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Monat: Juni 2022

Lahn-Marmor-Museum Villmar

Entdeckungsreise im Lahn-Marmor-Museum

Das Lahn-Marmor-Museum in Villmar nimmt die Besucher mit auf eine Entdeckungsreise zur Entstehung des Lahn-Marmors sowie seiner industriellen Geschichte. Tiefe Einblicke in die Gesteine ermöglichen auch einen Blick in längst vergangene Zeiten.

Was haben das Empire State Building, der Berliner Dom oder die Kapuzinergruft in Wien gemeinsam? Dies sind nur drei der vielen Sehenswürdigkeiten, in denen Lahn-Marmor oder auch Nassauer Marmor verbaut sind. Beim Besuch im Lahn-Marmor-Museum in Villmar könnt ihr alles über diesen Marmor erfahren – von der Entstehungsgeschichte über den Abbau bis hin zur Verwendung.

Lahn-Marmor-Museum Villmar
Im Lahn-Marmor-Museum könnt ihr in die Geschichte des Marmors abtauchen

Lahn-Marmor als polierter Kalkstein

Recht unscheinbar wirkt der Kalkstein. Grau mit rauer Oberfläche zeigt er auf den ersten Blick nicht, was er unter seiner Schale verbirgt. Wenn dieser graue, staubbedeckte Stein bearbeitet und auf Hochglanz poliert ist, zeigt er seine wahre Schönheit. Es kommen hochglänzende Oberflächen in schwarz, grau oder rot mit feinen Mustern, Linien und Strukturen zum Vorschein. Dabei handelt es sich nicht einfach um irgendwelche Linien. Vielmehr ist es ein haltbar gemachtes Zeichen dessen, was mal war. Auch wenn sich dies nicht auf den ersten Blick erschließt. Wenn man einmal weiß, was sich in dem Stein versteckt, dann macht es richtig Spaß, die einzelnen Strukturen zu enträtseln.

Lahn-Marmor-Museum Villmar

Sehr anschaulich präsentiert das Lahn-Marmor-Museum, wie sich aus einem ehemaligen Riff der Stein mit den faszinierenden Strukturen entwickelt hat. Die Sedimente lagerten sich vor über 380 Millionen Jahren ab. Durch geologische Prozesse entwickelte sich der Kalkstein mit seinen faszinierenden Mustern.

Beim genauen Hinschauen lassen sich Stromatorporen entdecken, die mit den heutigen Schwämmen verwandt sind. Auch Schnecken, Reste von Korallen oder Vorläufer von Kraken befinden sich in dem Stein. Was sich als Sediment und Schwamm ablagerte, versteinerte erst sehr viel später durch die geologischen Prozesse. Doch nicht nur die faszinierenden Strukturen machen den Lahnmarmor ab dem 16. Jahrhundert für die Architektur so interessant. Auch für die Forschung ist dieser Stein von großem Interesse.

Industrielle Nutzung des Lahn-Marmors

Es ist die Farbvielfalt dieses Kalksteins, der ihn zu Beginn des 16. Jahrhunderts zu einem beliebten Schmuckstein für repräsentative Gebäude wie Schlösser und Kirchen machte. Das der Lahn-Marmor zum Wirtschaftsfaktor wurde, begann um 1590 heum. 1594 begann in einem Villmarer Steinbruch der Abbau der „polierfähig bunten Steine“, ab 1598 wurden die ersten Stücke verbaut. Über 400 Jahre fand in 119 nachweisbaren Steinbrüchen der Abbau dieser Steine statt. Besonders verbreitet war der Lahn-Marmor in den verschiedenen Kurfürstentümern. Viele Stücke gingen verloren im 30-jährigen Krieg, bei der Entsäkularisierung sowie im 2. Weltkrieg. Danach war die Nutzung dieser Steine nicht mehr zeitgemäß.

Es handelte sich in allen Epochen um ein hochpreisiges Material, wobei der teuerste Marmor der Schupbacher Schwarze war. Der Abbau endete in den 1970er Jahren, weil die Nachfrage nicht mehr gegeben war. Heute steigt die Nachfrage wieder, aber es gibt keinen Steinbruch mehr für diesen Stein. Werkzeuge zur Bearbeitung der riesigen Blöcke gibt es ebenfalls im Museum zu sehen. Bis heute besitzt der Kalkstein wirtschaftliche Bedeutung und wird industriell genutzt. Auf welche Art dies geschieht, könnt ihr ebenfalls im Museum entdecken.

Lahn-Marmor-Museum Villmar
Nur mit Maschinen konnten die riesigen Platten bewegt werden.

