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Monat: Mai 2021

Seeweiher Mengerskirchen

Wanderung um den Seeweiher Mengerskirchen

Wandern in der Natur, die Sonne verwandelt das Wasser in eine glitzernde Oberfläche. Beliebtes Ausflugsziel im Landkreis ist der Seeweiher in Mengerskirchen, zwischen Waldernbach und Mengerskirchen gelegen. Es ist mit einer der ältesten Stauseen in Hessen, wurde er bereits 1452 aufgestaut.

Seeweiher Mengerskirchen

Von Waldernbach nach Mengerskirchen fahrt ihr direkt am Seeweiher vorbei. Er liegt linker Hand. Los ging unsere Wanderung vom Parkplatz am Seeweiher. Rund 1,5 Stunden waren wir unterwegs, um den 13 Hektar großen Stausee einmal zu umlaufen.

Seeweiher Mengerskirchen

Seeweiher Mengerskirchen

Seit 1452 wird der Vöhlerbach zum Seeweiher aufgestaut. In den 60er Jahren entstand ein Freizeitzentrum für Kurgäste. Inzwischen besteht mit Blick auf den Seeweiher eine Wochenendhaussiedlung mit 66 Häusern. Am Seeweiher selbst gab es immer Campingmöglichkeiten. Mit dem Wäller Camp gibt es dort heute eine ansprechende Camping- und Freizeitanlage. Von dort ist der Zugang zum Badesee möglich.

Wäller Camp Seeweiher

Das restliche flache Ufer ist von Hecken und Bäumen gesäumt. Baumstämme laden zum verweilen ein. Es handelt sich um ein Naturschutzgebiet. Außerhalb des Badestrandes ist kein Baden erlaubt.

Seeweiher Mengerskirchen

Ein Weg führt rund um den Seeweiher herum. Beim Wäller Camp handelt es sich um Privatgelände, so dass ihr ein Stück zur Wochenendsiedlung laufen müsst. Dort kommt ihr auf den Radweg, der um den See führt. An Mengerskirchen vorbei führt der Fernradweg R8, welcher über Waldbrunn nach Hadamar und Elz weiterführt.

Seeweiher Mengerskirchen

Natur rund um den Seeweiher

Neben einer Schwanenfamilie auf dem See haben wir geschaut, was auf den Wiesen und am Wegesrand wächst. Bunte Tupfen im leuchtenden Grün aus Hahnenfuß, Gamander-Ehrenpreis, Roter Klee oder Gewöhnliche Goldnessel lassen immer wieder innehalten und schauen. Hier kann ich die App „Seek by iNaturalist“ empfehlen, die beim Bestimmen der Pflanzen und Tiere hilft, welche ihr am Wegesrand entdeckt.

Seeweiher Mengserkirchen

Von der Wochenendsiedlung aus geht es direkt an den See zurück und ihr lauft unmittelbar auf den Eingang des Wäller Camps zu. Über den Parkplatz immer am Ufer entlang gibt es einen schönen Platz zum Sitzen und Verweilen.

Seeweiher Mengerskirchen

Überreste einer Kapelle

Recht bald gelangt ihr auf die Staumauer, über welche auch die Straße nach Mengerskirchen führt. Hier lässt sich ablesen, dass der Seeweiher 365 Meter über NN liegt und auch die aktuelle Tiefe könnt ihr dort erfahren. Am Ende der Staumauer stehen Überreste aus Basalt, wo sich eine alte Kapelle befand.

Seeweiher Mengerskirchen

Die Reste der Basaltmauer weisen auf eine alte Kirche hin. Hier stand die Liebfrauenkirche. Bereits 1553 wurde von ihr als Ruine gesprochen. Es gibt Geschichten, dass diese Kirche im 30-Jährigen Krieg zerstört worden wäre. Da dieser jedoch erst 1618 begann, kann dies nicht stimmen. Vor den Mauerresten stehen inzwischen ein Bildstock sowie ein altes Steinkreuz. Die Kapelle ist ebenfalls eine Station auf dem Mundart Wanderweg.

Von der Kapelle sind es rund 200 Meter zum Parkplatz, dem Ausgangspunkt der Wanderung um den See.

