Geschichte von Beselich in der Heimatstube entdecken

Früher Volksschule, heute Pfarrheim und Heimatstube – im Heimatmuseum Beselich-Obertiefenbach lässt sich tief in die Geschichte der Gemeinde eintauchen. Alte Gegenstände geben Einblicke in das Leben, das Handwerk und die Traditionen der Gemeinde.

Heimatstube Beselich-Obertiefenbach

Auf 190 Quadratmetern sind im Pfarrheim Alte schule, An der Kirche 12, seit 23 Jahen heimatgeschichtliche Schätze zu entdecken. Betreten die Besucher die Räume des Heimatmuseums, fällt der erste Blick auf einen riesigen Kronleuchter. Dieser war ein Geschenk des Herzog zu Nassau, als die Kirche 1888 eingeweiht wurde. Heute hängt er in der Heimatstube. Doch er ist nicht das älteste Stück in der Sammlung. Hierbei handelt es sich um einen schwarzen Zylinder, der über 200 Jahre alt ist und in Limburg angefertigt wurde.

Leben von früher

Aber auch ein 100 Jahre altes Radio oder altes Geschirr gibt es zu entdecken. Ein Bereich ist wie die Werkstatt eines Schuhmachers gestaltet und an anschaulichen Exemplaren lässt sich zeigen, wie früher Schuhe hergestellt wurden. Weiterhin zeigt die Dauerausstellung eine alte Wohnstube mit Herd, ein Bett mit Strohmatratze, Arbeitsgeräte von Schreiner und Zimmerer, Dachdeckers und Anstreichers. Ebenfalls erfährt der Besucher etwas über die Landwirtschaft von damals oder wie der Haushalt geführt wurde.

Heimatstube Obertiefenbach

Heimatstube Obertiefenbach

Einblicke in die Vergangenheit

Haushaltsgegenstände, Handwergzeug zum Schlachtung und zum Herstellen von Butter sowie Gegenstände aus der Kirche ergänzen das Museum. Eine Vielzahl von Fahnen, Fotografien, Büchern, Bildern oder Dokumenten entführen in das Leben früherer Generationen.

Auf dem Beselicher Kopf wurde Basalt abgebaut und auch davon erzählen die regionaltypischen Ausstellungsstücke. Der Besucher erfährt ewas über typische Gesteine aus der Region wie Basalt, Ton, Quarzit und Eisenstein. ach dem Zweiten Weltkrieg kamen über 500 Vertriebene nach Obertiefenbach, wurden Teil der Gemeinde und brachten ihre Traditionen mit ein. Seit den 1950er Jahren prägten sie das gesellschaftliche Leben im Dorf mit.

Heimatstube Obertiefenbach

Heimatstube Obertiefenbach

Doch nicht nur an das Leben vor Ort erinnert die Heimatstube. Aus der neueren Zeit stammen Zeugnisse des bekanntesten Gemeindemitglied und Ehrenbürgers Georg Leber, welcher am 7. Oktober 2020 100 Jahre alt geworden wäre. Aktiver Gewerkschaftler, Vorsitzender der IG Bau, später Verkehrsminister, Verteidigungsminister und Bundestagsvize – die originale Ernennungsurkunde des verstorbenen Bundesverteidigungsministers gibt es zu bestaunen.

Heimatstube Obertiefenbach

Der neuste Schatz sind Gemeinde- wie auch Stockbücher von 1827 bis zur Auflösung der Gemeinde, welche Einblicke in Ein- und Ausgaben der Gemeinde sowie Grundstücksverhältnisse gibt. Doch die Heimatstube verweilt nicht nur in der Vergangenheit. In einem kleinen Raum befindet sich ein Archiv. Hier sammeln die Mitglieder des Männerwerks bis heute Zeitungsartikel aus der Gemeinde und bewahren diese geordnet auf.

Heimatstube Obertiefenbach

Kleine Geschichte des Gebäudes

Das denkmalgeschützte Gebäude befindet sich in direkter Nähe zur Kirche und zur Verwaltung in Obertiefenbach. 1870 als Schule gebaut. 110 Jahre lang bis 1983 wurden in diesem Gebäude die Kinder des Ortes unterrichtet. Danach stand das Gebäude bis 1986 leer und es gab Probleme mit Vandalismus. 1986 ging das Gebäude in den Besitz der Kirchengemeinde St. Ägidius Beselich-Obertiefenbach über und gehört inzwischen zur Kirchengemeinde St. Johannes Nepomuk Hadamar.

Die Kirchengemeinde investierte viel in den Brandschutz des Gebäudes und inzwischen ist die Bücherei dort untergebracht, im Pfarrsaal finden Chorproben und Feierlichkeiten statt. Die 190 Quadratmeter unter dem Dach beheimaten die Heimatstube. Dieser feierte 1998 Eröffnung. Mit ehrenamtlichen Engagement bauten Mitglieder des Katholischen Männerwerks der katholischen Kirchengemeinde „St. Ägidius“ das Dach aus, sammelten die Exponate zusammen und pflegen bis heute die Heimatstube.

Das Heimatmuseum öffnet jeden zweiten Sonntagnachmittag im Monat seine Türen. Der Besuch kostet keinen Eintritt, die Mitglieder freuen sich über eine Spende. Aufgrund der Corona Pandemie gilt die 2G-Regel. Die Besucher müssen ihren Status nachweisen und sind aufgefordert, beim Betreten ihre Hände zu desinfizieren.

Und wenn ihr in Beselich seid, dann besucht doch auch die Wallfahrtskapelle und die Klosterruine zwischen Schupbach und Obertiefenbach auf dem Beselicher Kopf.

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