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Autor: Heike Lachnit

Lahnmarmor in der Architektur

Opulenz in Stein – Lahnmarmor in der Architektur

Lahnmarmor kommt manchmal ganz unscheinbar daher und manchmal hochpoliert richtig edel und faszinierend. Seit dem 16. Jahrhundert spielte er eine große Rolle in der Region. Willi Wabel präsentiert in seinem neuen Buch den Lahnmarmor in der Architektur des 19. und 20. Jahrhunderts.

Hier im Landkreis Limburg-Weilburg könnt ihr euch vielfältig auf die Spuren des Lahnmarmors begeben – begonnen bei dem Lahn-Marmor-Museum in Villmar bis hin zu den vielfältigen Arbeiten in den Kirchen und Gebäuden im Landkreis. Seine Nutzung blieb nicht auf den Landkreis beschränkt, sondern der Lahnmarmor war ein beliebter Stein auf der ganzen Welt. Die erste Blütezeit des Lahnmarmors liegt in der Barockzeit. Für die Ausstattung repräsentativer Gebäude war der farbenprächtige, faszinierend gemusterte Stein besonders beliebt. Doch in dem vorliegenden Buch geht es speziell um die Architektur des 19. und 20. Jahrhunderts, wo dieser besondere Stein verwendet wurde.

Lahnmarmor und Opulenz

Sehr vielfältig war die Nutzung des Lahnmarmors oder auch „Nassauer Marmor“ – begonnen bei Marmorbrunnen über Denkmäler bis hin zur prunkvollen, opulenten Ausstattung von Schlössern und Sakralbauten. In der betrachteten Epoche gab es zahlreiche verschiedene Baustile. Waren die Anfänge noch stark vom Klassizismus geprägt, gibt es in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts den sogenannten Historismus. Hier finden sich Stile aus Romantik, Gotik, Renaissance oder dem Barock. Neben der einzelnen Nutzung von Stilelementen kommt es in dieser Zeit auch zu einer Vermischung mehrere Stile, dem sogenannten Eklektizismus. Zum Ende des 19. Jahrhunderts hin entwickelt sich mehr und mehr der Jugendstil, bevor die Rückkehr zur Sachlichkeit geschieht und die geschwungenen Formen wieder verschwinden. Auch in der Architektur der Nationalsozialisten fand der Lahnmarmor Verwendung. Um 1920 stieg die Nachfrage aus der USA nach diesem besonderen Stein.

In seinem Buch nimmt Willi Wabel den interessierten Leser mit auf eine Reise durch die Architektur. Er ordnet die Entstehung der verschiedenen Gebäude in die damaligen politischen Verhältnisse ein. War die Nutzung dieses Steins vor der Französischen Revolution hauptsächlich kirchlichen Auftraggebern vorbehalten, gab es nach der Revolution auch mehr und mehr eine weltliche Nutzung.

Neben seinem Text nehmen 440 Abbildungen den Leser auf dieser Entdeckungsreise mit durch Deutschland, ins benachbarte Ausland und in die USA, wo es zahlreiche Verwendungen des Lahnmarmors zu finden gibt. Neben den verschiedenen Arbeiten stellt Wabel auch die Architekten vor, die mit diesem Baustoff arbeiteten. Es gibt ebenfalls einen kleinen Einblick in den Abbau des Lahnmarmors. In diesem Buch gibt es jedoch keinen Teil, welcher sich mit der Geologie dieses Gesteins umfasst.

Informationen zum Buch

„Opulenz in Stein“, ist im Buchhandel erhältlich. Zudem kann es beim Verlag der Historischen Kommission für Nassau per E-Mail an info@hiko-nassau.de bestellt werden. Der Bild- und Textband von Willi Wabel kostet 24 Euro. ISBN 978-3-930221-44-8

Die Historische Kommission für Nassau gibt die Reihen „Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Nassau“ und „Beiträge zur Geschichte Nassaus und des Landes Hessen“ im Eigenverlag heraus. Weitere Publikationen findet ihr auf der Homepage der Historischen Kommission für Nassau.

Ihr möchtet mehr über den Lahnmarmor erfahren? Dann schaut auch gerne hier auf der Seite, wo ihr ihn entdecken könnt. Beginnen könnt ihr eure Entdeckungsreise vor Ort im Lahn-Marmor-Museum in Villmar.

Krippenmuseum Hadamar

Krippenmuseum Hadamar – Reise um die Welt

Einige Jahre war es still, doch in diesem Jahr öffnet das Krippenmuseum Hadamar wieder seine Tore und präsentiert Weihnachtskrippen aus aller Welt. Rund 300 Exemplare sind ausgestellt. Dies ist nur ein Drittel der kompletten Sammlung von Pfarrer Dieter Lippert.

Eines haben alle Krippe gemeinsam: Josef und Maria sitzen um eine Krippe, in welcher Jesus als Baby liegt. Je nach Größe kommen noch Schaf, Esel und Ochse hinzu sowie Hirten und die drei Heiligen Könige. Dies war es bereits an Gemeinsamkeiten. Die Ausgestaltung und Interpretation dieser Szene ist weltweit sehr vielgestaltig. Von einfach bis detailiert, von einfarbig bis bunt, von winzig klein bis richtig groß ist alles dabei. Seit 2012 hat das Krippenmuseum ein festes Zuhause im ehemaligen Haus des Stallmeisters in Hadamar. Nach einer mehrjährigen Pause hat es dieses Jahr zur Weihnachtszeit wieder geöffnet.

„Fürstliches“ Krippenmuseum Hadamar

Das Krippenmuseum befindet sich auf historischem Boden im südlichen Seitenflügel des ehemaligen fürstlichen Marstallgebäudes am Schlossplatz. Die Ausstellung ist in der ehemaligen Wohnung des Stallmeisters aufgebaut und lädt zum Entdecken ein. In mehreren Räumen nimmt das Museum die Besucher auf eine Reise um die Welt mit und zeigt verschiedene Interpretationen den Themas. Von ganz einfach nur auf die kleine Familie beschränkt bis hin zu großen, detailreichen Szenen lässt sich sehr viel erkunden.

Bei den verwendeten Materialien gibt es keine Grenzen. Verschiedene Holzarten wie Eiche, Bambus oder Olivenholz, aber auch andere Naturmaterialien wie Maisblätter, Kokosnuss oder Stroh wurden für Krippen verwendet. Es gibt Ausstellungsstücke aus Glas, Ton, Kupfer, Bronze, Plastik, Spreckstein, Wolle oder Papier. Auch Altmetalle oder Kartons werden recycelt und als Krippen neu arrangiert. Und so vielfältig wie die Materialien so vielfältig sind auch die Krippen, welche auf die Besucher warten.