Seeweiher Mengerskirchen

Bergbau- und Stadtmuseum

Einblicke in Stadt- und Industriegeschichte

Mitten im Herzen der Stadt Weilburg befindet sich das Bergbau- und Stadtmuseum. Hier erfahrt ihr viel Wissenswertes zum Bergbau in der Region sowie zur Geschichte der Stadt. Im „Tiefen Stollen“ könnt ihr unter Berge abtauchen.

Bergbau- und Stadtmuseum

Erst 1972 wurden die letzten Gruben in der Region stillgelegt. Bis in die 50er Jahre hinein fand der Abbau von Eisenerz statt. Weilburg zählte mit zum wichtigen Zentrum im Lahn-Dill-Gebiet. Das Museum am jetzigen Standort besteht seit 2011. Davor gab es seit 1911 ein Museum im ehemaligen nassauischen Regierungsgebäude. Dieses wurde 1972 um das erste Bergbaumuseum in Hessen erweitert.

Bergbau- und Stadtmuseum

Als die Residenzstadt Weilburg 1906 ihr 1000-jähriges Bestehen feierte, führte die Idee eines Museums zur Gründung des Vereins „Heimatmuseum“. In der Satzung stand geschrieben, dass die Stadt Weilburg zukünftig Eigentümer des Museums wird. Sehr vielfältige Themen und Ausstellungsstücke laden zum erkunden und entdecken sein. Das Museum ist ein GeoPunkt im Geoparkt Westerwald-Lahn-Taunus.

Ab in die Tiefe

Für die Kinder ist der „Tiefe Stollen“ ein absolutes Highlight, während Erwachsene sich auch gerne in die Stadtgeschichte vertiefen. Hierbei handelt es sich um einen naturgetreuen Nachbau eines ehemaligen Bergwerkes.

Bergbau- und Stadtmuseum Weilburg
Der „Tiefe Stollen“ führt in ein nachgebautes Bergwerk

Durch eine Tür geht es nach unten in die Tiefe. Die Besucher erfahren einiges zum Bergbau in der Region. Danach geht es noch tiefer in die Erde. Neue Räumlichkeiten sind dafür nicht entstanden. Platz fanden die Maschinen in ehemaligen unterirdischen Kellergewölben des Schlosses. Auf rund 200 Metern erfährt der Besucher etwas über den Abbau von Eisenerz, die Fördereinrichtungen sowie den Streckenbau. Neben dem naturgetrauen Bergwerk gibt es in den Museumsräumen auch noch einiges zum Bergbau in der Region zu erfahren. Das dies ein Nachbau ist, ist nicht zu spüren. Zu echt erscheinen die Gänge, die mit künstlichem Licht erhellt werden.

Geschichte der Stadt

Doch nicht nur die Industriegeschichte von Weilburg ist vom großen Interesse, sondern die Stadtgeschichte selbst auch. 906 wurde die Stadt das erste Mal urkundlich erwähnt. Aus einer Aufzeichnung geht hervor, dass Konrad der Ältere, Graf des Oberlahngaus am 27. Februar 906 bei der Schlacht bei Fritzlar fiel und in der Weilburger Konradinerburg neben seiner Mutter beigesetzt wurde. Die Nachfolge trat sein Sohn Konrad der Jüngere an, welcher später zum ersten deutschen König gewählt wurde.

Ab 2002 wurde in Vorbereitung auf den Hessentag 2005 die Stadtgeschichte von Weilburg aufgearbeitet. Da das Interesse an der Historie so groß war, entstand am Ende eine dauerhafte Ausstellung zur Stadtgeschichte. Von der ersten Erwähnung 906 bis heute entdeckt der Besucher die Weilburger Geschichte in Bildern, Schriften und Exponaten. Sehr schön ist die alte barocke Hausapotheke. Ebenfalls im Stadtmuseum gibt es den Familienstammbaum vom Großherzogtum Nassau zu sehen.

Bergbau- und Stadtmuseum
Die Alte Apotheke

Wenn ihr im Museum ward, dann schaut doch danach direkt im barocken Schloss mit seinem herrlichen Garten vorbei.



