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Schlagwort: Wandern

Kelten im Landkreis Limburg-Weilburg Keltenweg Dornburg

Keltenweg Dornburg – Auf Entdeckungsreise gehen

Der Keltenweg Dornburg gibt Einblicke in die Spuren, welche die Kelten vor mehr als 2000 Jahren in der Region hinterlassen haben. 

Zahlreiche keltische Spuren finden sich in der Region. Rund um das Heidenhäuschen oder auch im Elzer Wald können sich die Besucher auf Entdeckungsreise begeben. Und ganz neu ist nun der Keltenweg Dornburg, welcher vom Kultur- und Geschichtsverein Frickhofen e.V. gestaltet wurde. Dieser nimmt euch mit auf eine vier Kilometer lange Wanderung rund um die Dornburg und den Blasiusberg.

Keltenweg Dornburg
Übersicht Wanderweg

Keltenweg Dornburg

Der Weg an sich ist nicht neu. Die Wanderwege rund um die Dornburg existieren und sind bekannt. Dennoch wurden sie jetzt durch den Verein aufgewertet, indem ihr auf eurem Weg neue interessante Fakte zur Kultur, Geschichte und Archäologie sowie zu geographischen Besonderheiten erfahrt. Teilweise überlappt der Weg den beliebten Blasiussteig.

Vor dem Basaltabbau in Dornburg zählte die Dornburg mit ihren 34 bis 37 Hektar zu den größeren Höhensiedlungen der Kelten. Heute ist nur noch etwas mehr als die Hälfte der ursprünglichen Fläche übrig. Frühe Funde gab es im 18. und 19. Jahrhundert, dennoch gab es nie größere Untersuchungen. Erst in den letzten Jahren gab es da Änderungen. Mit den archäologischen Funden am Glauberg entflammte ein neues wissenschaftliches Interesse an den Kelten auch hier in der Region.

Durch den Keltenweg gibt es nun die Möglichkeit, neue Funde und Ergebnisse auch den interessierten Besucher näherzubringen.

Keltenweg Dornburg

Start am Ewigen Eis

Ein guter Einstieg ist am Ewigen Eis. Von Frickhofen nach Wilsenroth fahrend befindet sich auf der rechten Seite ein Parkplatz, von dem aus es losgeht. Der Weg führt direkt am Ewigen Eis entlang, den kühlsten Ort der Region. Dann geht es immer schön den Berg hoch – festes Schuhwerk ist zu empfehlen, um am Hildegardisfelsen bei einer kleinen Pause den Blick über das Elbbachtal zu genießen.

Keltenweg Dornburg

Der Hildegardisfelsen liegt unterhalb des Randwalls der Domburg. Teile des ehemaligen Ringwalls sind bis heute zu erkennen, wenn ihr den Blick aus dem Tal nach oben gleiten lasst. Hierbei handelt es sich um einen niedrigeren Rest als beim Abschnittswall im Westen, der eher eine Ahnung der ursprünglichen Dimensionen der Anlage gibt.

Keltenweg Dornburg

Neben den baulichen Überresten hab es bei den Steinbrucharbeiten auch immer wieder Funde von Werkzeugen aus der Eisenzeit. So fanden Steinbrucharbeiter 1926 auf Sensen, Axt, Pflugschar und Beil, die eine Ansiedlung belegen. Mit dem heutigen weiten Blick auf die Umgebung erhaltet ihr auch eine Idee dafür, warum die Kelten sich damals für den Standort entschieden. Durch den weiten Blick waren Feinde sehr früh auszumachen.

Weitere Stationen des Rundwegs sind die Hildegardiskapelle, das Dornburgplateau, der Abschnitsswall „Rödches Mauer“ im Westen, der Totenweg mit Basaltabbau sowie der Blasiusberg mit Kapelle.

Barrierefreiheit Keltenweg Dornburg

Zwei Abschnitte auf dem Keltenweg sind nicht barrierefrei. Dies ist der Abschnitt vom Ewigen Eis bis aufs Domplateau hoch sowie auch ein Abschnitt von der Blasiuskapelle nach unten. Es handelt sich oben in der Karten um die blau markierten Abschnitte.

Der Keltenweg entstand in Zusammenarbeit mit anderen Vereinen aus der Umgebung und fand zudem Unterstützung von der Hessenarchäologie, dem Land Hessen, dem Landkreis Limburg-Weilburg, der Gemeinde Dornburg sowie dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft.