Mit offenen Augen durchs Museum

Aus aller Welt finden sich Krippen im Krippenmuseum. Wer zur Tür hineinkommt, wird an einem kleinen Eingangsbereich begrüßt. Für die kleinen Besucher gibt es ein Suchspiel. In diesem Bereich steht eine riesige Krippe, die Erstaunen hervor ruft aufgrund ihrer schönen Figuren. Die 30 bis 40 Zentimeter großen Gipsfiguren stammen aus den 1920er Jahren aus einer Kirche.

Krippenmuseum Hadamar

Im ersten Raum gibt es die alpenländlichen Krippenszenen zu bestaunen. Diese stammen aus dem Pustertal, dem Ahrntal und dem Grödnertal in Südtirol. Weiter geht es in den europäischen Bereich, wo vor allem die Krakauer Weihnachtskrippe die Betrachter anzieht. Sehr farbenprächtig und detailreich präsentiert sich die Bethlehem-Krippe als kunstreiches Schmuckstück. Ein Gebäude mit bunten Stanniolpapier verziert und mit zahlreichen miniaturisierten, architektonischen Details wirkt sehr phantasievoll in mitten der anderen Krippen.

Krippenmuseum Hadamar

Krippenmuseum Hadamar

Weiterhin gibt es kurioses zu entdecken wie quadratische Bauklötze mit der Aufschrift Jesus, Maria und Josef oder einfache Schriftzüge. Interessant auch die südamerikanischen Krippen. Von Tontöpfen inspiriert haben die Figuren ein kugelförmiges aussehen. Aus Afrika gibt es ebenfalls verschiedene Interpretationen dieser biblischen Szene. Hier fasziniert vor allem die Recycling-Krippe aus Altmetall und Zündkerzen. Die ärmeren Länder bedienen sich der Dinge, die sie haben. Ebenfalls von namhaften Marken wie Swarowski und Rosenthal gibt es Krippeninterpretationen zu finden.

Krippenmuseum Hadamar

Miniaturkrippen

Vater des Krippenmuseums

Vater des Krippenmuseums ist Pfarrer Dieter Lippert, welcher eher durch die Fügung verschiedene Umstände dazu kam. Er fing an seinem Wirkungsort im Oberwesterwald mit einer ersten Krippenausstellung an und war selbst überrascht, dass er daraufhin weitere Krippen geschenkt bekam. Inzwischen ist die Sammlung auf 900 Krippen angewachsen. Mit dem Einzug in das Haus des ehemaligen Stallmeisters 2012 übertrug er seine Sammlung als Schenkung an die Stadt Hadamar, kümmert sich aber noch vollständig um sie. Auf seinen vielen Reisen hielt er immer die Augen offen nach neuen Krippen. Er weiß viel zu den Stücken zu erzählen und nimmt sich auch gerne Zeit für Führungen. Durch die Coronapandemie und den gesundheitlichen Zustand von Pfarrer Lippert war das Museum einige Jahre geschlossen. Doch der Stadt Hadamar war es wichtig, den Touristmagnet in der Adventszeit wieder zu eröffnen. Dank dem Engagement vieler Ehrenamtlicher ist dies wieder möglich.

Es lohnt sich, etwas Zeit einzuplanen, um die Vielfalt an Krippen zu entdecken und ihre verschiedenen Ausdrucksweisen in sich aufzunehmen. Die verschiedenen Interpretationen sind zauberhaft.

Wenn ihr das Krippenmuseum besucht, empfehle ich euch, einen Abstecher in die Kirche St. Nepomuk zu machen, wo eine sehr schöne Krippe aufgebaut ist. Diese stammt aus Südtirol vom Künstler Helmut Gebhard Piccolruaz.

Krippe St. Nepomuk

Informationen

Anschrift

Krippenmuseum Hadamar
Schlossplatz 10
65589 Hadamar

Öffnungszeiten Krippenmuseum Hadamar

Während der „Schlossweihnacht“ am ersten und zweiten Adventswochenende ist das Krippenmuseum geöffnet.

Weitere Öffnungszeiten an den folgenden Wochenenden, jeweils 14.00-17.00 Uhr
Samstag & Sonntag, 13. & 14.12.2025
Samstag & Sonntag, 20. & 21.12.2025
Samstag & Sonntag, 27. & 28.12.2025
Samstag & Sonntag, 03. & 04.01.2026
Dienstag (Hl. Drei Könige), 06.01.2026
Samstag & Sonntag, 10. & 11.01.2026

Eintrittspreise

Eintritt frei, über Spenden freut sich das Museum

Weitere Informationen

Weitere Informationen findet Ihr auf der Internetseite vom Krippenmuseum.

Das Krippenmuseum ist nicht barrierefrei.

Ihr habt Interesse an verschiedenen Weihnachtskrippen? Dann empfehle ich zum einen den Besuch der Kirchen im Landkreis, in denen sich wahre Kostbarkeiten finden lassen. Zudem lädt auch das Diözesanmuseum mit einer Krippenausstellung ein. In diesem Jahr geht es um die Entstehung der Weihnachtskrippen und Franz von Assisi.

 

 

 

 

Krippenausstellung Diözesanmuseum

Krippenausstellung „…und das Wort wurde Bild“

.Nächstes Jahr jährt sich der Todestag von Franz von Assisi zum 800. Mal. Er gilt als Begründer der Krippen, um die Geburt Jesus darzustellen. Diesem Thema widmet sich die diesjährige Krippenausstellung im Diözesanmuseum.

Betritt man den Raum, dominiert ein eine große Holzkonstruktion den Raum. Sie symbolisiert den Stall und ist angelehnt an die Entstehung der ersten Weihnachtskrippe in Greccio um 1223. Der Ursprung der Weihnachtskrippe ist zwar nicht eindeutig belegt, doch wird sie auf Franz von Assisi zurückgeführt. Er erweckte eine Krippentradition, welche bis heute besteht.

Krippenausstellung Diözesanmuseum

Mit Erlaubnis des damaligen Papstes inszinierte Franz von Assisi ein lebendiges Krippenspiel mit dem Ziel, „den des Lesens Unkundigen die heilige Schrift und die Weihnachtsgeschichte anschaulich zu machen“. In Erinnerung an dieses historische Ereignis ist der „Stall“ im Zentrum der Ausstellung dem Stall auf dem Fresko der Geburt Christi in der Unterkirche der Basilika San Francesco in Assisi von Maler Giotto di Bondone nachempfunden.

Die Figuren der Krippe in der Ausstellung sind um 1880 entstanden und stammen aus der Brüderkapelle in Hadamar. Heute befinden sie sich in Privatbesitz und sind eine Leihgabe für diese Ausstellung.

Krippenausstellung Diözesanmuseum

Warum Erinnerung an Franz von Assisi?

