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Monat: Oktober 2020

Digital Stadtführung mit Hörmal Limburg

Woher kommt der Begriff Schlitzohr? Wer war der berühmteste „Gast“ im Werner-Senger-Haus? Woher hat Limburg seinen Namen? Die Antworten auf diese Fragen und mehr erfahrt ihr jetzt bei „Hörmal Limburg“, einem gemeinsamen Projekt der Stadt Limburg und dem Bistum Limburg.

Hörmal Limburg Walderdorfer Hof

Mit einem Smartphone geht es los. Insgesamt warten in der Altstadt von Limburg neun Stationen auf die Spaziergänger. Alle Stationen liegen fußläufig voneinander entfernt und können in wenigen Minuten erreicht werden.

Mit dem Smartphone wird der QR-Code gescannt und dann gibt es eine dreieinhalbminütige Erzählung – entweder für Erwachsene oder Kinder – in der es Wissenswertes gibt sowie Geschichten zu Limburg, seiner 1000-jährigen Geschichte, aber auch zu dem Leben in der Vergangenheit.

Hörmal Limburg Domberg

Wir waren mit Kindern unterwegs und obwohl sie Limburg kennen, hatten sie Spaß daran, dass nächste Schild zu hören. Die 3:30 Minuten sind kurzweilig und es war interessant, dieser neuen Präsentation von Limburg zuzuhören.

Die neun Stationen führen vom Walderdorferhof zum Wernern-Senger-Haus. Auf dem Domberg erfahrt ihr etwas zu den Schätzen des Diözesanmuseums, zum Dom und Konrad Kurzbold, zum Schloss und zum Bischofssitz. Abschließend gibt es etwas über Limburgs Heilwasser und die Limburger Säcker zu hören. Kurzweilig und mit Spaßfaktor ist diese digitale Stadtführung sehr empfehlenswert.

Mehr zu dem Projekt sowie Stadtplan findet ihr auf der Internetseite des Projektes

Hörmal Limburg Pinteres

Ortskern Niederbrechen

Zahlreiche Schmuckstücke im alten Ortskern Niederbrechen

Niederbrechen wirkt recht unscheinbar, wenn man auf der B8 durch den Ortsteil fährt oder einen Blick aus dem Zugfenster wirft. Doch es lohnt sich, anzuhalten und ein paar Meter zu laufen. Dann erhält der Besucher einen faszinierenden Blick auf verschiedene Fachwerkhäuser, welche den alten Ortskern zu einem wahren Schmuckstück machen.

Fachwerkhäuser Ortskern Niederbrechen

Obwohl Niederbrechen immer ländlich geblieben ist, erhielt es von Kaiser Karl IV. Stadtrechte, im Zuge dessen eine Stadtmauer von 1367 – 79 entstand. Von dieser Stadtmauer ist heute noch der Gefangenenturm übrig sowie einzelne Stücke, welche in Wohnhäuser eingebaut sind.

Ortskern Niederbrechen

Zwei große Ortsbrände gab es im Ort. Beim zweiten Großbrand 1872 brannte das halbe Dorf nieder. Im 17. Jahrhundert gab es einen Bauboom im Ort. Aus dieser Zeit stammen die meisten Häuser im alten Ortskern.

Schmuckstück Altes Rathaus

Interessantes zur Geschichte und zu den Begebenheiten vor Ort erfährt man vom Architekten Stephan Dreier, der auf Baudenkmalpflege spezialisiert ist. Er erkennt die Schmuckstücke unter dem Putz und berät die Gemeinde wie auch zukünftige Hausbesitzer bei der fachgerechten Sanierung. So hat sich in den letzten Jahren ein schmucker Ortskern entwickelt, der viele Geschichten in sich birgt.