Als dritte Säule im Museum steht die kulturelle, künstlerische Nutzung. So erfahrt ihr im Museum, dass im Empire State Building 270 m³ Lahnmarmor auf 6500 m²  verbaut wurden. Und es gibt Fotos von vielen Orten, wo Lahnmarmor zu finden ist. Bis zum 20. Jahrhundert war der Stein weltweit ein Begriff. Für Restaurationen stehen noch heute kleine Mengen an Lahnmarmor zur Verfügung. Für einen großen Abbau gibt es derzeit keinen Markt.

Kunst aus Lahn-Marmor

Geoparks Westerwald-Lahn-Taunus

2016 wurde das Lahn-Marmor-Museum in Villmar eröffnet. Es befindet sich in direkter Nähe des Unica-Bruches, ein einmaliges Naturdenkmal. Am Lahn-Marmor-Museum beginnt der erdgeschichtliche Weg, der auf 380 Metern durch die Erdgeschichte führt und im Unica-Bruch endet. Auf Tafeln gibt es Wissenswertes zu den einzelnen Epochen der Erdgeschichte zu erfahren.

Auf dem Bild sehr ihr die Karte zum erdgeschichtlichen Weg am Lahn-Marmor-Museum

Der Unica-Bruch selbst ist ein Naturdenkmal. Dort stehen die Besucher vor einem riesigen Steinbrocken und erhalten einen Einblick in den Stein. Hinter dem Museum steht ein Gemeinschaftsprojekt zwischen der Gemeinde, einem Verein und der Stiftung Lahn-Marmor-Museum.

Beim Bau des Museums wurden viele Arbeiten ehrenamtlich geleistet. Zum Lahn-Marmor ist dieses Museum das einzige. Aber verwandtschaftliche Geopunkte innerhalb des Geoparks Westerwald-Lahn-Taunus sind die Kubacher Kristallhöhle und die Schauhöhle in Breitscheid. Diese beiden Punkte zeigen jedoch nur die geologischen Aspekte der Region. Im Villmarer Museum allein gibt es auch die kulturellen und industriellen Aspekte zu entdecken. Interessant ist zudem die hintere Wand des Museum, in der die verschiedenen Gesteine aus der Region gezeigt werden.

Wenn ihr mehr über die Region erfahren möchtet, darf ein Besuch im Lahn-Marmor-Museum in Villmar nicht fehlen. Neben der Dauerausstellung bietet das Museum ein Jahresprogramm an mit vielen interessanten Aktionen, Veranstaltungen und Führungen.

Informationen zum Lahn-Marmor-Museum

Anschrift

Oberau 4
65604 Villmar
Telefon 06482 6075588

Öffnungszeiten

Von März bis Oktober
Dienstag bis Freitag: 14 bis 17 Uhr
Samstag und Sonntag : 10 bis 17 Uhr

Außerhalb der Öffnungszeiten werden ganzjährig nach Vereinbarung auch Führungen angeboten.

Eintrittspreise

Erwachsene 6 Euro

Schüler, Studenten, Behinderte 4,50 Euro

Familienkarte (2 Erwachsene bis zu 2 Kinder) 15 Euro

Kinder unter 7 Jahre Jahre Eintritt frei

Weitere Informationen zum Lahn-Marmor-Museum findet ihr auf der Internetseite des Museums.

Das Lahn-Marmor-Museum ist barrierefrei zugänglich und besitzt im Inneren einen Fahrstuhl zur zweiten Ebene.

Vom Lahn-Marmor-Museum aus könnt ihr auch in den Steilhängen der Lahn nach Runkel wandern und über den Planetenweg wieder zurück nach Villmar gehen.

 

 

Kubacher Kristallhölle ist einzigartig in Deutschland- Kühle Orte im Landkreis Limburg-Weilburg

Einzigartige Kubacher Kristallhöhle

Die Kubacher Kristallhöhle ist einzigartig in Deutschland – es handelt sich hier um die einzige Calcithöhle und sie besitzt die höchste Halle aller Schauhöhlen. Ein Besuch der Höhle tief unter der Erde lohnt sich auf alle Fälle. Faszinierende Einblicke in 350 Millionen Jahre Erdgeschichte erwarten die Besucher. 