Dornburg und Blasiusberg sind zwei Naturschutzgebiete. Daher bietet der Verein ausdrücklich darum, die Wege nicht zu verlassen sowie sich an Regeln für Naturschutzgebiete zu halten. Dazu gehört auch, nichts zu pflücken, die Tierwelt nicht zu stören und Hunde anzuleinen sowie den Kot aufzusammeln.

Mehr zum Keltenweg erfahrt ihr auch auf der Homepage des Kultur- und Geschichtsverein Frickhofen.

Keltenweg Dornburg

Aussichtsturm Löhnberg mit schönem Blick

Der Aussichtsturm Löhnberg lockt mit einem schönen Rundum-Blick ins Löhnberger Becken sowie Richtung Westerwald und Lahntal.

An schönen Tagen mit guter Sicht könnt ihr sogar bis in den Taunus zum Feldberg blicken. Und am Ende des Beitrags gibt es noch einen besonderen Tipp für euch.

18 Meter hoch hinaus

Ein Besuch des Holz-Stahl-Konstruktes, welches 18 Meter in die Höhe ragt und welches nach 70 Stufen zu einem herrlichen Blick einlädt, lässt sich wunderschön mit einer Wanderung durch den Gemeindewald Löhnberg verbinden. Rund eine Stunde waren wir unterwegs und es gab einiges zu sehen neben dem Turm am Rande des Waldes.

Blick auf den Turm

Los ging es für uns vom Parkplatz am Bürgerhaus „Löhnberger Lilie“. Vom Parkplatz aus ging es links Richtung Wohngebiet „Taunusblick“. Die Straßen sind gut ausgebaut und lassen sich sehr schön laufen. Durchs Wohngebiet gelangt ihr direkt auf den Triftweg. Dieser verläuft zwischen dem Wohngebiet und landwirtschaftlicher Fläche. Von hier aus habt ihr bereits einen schönen Blick auf den Aussichtsturm Löhnberg.

Über den Weg gelangt ihr über die B49 direkt in den Wald. An der ersten Kreuzung im Wald weist eine Tafel darauf hin, wie die Wegführung ist. Auf dieser Tafel fehlt der Aussichtsturm leider. Daher empfehle ich, den ersten Weg links runter zu nehmen.

Wandern in Löhnberg

Erinnerung an jüdische Bürger

Dieser führt am Judenfriedhof von Löhnberg vorbei. Wenn ihr auf dem Weg bleibt, gelangt ihr direkt zum Aussichtsturm. An diesem befindet sich ebenfalls eine Hütte zum Unterstellen sowie Sitzmöglichkeiten und ein Grillplatz.

Aussichtsturm Löhnberg
Jüdische Friedhof Löhnberg

Ein erster Aufenthalt jüdischer Bürger ist auf 1621 datiert, wo ihnen ein Aufenthalt in Löhnberg genehmigt wurde. Bis Ende des 18. Jahrhunderts ließen sich Juden immer wieder über kurze oder längere Zeit in der Gemeinde nieder. Insgesamt blieb die Anzahl immer sehr gering, vier Familien hatten sich etabliert. Meist hatte Löhnberg bis 1927 sechs oder sieben, höchstens elf jüdische Einwohner. Die Familien wohnten in der Obertorstraße 5, welches sie in der NS-Zeit zwangsverkaufen mussten. Heute befindet sich in dem Gebäude das Rathaus von Löhnberg, an dem seit 1991 eine Erinnerungstafel hängt. Der jüdische Friedhof im Wald erinnert an diese Mitbürger der Gemeinde.

Aussichtsturm Löhnberg seit 2017

2017 wurde der Aussichtsturm errichtet und hat sich inzwischen zu einem beliebten Ziel entwickelt. Förderungen für das Projekt gab es vom EU-Förderprogramm Leader und dem Land Hessen. Er lädt als Ziel ein, aber auch als Raststätte auf längeren Wanderungen. In diesem Jahr wurde der Aussichtsturm Löhnberg als „Hessen Pionier“ ausgezeichnet. Der Turm ist nicht nur für Touristen in der ländlichen Region eine Attraktion, sondern auch für die Menschen, welche im Landkreis wohnen.

Insgesamt vier Plattformen bietet der Turm und so lässt sich Stück für Stück der Blick in die Umgebung erweitern. Wer sich vor Ort nicht ganz so gut auskennt, bekommt Hilfe durch eine Tafel. Diese zeigt auf, wo sich die Löhnberger Ortsteile befinden oder welche Erhebungen in der Ferne auszumachen sind.

