges aussehen. Aus Afrika gibt es ebenfalls verschiedene Interpretationen dieser biblischen Szene. Hier fasziniert vor allem die Recycling-Krippe aus Altmetall und Zündkerzen. Die ärmeren Länder bedienen sich der Dinge, die sie haben. Ebenfalls von namhaften Marken wie Swarowski und Rosenthal gibt es Krippeninterpretationen zu finden.

Krippenmuseum Hadamar

Miniaturkrippen

Vater des Krippenmuseums

Vater des Krippenmuseums ist Pfarrer Dieter Lippert, welcher eher durch die Fügung verschiedene Umstände dazu kam. Er fing an seinem Wirkungsort im Oberwesterwald mit einer ersten Krippenausstellung an und war selbst überrascht, dass er daraufhin weitere Krippen geschenkt bekam. Inzwischen ist die Sammlung auf 900 Krippen angewachsen. Mit dem Einzug in das Haus des ehemaligen Stallmeisters 2012 übertrug er seine Sammlung als Schenkung an die Stadt Hadamar, kümmert sich aber noch vollständig um sie. Auf seinen vielen Reisen hielt er immer die Augen offen nach neuen Krippen. Er weiß viel zu den Stücken zu erzählen und nimmt sich auch gerne Zeit für Führungen. Durch die Coronapandemie und den gesundheitlichen Zustand von Pfarrer Lippert war das Museum einige Jahre geschlossen. Doch der Stadt Hadamar war es wichtig, den Touristmagnet in der Adventszeit wieder zu eröffnen. Dank dem Engagement vieler Ehrenamtlicher ist dies wieder möglich.

Es lohnt sich, etwas Zeit einzuplanen, um die Vielfalt an Krippen zu entdecken und ihre verschiedenen Ausdrucksweisen in sich aufzunehmen. Die verschiedenen Interpretationen sind zauberhaft.

Wenn ihr das Krippenmuseum besucht, empfehle ich euch, einen Abstecher in die Kirche St. Nepomuk zu machen, wo eine sehr schöne Krippe aufgebaut ist. Diese stammt aus Südtirol vom Künstler Helmut Gebhard Piccolruaz.

Krippe St. Nepomuk

Informationen

Anschrift

Krippenmuseum Hadamar
Schlossplatz 10
65589 Hadamar

Öffnungszeiten Krippenmuseum Hadamar

Während der „Schlossweihnacht“ am ersten und zweiten Adventswochenende ist das Krippenmuseum geöffnet.

Weitere Öffnungszeiten an den folgenden Wochenenden, jeweils 14.00-17.00 Uhr
Samstag & Sonntag, 13. & 14.12.2025
Samstag & Sonntag, 20. & 21.12.2025
Samstag & Sonntag, 27. & 28.12.2025
Samstag & Sonntag, 03. & 04.01.2026
Dienstag (Hl. Drei Könige), 06.01.2026
Samstag & Sonntag, 10. & 11.01.2026

Eintrittspreise

Eintritt frei, über Spenden freut sich das Museum

Weitere Informationen

Weitere Informationen findet Ihr auf der Internetseite vom Krippenmuseum.

Das Krippenmuseum ist nicht barrierefrei.

Ihr habt Interesse an verschiedenen Weihnachtskrippen? Dann empfehle ich zum einen den Besuch der Kirchen im Landkreis, in denen sich wahre Kostbarkeiten finden lassen. Zudem lädt auch das Diözesanmuseum mit einer Krippenausstellung ein. In diesem Jahr geht es um die Entstehung der Weihnachtskrippen und Franz von Assisi.

 

 

 

 

Krippenausstellung Diözesanmuseum

Krippenausstellung „…und das Wort wurde Bild“

.Nächstes Jahr jährt sich der Todestag von Franz von Assisi zum 800. Mal. Er gilt als Begründer der Krippen, um die Geburt Jesus darzustellen. Diesem Thema widmet sich die diesjährige Krippenausstellung im Diözesanmuseum.

Betritt man den Raum, dominiert ein eine große Holzkonstruktion den Raum. Sie symbolisiert den Stall und ist angelehnt an die Entstehung der ersten Weihnachtskrippe in Greccio um 1223. Der Ursprung der Weihnachtskrippe ist zwar nicht eindeutig belegt, doch wird sie auf Franz von Assisi zurückgeführt. Er erweckte eine Krippentradition, welche bis heute besteht.

