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Monat: August 2025

Spuren des Lahn-Marmors in der Stadtkirche Limburg

Auf den Spuren des Lahn-Marmors in Limburg

Im Landkreis Limburg-Weilburg gibt es zahlreiche Spuren des Lahn-Marmors zu entdecken. Bei einer Führung waren wir in Limburg unterwegs.

Entlang der Lahn hat sich über die verschiedenen Erdzeitalter und damit verbundenen plattentektonischen Bewegungen ein ganz besonderer, polierfähiger Kalkstein gebildet, der als Lahn-Marmor weltweit bekannt ist. Auch wenn er seit den 1970er Jahren nicht mehr abgebaut wird, sind nicht nur auf der Welt, sondern auch im Landkreis Limburg-Weilburg seine Spuren zu finden.

Spuren des Lahn-Marmors

In diesem Jahr widmet das Lahn-Marmor-Museum in Villmar dem Lahn-Marmor im Barock eine Sonderausstellung verbunden mit einigen Führungen in der Region. Die Barockzeit gilt als erste Blütezeit des Lahn-Marmors. Der farbenprächtige, faszinierend gemusterte Stein war beliebt für die Ausstattung repräsentativer Gebäude wie Schlösser und Kirchen. Auf Hochglanz poliert machte er einiges her.

Zwar gingen viele Werke während des 30-jährigen Krieges, in der Zeit der Säkularisierung und in den Weltkriegen verloren, aber es sind auch zahlreiche Spuren in der Region und weltweit zu finden. Um einen Einblick in die Vielfalt der Verwendung zu geben, lud das Lahn-Marmor-Museum am Wochenende dazu ein, Lahn-Marmor in Limburg zu entdecken.

Die Führung begann in der Stadtkirche Limburg. In dieser ehemaligen Barfüßerkirche des Franziskaner Bettelordens gibt es gleiche mehrere Stücke aus Lahn-Marmor. Kommt man in die Kirche hinein, befinden sich an beiden Eingängen Weihwasserbecken. Weihwasser war nichts Alltägliches, sondern besonderes Wasser und daher sollte dies auch in besonderen Becken gefüllt werden. Leider lässt sich nicht immer genau sagen, um welchen besonderen Lahn-Marmor es sich handelt. Manche, die sich intensiv damit beschäftigen, können diesen anhand Farbe und Maserung zuordnen. Aber ohne Unterlagen ist dies nicht für jeden Stein machbar.

Lahn-Marmor in der Stadtkirche Limburg

Epitaphe aus Lahn-Marmor

Ein besonderes Augenmerk galt den drei Epitaphen in der Stadtkirche. Hierbei handelt es sich um Bildwerke, die auf Begräbnisse hinweisen. Ein Epitaph besteht immer aus drei Teilen – einem unteren Teil, wo geschrieben steht, wem die Platte gilt und wann derjenige verstorben ist. In der Mitte befindet sich immer ein Bild, welches Aussagen zum Leben des Verstorbenen enthält und der obere Bereich nennt sich Auszug.

Die Epitaphe in der Stadtkirche sind der Familie Walderdorf zuzuordnen. Auf ihnen finden sich Aussagen zu den Familienverhältnissen, die Wappen des Stammbaumes sind dargestellt. Dem Stammbaum wurde in der damaligen Zeit eine große Bedeutung zugemessen, denn nur mit dem richtigen Stammbaum war es möglich, bestimmte Ämter überhaupt zu erreichen. Wenn man sich die einzelnen Epitaphe anschaut, kann man einiges entdecken wie unten in dem Foto dargestellt.

Hierbei handelt es sich um das Epitaph von Johann Peter und Magdalena Walderdorff. Beide sind links und rechts der Säulen dargestellt. Im Feld über Johann Peter befinden sich Rüstung und Waffen – es werden seine Tätigkeiten dargestellt. Über ihr im Feld sind Stickrahmen, Schere, Stoffe und Gebetsutensilien zu erkennen. In der Mitte sitzen zwei Putten, welche die beiden betrauern.

Für die Epitaphe wurde der wertvollste Lahn-Marmor verwendet, der Schupach Schwarz. Mit seiner weißen Maserung gehörte er zu den edelsten Steinen, die hier in der Region abgebaut wurden.

Epitaph in der Stadtkirche Limburg

Lahn-Marmor auf dem Friedhof

Von der Stadtkirche aus ging es hoch auf den Friedhof an dem, denn auch da befinden sich Grabsteine aus Lahn-Marmor, doch diese sind etwas unscheinbarer als die Kunstwerke in der Kirche. Da ist es schon gut, dass darauf hingewiesen wird, dass diese aus Lahn-Marmor sind, denn das ungeübte Auge erkennt dies nicht.

Zum einen ist die Grabplatte des Künstlers Arnold Hensler aus Lahn-Marmor. Daneben befindet sich eine Gruppe aus Grabkreuzen aus dem Lahn-Marmor Schupbach Schwarz, die Ende des 17., Anfang des 18. Jahrhunderts gestaltet wurden. Sie sehen sich alle sehr ähnlich und bilden eine interessante Gruppierung.