Anschrift

Schlossplatz 1
35781 Weilburg an der Lahn
Telefon: 06471 379447

Öffnungszeiten

April bis Oktober: täglich 10 bis 17 Uhr
November bis März: Montag bis Freitag 10 bis 17 Uhr

Eintrittspreise

Erwachsene 3,50 Euro
Kinder  2,50 Euro
Familienkarte 8 Euro

Weitere Informationen

Weitere Informationen findet zum Bergbau- und Stadtmuseum findet ihr auf der Homepage.

Das Museum befindet sich auf mehreren Etagen – zum einen geht es tief nach unten in den Stollen und das Stadtmuseum befindet sich im ersten Stock. Einen Aufzug habe ich nicht gesehen. Das Museum liegt ein wenig versteckt. Auf dem Marktplatz vor der Schlosskirche stehend, geht es links die Straße runter zum Museum.

Bergbau- und Stadtmuseum Weilburg

 

Herzenbergkapelle Hadamar

Wallfahrtsort Herzenbergkapelle

Nicht nur der Rosengarten lockt auf den Herzenberg, sondern auch die Wallfahrtskapelle findet sich hoch über die Fürstenstadt.

Die Herzenbergkapelle ist eine Marien-Wallfahrtskapelle, welche bis heute die Menschen anzieht. Auf dem Herzenberg selbst gibt es zudem einen herrlichen Blick über Hadamar und das Fürstenschloss.

Herzenberg Fürsetnschloss Hadamar

Zu Fuß könnt ihr vom Neumarkt den steilen Berg auf den Herzenberg laufen oder auch mit dem Auto hinauf fahren. Direkt am Friedhof gibt es genügend Parkplätze. Von dort sind es nur wenige Meter zur kleinen Kapelle. Von den Parkplätzen kommend liegt linker Hand der Rosengarten, welcher das ganze Jahr geöffnet ist.

 

Wenn ihr zu Fuß den Kreuzweg zur Kapelle lauft, kommt ihr direkt an einem Brunnen heraus. Dieser steht mit dem Rücken zur Stadt und wurde 1986 erbaut. Mitten auf dem Platz steht die Kapelle. Vor der Kapelle stehen Bänke zum Verweilen, wo auch die Gläubigen Platz nehmen bei Gottesdiensten. Gegenüber dem Eingang zur Kapelle befindet sich eine Kreuzigungsdarstellung in einem Schrein.

Ein Weg führt auch über das Plateau, so dass ihr wenige Meter um die Kapelle herumlaufen könnt. Es ist ein schöner Ort zum Verweilen und Gedanken sammeln.

Geschichte der Kapelle

Ursprüngliche gab es auf dem Berg ein Wildgehege des Grafen und späteren Fürstenhauses Nassau-Hadamar. Der Ort hieß „Hirschberg“. Nachdem die Herzen der Fürstenfamilie dort beerdigt wurden, bürgerte sich die Bezeichnung Herzenberg ein.

Herzenbergkapelle Hadamar

1675 wurde die erste Kapelle auf dem Herzenberg errichtet. Maßgeblich für den Bau waren Jesuiten verantwortlich. Der heutige Chor ist ein Überbleibsel dieses Baus. Die ursprüngliche Kapelle war achteckig, mit einem Durchmesser von 4,50 Meter. Die Dachkonstruktion wurde als Haube und Laterne bezeichnet. Bereits 1691 kam das Längsschiff hinzu und auch das Haubendach erfuhr eine Verlängerung. Jedoch gibt es auch die Aussagen, dass beide Bestandteile der Kapelle gemeinsam entstanden. Später kam noch eine Vorhalle hinzu, die der Kapelle ihr heutiges Aussehen gibt.

Im Inneren erwartet die Besucher ein barocker Hochaltar aus dem Jahr 1693. Als Marien-Wallfahrtort ist im Mittelpunkt des Altars Maria mit dem Jesuskind. Rechts von der Gottesmutter steht der Heilige Bernhard von Clairvaux und links Franz von Assisi. Sie sollen auf Prinzregent Franz Bernhard verweisen, der der entscheidende Förderer für die Errichtung der Kapelle war.