Die Kristallhöhle Kubach bei Weilburg stellt eine Herausforderung für die Besucher dar. Um ihre Geheimnisse zu entdecken, müssen die Besucher 426 Stufen in die Tiefe hinab steigen – und später auch wieder hinauf. Doch es lohnt sich, denn es gibt faszinierende Einblicke in eine Kalksteinhöhle, die frei von jeglichen Lebewesen ist. Sie ist in sich geschlossen, da sie jeden Abend abgeschlossen wird. Die Besucher erhalten Einblicke in die erdgeschichtliche Entwicklung der Region.

Kubacher Kristallhöhle

Höhle aus der Eiszeit

Die Kubacher Kristallhöhle entstand in der Eiszeit. Wie groß sie wirklich ist, kann nicht genau gesagt werden. Nur ein kleiner Teil konnte bisher freigelegt werden. Der größte Hohlraum in dem bisher bekannten Höhlensystem ist etwa 170 Meter lang, 26 Meter breit und an der höchsten Stelle bis zu 30 Meter hoch. Damit besitzt diese Höhle den größten, natürlichen untertägigen Einzelhohlraum, der in Deutschland besichtigt werden kann.

Im 19. Jahrhundert wurde diese Tropfsteinhöhle beim Bergbau gefunden. Zur damaligen Zeit wurde Phosphorit als Düngemittel abgebaut. Es existierten Unterlagen über diese Höhle, doch die genaue Lage war nicht bekannt. Dennoch gab es Menschen, denen diese Höhle am Herzen lag und die diese finden wollten. Der Höhlenverein Kubach führte 1974 Suchbohrungen mit einer Kamera durch und entdeckten auf ungewöhnliche Weise diese Höhle wieder. Bei diesen Suchbohrungen stießen die Arbeiter auch zwei unbekannte Höhlen, darunter auch die Kristallhöhle. Diese Höhle wurde in den Folgejahren erschlossen und 1981 für Begehungen eröffnet (Quelle Wikipedia)

Die Entdeckungstour beginnt

In die Tiefe der Höhle geht es nur mit einem kundigen Führer. Doch bevor es in den kühlen Schacht hinab geht, muss jeder Besucher einen Helm aufsetzen als Schutz. Und dieser ist auch dringend notwendig, denn zwischendurch gibt es Gänge, welche sehr niedrig und eng sind. Da kann dann jeder Besucher froh sein, einen Helm auf dem Kopf zu haben. Und dann heißt es Treppen steigen.

426 Treppenstufen in die Tiefe

Tief geht es in den Berg hinein. Und auch wenn draußen warme Temperaturen herrschten, empfiehlt sich unten in der Höhle eine Jacke. Das ist für Niemanden etwas mit körperlichen Einschränkungen. Auch Personen mit überstandenen Herzinfarkt, Angina pectoris oder Kreislaufproblemen wird von einem Besuch abgeraten. Durch verschiedene Lichteffekte macht der Bergführer an den verschiedenen Stellen auf Besonderheiten aufmerksam, so dass die Höhle in ihrer gesamten Schönheit erfasst werden kann.

Unten in der Höhle angekommen, gibt es interessante Formationen zu entdecken. Ebenfalls ein glasklarer Teich erwartet die Besucher da unten. Ab und an findet sich ein wenig Moos. Der Bergführer erklärt, dass dies mit den Schuhen der Besucher eingetragen wird und optimale feuchte Bedingungen vorfindet. Wenn die Höhle dann im Winter verschlossen ist, geht auch das Moos wieder kaputt. Ansonsten finden sich keine Pflanzen oder Lebewesen in der Höhle.

Geopark Westerwald-Lahn-Taunus

Die Kubacher Kristallhöhle gehört mit zum Geopark Westerwald-Lahn-Taunus. Die einzelnen Standorte bieten die Möglichkeit, in die faszinierende Geschichte der Erdentwicklung einzutauchen. Neben dem Blick in die Höhle selbst ist ein Museum angeschlossen, in dem die Besucher einen Blick auf verschiedene Gesteinsarten der Region erhalten und durch Fotos Eindrücke von der Entdeckung der Höhle erhalten. Vor der Höhle befindet sich ein Freilicht-Steinmuseum mit Zeugnissen verschiedener Aktionen. Bis zu 12 Tonnen schwer sind die einzelnen Gesteinsbrocken, welche aus verschiedenen zeitlichen Epochen stammen.

Wer mehr zur Bergbaugeschichte der Region erfahren möchte, kann im Anschluss das Bergbau- und Stadtmuseum in Weilburg besuchen, indem es einen naturgetreuen Nachbau eines ehemaligen Stollen gibt.