Altes Rathaus Niederbrechen

Von der B8 empfehle ich, die Rathausstraße hochzugehen. Der Weg führt direkt zum alten Rathaus. Dieses wurde um 1700 erbaut und erhielt bereits 1722 den ersten Anbau. Etwas später folgte mit dem Backes ein weiterer Anbau. Irgendwann wurde das Gebäude von außen verputzt und auch im Inneren extrem umgebaut, bevor es die Gemeinde 2001 sanieren ließ. Dabei wurde im Obergeschoss ein großer Saal entdeckt, in dem heute Trauungen stattfinden.

Fachwerkhaus Ortskern Niederbrechen

Außen blickt man auf einen Fränkischen Erker, welcher früher reich beschnitzt war. Heute sind die Balken nur noch uneben, denn beim Verputzen des Gebäudes wurden die Schnitzereien abgeschlagen. Neben der Nutzung als Trauung kann sich der Bürgermeister Frank Groos auch vorstellen, dass dort Sitzungen oder kleinere Veranstaltungen stattfinden können. In seinen Augen ist das Alte Rathaus das prominenteste Gebäude der Gemeinde, weshalb es auch der Öffentlichkeit zugänglich sein sollte.

Altes Rathaus Niederbrechen

Die Bemalung des Alten Rathauses sind dem Original angepasst. Im Gebäude finden sich ein originaler Lärchenboden sowie eine gerettete Originaltür. Und das ist auch etwas, was den Architekten antreibt: „Das Haus ist immer Chef und bestimmt, wo es bei der Sanierung langgeht.“ Und so finden sich Fenster nicht dort, wo sie für mehr Lichter sorgen, sondern Fenster kommen nur da hin, wo auch von Anfang an Fenster vorhanden waren. Beim ersten Bau des Alten Rathauses war die Seite, welche zur Kirche zeigte, als Steinfassade gearbeitet. Nachdem Anbau kam an diese Seite nichts mehr dran, daher ist diese noch gut erhalten. Die Steinfassade war mal die repräsentative Seite, doch irgendwann fand eine Verlagerung statt auf die Vorderseite.

Ortskern Niederbrechen

Vom Alten Rathaus geht es weiter die Rathausstraße hinauf. Am ehemaligen Haus des Schultheis finden derzeit Sanierungsarbeiten statt und es besteht nur eine Ahnung davon, wie schön es mal wird. Gerade hoch ragt bereits der Gefangenenturm empor. Linker Hand in einem Hof etwas unscheinbar versteckt befindet sich die älteste Scheune des Ortes.

Älteste Scheune in Niederbrechen

Fachwerkhaus Ortskern Niederbrechen

Wie ein Oval umschließt die Turmstraße den alten Ortskern und so einige Schmuckstücke lassen sich entdecken. Der Gefangenturm mit links und rechts ein Stück Stadtmauer weiß auch so einiges zu erzählen. Er besteht aus Brecher Stein, welcher schon immer sehr stark verwittert, weshalb der Turm von jeher verputzt war.

Gefangenenturm Niederbrechen

Auch weisen die angeblichen „Zinnen“ darauf hin, dass der Turm ursprünglich höher war. Denn bei diesen Ausbuchtungen handelt es sich um ehemalige Fenster. Der Turmstraße weiter folgend gibt es einen schönen Blick in die Burgstraße, in welcher alle Häuser gut erhalten sind und alle aus dem 17. Jahrhundert stammen.

Burgstraße Niederbrechen

Die Turmstraße führt direkt zur imposanten Kirche. Vor dem Kirchentor stehend gibt es einen sehr schönen Blick auf den alten Ortskern.

