Zum Hauptinhalt springen

Monat: August 2022

Kelten im Landkreis Limburg-Weilburg Keltenweg Dornburg

Keltenweg Dornburg – Auf Entdeckungsreise gehen

Der Keltenweg Dornburg gibt Einblicke in die Spuren, welche die Kelten vor mehr als 2000 Jahren in der Region hinterlassen haben. 

Zahlreiche keltische Spuren finden sich in der Region. Rund um das Heidenhäuschen oder auch im Elzer Wald können sich die Besucher auf Entdeckungsreise begeben. Und ganz neu ist nun der Keltenweg Dornburg, welcher vom Kultur- und Geschichtsverein Frickhofen e.V. gestaltet wurde. Dieser nimmt euch mit auf eine vier Kilometer lange Wanderung rund um die Dornburg und den Blasiusberg.

Keltenweg Dornburg
Übersicht Wanderweg

Keltenweg Dornburg

Der Weg an sich ist nicht neu. Die Wanderwege rund um die Dornburg existieren und sind bekannt. Dennoch wurden sie jetzt durch den Verein aufgewertet, indem ihr auf eurem Weg neue interessante Fakte zur Kultur, Geschichte und Archäologie sowie zu geographischen Besonderheiten erfahrt. Teilweise überlappt der Weg den beliebten Blasiussteig.

Vor dem Basaltabbau in Dornburg zählte die Dornburg mit ihren 34 bis 37 Hektar zu den größeren Höhensiedlungen der Kelten. Heute ist nur noch etwas mehr als die Hälfte der ursprünglichen Fläche übrig. Frühe Funde gab es im 18. und 19. Jahrhundert, dennoch gab es nie größere Untersuchungen. Erst in den letzten Jahren gab es da Änderungen. Mit den archäologischen Funden am Glauberg entflammte ein neues wissenschaftliches Interesse an den Kelten auch hier in der Region.

Durch den Keltenweg gibt es nun die Möglichkeit, neue Funde und Ergebnisse auch den interessierten Besucher näherzubringen.

Keltenweg Dornburg

Start am Ewigen Eis

Ein guter Einstieg ist am Ewigen Eis. Von Frickhofen nach Wilsenroth fahrend befindet sich auf der rechten Seite ein Parkplatz, von dem aus es losgeht. Der Weg führt direkt am Ewigen Eis entlang, den kühlsten Ort der Region. Dann geht es immer schön den Berg hoch – festes Schuhwerk ist zu empfehlen, um am Hildegardisfelsen bei einer kleinen Pause den Blick über das Elbbachtal zu genießen.

Keltenweg Dornburg

Der Hildegardisfelsen liegt unterhalb des Randwalls der Domburg. Teile des ehemaligen Ringwalls sind bis heute zu erkennen, wenn ihr den Blick aus dem Tal nach oben gleiten lasst. Hierbei handelt es sich um einen niedrigeren Rest als beim Abschnittswall im Westen, der eher eine Ahnung der ursprünglichen Dimensionen der Anlage gibt.

Keltenweg Dornburg

Neben den baulichen Überresten hab es bei den Steinbrucharbeiten auch immer wieder Funde von Werkzeugen aus der Eisenzeit. So fanden Steinbrucharbeiter 1926 auf Sensen, Axt, Pflugschar und Beil, die eine Ansiedlung belegen. Mit dem heutigen weiten Blick auf die Umgebung erhaltet ihr auch eine Idee dafür, warum die Kelten sich damals für den Standort entschieden. Durch den weiten Blick waren Feinde sehr früh auszumachen.

Weitere Stationen des Rundwegs sind die Hildegardiskapelle, das Dornburgplateau, der Abschnitsswall „Rödches Mauer“ im Westen, der Totenweg mit Basaltabbau sowie der Blasiusberg mit Kapelle.

Barrierefreiheit Keltenweg Dornburg

Zwei Abschnitte auf dem Keltenweg sind nicht barrierefrei. Dies ist der Abschnitt vom Ewigen Eis bis aufs Domplateau hoch sowie auch ein Abschnitt von der Blasiuskapelle nach unten. Es handelt sich oben in der Karten um die blau markierten Abschnitte.

Der Keltenweg entstand in Zusammenarbeit mit anderen Vereinen aus der Umgebung und fand zudem Unterstützung von der Hessenarchäologie, dem Land Hessen, dem Landkreis Limburg-Weilburg, der Gemeinde Dornburg sowie dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft.

Dornburg und Blasiusberg sind zwei Naturschutzgebiete. Daher bietet der Verein ausdrücklich darum, die Wege nicht zu verlassen sowie sich an Regeln für Naturschutzgebiete zu halten. Dazu gehört auch, nichts zu pflücken, die Tierwelt nicht zu stören und Hunde anzuleinen sowie den Kot aufzusammeln.