Manch einer mag sich fragen, warum eine Ausstellung in Limburg Franz von Assisi gewidmet wird und warum sein 800. Todestag eine Rolle spielt? Franz von Assisi stammt aus einem reichem Elternhaus und hatte eine wohlbehütete Kindheit. Doch durch das Erleben von Krieg und einer Kriegsgefangenschaft brach er mit seinem bisherigen Leben. Zwischen 1207 und 1209 entstand aus seiner Lebenswende die kirchliche Bewegung der Franziskaner. Die Franziskaner verpflichteten sich zu einem Leben in Armut und Einfachheit, verbunden mit einer Hinwendung zu Gott und einer Haltung des Friedens und der Nächstenliebe. Es handelte sich um einen Bettelorden.

Ein Kaufmann aus Limburg reiste nach Italien und brachte von dort zwei Franziskaner mit nach Limburg. Auch wenn diese zwei Franziskaner wohl Limburg wieder verließen, waren erste Bande geknüpft. Um 1232 ließen sie sich als Orden in Limburg nieder. Die heutige Stadtkirche war damals die älteste Franziskanerkirche auf deutschem Boden. Somit hat Limburg eine Verbindung zu Franz von Assisi. Damit hat der Todestag des Heiligen Franziskus auch eine Bedeutung für die Kreisstadt.

Krippenausstellung trifft Tradition

Franz von Assisi wollte mit der Darstellung in Greccio „das Andenken des Knaben feiern, der in Bethlehem geboren wurde“. Jeder Mensch sollte diese Geschichte mit den eigenen Augen sehen können. Um diese Tradition fortzuführen, präsentiert das Diözesanmuseum in seiner diesjährigen Krippenausstellung verschiedene Krippen wie auch Bildnisse, die alle das gleiche Motiv zum Inhalt haben, dieses aber unterschiedlich interpretieren.

Faszinierend und so noch nie gesehen war eine eine Krippe aus den 1990er Jahren. Dies ist aus Ton von Marianne Haas, welche das Thema Inklusion und Vielfalt zum Thema hat. Eine moderne Krippe, welche zum entdecken, reflektieren und erkunden einlädt.

Krippenausstellung Diözesanmuseum

Bereits seit einigen Jahren ist die Neapolitanische Krippe ein Highlight in der Krippenausstellung. Sie stammt aus dem 18. Jahrhundert und zeigt neben der Geburt Jesu auch viele Einzelheiten des alltäglichen Lebens.
Besucht gerne die Ausstellung und entdeckt die verschiedenen Darstellungen der Szene durch die verschiedenen Jahrhunderte hindurch. Von einer Ofenplatte aus 1460/70 bis hin zu der inklusiven Darstellung aus 1990 stehen Maria und Josefs immer wieder im Mittelpunkt des Geschehens. Doch es sind auch die Blickweisen der einzelnen Epochen ableitbar und zeigt den Wandel in der kirchlichen Geschichte.

Krippenausstellung Diözesanmuseum

Informationen

Weitere Informationen findet ihr auf der Seite vom Diözesanmuseum.

Die Krippenausstellung kann dienstags bis samstags von 10 bis 13 Uhr, sowie von 14 bis 17 Uhr und sonntags von 11 bis 17 Uhr besucht werden.

An Heiligabend und am 1. Weihnachtstag bleibt das Museum geschlossen. Nach der Ausstellung schließt das Museum bis zum Frühjahr.

Ihr habt Interesse an weiteren Krippen? Dann besucht gerne das Krippenmuseum in Hadamar sowie die zahlreichen Kirchen im Landkreis.

Schwibbogen aus dem Erzgebirge

Erzgebirge in Limburg – Engel, Bergmann und Lichterglanz

Wer die Handwerkskunst aus dem Erzgebirge liebt, wird seit Anfang Oktober in Limburg fündig. Hier hat ein kleines, feines Geschäft eröffnet, welches mit seinem warmen Licht zum Stöbern und Entdecken einlädt.

„Engel & Bergmann“ steht groß über dem Geschäft in der Fleischgasse in Limburg, ein gelber Stern und ein riesiger Nussknacker vor der Tür laden zum Näherkommen ein. Zwischen Sardolci Feinkost, Lilo`s Laden, Galerie auf der Treppe und dem Wollladen fügt sich das Geschäft mit der hochqualitativen Ware sehr gut in diese kleine Gasse in der Limburger Altstadt ein.

Ein mannshoher Nussknacker steht vor einem Geschäft in Limburg

Handwerk aus dem Erzgebirge

Kleine musizierende Engelchen neben Rauchermännern, die verschiedene Aktivitäten darstellen, Schwiebbögen aus Holz neben Holzpyramiden, Nussknacker neben Herrnhuther Sternen – wunderbare Handwerkskunst aus dem Erzgebirge gibt es in dem Geschäft zu bestaunen und zu erwerben.

Anfang Oktober haben die beiden Zwillingsschwestern Konstanze Neu-Müller und Ulrike Wingenbach den Laden in der Fleischgasse eröffnet. Ihre Mutter kommt aus Annaberg-Buchholz und zeitlebens hat die Familie eine enge Verbindung zum Erzgebirge. Seit vielen Jahren haben die beiden die Musik aus dem Erzgebirge bereits hier nach Hessen geholt und bei so manch musikalischer Veranstaltung den Menschen ein heimeliges Gefühl beschert. Nun bringt ihr Geschäft die Augen der Menschen zum leuchten. „Wir sind ein Glücklichmach-Laden“, so die beiden. Die Menschen, die durch die Gassen gehen, bleiben vor dem Laden stehen, werden neugierig und spätestens, wenn sie den Laden betreten, beginnen die Augen zu leuchten. Dies ist auch der Anspruch der beiden, dass sich die Menschen bei ihnen wohlfühlen. Im Hintergrund läuft Musik aus dem Erzgebirge und wer freundlich ist, bekommt auch mal ein kleines Ständchen gesungen.

Constanze Neu-Müller und Ulrike Wingenbach

Handwerkskunst im Erzgebirge

Viele der kunstvollen Figuren, die in der Fleischgasse zu finden sind, haben ihre Wurzeln tief in der Geschichte des Erzgebirges. Als im 17./18. Jahrhundert zurückging, begannen vor allem die Männer im Winter mit Holzschnitzarbeiten, um durch den Verkauf der Figuren ihre Familien zu ernähren. Was einst als Nebenerwerb der Bergleute begann, wurde über Generationen zur Lebenskunst – und machte das Erzgebirge zur Wiege der weihnachtlichen Volkskunst. Zentren dieser Kunst sind neben Annaberg-Buchholz auch Seiffen, Olbernhau und Marienberg.

Rauchermännchen aus dem Erzgebirge

Engel und Bergmann

Engel und Bergmann sind beliebte Figuren und gehören zu den ältesten Motiven der erzgebirgischen Handwerkskunst. Bereits im 17. Jahrhundert fanden in den Kirchen des Erzgebirges kunstvoll geschnitzte Bergmannsfiguren als Kerzenhalter ihren Platz statt der üblichen Altarleuchten. Damit begann eine Tradition, die tief im Herzen der Region verwurzelt ist: die Sehnsucht der Bergleute nach Licht und Wärme.

