Opulenz in Stein – Lahnmarmor in der Architektur
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Lahnmarmor kommt manchmal ganz unscheinbar daher und manchmal hochpoliert richtig edel und faszinierend. Seit dem 16. Jahrhundert spielte er eine große Rolle in der Region. Willi Wabel präsentiert in seinem neuen Buch den Lahnmarmor in der Architektur des 19. und 20. Jahrhunderts.
Hier im Landkreis Limburg-Weilburg könnt ihr euch vielfältig auf die Spuren des Lahnmarmors begeben – begonnen bei dem Lahn-Marmor-Museum in Villmar bis hin zu den vielfältigen Arbeiten in den Kirchen und Gebäuden im Landkreis. Seine Nutzung blieb nicht auf den Landkreis beschränkt, sondern der Lahnmarmor war ein beliebter Stein auf der ganzen Welt. Die erste Blütezeit des Lahnmarmors liegt in der Barockzeit. Für die Ausstattung repräsentativer Gebäude war der farbenprächtige, faszinierend gemusterte Stein besonders beliebt. Doch in dem vorliegenden Buch geht es speziell um die Architektur des 19. und 20. Jahrhunderts, wo dieser besondere Stein verwendet wurde.
Lahnmarmor und Opulenz
Sehr vielfältig war die Nutzung des Lahnmarmors oder auch „Nassauer Marmor“ – begonnen bei Marmorbrunnen über Denkmäler bis hin zur prunkvollen, opulenten Ausstattung von Schlössern und Sakralbauten. In der betrachteten Epoche gab es zahlreiche verschiedene Baustile. Waren die Anfänge noch stark vom Klassizismus geprägt, gibt es in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts den sogenannten Historismus. Hier finden sich Stile aus Romantik, Gotik, Renaissance oder dem Barock. Neben der einzelnen Nutzung von Stilelementen kommt es in dieser Zeit auch zu einer Vermischung mehrere Stile, dem sogenannten Eklektizismus. Zum Ende des 19. Jahrhunderts hin entwickelt sich mehr und mehr der Jugendstil, bevor die Rückkehr zur Sachlichkeit geschieht und die geschwungenen Formen wieder verschwinden. Auch in der Architektur der Nationalsozialisten fand der Lahnmarmor Verwendung. Um 1920 stieg die Nachfrage aus der USA nach diesem besonderen Stein.
In seinem Buch nimmt Willi Wabel den interessierten Leser mit auf eine Reise durch die Architektur. Er ordnet die Entstehung der verschiedenen Gebäude in die damaligen politischen Verhältnisse ein. War die Nutzung dieses Steins vor der Französischen Revolution hauptsächlich kirchlichen Auftraggebern vorbehalten, gab es nach der Revolution auch mehr und mehr eine weltliche Nutzung.
Neben seinem Text nehmen 440 Abbildungen den Leser auf dieser Entdeckungsreise mit durch Deutschland, ins benachbarte Ausland und in die USA, wo es zahlreiche Verwendungen des Lahnmarmors zu finden gibt. Neben den verschiedenen Arbeiten stellt Wabel auch die Architekten vor, die mit diesem Baustoff arbeiteten. Es gibt ebenfalls einen kleinen Einblick in den Abbau des Lahnmarmors. In diesem Buch gibt es jedoch keinen Teil, welcher sich mit der Geologie dieses Gesteins umfasst.

Informationen zum Buch
„Opulenz in Stein“, ist im Buchhandel erhältlich. Zudem kann es beim Verlag der Historischen Kommission für Nassau per E-Mail an info@hiko-nassau.de bestellt werden. Der Bild- und Textband von Willi Wabel kostet 24 Euro. ISBN 978-3-930221-44-8
Die Historische Kommission für Nassau gibt die Reihen „Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Nassau“ und „Beiträge zur Geschichte Nassaus und des Landes Hessen“ im Eigenverlag heraus. Weitere Publikationen findet ihr auf der Homepage der Historischen Kommission für Nassau.
Ihr möchtet mehr über den Lahnmarmor erfahren? Dann schaut auch gerne hier auf der Seite, wo ihr ihn entdecken könnt. Beginnen könnt ihr eure Entdeckungsreise vor Ort im Lahn-Marmor-Museum in Villmar.
