Auf den Spuren der Kelten

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Vor 2500 Jahren siedelten die Kelten auf einem Bergrücken am südlichen Rand des Westerwaldes zum Limburger Becken hin. Bei einer Wanderung rund um Hadamar begeben wir uns auf die Spuren der Kelten.

Heidenhäuschen Hadamar

Los geht es an der Grillhütte in Steinbach. Der Weg führt leicht bergauf und nach rund zwei Kilometern gelangen  wir zum Heidehäuschen. Bereits vorher gibt es die ersten Spuren der Kelten – den Keltenborn.

Keltenborn Hadamar

Der Keltenborn ist eine Quellfassung aus der Zeit der Kelten. Als die Menschen 1949 Wasser suchten, stießen sie auf diese Quelle, welche mit Trockenmauerwerk eingefasst war und weitere Fundstücke wiesen auf die keltischen Siedler hin.

Keltenborn Hadamar

Von der Quelle weg führt eine Rinne den Berg hinunter. Jetzt im Sommer schwimmen in der Quelle Kaulquappen. Oberhalb der Quelle steht ein aufrechter Basaltstein – ein sogenannter Menhir. Der Stein ist ungefähr zwei Meter lang und rund 70 Zentimeter in den Boden eingegraben. Durch Funde von Keramikscheiben kann diese gemauerte Quellfassung der Hallstattzeit (800 bis 450 v. Chr.) zugeordnet werden. Aus der Quelle erhielten die Kelten, welche sich auf dem Plateau des Heidenhäuschen in einer Ringwallanlage ansiedelten, Wasser.

Keltenborn Menhir Hadamar

Der Weg führt mitten durch den Wald und auch freie Wiesenflächen säumen den Pfad. Im Sommer lassen sich zahlreiche Schmetterlinge dort beobachten. Pfauenaugen, Kohlweißlinge oder orangefarbene C-Falter fliegen um die Wanderer herum. Sie laden zum Verweilen sowie Beobachten ein.

Wallfahrtsort „Sieben Schmerzen“

Mit den Kelten hat dieser Ort nichts zu tun, dennoch kann er auf dem Weg zum Heidenhäuschen besucht werden.

Sieben Schmerzen Oberzeuzheim

Nach rund 1,6 Kilometer von der Grillhütte entfernt, kommt ihr zu einer Kreuzung. Der Weg nach links führt zur Wallfahrtsstätte „Sieben Schmerzen“. Diese Wallfahrtsstätte hat ihren Ursprung im 14. Jahrhundert und geht auf die Marienverehrung der Zisterzienser von Marienstatt zurück. Am Fuße des Heidenhäuschens gibt es eine Quelle, welcher Heilkräfte nachgesagt wurden und weshalb der Ort der „Schmerzhaften Mutter“ im Wald gewählt wurde. Über Jahrhunderte prägte ein Bildstock mit Muttergottesstatue und Quelle die Wallfahrtstätte.

Sieben Schmerzen Oberzeuzheim

Um 1885 errichteten Angehörige des Priesters Ferdinand Heep die sieben kleinen Kapellchen. Bis 1977 förderten die Franziskaner die Stätte, bis heute übernimmt die Kolpingfamilie Oberzeuzheim die Pflege der Stätte. Bis heute ist es ein Ort der Ruhe und des Nachdenkens.

Bergauf zum Heidenhäuschen

Von den „Sieben Schmerzen“ geht es zurück zur Kreuzung. Zum Heidenhäuschen geht es weiter den Berg hinauf. Ein Holzschild weist den Weg weiter den Berg hinauf, um auf das Plateau zu gelangen, auf dem die Kelten siedelten. Das ganze Areal ist ein Naturschutzgebiet.

Heidenhäuschen Hadamar

Dieses Plateau liegt genau zwischen Ellar, Hangenmeilingen, Hintermeilingen, Oberweyer, Oberzeuzheim und Steinbach auf einer imposanten Basaltrippe. Daher ist es nicht nur von Steinbach aus zu erreichen, sondern auch bequem von allen anderen Orten aus. Das Plateau ist hauptsächlich aus vulkanischen Olivinbasalt und an manchen Steinen lässt sich die Basaltstruktur sehr gut erkennen. Zudem ist dieses Plateau mit 398 Metern die zweithöchste Erhebung im Landkreis.

Heidenhäuschen Hadamar

Nachdem der Aufstieg geschafft war mit Blick auf interessante Felsbrocken gab es eine herrliche Aussicht auf das Limburger Becken, das Elbbachtal sowie in den Westerwald hinein. Ein riesiges Holzkreuz ragt über dem Plateau hinaus. Von der ursprünglichen Mauer aus Steinen, Holz und Erde ist nur noch ein verstürzter Wall übrig. Im Westen gab es eine natürliche Sicherung durch die steinige Rippe.

Ausblick Heidenhäuschen Hadamar

Im Osten befindet sich ein kleines Plateau, auch Burg bezeichnet. Funde von Lehmstücken und Scherben lassen vermuten, dass es innerhalb des Walls eine Siedlung gab. Auch im Umland zu dieser Ringwallanlagen fanden Archäologen zahlreiche Zeugnisse keltischen Lebens. So befand sich in Sichtweite vom Heidenhäuschen das keltische Oppidum auf der Dornburg. Bei einer Wanderung auf dem Blasiussteig kommt ihr dort vorbei. Etwa 100 vor Christus wurden die Kelten von germanischen Stämmen verdrängt. Aber ihre Spuren haben sie bis heute in der Region hinterlassen.

Heidenhäuschen Pinterest

 

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