Denn Licht war im harten, gefährlichen Alltag unter Tage weit mehr als nur Helligkeit. Es stand für Leben, Hoffnung und Gesundheit. Der alte Bergmannsgruß „Glück auf!“ erinnert bis heute an diese Zeit. Nachts stellten die Familien der Bergleute einen sogenannten Lichterbergmann ins Fenster, um die Dunkelheit zu vertreiben und den Männern den Heimweg zu erhellen.

Im Laufe der Jahre gesellte sich der Lichterengel als zweite Figur dazu. Während der Bergmann den Alltag der arbeitenden Bevölkerung widerspiegelte, hatte der Engel einen religiösen Ursprung. Im Erzgebirge wurde es zur schönen Tradition, zur Adventszeit für jeden Jungen im Haus einen Bergmann und für jedes Mädchen einen Engel ins Fenster zu stellen. Bei winterlichen Spaziergängen ergab sich so ein stimmungsvolles Bild und zugleich ließ sich ablesen, wie viele Kinder in einem Haus lebten.

Engel und Bergmann aus dem Erzgebirge

Licht als Hoffnungsträger

Oft erscheinen Engel und Bergmann als Paar, was auf einen alten erzgebirgischen Glauben zurückgeht. Sie beide symbolisieren die Einheit von Glaube und Arbeit, von Schutz und Stärke und stehen für Heimat. Der Bergmann trägt dabei seinen schwarzen Kittel, weiße Hosen und den charakteristischen Hut, während der Engel im weißen Kleid, mit verzierten Flügeln und bunter Schürze erstrahlt – ein Sinnbild für Licht, Hoffnung und die tiefe Verbundenheit dieser Region mit ihrem Handwerk. Sie sind beliebte Figuren für Fenster in der Adventszeit.

Wer durch den Laden schlendert, entdeckt nicht nur die bekannten Engel und Bergmänner, sondern auch die ganze Vielfalt erzgebirgischer Volkskunst: von kunstvoll gedrechselten Räuchermännern über filigrane Schwibbögen bis zu den leuchtenden Herrnhuter Sternen aus der Oberlausitz. Jedes Stück erzählt von Handwerk, Glaube und einer tiefen Sehnsucht nach Licht. Dies ist eine Tradition, die bis heute Menschen in ganz Deutschland verbindet.

Wer durch die Limburger Altstadt bummelt, sollte hier unbedingt einen Stopp einlegen. Der Laden ist nicht nur ein Paradies für Liebhaber erzgebirgischer Kunst, sondern auch ein Ort zum Innehalten und Staunen. Der kleine Laden in der Limburger Altstadt verbindet Geschichte und Gegenwart. Er erinnert daran, dass echtes Handwerk, Licht und Wärme auch heute noch den Menschen eine Freude machen. Ihr möchtet noch mehr in Limburg entdecken? Dann schaut doch gerne in den Beitrag „101 Dinge, die Du in Limburg gemacht haben musst“ rein.

Schaut gerne auch auf dem Instagram-Kanal vorbei und verschafft euch einen ersten Einblick.

Informationen

Öffnungszeiten

Adresse
Fleischgasse 15, 65549 Limburg
Orchester aus Engeln aus dem Erzgebirge
Spuren des Lahn-Marmors in der Stadtkirche Limburg

Auf den Spuren des Lahn-Marmors in Limburg

Im Landkreis Limburg-Weilburg gibt es zahlreiche Spuren des Lahn-Marmors zu entdecken. Bei einer Führung waren wir in Limburg unterwegs.

Entlang der Lahn hat sich über die verschiedenen Erdzeitalter und damit verbundenen plattentektonischen Bewegungen ein ganz besonderer, polierfähiger Kalkstein gebildet, der als Lahn-Marmor weltweit bekannt ist. Auch wenn er seit den 1970er Jahren nicht mehr abgebaut wird, sind nicht nur auf der Welt, sondern auch im Landkreis Limburg-Weilburg seine Spuren zu finden.

Spuren des Lahn-Marmors

In diesem Jahr widmet das Lahn-Marmor-Museum in Villmar dem Lahn-Marmor im Barock eine Sonderausstellung verbunden mit einigen Führungen in der Region. Die Barockzeit gilt als erste Blütezeit des Lahn-Marmors. Der farbenprächtige, faszinierend gemusterte Stein war beliebt für die Ausstattung repräsentativer Gebäude wie Schlösser und Kirchen. Auf Hochglanz poliert machte er einiges her.

Zwar gingen viele Werke während des 30-jährigen Krieges, in der Zeit der Säkularisierung und in den Weltkriegen verloren, aber es sind auch zahlreiche Spuren in der Region und weltweit zu finden. Um einen Einblick in die Vielfalt der Verwendung zu geben, lud das Lahn-Marmor-Museum am Wochenende dazu ein, Lahn-Marmor in Limburg zu entdecken.

Die Führung begann in der Stadtkirche Limburg. In dieser ehemaligen Barfüßerkirche des Franziskaner Bettelordens gibt es gleiche mehrere Stücke aus Lahn-Marmor. Kommt man in die Kirche hinein, befinden sich an beiden Eingängen Weihwasserbecken. Weihwasser war nichts Alltägliches, sondern besonderes Wasser und daher sollte dies auch in besonderen Becken gefüllt werden. Leider lässt sich nicht immer genau sagen, um welchen besonderen Lahn-Marmor es sich handelt. Manche, die sich intensiv damit beschäftigen, können diesen anhand Farbe und Maserung zuordnen. Aber ohne Unterlagen ist dies nicht für jeden Stein machbar.

Lahn-Marmor in der Stadtkirche Limburg

Epitaphe aus Lahn-Marmor

Ein besonderes Augenmerk galt den drei Epitaphen in der Stadtkirche. Hierbei handelt es sich um Bildwerke, die auf Begräbnisse hinweisen. Ein Epitaph besteht immer aus drei Teilen – einem unteren Teil, wo geschrieben steht, wem die Platte gilt und wann derjenige verstorben ist. In der Mitte befindet sich immer ein Bild, welches Aussagen zum Leben des Verstorbenen enthält und der obere Bereich nennt sich Auszug.

Die Epitaphe in der Stadtkirche sind der Familie Walderdorf zuzuordnen. Auf ihnen finden sich Aussagen zu den Familienverhältnissen, die Wappen des Stammbaumes sind dargestellt. Dem Stammbaum wurde in der damaligen Zeit eine große Bedeutung zugemessen, denn nur mit dem richtigen Stammbaum war es möglich, bestimmte Ämter überhaupt zu erreichen. Wenn man sich die einzelnen Epitaphe anschaut, kann man einiges entdecken wie unten in dem Foto dargestellt.