Spuren des Lahn-Marmors findet ihr ebenfalls im Dom Limburg wie auch in der Villmarer Kirche.

Innenraum der Stadtkirche Limburg

Stadtkirche Limburg – Eine ehemalige Barfüßerkirche

Die Stadtkirche Limburg geht manchmal neben dem Limburger Dom unter. Aber auch sie erzählt eine interessante Geschichte.

Den Dom kennt jeder in Limburg, doch die Stadtkirche Limburg, obwohl mitten in der Altstadt gelegen, fristet ein kleines Schattendasein. Dabei hat auch sie die Geschichte in der Stadt mitgeprägt und weiß so einiges zu erzählen.

STadtkirche Limburg - Franziskanerkirche

Stadtkirche Limburg

Vom Kornmarkt zum Bischofsplatz führt die Barfüßerstraße und sie gibt einen Hinweis auf die Ursprünge der Stadtkirche. Bei dieser handelt es sich um eine Barfüßerkirche, eine ehemalige Franziskanerkirche. Die Franziskaner sind ein Bettelorden, welcher sich der radikalen Armut verschrieben hat. Die Kirche ist dem Hl. Sebastian geweiht. Um 1232 ließ sich der Orden nieder. Um 1320 herum begannen sie wohl mit dem Bau der Kirche. Diese ist wie alle Kirchen der Bettelorden weit, hell, mit großen Arkaden und relativ schmucklos.

Innenraum Stadtkirche Limburg

Die Einfachheit der Lebensweise des Ordens schlägt sich auch im Kirchenbau wieder. Man befand sich – in Bezug zum Dom – unten bei den einfachen Leuten, übernahm seelsorgerische Aufgaben und war für das gemeine Volk da. Im 15. Jahrhundert schlossen sich die Limburger Franziskaner der noch strengeren Observanzbewegung an. Ihren gesamten Besitz übertrugen sie dem Erzischof von Trier. Während der Reformation zwischen 1577 und 1582 war das Kloster geschlossen.

Im 17. Jahrhundert gab es mit der Weiterführung des Klosters einen Aufschwung. Es fanden Umbauten im barocken Stil statt. In dieser Zeit wurde unter anderem die barocke Decke eingezogen. Viele der Kunstgaben, welche heute in der Kirche zu sehen sind, stammen aus dem 18. Jahrhundert. Die vorhandenen Altäre lassen sich sogar auf das Ende des 19. Jahrhunderts datieren. 1813 fiel das Kloster der Säkularisierung zum Opfer, 1820 wurde es in Stadtkirche umbenannt. 1827 übernahm das Bistum Limburg die Stadtkirche als Hauskapelle des Bischofs von Limburg.

Lahn-Marmor in der Stadtkirche

Weil die Bettelorden nahe beim Volk waren, waren sie beliebte Stätten für Begräbnisse. Die Menschen hatten den Glauben, dass Bettelorden ewig bestehen und daher ewig für ihr Seelenheil beten würden. Daher galten sie als „Garant für die Ewigkeit“. In der Stadtkirche befinden sich einige Epitaphe. Hierbei handelt es sich um Bildwerke, welche auf Begräbnisse hinweisen. Sie sind ein Erinnerungsmal in der Kirche, wo das eigentliche Grab liegt, ist nicht mehr immer bekannt.

In der Stadtkirche gibt es drei Epithaphe, welche alle eine Verbindung zu der Familie Walderdorff haben. Ein weitere Besonderheit ist, dass sie alle aus dem Lahn-Marmor Schupbach Schwarz hergestellt wurden. Lahn-Marmor war ein beliebter, hochpreisiger Lahn-Marmor ab 1590. Er wurde besonders in repräsentativen Gebäuden verbaut. Spuren von ihm sind weltweit bis heute zu finden. 

Epitaph in der Stadtkirche Limburg

Doch diese Epitaphe sind nicht die einzigen Spuren diesen schönen Kalksteines in der Kirche. Die Weihwasserbecken am Eingang der Kirche sind ebenfalls aus Lahn-Marmor. Weihwasser ist nichts alltägliches und daher wurden die Becken aus diesem besonderen Kalkstein gefertigt. Da dieser Werkstoff wohl sehr gefallen hat, aber auch sehr hochpreisig war, wurden die Brüstungsfelder unterhalb der Orgel in Marmor-Optik gestaltet. Die Orgel selbst stammt aus den 1680er Jahren.

Weihwasserbecken

Ich kann Euch sehr empfehlen, wenn ihr auf einem Stadtrundgang in Limburg unterwegs seid, auch die Stadtkirche mal zu besuchen.

Ihr wollt mehr über den Lahn-Marmor erfahren? Dann kann ich Euch einen Besuch des Lahn-Marmor-Museums in Villmar empfehlen.

Quelle: Führung durch die Kirche sowie Wikipedia