Ortskern Fachwerkhäuser Niederbrechen

Schnitzereien des alten Pfarrhauses in Niederbrechen

Häuser erzählen Geschichten

Das alte Pfarrhaus steht leider nicht mehr. Doch Schnitzereien des alten Pfarrhauses befinden sich links und rechts der Tür des neuen Pfarrhauses. Ansonsten zeigen nur alte Fotos, dass sich doch einiges in den letzten 70 Jahren im Ortskern verändert hat. Das Pfarrhaus ist nämlich nicht das einzige Gebäude, welches in den 50er Jahren abgerissen wurde. Dank der ehrenamtlichen Arbeit von Stephan Dreier ist die Geschichte in Niederbrechen sehr gut rekonstruiert. Und neben der Dorfgeschichte erzählen die Häuser auch eigene Geschichten wie Veränderungen im Bau durch veränderte Hofeinfahrten, wie über die Berufe der Bewohner oder auch Geschichten über Erben bei geteilten Häusern wurden.

Ortskern Niederbrechen

Altes Rathaus Ortskern Niederbrechen

Das Büro des Architekten befindet sich im ehemaligen „Säuhaus“, dem Wohnhaus des Schweinehirten, welches 1662. Mit den Nachbargebäuden und dem Alten Rathaus handelt es sich um das Kernstück der unter Denkmalschutz stehenden Gesamtanlage im alten Ortskern. Neben vielen Geschichten zeigt dieses Haus an seiner Schwelle, wie in den letzten Jahren die Straße immer weiter nach oben wuchs. Die aktuelle Schwelle liegt um einiges höher als im Original.

Säuhaus Fachwerkhaus Niederbrechen

Ein kleiner Spaziergang durch den Ortskern mit offenen Augen lässt einiges entdecken. Sehr viele Haustafeln über den Türen sind noch erhalten. Sie zeugen davon, wer die Häuser erbaute, sind manchmal mit einer Prise Humor gewürzt und sie zeigen von Kreativität, wenn die Tafel zu klein war, aber ein Wort noch nicht zu Ende geschrieben war.

Haustafel Fachwerkhaus Niederbrechen

Und wer nach dem Rundgang noch ein wenig Zeit hat, dem empfehle ich einen Besuch in der Eismanufaktur Niederbrechen direkt an der B8.

Ortskern Niederbrechen Pinterest

Herbstausflug auf den Greifenberg

Die Tage werden kürzer, die Blätter färben sich bunt und unter den Füßen raschelt das Herbstlaub. Der Herbst ist für mich eine wunderbare Zeit, um rauszugehen und die Natur zu genießen. Einer meiner Tipps dafür liegt direkt am Rand von Limburg: der Greifenberg.

Hier führen Waldwege durch buntes Laub, ein Waldlehrpfad erzählt von den Bewohnern des Waldes und zwischendurch öffnen sich die Bäume mit einem besonderen Blick auf den Limburger Dom. Wer aufmerksam unterwegs ist, kann nebenbei Kastanien, Eicheln und Bucheckern entdecken oder auf der Streuobstwiese sogar Äpfel sammeln.

Waldlehrpfad Greifenberg Limburg

Herbst auf dem Greifenberg

Los geht es im Tal Josaphat. An einem Teich vorbei geht es linker Hand in den Wald hinein. Der Waldlehrpfad lädt die Spaziergänger dazu ein, etwas über das Leben im und am Wald kennenzulernen. Totholz ist nicht tot, sondern bietet Lebensraum für zahlreiche Insekten und andere Tiere. Was unscheinbar wie ein Haufen Steine aussieht, bietet ebenfalls einen Lebensraum für zahlreiche Tiere. Doch nicht nur der Wald als Ganzes ist Lebensraum für die Tiere. Bereits ein einzelner Baum bietet vielfältigen Lebewesen Unterschlupf, Nahrungsgrundlage und Lebensraum.

Herbst Greifenberg Limburg

Greifenberg Limburg

Ein buntes Blätterdach bildet einen Durchgang. Nicht lange und runde, braune Kugeln, teilweise in stacheligen Gehäusen, ziehen den Blick nach unten und laden zum Einsammeln ein. Doch nicht nur Kastanien gibt es in großen Mengen zu sammeln. Auch Eicheln und Bucheckern finden sich auf dem Weg.