Hierbei handelt es sich um das Epitaph von Johann Peter und Magdalena Walderdorff. Beide sind links und rechts der Säulen dargestellt. Im Feld über Johann Peter befinden sich Rüstung und Waffen – es werden seine Tätigkeiten dargestellt. Über ihr im Feld sind Stickrahmen, Schere, Stoffe und Gebetsutensilien zu erkennen. In der Mitte sitzen zwei Putten, welche die beiden betrauern.

Für die Epitaphe wurde der wertvollste Lahn-Marmor verwendet, der Schupach Schwarz. Mit seiner weißen Maserung gehörte er zu den edelsten Steinen, die hier in der Region abgebaut wurden.

Epitaph in der Stadtkirche Limburg

Lahn-Marmor auf dem Friedhof

Von der Stadtkirche aus ging es hoch auf den Friedhof an dem, denn auch da befinden sich Grabsteine aus Lahn-Marmor, doch diese sind etwas unscheinbarer als die Kunstwerke in der Kirche. Da ist es schon gut, dass darauf hingewiesen wird, dass diese aus Lahn-Marmor sind, denn das ungeübte Auge erkennt dies nicht.

Zum einen ist die Grabplatte des Künstlers Arnold Hensler aus Lahn-Marmor. Daneben befindet sich eine Gruppe aus Grabkreuzen aus dem Lahn-Marmor Schupbach Schwarz, die Ende des 17., Anfang des 18. Jahrhunderts gestaltet wurden. Sie sehen sich alle sehr ähnlich und bilden eine interessante Gruppierung.

Spuren des Lahn-Marmors findet ihr ebenfalls im Dom Limburg wie auch in der Villmarer Kirche.

Innenraum der Stadtkirche Limburg

Stadtkirche Limburg – Eine ehemalige Barfüßerkirche

Die Stadtkirche Limburg geht manchmal neben dem Limburger Dom unter. Aber auch sie erzählt eine interessante Geschichte.

Den Dom kennt jeder in Limburg, doch die Stadtkirche Limburg, obwohl mitten in der Altstadt gelegen, fristet ein kleines Schattendasein. Dabei hat auch sie die Geschichte in der Stadt mitgeprägt und weiß so einiges zu erzählen.

STadtkirche Limburg - Franziskanerkirche

Stadtkirche Limburg

Vom Kornmarkt zum Bischofsplatz führt die Barfüßerstraße und sie gibt einen Hinweis auf die Ursprünge der Stadtkirche. Bei dieser handelt es sich um eine Barfüßerkirche, eine ehemalige Franziskanerkirche. Die Franziskaner sind ein Bettelorden, welcher sich der radikalen Armut verschrieben hat. Die Kirche ist dem Hl. Sebastian geweiht. Um 1232 ließ sich der Orden nieder. Um 1320 herum begannen sie wohl mit dem Bau der Kirche. Diese ist wie alle Kirchen der Bettelorden weit, hell, mit großen Arkaden und relativ schmucklos.

Innenraum Stadtkirche Limburg

Die Einfachheit der Lebensweise des Ordens schlägt sich auch im Kirchenbau wieder. Man befand sich – in Bezug zum Dom – unten bei den einfachen Leuten, übernahm seelsorgerische Aufgaben und war für das gemeine Volk da. Im 15. Jahrhundert schlossen sich die Limburger Franziskaner der noch strengeren Observanzbewegung an. Ihren gesamten Besitz übertrugen sie dem Erzischof von Trier. Während der Reformation zwischen 1577 und 1582 war das Kloster geschlossen.

Im 17. Jahrhundert gab es mit der Weiterführung des Klosters einen Aufschwung. Es fanden Umbauten im barocken Stil statt. In dieser Zeit wurde unter anderem die barocke Decke eingezogen. Viele der Kunstgaben, welche heute in der Kirche zu sehen sind, stammen aus dem 18. Jahrhundert. Die vorhandenen Altäre lassen sich sogar auf das Ende des 19. Jahrhunderts datieren. 1813 fiel das Kloster der Säkularisierung zum Opfer, 1820 wurde es in Stadtkirche umbenannt. 1827 übernahm das Bistum Limburg die Stadtkirche als Hauskapelle des Bischofs von Limburg.

Lahn-Marmor in der Stadtkirche

Weil die Bettelorden nahe beim Volk waren, waren sie beliebte Stätten für Begräbnisse. Die Menschen hatten den Glauben, dass Bettelorden ewig bestehen und daher ewig für ihr Seelenheil beten würden. Daher galten sie als „Garant für die Ewigkeit“. In der Stadtkirche befinden sich einige Epitaphe. Hierbei handelt es sich um Bildwerke, welche auf Begräbnisse hinweisen. Sie sind ein Erinnerungsmal in der Kirche, wo das eigentliche Grab liegt, ist nicht mehr immer bekannt.

In der Stadtkirche gibt es drei Epithaphe, welche alle eine Verbindung zu der Familie Walderdorff haben. Ein weitere Besonderheit ist, dass sie alle aus dem Lahn-Marmor Schupbach Schwarz hergestellt wurden. Lahn-Marmor war ein beliebter, hochpreisiger Lahn-Marmor ab 1590. Er wurde besonders in repräsentativen Gebäuden verbaut. Spuren von ihm sind weltweit bis heute zu finden. 

Epitaph in der Stadtkirche Limburg

Doch diese Epitaphe sind nicht die einzigen Spuren diesen schönen Kalksteines in der Kirche. Die Weihwasserbecken am Eingang der Kirche sind ebenfalls aus Lahn-Marmor. Weihwasser ist nichts alltägliches und daher wurden die Becken aus diesem besonderen Kalkstein gefertigt. Da dieser Werkstoff wohl sehr gefallen hat, aber auch sehr hochpreisig war, wurden die Brüstungsfelder unterhalb der Orgel in Marmor-Optik gestaltet. Die Orgel selbst stammt aus den 1680er Jahren.

Weihwasserbecken

Ich kann Euch sehr empfehlen, wenn ihr auf einem Stadtrundgang in Limburg unterwegs seid, auch die Stadtkirche mal zu besuchen.

Ihr wollt mehr über den Lahn-Marmor erfahren? Dann kann ich Euch einen Besuch des Lahn-Marmor-Museums in Villmar empfehlen.

Quelle: Führung durch die Kirche sowie Wikipedia

Eingang zum Maislabyrinth Aulenhausen

Abenteuer im Maislabyrinth Aulenhausen

Das Maislabyrinth Aulenhausen lädt zu Abenteuern für die ganze Familie inmitten der Natur ein. Begebt euch auf Entdeckungsreise im Grünen. 