Mehr zum Keltenweg erfahrt ihr auch auf der Homepage des Kultur- und Geschichtsverein Frickhofen.

Keltenweg Dornburg

Gedenkstätte Hadamar

Gedenkstätte Hadamar – Geschichte Entdecken

Wer geschichtlich interessiert ist, dem empfehle ich einen Besuch in der Gedenkstätte Hadamar. Diese befasst sich mit einem dunklen Teil der Geschichte.

Die Gedenkstätte Hadamar auf dem Mönchberg ist internationaler Ort des Gedenkens. Sie erinnert an die Opfer der nationalsozialistischen Euthanasie. Von 1941 bis 1945 wurden fast 15.000 Menschen in der damaligen Tötungsanstalt ermordet.

Heute ist der Ort ein Ort des Gedenkens, des Forschens und des Bildens. Der Ort ist eine Einladung an die Besucher, sich zu informieren und sich mit der Geschichte auseinanderzusetzen. Mit diesem Erbe erfüllt die Gedenkstätte heute eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe und arbeitet die Geschichte auf. Erinnern und daraus Lehren für die Zukunft ziehen, ist wichtiger Kern der Arbeit.

Eingang Gedenkstätte Hadamar

Gedenkstätte Hadamar besuchen

Die Gebäude auf dem Mönchberg wurden 1883 als „Corrigendenanstalt“ errichtet. Zu dem Komplex gehört ebenfalls das benachbarte Franziskanerkomplex. Ein anderer Begriff ist Arbeitshaus. In diese Anstalt wurden Menschen eingewiesen, welche gesellschaftlich ausgegrenzt waren wie Bettler oder Landstreicher. 1906 wurde dieser Gebäudekomplex zur Heil- und Pflegeanstalt Hadamar, eine psychiatrische Klinik.

Von Januar bis August 1941 wurden im Rahmen der T4-Aktion überwiegend psychisch kranke und behinderte Menschen mit Gas ermordet. Zwischen 1942 und 1945 wurden die Patienten im Rahmen der dezentralen Euthanasie mit Medikamenten ermordet.

Im Hauptgebäude der ehemaligen Tötungsanstalt befindet sich heute die Gedenkstätte. Diese gibt Einblicke in die Abläufe des Systems der Nationalsozialisten, zeigt Opfergeschichten und Täterbiografien. Hinter dem Gebäude befindet sich die Busgarage. Mit Bussen wurden die Patienten aus den ganzen Zwischenanstalten nach Hadamar gebracht. Von der Busgarage ging es direkt in den Keller, wo sie mit Kohlenmonoxid vergast und danach im Krematorium eingeäschert wurden.

Ehemalige Busgarage in der Gedenkstätte Hadamar

Gedenklandschaft

Bis heute weiß man nicht, wo die Asche der Menschen aus der ersten Tötungsphase hingebracht wurde. Die Menschen aus der zweiten Tötungsphase wurden auf dem Friedhof hinter der Anstalt in Massengräbern beerdigt. Diese Fläche wurden ab 1964 zur Gedenklandschaft gestaltet. Über 160 Stufen geht es den Berg hoch und die Besucher erreichen die Gedenklandschaft. Auf dem Weg nach oben gibt es über Schautafeln geschichtliche Einblicke zum Friedhof.

Oben angekommen sind mehrere Grabsteine zu sehen mit den verschiedenen Glaubenssymbolen für die Christen, die Juden und die Muslime. Am Ende steht eine Stele mit der Inschrift „Mensch achte den Menschen“. Von dort oben gibt es einen weiten Blich über die Stadt Hadamar.

Gedenkstätte Hadamar
Gedenklandschaft Gedenkstätte Hadamar

Der Landeswohlfahrtsverband Hessen (LWV) ist Träger der Gedenkstätte. Dieser gründete sich 1953 und übernahm alle Einrichtungen, die von den Nationalsozialisten für die Ermordung von kranken und behinderten Menschen missbraucht worden waren. Die Gedenkstätte in Hadamar ist der zentrale Ort in Hessen für die Gedenk- und Erinnerungsarbeit.

Aktuell arbeitet die Gedenkstätte Hadamar an einer Neukonzeption der Ausstellung und kann zukünftig beide Gebäudeflügel der ehemaligen Heilanstalt nutzen. Das Land Hessen unterstützt die Neukonzeption der Gedenkstätte Hadamar mit vier Millionen Euro bis zum Jahr 2025. Der Bund beteiligt sich mit weiteren rund fünf Millionen Euro für die Jahre 2021 und 2022 sowie der Landeswohlfahrtsverband mit rund vier Millionen Euro.