Herzenbergkapelle Hadamar

Die Herzen vierer Mitglieder der Fürstenfamilie sind in den Epitaphen neben dem Altar beigesetzt. Hierbei soll es sich um eines der in Europa am weitesten nördlich gelegene Beispiel einer Herzbestattung handeln (Quelle Wikipedia)

Im Vorraum befinden sich zahlreiche Dankestafel an die Mutter Gottes, die hauptsächlich aus dem Zweiten Weltkrieg stammen. In den letzten Jahren fanden immer wieder Restaurationen statt, um den ursprünglichen Zustand und die ursprünglichen Malereien wieder herzustellen.

Herzenberg Kapelle Hadamar

 

 

Rosengarten Hadamar

Rosengarten Hadamar – Ausflugsort das ganze Jahr

Oben auf dem Herzenberg in der Nähe der Herzenbergkapelle gelegen, befindet sich ein kleines Idyll – der Rosengarten Hadamar. Das ganze Jahr lädt spricht er eine Einladung an die Besucher ein. Mit den Jahreszeiten gibt es immer wieder Neues zu entdecken.

Rosengarten Hadamar

 

Der Rosengarten Hadamar ist einmalig im Westerwald. Der Verein Rosengarten Hadamar e.V. betreibt diesen Garten nach englischem Vorbild. Der Verein hat den Garten 1998 angelegt und widmet sich in einzigartiger Weise der Gartenkultur. Vor allem, wenn es im Frühjahr anfängt zu blühen, präsentiert sich der Garten wöchentlich in einem anderen Gewand. Frühjahrsblüher ergänzen die langsam, zart aufwachenden Knospen der Rosen. Im Frühjahr noch sehr übersichtlich, erwartet den Besucher im Sommer eine grün-bunte Oase.

Geheimtipp für Gartenliebhaber

Der Rosengarten ist im Landkreis bei manch einem noch immer ein echter Geheimtipp, während seine Fans ihn mehrmals im Jahr besuchen. Auf rund 3.800 Quadratmetern wachsen über 2.000 verschiedene Rosen in allen Formen und Farben. Wenn die Rosen in voller Blüte stehen, regen die  zahlreichen Farben und Düfte die Sinne der Besucher an. Es gibt große, solitär wachsende Rosen, kleine Blüten, die in einer engen Knospe stehen. Gefüllte Blüten stehen neben offenen Blüten. Gemeinsam erzeugen eine Symphonie an Farben. Weitere Pflanzen bilden einen passenden Rahmen für die Schönheiten. Lila blühender Lavendel säumt die Wege. Im Bauerngarten warten zahlreiche Kräuter. Sie alle ergeben ein malerisches Ambiente.

In den unterschiedlichen Bereichen greift der Verein verschiedene Gestaltungselemente auf. Der chinesische Gartenbereich lehnt sich ans Feng Shui an. Das Plätschern eines kleinen Teiches lockt in Ecken, die auf den ersten Blick gar nicht so ersichtlich sind. Der französische Bereich wird von der Geometrie dominiert – Kreise, Dreiecke und Vierecke bilden die einzelnen Beete.

Die Wege bilden klare Achsen im Garten, die durch Rosenspaliere überspannt sind. Das Verspielte, Romantische, Malerische stammt aus dem englischen Gartenbau. Da dürfen Pflanzen auch mal ungezügelt wachsen, ohne dass sie in ihrem Drang eingeschränkt werden. Und trotz der vielen verschiedenen Elemente erscheinen sie nicht als Chaos, sondern verschmelzen zu einer Einheit und Harmonie.

Lesenswert „Fünf Gründe für einen Besuch im Rosengarten Hadamar“

Entspannung und Inspiration

Die Sinne werden angeregt, vieles gibt es zu entdecken und der Garten ist eine einzigartige Ruheoase. Die Besucher können die Seele baumeln und den Gedanken freien Lauf lassen. Auf einer Gartenbank sitzend, erfreuen die vielen Farben die Augen, summen die zahlreichen Insekten im Ohr. Und die vielen Ideen können inspirierend sein für den eigenen Garten.