Neben dem Maislabyrinth in Mensfelden ist das Maislabyrinth in Weilmünster-Aulenhausen seit 2024 das zweite Labyrinth im Grünen, welches im Sommer auf Entdeckungsreise einlädt. Am Sonntag, 27.07.2025 ist die offizielle Eröffnung des Labyrinths vom Birkenhof Aulenhausen.

Maislabyrinth Aulenhausen

Mitten in der Natur gelegen ist der Ausflug zum Abenteuer nicht nur ein kleines Spiel mit dem Gespür für den richtigen Weg. Es ist ebenso ein Ausflug in die ländliche Region des Landkreises, wo die Felder aneinander liegen und am Rand die Bäume emporragen und in den Wald übergehen. Mit in dieser ländlichen Idylle befindet sich das Maislabyrinth und lädt auf ein kleines Abenteuer ein.

Über den Mais drüber zu schauen, ist nicht möglich. Halm an Halm steht er in einer Reihe. Die Kolben hängen an ihm dran, wie rote Haare schauen die sogenannten Seiden am oberen Rand des Kolbens heraus. Sie lassen wenig von dem Weg erkennen, der vor uns liegt. Da vorne links oder rechts oder geradeaus? Die Fahne mit dem gelben Smiley lockt, denn dort befindet sich mitten im Feld eine Aussichtsplattform. Aber wie dahin kommen? Dass lässt sich auf den ersten Blick nicht erkennen.

In diesem Jahr Ritter Conrad zum Motiv hat. Dabei dreht es sich um Ritter Conrad von Ulinhusen, wegen dem Aulenhausen 1333 das erste Mal urkundlich erwähnt wurde. Stolz hält er sein Schild. Für doe kleine Besucher wartet auch eine tolle Fotowand mit Ritter und Schild, an dem ein Erinnerungsfoto geschossen werden kann.

Maislabyrinth Aulenhausen von oben

Die breiten Wege laden zu einer gemütlichen Entdeckung ein. Es kann sogar ein Kinderwagen mit ins Labyrinth genommen werden. Es ist ein naturnaher Familienspaß für alle Generationen. Es ist zu empfehlen, festes Schuhwerk zu tragen, da sich das Feld leicht an einem Hang befindet und naturbedingt der Untergrund etwas uneben ist.

Mais im Maislabyrinth

Mais im Maislabyrinth Aulenhausen

Wer die Orientierung behalten möchte, dem empfehle ich, sich die Luftaufnahme mitzunehmen. Die kann dabei helfen, den richtigen Weg zu finden.

Informationen für den Besuch

Am Maislabyrinth Aulenhausen ist ein Parkplatz ausgeschildert, direkt an der Kreisstraße zwischen Weinbach und Aulenhausen. Die Betreiber bitten darum, nicht auf den anderen Wegen um das Maislabyrinth herum zu parken, da diese dem landwirtschaftlichen Verkehr dienen.

Das Maislabyrinth ist täglich von 10 bis 20 Uhr geöffnet. Der Eintritt kosten 2,50 Euro pro Person. Jeden Sonntag sorgen die Aulenhäuser Vereine von 12 bis 18 Uhr für die Bewirtung vor Ort.

Mehr Infos findet ihr auch auf dem Instagram-Kanal des Maislabyrinths.

Ihr habt Lust auf weitere Entdeckungen im Umkreis? Dann besucht in Freienfels gerne die Burg und taucht ein in vergangene Zeiten.

Lahnwanderweg Limburg-Weilburg - Kühle Orte im Landkreis Limburg-Weilburg

Kühle Orte im Landkreis Limburg-Weilburg

Kühle Orte im Landkreis Limburg-Weilburg werden gesucht, wenn das Thermometer über die 30-Grad klettert. Dann sehnen wir uns nach Orten, die Schatten spenden, Wasser bieten oder einfach ein paar Grad kühler sind als die heiße Innenstadt.

Der Landkreis Limburg-Weilburg hat einige kühle Orte zu bieten, welche dann besucht werden können. Zwischen Taunus und Westerwald verstecken sich Orte, an denen es sich herrlich durchatmen lässt. Plätschernde Bäche, schattige Wäldern oder historische Mauern laden zum verweilen ein. In diesem Beitrag nehme ich euch mit zu den kühlsten Ecken der Region. Die Tipps sind perfekt für heiße Tage, an denen man trotzdem etwas erleben will.

Kühle Orte im Landkreis

1. Ewiges Eis in Dornburg

Der kühlste Ort im Landkreis ist das Naturphänomen Ewige Eis zwischen Frickhofen und Wilsenroth. Rund um die geologische Formation herrschen angenehme 20 Grad Celcius. Geht ihr ganz nah an den Berg heran, können die Temperaturen sogar einstellig werden. Wenn ihr dorthin fahrt, genießt gerne den Schatten der Bäume, während ihr noch ein wenig auf dem Blasiussteig wandern geht. Dabei könnt ihr noch einiges über die Kelten erfahren.

2. Bergbaumuseum in Weilburg

Ihr möchtet etwas über die Region erfahren und dennoch sucht ihr einen kühlen Ort? Dann besucht gerne das Bergbaumuseum in Weilburg. Hier lernt ihr einiges über die Stadtgeschichte und über den Bergbau in der Region. In dem Museum ist der „Tiefe Stollen“ naturgetreu nachgebaut, der angenehme Kühle verspricht. Der danebenliegende Schlossgarten lädt auch danach im Schatten seiner Bäume zum Verweilen ein.

3. Kristallhöhle Kubach

Ein weiterer kühler Ort in Weilburg ist die Kristallhöhle in Kubach. Über 426 Stufen geht es bis zu 70 Meter tief in den Berg hinein. Da benötigt ihr auch an heißen Tagen eine Jacke. Mit dem hinabsteigen in die Tiefe geht es runter in 350 Millionen Jahre Erdgeschichte. Eine riesige Schauhöhle wartet darauf, entdeckt zu werden.

Kubacher Kristallhölle ist einzigartig in Deutschland- Kühle Orte im Landkreis Limburg-Weilburg

3. Freibäder im Landkreis

Natürlich gibt es prima Erfrischung auch in den zahlreichen Freibädern im Landkreis. Hier lässt es sich den ganzen Tag aushalten, wenn es zu warm wird, genügt ein Sprung ins frische Nass und Bewegung kommt auch nicht zu kurz. Hier könnt ihr euch jederzeit erfrischen. Neben den zahlreichen Freibädern locken auch einige Seen wie der Seeweiher in Mengerskirchen oder der Möttauer Weiher.