Kastanien Greifenberg Limburg

Früher war der Greifenberg ein Park

Der Greifenberg war schon vor mehr als 100 Jahren ein beliebtes Naerholungsgebiet. Bereits seit 1900 wurde das Gelände dafür genutzt. Damals gab es hier einen gepflegten Park mit Einfriedungen und Aussichtspavillon. Vom frühen Park ist heute nur noch der Cahensly-Pavillon erhalten. Von dort reicht der Blick über den Campingplatz hinweg zum Limburger Dom und zu den beiden großen Brücken über die Lahn.

Der Pavillon wurden nach dem Limburger Peter Paul Cahensly (1838 – 1928) benannt, ein erfolgreicher Großkaufmann, Kommerzienrat und Sozialpolitiker. Durch eine großherzigen Spende an den Verschönerungsverein konnte 1911 der heute noch bestehende steinerne PAvillon gebaut werden.

Pavillon Greifenberg Limburg

Besonderer Blick auf den Limburger Dom

Vom Greifenberg gibt es einen der schönsten Blicke auf den Limburger Dom. Besonders ist dabei: Von hier aus sind alle sieben Türme des Doms zu sehen. Nach meinem Wissen ist der Greifenberg neben einem Punkt an der Lahn der einzige Ort in Limburg, von dem sich dieser besondere Blick eröffnet. Diesen besonderen Blick gibt es aufgrund der Vegetation nur im Frühjahr und im Herbst. Daher eignet sich der Herbst besonders für einen Ausflug auf den Greifenberg.

Greifenberg Limburger Dom

Waldlehrpfad auf dem Greifenberg

Weiter geht es den Waldlehrpfad entlang einen Anstieg hinauf und es öffnet sich eine Streuobstwiese mit Apfelbäumen. Achtsames Pflücken ist erlaubt und so wandern einige Äpfel, nachdem sie für gut befunden wurden, mit in den Korb zu den Eicheln und den Kastanien. Auch manch buntes Blatt hat sich in den Korb verirrt.

Kastanien Greifenberg Limburg

Über die große Fläche geht es langsam den Weg wieder hinunter. Ein riesiges Insektenhotel bietet zahlreichen Insekten ein Zuhause. Beim Genießen des Herbstes lässt sich noch so einiges auf diesem Areal erlernen.

Streuobstwiese Greifenberg Limburg

Äpfel Streuobst Greifenberg Limburg

Spuren aus der Steinzeit

Dass der Greifenberg schon vor vielen Jahrhunderten Menschen angezogen hat, zeigen archäologische Funde. Bei Ausgrabungen im JAhr 2011 wurden Reste einer jungsteinzeitlichen Siedlung der Michelsberger Kultur entdeckt. Die Funde wurden auf die Zeit zwischen 4400 und 3500 v. Chr. datiert. Auch Überreste bronzezeitlicher Grabhügel wurden gefunden.

Heute ist von diesen Spuren an der Oberfläche kaum noch etwas zu erkennen. Die landwirtschaftliche Nutzung hat die sichtbaren Hinweise auf die frühere Besiedlung verschwinden lassen.

Spaziergang auf dem Greifenberg

Der Greifenberg eignet sich gut für einen Spaziergang und lässt sich besonders im Herbst entdecken. Wer mit dem Auto kommt, kann im Tal Josaphat parken. Von dort führt der Weg in Richtung Waldlehrpfad und hinauf zum Greifenberg.

Festes Schuhwerk ist empfehlenswert, denn je nach Wetter können die Wege durch Laub, Feuchtigkeit und die Steigung rutschig sein. Für Familien bietet sich außerdem der Spielplatz im Tal Josaphat als Abschluss des Spaziergangs an.

Vom Parkplatz könnt ihr euch rechts halten und durch die Unterführung gehen. Von dort könnt ihr wunderbar in die Altstadt gehen und diese erkunden sowie in eines der zahlreichen Cafés einkehren.