Informationen zur Kristallhöhle Kubach

Anschrift

Auf dem Kalk 1
35781 Weilburg-Kubach
Telefon 06471 94000

Öffnungszeiten

Die Kubacher Kristallhöhle ist vom 01.April bis 05. November 2023 geöffnet
Dienstag – Freitag von 15 bis 17 Uhr
Samstag und Sonntag 10 bis 17 Uhr
In den hessischen Schulferien Montag bis Freitag von 13 bis 17 Uhr
Hessische Feier- und Brückentage von 10 bis 17 Uhr

Die Führungen finden im 30-Minuten-Takt statt.

Eintrittspreise

Erwachsene 10 Euro
Kinder 3-5 Jahre 3 Euro
Schüler und Studenten 7 Euro
Kinder unter 3 Jahre freie Eintritt

Höhlenmuseum 1,50 Euro pro Person

Weitere Informationen

Weitere Informationen findet ihr auf der Internetseite der Kubacher Kristallhöhle.

 

 

Alte Traktoren und Dampfmaschinen

Wer Interesse an alten Traktoren und Dampfmaschinen hat, sollte am Wochenende 06./ 07. Juni nach Beselich-Niedertiefenbach zur „Oldtimertraktoren und Dampfmaschinenschau“ des Traktorclubs „Ackerkralle“ fahren. Da gibt es interessante Einblicke in die Vergangenheit.

Ein ganzes Wochenende lang laden die Traktorfreunde „Ackerkralle“ zu einem Ausflug in die landwirtschaftliche Vergangenheit ein mit landwirtschaftlichen Geräten und historischen Maschinen.

Traktoren und Dampfmaschinen

Dabei gibt es nicht nur alte Maschinen anzuschauen. Dank guter Pflege gelingt es immer wieder, die historischen Maschinen in Aktion zu erleben. Mehrere Dampfmaschinen aus dem letzten Jahrhundert treiben Dreschmaschinen, Schmiedehämmer, Steinbrecher oder Buschmaschinen an. Es ist interessant, mit den Menschen ins Gespräch zu kommen. Die wissen genau, wie die Schrauben und Riemen sitzen müssen, damit die Maschinen funktionieren. Und wenn die Maschine nicht direkt anspringen möchte, dann wird getüftelt, bis sie am laufen sind.

Oldtimertraktoren und Dampfmaschinen beim Traktorclub Ackerkralle

In der Strohseilerei gibt es zu sehen, wie aus Stroh Seile geflochten werden. Highlights unter den Schleppern sind viele Raritäten deutscher und ausländischer Traktorenproduzenten. Neben zahlreichen Attraktionen für die Kinder kommen auch die Standmotorenfreunde auf ihre Kosten. Wer Ersatzteile, Literatur, Bekleidung, Andenken für sich und seinen alten Schlepper sucht, wird bei den zahlreich anwesenden Händlern schnell fündig. Insgesamt wirken 40 Clubs aus ganz Deutschland mit.

Ein alter Steinbrecher

Nicht nur das Auge bekommt etwas an diesem Wochenende geboten. Weitere Sinne wie die Ohren und die Nase werden angesprochen. Eine Symphonie aus verschiedenen Tuckergeräuschen liegt über dem Areal sowie ein leichter Geruch von Diesel.

Nicht nur mit alten Traktoren wurde früher Landwirtschaft betrieben. Zur Landwirtschaft gehörten auch Rinder. In der Region gab es früher Glan-Rinder, welche dreifachen Nutzen hatten. Sie gaben Milch und Fleisch und wurden für die Arbeit eingesetzt.

Das Ziel des Traktorclubs ist die Erhaltung, Instandsetzung, Pflege und Bedienung von historischen landwirtschaftlichen Geräten und Maschinen für die Erhaltung des kulturellen Erbes der agrartechnischen Entwicklung.

Informationen zum Wochenende

Anfahrt

Zum Hullerweg 26
65614 Beselich-Niedertiefenbach
Die Anfahrtswege ins Fahrerlager und zu den Parkplätzen sind ausgeschildert

Einlass ist an beiden Tagen jeweils ab 10.00 Uhr.

Programm:

 Freitag, 5. Juni ab 20.00 Uhr: „Dampf- und Dieselgespräche“

Samstag, 6. Juni ab 20.00 Uhr: „Treckerparty“ mit Entertainer Jan Schrödel

Sonntag, 7. Juni ab 10.00 Uhr: Frühschoppen und Rundgang mit Schirmherr Bürgermeister Kai Speth und Ehrengästen

Mehr zum Traktorclub „Ackerkralle“ findet ihr auf der Homepage des Vereins.

 

Traktoren und Dampfmaschinen