4. Kirchen im Landkreis

Wer eher die Kühle dicker Mauern sucht und gerne noch etwas mehr über die Geschichte der Region kennenlernen möchte, der kann an heißen Tagen gerne die Gemäuer der Kirchen im Landkreis besuchen. Diese stecken voller Geschichten und laden zum Verweilen ein. Sehr präsent ist der Limburger Dom, welcher hoch über der Lahn thront. Dieser weiß einige Geschichten zu erzählen, die darauf warten, entdeckt zu werden. Aber auch die Lubentiuskirche in Wiesbaden oder die Weilburger Schlosskirche sind kühle Orte, die immer einen Besuch lohnen.

5. Wandern in der Natur

Wer auch bei Hitze nicht auf Bewegung verzichten möchte, der findet zahlreiche Wanderwege im Landkreis, die durch die Wälder führen und daher erfrischend zu gehen sind. Bei Hadamar könnt ihr zum Heidenhäuschen wandern, im Weiltal lockt der Weiltalwanderweg und auf der Trasse der alten Kerkerbachtalbahn lässt es sich auch sehr gut wandern, wenn die Sonne hoch am Himmel steht. Die Wälder bieten angenehmen Schatten und auch eine kühlere Lufttemperatur.

Heidenhäuschen Hadamar

6. Kanutour auf der Lahn

Und natürlich zieht sich die Lahn wie ein blaues Band durch den Landkreis und viele Stellen laden zum Verweilen ein. Wie wäre es mit einer Kanutour auf der Lahn? Einfach mal die Füße ins Wasser halten und sich treiben lassen.

7. Kurpark Bad Camberg

Mitten in der Stadt gelegen als grüne Lunge ist der Kurpark Bad Camberg sehr zu empfehlen, wenn es mal wieder heißer wird. Durch hohe Bäumen gesäumt, lässt es sich dort sehr gut verweilen. Becken laden zum Kneippen ein, der Kräutergarten verwöhnt die Sinne und auf dem Barfußpfad könnt ihr entspannen. Hier könnt ihr Abkühlung, Bewegung und Wohlsein miteinander wunderbar verbinden.

Im Landkreis Limburg-Weilburg warten kleine Oasen, die nicht nur für Abkühlung sorgen, sondern sehr vielfältig sind. Für jeden ist etwas dabei.

Tipps für heiße Tage

Die heißen Tage nehmen zu und sind eine Herausforderung für unseren Körper und unsere Gesundheit. Daher möchte ich euch zum Schluss noch einige Tipps für heiße Tage mitgeben.

  • Viel trinken
  • Leichte Kleidung aus Baumwolle oder Leinen tragen
  • Verwendet Sonnenschutzmittel und meidet direkte Sonneneinstrahlung
  • Legt ausreichend Pausen ein

Ihr wollt Euch noch weiter informieren, was ihr an heißen Tagen tun könnt? Dann empfehle ich euch das Hitzeportal des Landkreises Limburg-Weilburg, welches voller Informationen steckt.

barfuß über den Barfußpfad Bad Camberg

Barfußpfad Bad Camberg – Highlight für die Füße

Seit Herbst 2024 ist der Kurpark in Bad Camberg um eine Attraktion reicher – der Barfußpfad lädt zum Entdecken ein. 

Barfuß laufen auf verschiedenen Untergründen ist eine besondere Erfahrung, welche Körper und Seele stärkt und somit perfekt in das Konzept des Kurparkes passt.

Barfußpfad Bad Camberg

Der Kurpark in Bad Camberg bietet bereits eine große Vielfalt für das Wohlbefinden und die Gesundheit. Neben einem Kräutergarten, Kneipp-Bädern, einem Sportparkour und Spazierwegen gibt es eine weitere Attraktion zu entdecken, die sich vor allem der Gesundheit der Füße widmet – der Barfußpfad. Als ein Rundweg angelegt, ist er für alle Besucher und Besucherinnen geeignet, die gerne erfahren möchten, wie es ist, auch verschiedenen Untergründen zu laufen. Rund um den Pfad gibt es Bäume, so dass es sich anfühlt, als ob man sich mitten in der Natur befindet.

Barfußpfad Bad Camberg

Doch was ist das Besondere an einem Barfußpfad? Barfußlaufen auf unterschiedlichen Naturmaterialien ist mehr als nur ein kleines Abenteuer für die Füße. Es ist ein wohltuendes Erlebnis für Körper und Geist. Es ist eine kleine Auszeit in der Natur.
Die Untergründe sind sehr vielgestaltig – Holz, Stroh, kleine runde Steine, kleine spitze Steine, große grobe Steine, große runde Steine oder Erde. Jeder Untergrund fühlt sich für die Fußsohlen anders an. Auf dem einen Untergrund ist ein sicheres Gehen ohne Probleme möglich, auf einem anderen Untergrund fühlt man sich unsicher und balanciert sehr vorsichtig über die Fläche.

Barfußlaufen für unsere Gesundheit

Doch warum tut uns das Barfußlaufen so gut? Unsere Fußsohlen besitzen zahlreiche Nervenenden. Wie bei einer Reflexzonenmassage sprechen unterschiedliche Bodenbeläge jeweils andere Zonen in der Fußsohle an. Ein Gang über den Pfad kann Verspannungen lösen, die Durchblutung fördern und sogar innere Organe stimulieren.

Durch die bewusste Wahrnehmung des Untergrundes und die vorsichtige Fortbewegung, um sich nicht zu verletzen, ist jeder ganz bei sich. Diese Achtsamkeit entschleunigt und öffnet alle Sinne. Daher könnt ihr dies auch nutzen, um ganz bei euch zu sein und eine kleine Auszeit vom Alltag nehmen.

Zudem kräftigt dies die Beinmuskulatur, denn es werden ständig kleine  Ausgleichsbewegungen gemacht. Das trainiert nicht nur die Tiefenmuskulatur, sondern verbessert auch Haltung und Balance. Wenn ihr Rückenprobleme oder Gelenkbeschwerden habt, ist dies ein Pluspunkt für euch.

Barfußpfad Bad Camberg

Ein gutes Barfuß-Erlebnis

Zum Schluss noch ein paar Tipps, damit euer Erlebnis auf dem Barfußpfad gut wird.

Am besten plant ihr einen Besuch bei trockenem Wetter. Wobei auch ein feuchter Untergrund seinen Reiz haben kann. Für saubere Füße danach lohnt sich ein kleines Handtuch oder Feuchttücher. Wer empfindliche Füße hat, sollte langsam starten und Pausen zwischendurch machen. Und hört auf euch selbst. Das Begehen des Pfades soll Spaß machen und nicht schmerzen.

Der Barfußpfad Bad Camberg ist eine Einladung, sich selbst wieder zu spüren. Mit jedem Schritt erlebt ihr einen intensiven Kontakt mit der Natur und bekommt ein Bewusstsein für den eigenen Körper. Besucht nur den Pfad oder bindet ihn ein in einen kleinen Spaziergang.