Krippenausstellung Diözesanmuseum

Mit Erlaubnis des damaligen Papstes inszinierte Franz von Assisi ein lebendiges Krippenspiel mit dem Ziel, „den des Lesens Unkundigen die heilige Schrift und die Weihnachtsgeschichte anschaulich zu machen“. In Erinnerung an dieses historische Ereignis ist der „Stall“ im Zentrum der Ausstellung dem Stall auf dem Fresko der Geburt Christi in der Unterkirche der Basilika San Francesco in Assisi von Maler Giotto di Bondone nachempfunden.

Die Figuren der Krippe in der Ausstellung sind um 1880 entstanden und stammen aus der Brüderkapelle in Hadamar. Heute befinden sie sich in Privatbesitz und sind eine Leihgabe für diese Ausstellung.

Krippenausstellung Diözesanmuseum

Warum Erinnerung an Franz von Assisi?

Manch einer mag sich fragen, warum eine Ausstellung in Limburg Franz von Assisi gewidmet wird und warum sein 800. Todestag eine Rolle spielt? Franz von Assisi stammt aus einem reichem Elternhaus und hatte eine wohlbehütete Kindheit. Doch durch das Erleben von Krieg und einer Kriegsgefangenschaft brach er mit seinem bisherigen Leben. Zwischen 1207 und 1209 entstand aus seiner Lebenswende die kirchliche Bewegung der Franziskaner. Die Franziskaner verpflichteten sich zu einem Leben in Armut und Einfachheit, verbunden mit einer Hinwendung zu Gott und einer Haltung des Friedens und der Nächstenliebe. Es handelte sich um einen Bettelorden.

Ein Kaufmann aus Limburg reiste nach Italien und brachte von dort zwei Franziskaner mit nach Limburg. Auch wenn diese zwei Franziskaner wohl Limburg wieder verließen, waren erste Bande geknüpft. Um 1232 ließen sie sich als Orden in Limburg nieder. Die heutige Stadtkirche war damals die älteste Franziskanerkirche auf deutschem Boden. Somit hat Limburg eine Verbindung zu Franz von Assisi. Damit hat der Todestag des Heiligen Franziskus auch eine Bedeutung für die Kreisstadt.

Krippenausstellung trifft Tradition

Franz von Assisi wollte mit der Darstellung in Greccio „das Andenken des Knaben feiern, der in Bethlehem geboren wurde“. Jeder Mensch sollte diese Geschichte mit den eigenen Augen sehen können. Um diese Tradition fortzuführen, präsentiert das Diözesanmuseum in seiner diesjährigen Krippenausstellung verschiedene Krippen wie auch Bildnisse, die alle das gleiche Motiv zum Inhalt haben, dieses aber unterschiedlich interpretieren.

Faszinierend und so noch nie gesehen war eine eine Krippe aus den 1990er Jahren. Dies ist aus Ton von Marianne Haas, welche das Thema Inklusion und Vielfalt zum Thema hat. Eine moderne Krippe, welche zum entdecken, reflektieren und erkunden einlädt.

Krippenausstellung Diözesanmuseum

Bereits seit einigen Jahren ist die Neapolitanische Krippe ein Highlight in der Krippenausstellung. Sie stammt aus dem 18. Jahrhundert und zeigt neben der Geburt Jesu auch viele Einzelheiten des alltäglichen Lebens.
Besucht gerne die Ausstellung und entdeckt die verschiedenen Darstellungen der Szene durch die verschiedenen Jahrhunderte hindurch. Von einer Ofenplatte aus 1460/70 bis hin zu der inklusiven Darstellung aus 1990 stehen Maria und Josefs immer wieder im Mittelpunkt des Geschehens. Doch es sind auch die Blickweisen der einzelnen Epochen ableitbar und zeigt den Wandel in der kirchlichen Geschichte.

Krippenausstellung Diözesanmuseum

Informationen

Weitere Informationen findet ihr auf der Seite vom Diözesanmuseum.

Die Krippenausstellung kann dienstags bis samstags von 10 bis 13 Uhr, sowie von 14 bis 17 Uhr und sonntags von 11 bis 17 Uhr besucht werden.

An Heiligabend und am 1. Weihnachtstag bleibt das Museum geschlossen. Nach der Ausstellung schließt das Museum bis zum Frühjahr.

Ihr habt Interesse an weiteren Krippen? Dann besucht gerne das Krippenmuseum in Hadamar sowie die zahlreichen Kirchen im Landkreis.