Rosengarten Hadamar

 

Geschichte

1995 entstand die Idee, diese Gartenanlage zu schaffen, um vor allem Pflanzen wie auch Rosen zu züchten.  Es gründete sich der „Verein der Rosenfreunde Hadamar“. Die Katholische Kirchengemeinde Hadamar pachtete das Gelände. Inzwischen heißt der Verein „Rosengarten Hadamar e.V.“  und finanziert sich größtenteils durch Spenden. Zudem erhält er Unterstützung von der Stadt Hadamar. Die meiste Arbeit, welche im Laufe der Jahreszeiten anfällt, wird ehrenamtlich geleistet.

Rosengarten Hadamar

Beim ersten Spatenstich 1996 mussten die Mitglieder feststellen, dass der Mutterboden nur als ganz dünne Schicht vorhanden war. Der darunterliegende Faulfels wurde aufgebaggert, damit die Beete angelegt werden konnten. Infrastruktur für Wasser und Strom war notwendig. Das Grundstück liegt am Hang. Mit über 200 Tonnen Trockensteinen fand eine Terrassierung statt. Der erste Gartenteil wurde im Juli 1998 feierlich eröffnet.

 

In den Jahren darauf folgten weitere Ausbauten wie der französische Bauerngarten, der Duftkräutergarten oder der chinesische Gartenbereich.

Informationen zum Rosengarten Hadamar

Anschrift

Auf dem Herzenberg 2
65589 Hadamar
Telefon 06433 6604

Öffnungszeiten

Der Rosengarten ist das ganze Jahr über geöffnet und steht ganztags offen. Der Eintritt ist frei. Der Verein Rosengarten Hadamar e.V. freut sich über Spenden.

Weitere Informationen

Mehr zum Rosengarten findet ihr auf der Homepage. Der Rosengarten kann auch für Feierlichkeiten gebucht werden.

Hunde sind in dem Garten nicht erlaubt. In der Nähe des Rosengartens gibt es Parkmöglichkeiten. Der Garten ist nicht in allen Bereichen barrierefrei, da einzelne Segmente durch Stufen herabgesetzt sind.

Rosengarten Hadamar

 

Berger Kirche

Rundweg Berger Kirche St. Georg

Auf der A3 von Frankfurt nach Köln fahrend ist sie sehr gut zu sehen – die Berger Kirche im Brechener Ortsteil Werschau. Sie ist ein Kleinod im Goldenen Grund, Wallfahrtskirche und Ausflugsort mit mehr als 1250 Jahre alter Geschichte.

Von der B8 sind es nur wenige 100 Meter zu ihr hinauf. Die älteste erhaltene Kirche der Region sitzt auf einem Felssporn westlich von Niederbrechen. Der Rundweg B1b lädt zu einem halbstündigen Rundweg um die Berger Kirche ein.

Berger Kirche

Die kleine romanische Kirche ist dem heiligen Georg geweiht. Ein altes Wandbild lässt noch Georg, den Drachentöter erahnen und auch eine Holzfigur weist auf ihn hin. Bereits 910 wurde sie das erste Mal erwähnt. Um sie herum existierte der Ort Bergen. Der ist jedoch wüst gefallen. Dies bedeutet, dass die Siedlung aufgegeben wurde und heute nicht mehr besteht. Der Ort Bergen fand erstmals Erwähnung um 1129 als Fronhof des Mainzer Erzbischofs. Im 14. Jahrhundert fiel Bergen wüst.

Berger Kirche
Georg, der Drachentöter – ihm ist die Berger Kirche geweiht

Direkt unter der Berger Kirche befindet sich ein Parkplatz. Die Berger Kirche steht auf dem Friedhof Werschau. Der Kirchhof wird bis heute genutzt und ist von einer Mauer eingefriedet. Ein riesiger Baum vor dem Kircheneingang wirkt imposant und wirft Schatten.