Informationen

Die Gedenkstätte ist in weiten Teilen barrierefrei zugänglich. Über eine Rampe gelangt ihr ins Gebäude. Im Gebäude selbst sind Aufzüge, um alle Bereiche der Ausstellung zu erreichen. Die Gedenklandschaft ist bedingt barrierefrei – sie kann mit dem Auto angefahren werden. Informationen dazu gibt es von der Gedenkstätte.

Zur kommunikativen Barrierefreiheit gibt es erste Angebote in leichter Sprache. In der Neuausrichtung der Ausstellung möchte die Gedenkstätte weitere Maßnahmen umsetzen, um eine barrierefreie Kommunikation zu ermöglichen.

Öffnungszeiten

Montag bis Donnerstag 9 bis 16 Uhr

Freitag 9 bis 13 Uhr

Erster und dritter Sonntag im Monat 14 bis 17 Uhr mit öffentlichen Führungen

Der Besuch der Ausstellung ist kostenfrei

Alle Informationen findet ihr ebenfalls auf der Interseite der Gedenkstätte.

Nach dem Besuch der Gedenkstätte empfehle ich als Ausgleich und zur Ruhe einen Besuch im Rosengarten Hadamar.

Sauerborn Löhnberg

Perlendes Wasser im Sauerborn Löhnberg

Löhnberg blickt auf eine lange Tradition der Mineralwassergewinnung zurück. Ein Brunnen mit „perlendem Wasser“ ist dabei der Sauerborn Löhnberg.

Der „Suerborn“ fand seine erste Erwähnung im Jahr 1475 in einer Urkunde des Klosters Pfannenstiel in Weilburg. Doch er ist viel älter und besteht seit 1353. Damit ist der Sauerborn einer der ältesten Brunnen der Region. Heute ist die Quelle frisch saniert und lädt zum Verweilen ein. Zudem ist er ein GeoTop im Geopark Westerwald-Lahn-Taunus.

Sauerborn Löhnberg

Der Brunnen ist immer im Eigentum der Gemeinde. Seit dem 16.Jahrhundert nutzten die Löhnberger Bürger die Quelle zur Trinkwassernutzung. Es folgen immer wieder Arbeiten am Brunnen, um ihn zu einem Aufenthaltsort für die Bürger zu machen. Und auch heute können sich die Bürger und Touristen an dem Wasser erfrischen. Das Wasser perle wie Champagner, sagen die Löhnberger gerne. Das Mineralwasser ist so gut, dass es ab dem 19.Jahrhundert abgefüllt und versendet wurde. Bis heute ist das Selterswasser aus Löhnberg weltweit bekannt. Seit 1905 ist Löhnberg der Mineralwasserstandort in Deutschland.

Im neuen Glanz nach der Sanierung

Eine erste Renovierung erfuhr die Quelle 2004 und wurde der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Vor kurzem fand die Einweihung nach der erneuten Sanierung statt. Insgesamt 140.000 Euro hat die Gemeinde in den Standort investiert, wovon 80.000 Euro Zuschüsse aus dem Leader Förderprogramm gab. Nun steht der Sauerborn Löhnberg unter einem Pavillon. Über eine Handschwengelpumpe fließt nach einmaligem Pumpen das kühle Nass in die Nachbildung eines Schöpfbrunnens.

In das Becken sprudelt das kühlende Nass

Der Sauerborn Löhnberg liegt am Fernradweg R7 sowie an der Geopark Marmorroute. Mineralwasser kommt dort vor, wo es vulkanhaltiges Gestein gibt. Die Quelle sei ein Geschenk der Natur, so der Bürgermeister Dr. Frank Schmidt. Die Brunnentiefe ist rund sechs Meter. Das Wasser ist reich an Natrium mit 607 mg/l und Calcium mit 181 mg/l. Es enthält ebenfalls Kalium, Magnesium und Eisen. Ein gesundes Tröpfchen, wie die Löhnberger sagen.

Insgesamt gibt es in der Gemeinde über 20 Mineralbrunnen, so dass Löhnberg zum größten Mineralwassergebiet in Deutschland zählt. Entlang des Kallenbachradweges könnt ihr weitere Brunnen der Gemeinde anfahren und in jedem Brunnen soll die Zusammensetzung des Wassers anders sein.

Wenn ihr einmal in Löhnberg seid, empfehle ich euch einen Besuch des Aussichtsturmes, mit dem ihr einen schönen Blick über Löhnberg habt.

Über die Geschichte des Selterswasser in Löhnberg gibt es ein Buch, mehr dazu findet ihr hier. Und auf der Seite der Gemeinde erfahrt ihr weitere wissenswerte Dinge.

Sauerborn Löhnberg