Informationen

Am Rande des Rundweges gibt es mehrere Sitzgelegenheiten, um die Schuhe auszuziehen oder eine kurze Pause zu machen. Schwierige Untergründe sind mit einem Geländer aus Holz gesichert, falls man sich unsicher beim Drüberlaufen fühlt.

Der Barfußpfad Bad Camberg ist nicht ganz so leicht zu finden, wenn man sich vor Ort nicht ganz so gut auskennt. Er liegt am Ende des Rundweges im Kurpark, wo sich die Obertorstraße und der Blumenweg bei der Kastanienallee kreuzen.

Ihr habt Lust, noch ein wenig rund um Bad Camberg wandern zu gehen? Dann folgt von dort gerne dem Wegweiser zum Baumwipfelweg in rund drei Kilometer Entfernung und genießt einen Blick über Bad Camberg hinweg.

7 Tipps für die Tage der Industriekultur 2025

Mittelhessen ist reich an industriellen Kulturgütern. Alle zwei Jahre, an den Tagen der Industriekultur, lassen sich zahlreiche Geschichten entdecken. Sie erzählen von der Industrie, die einmal war und die Region geprägt hat.

Die Tage der Industriekultur Mittelhessen finden diesen Jahr vom 27. Juni bis zum 06. Juli in Mittelhessen statt. Zahlreiche Stätten öffnen ihre Türen und gewähren Einblicke, die sonst eher selten sind. Auch im Landkreis Limburg-Weilburg gibt es einige interessante Veranstaltungen.

Industriekultur erleben in Mittelhessen

Industriekultur klingt vielleicht erst einmal nach Ruß, Maschinenlärm und alten Backsteinmauern. Doch dahinter steckt weit mehr. Es sind Geschichten von Erfindergeist, Wandel und regionaler Identität. In Mittelhessen prägen diese Spuren der industriellen Entwicklung bis heute das Gesicht ganzer Orte. Einmal im Jahr laden sie dazu ein, entdeckt zu werden.

Mit den 4. Tagen der Industriekultur Mittelhessen rückt diese facettenreiche Vergangenheit erneut in den Fokus. In den fünf mittelhessischen Landkreisen – Gießen, Lahn-Dill, Limburg-Weilburg, Marburg-Biedenkopf und Vogelsberg – öffnen in dieser Zeit erneut viele besondere Orte ihre Türen. Alte Werkhallen, technische Denkmäler, Museen und Touren entlang historischer Wege machen greifbar, was sonst leicht übersehen wird.  Die industrielle Vergangenheit ist ein lebendiger Teil unserer Gegenwart.

Welche Veranstaltungen im Landkreis Limburg-Weilburg im Rahmen der Aktion stattfinden, habe ich nachfolgend zusammengestellt.

1. Eröffnung und Vortrag im Lahn-Marmor-Museum

Am 27. Juni werden die Tage der Industriekultur offiziell im Lahn-Marmor-Museum eröffnet. Um 17 Uhr beginnt das Event unter dem Motto „Marmor, Stein und Eisen spricht – Industriekultur meets Klassik“. Das Lahn-Marmor-Museum in Villmar steht für die geologische Geschichte im Lahnbecken. Dort erfahren die Besucher zahlreiche Fakten zur Entstehung des Lahnmarmors, zum Abbau und zur Nutzung. Neben der offiziellen Eröffnungsfeier lädt das Museum am 04.07. um 18 Uhr zu einem Vortrag über den Lahn-Marmor ein und wo dieser weltweit in welchen Bauwerken bis heute zu finden ist. Mehr zur Vortragsveranstaltung finden ihr hier.

2. Kochen wie früher

Wer wissen möchte, wie die Bergleute damals kochten, ist bei der VHS in Weilburg richtig. Dort wird am 04.07. von 18 bis 21 Uhr ein Kochkurs zum Thema angeboten. Bei vielen Themenwanderungen in der Region rund um den Bergbau bietet Naturführer Christian Radkovsky verschiedene ehemalige Köstlichkeiten an. Bei diesem Kochkurs besteht nun die Gelegenheit, diese nachzukochen. Mehr zur Veranstaltung findet ihr hier.

3. Rohstoffe aus der Region für die Nutzer der Welt

In einem Vortrag mit anschließender Diskussionsrunde dreht sich alles um die Rohstoffe, welche in der Region gewonnen werden und welche Bedeutung sie weltweit für die verschiedenen Nutzer haben. Es gibt einen Vortrag von Prof. Dr. Otto Volk zum Thema „Marmorabbau für die Region“ und von RP Dr. Christoph Ullrich zum Thema „Bedeutung des oberflächennahen Rohstoffabbaus für die Zukunft der Region“. Diese Veranstaltung findet am 03.07. um 18 Uhr beim Buss Sand- und Kieswerk statt. Mehr dazu hier.

Industriekultur rund um die heutige Werkstadt

4. Von der Bahnindustrie zum Einkaufserlebnis

Die Führung „Mit dem Auge des Architekten“ könnt ihr die Werkstadt in Limburg am 30.06. nochmal neu entdecken. Wen man mit offenen Augen durch das Gebäude geht, sind die Spuren überall sichtbar. Und dies war den Architekten und Investor durchaus gewollt. Die alten Strukturen sollten bewahrt und nicht vernichtet werden. Die Architekten plaudern bei der Führung aus dem Nähkästchen und geben manch neue Einblicke. Eine Anmeldung ist notwendig. Alle weiteren Informationen findet ihr hier.

5. Das Bahnausbesserungswerk in Limburg

Rund um das ehemalige Bahnausbesserungswerk wird ein weiterer Vortrag mit Führung am 01.07. angeboten. Über 140 Jahre hat dieses Werk das Leben der Menschen und die Region geprägt. es wird die Entwicklung des Werkes aufgezeigt, die unterschiedlichen Produktionen im Werk sowie der Niedergang des Werkes als einst größtem Arbeitgeber in der Region beschrieben. Mehr zur Veranstaltung findet ihr hier.

6. Der Spitzbunker in Limburg

Den Spitzbunker in Limburg bei der Werkstadt kennen viele Menschen von außen. Im Rahmen der Tage der Industriekultur öffnet er seine Türen und es besteht zweimal (01. sowie 03.07.) die Gelegenheit, ihn auch von innen zu besuchen. Wer sich vorher schonmal ein wenig informieren möchte, kann diesen Beitrag lesen.

Mehr zur Führung findet ihr hier.

7. Als die Eisenbahn in die Region kam

Eine weitere Veranstaltung dreht sich rund um das Thema Eisenbahn und Industrialisierung und was dies damals für die Region bedeutete. Auch diese Veranstaltung findet in der Werkstadt statt, eine Anmeldung ist notwendig.

Mehr zu den Tagen der Industriekultur findet ihr auf der Seite der Industriekultur Mittelhessen oder besucht die Industriekultur auf Instagram.