Geschichte der Berger Kirche

Graf Konrad Kurzbold erhielt die Kirche 910 zusammen mit dem Königshof Oberbrechen zur Errichtung des Georgsstift, dem heutigen Limburger Dom, geschenkt. Es wird davon ausgegangen, dass die Berger Kirche zusammen mit der Blasiuskapelle in Frickhofen, dem Lubentiusstift in Dietkirchen sowie dem Stift St. Severus in Gemünden ein Zentrum der Christianisierung in der Niederlahnregion war. In Einzugsgebiet reichte bis zum 12 Kilometer entfernten Villmar. Mit dem Wüstfallen von Bergen wurde die Kirche Pfarrkirche von Werschau. Mehr zum Kirchenbau findet ihr hier.

Berger Kirche

Berger Kirche
Bänke laden zum Verweilen ein

Der kleine Bau besteht aus einem Hauptschiff sowie auf der Nordseite einem angebauten Seitenschiff. Der gotische Spitzhelm der Kirche ragt über das Blätterdach der umgebenden Bäume hinaus.

Schilder weisen auf den Rundweg hin. Wer ihnen folgt, hat einen schönen Blick ins Limburger Becken sowie über Niederbrechen hinweg. Auf den Feldern lassen sich Feldhasen und verschiedene Vögel entdecken. Mit offenen Augen lohnt es sich, den Rundweg zu gehen.

Rundweg Berger Kirche

Rundweg Berger Kirche

Am Ende des Rundweges geht es zu Fuß einen alten Weg hoch zur Kapelle. 79 alte Holzstufen warten auf euch. Dabei kommt ihr an einer Wiese vorbei, auf der ein alter Obstbaum steht. Oben angekommen wartet auch eine Bank zum kurzen Verschnaufen. Das Ziel ist der Parkplatz, an dem der Rundweg begann.

Rundweg Berger Kirche

Stufen hoch zur Berger Kirche

Rundweg Berger Kirche

Die Kirche steht unter Denkmalschutz. Der „Freundeskreis Berger Kirche“ kümmert sich um Pflege und Unterhalt des kirchlichen Gebäudes.

Wenn ihr nach dem Rundweg noch ein wenig Lust habt, etwas mehr zu entdecken, empfehle ich einen Rundgang durch Niederbrechen mit seinen wunderbar restaurierten Fachwerkhäusern.

Rundweg Berger Kirche

Mariengarten Limburg

Ruhe und Verweilen im Mariengarten

Der Mariengarten auf dem Domberg neben dem Diözesanmuseum ist umstritten, aufgrund seiner Geschichte. Jedoch ist es auch ein sehr schöner Ort zum Verweilen und Ruhe finden.

Diözesanmuseum Limburg

Auf dem Weg zum Dom kommt ihr an einem wunderschönen alten Fachwerkgebäude vorbei. Hierbei handelt es sich um einen alten alten Adelshof, dem „Leyenschen Hof“ mit angeschlossenen Wirtschaftsgebäuden und großem Garten aus dem Jahr 1544.

Lange Geschichte

Der große Garten, inzwischen Mariengarten genannt, auf dem Domberg hat schon einige Umgestaltungen erfahren. Er befindet sich an der Westseite der Nonnenmauer. Das alte Gemäuer um den Garten herum ist zurückzuführen auf die karolingische Burgmauer, welche die Burg und den Stiftsbering befestigte.

Die letzte Umgestaltung, welche bis heute auch recht umstritten ist, war die durch Bischof Tebartz van Elst. Vor rund zehn Jahren ließ er den Garten zwischen Nonnenmauer, Domstraße und Diözesanmuseum für 790.000 Euro nach seinen Vorstellungen gestalten. Er plante diesen als Garten für sich selbst und seine Gäste. Inzwischen ist er für alle zugänglich. Dieser Garten mit seinen klaren Strukturen lädt zum Verweilen ein. Auf einer der Bänke sitzen, kann jeder die Ruhe in sich aufsaugen und einen Moment für sich finden.

Mariengarten Limburg

Schwieriges Erbe

2014 wurde Bischof Tebartz van Elst abberufen und das Domkapitel verfügte, dass der vom Kölner Landschaftsarchitekten „Club L94“ geschaffene Garten für alle zugänglich sein soll. Heute bezeichnen Mitarbeiter des Diözesanmuseums den Garten als schönes Erbe, welches aber auch erklärungs- und pflegeintensiv ist.

Mariengarten Limburg

Viele Menschen, welche mit dem klaren Linien und der nüchternen Gestaltung konfrontiert wurden, schüttelten ihren Kopf und äußerten ihr Unverständnis zu den entstandenen Kosten. Diese kamen zum einen durch die Verwendung hochwertiger Materialien wie die Steinblöcke aus Jurakalk zustande, aber auch durch die schwere Zugänglichkeit des Gartens und die dadurch mehr notwendige Manpower. Dennoch handelt es sich um eine Umgestaltung mit Konzept, um eine hochwertige Arbeit, welche langfristig nutzbar ist. Eventuell könnte dies mit der Zeit in eine sachliche Auseinandersetzung münden.

Lange Geschichte

Der Mariengarten ist der letzte große Garten, welcher auf dem Domberg übrig geblieben ist. Mit 20 mal 35 Metern zeugt er noch von einer Zeit, als die Adligen im Mittelalter ihre Häuser auf den Domberg bauten und Rückzug in ihren Gärten suchten. Im 15. Jahrhundert verschwanden die Gärten und die Bebauung nahm zu. Nur der Mariengarten blieb. Und mit ihm auch das Teehaus am Rande des Gartens, welches bis heute steht. Auf Höhe des Teehauses gab es eine Tür, durch welche man früher zur Stadt gelangte.

Mariengarten Limburg

Bis 2008 bestand der Garten aus einer wild bewachsenen Fläche, Steinen und Skulpturen. Damals beschloss man, diese Fläche aufzuwerten und schrieb einen Ideenwettbewerb aus. 2009 wurde ein Konzept umgesetzt und es entstand ein Labyrinth nach Vorbildern aus der Renaissance. Das Labyrinth stand dafür, dass das irdische Leben manchmal verschlungene Pfade geht, doch mit dem Glauben an Gotten findet man am Ende immer den richtigen Weg. Doch bereits nach einem Jahr fand eine erneute Umgestaltung statt, diesmal durch Bischof Tebartz van Elst. Seit 2015 nutzt das Diözesanmuseum den Garten mit.

Klare Linien erinnern an Kreuzgang

Die vier mit Jurakalksteinen eingefassten Flächen in der Mitte des Gartens symbolisieren einen Kreuzgang oder auch die vier Evangelisten. Wenn die Besucher vom Hof des Diözesanmuseums kommen, führt eine Treppe in den Garten hinunter. Am Ende des Kreuzgangs steht eine Marienstatue von der Frankfurter Künstlerin Franziska Lenz-Gerhart. Diese Elemente stehen für die Ruhe und dienen der Einkehr. Weiterhin symbolisiert die Marienstatue auch die Marienverehrung im Bistum Limburg. Im Gegensatz zu diesen klaren Strukturen stehen die alten Natursteinmauern um den Garten sowie die Bepflanzung am Rande des Gartens. Dort finden sich zahlreiche Kastanien sowie Obstbäume und Teufer freute sich, dass es in diesem Jahr die erste eigene Kirschernte gab. Klare geometrische Strukturen treffen auf wildere Elemente. Der Garten besteht aus einer strikten Trennung von Innen und Außen. Er symbolisiert, dass sich die Besucher von der Außenwelt distanzieren und zur Ruhe kommen sollen.

Mariengarten Limburg

An der Natursteinmauer befinden sich 15 Platten, welche den Kreuzgang symbolisieren. Zudem befinden sich an beiden Seiten des Gartens Brunnen mit Wasser. Beim Teehaus der Brunnen besticht durch seine klaren Linien und der Inschrift „hervorsprudelndes Wasser ist ein stets rauschender Bach der Wahrheit.“ Der andere Brunnen besteht aus einem Löwenkopf und fügt sich fast versteckt in die Bepflanzung ein. Das Quellgeräusch des Wassers soll die Besucher bei ihrem Rundgang begleiten und steht als Element für das Leben.

Mariengarten Limburg

Ihr möchtet mehr über Limburg erfahren? Dann macht doch die digitale Stadtführung „Hörmal“ – auch vor dem Diözesanmuseum gibt es eine Station zum reinhören.

 

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