Sehr schön an dem Wanderwege sind die vielen Arbeiten der Vogelschutzgruppe. Bruthöhlen, Vogelhäuschen sowie Insektennisthilfen sind entlang des Weges zu entdecken. Somit lädt der Turm nicht nur für einen Blick in die Umgebung ein. Die Wanderung an sich lädt dazu ein, Flora und Fauna in der Region zu entdecken und einen Augenblick in der Natur zu verweilen.

Vom Aussichtsturm lässt sich ein schöner Rundweg zum „Blauen See“ und zur Diana-Quelle laufen. Dafür geht es ein gutes Stück berghoch. Die Wege sind breit und leicht begehbar. Der „Blaue See“ befindet sich mitten im Wald versteckt. Eine schmaler Weg führt zu ihm hin.

Weg zum „Blauen See“

In der Region wurde früher Basalt abgebaut. Eine Seite des Gewässers wird mit umrandet von der Bruchwand des ehemaligen Basaltsteinbruchs und die imposanten Basaltsäulen sind noch heute zu bewundern. Eine Bank lädt zum Ausruhen ein und zum Genießen der Natur.

Obwohl das Gewässer „Blauer See“ heißt, leuchtet er in einem kräftigen Grün, weil lauter kleine Wasserlinsen die Oberfläche bedecken. Vom „Blauen See“ könnt ihr noch an der Diana-Quelle entlang gehen. Hierbei handelt es sich jedoch nicht um Trinkwasser.

Dieses Gebiet ist ein beliebtes Wandergebiet und landschaftlich sehr schön. Auch in der Waldpädagogik der Kitas und Schule vor Ort spielte dieses Gebiet eine Rolle.

Aussichtsturm Löhnberg

Für eine kurze Wanderung eignet sich der Weg zum Aussichtsturm Löhnberg als Ziel. Er kann jedoch auch kombiniert werden, mit längeren Wanderungen nach Weilburg, wo das herrliche barocke Schloss Weilburg auf einen Besuch wartet. Am Aussichtspunkt kommt ihr ebenfalls vorbei, wenn ihr einen Rundwanderweg von Weilburg über Löhnberg zurück wählt.

Für diese Rundwanderung könnt ihr in Weilburg starten und über die Kettenbrücke zu den Aussichtspunkten „Kanapeé“ und „Tempelchen“ laufen. An den historischen Wasserversorgungen von Weilburg vorbei geht es über den Butterpfad vorbei am jüdischen Friedhof, wo ihr ebenfalls am Aussichtsturm vorbeikommt. Über den Sauerborn in Löhnberg geht es entlang der Lahn über Ahausen zurück nach Weilburg (Quelle „Ich geh wandern“)

Ihr möchtet noch höher hinauf? Dann besucht den Baumwipfelpfad in Bad Camberg. Der verläuft 31 Meter über dem Boden und gewährt einen atemberaubenden Blick in die Region.

Tipp am Ende

Zum Ende habe ich noch einen besonderen Tipp für Euch. Besucht den Aussichtsturm gerne im Sommer, wenn die Sonnenblumen blühen. Dann ist dies ein herrlicher Foto-Hotspot.

Sonnenblumen vor dem Aussichtsturm Löhnberg

Mundart Wanderweg Mengerskirchen

Mundart Wanderweg Mengerskirchen

Unser Dialekt ist eine Art von Fremdsprache“

So Unrecht haben die Organisatoren mit dieser Aussage zum Mundart Wanderweg nicht. Mit ortstypischen Dialekten stellen die Sprecher ihre Heimat rund um Mengerskirchen vor.

Mundart Wanderweg Mengerskirchen

Mengerskirchen besteht aus den fünf Ortsteilen Dillhausen, Mengerskirchen, Probbach, Waldernbach und Winkels, welche seit 1971 eine Gemeinde bilden. Und bereits am Startpunkt des Mundart Wanderweges – am Turmmuseum in Mengerskirchen – wird klar, dass alle fünf Ortsteile so ihre Eigenheiten haben. „In jedem Ort wird ein wenig anders geschwätzt“, erfährt der Zuhörer an dieser Station. Aus allen Ortsteilen gibt es Geschichten zu hören und der Wanderer erfährt recht schnell, dass das Westerwälder Platt in jedem Ort etwas anders gesprochen wird.

Mundart Wanderweg Mengerskirchen
Auf dem Handy oder in der Hand – den Flyer gibt es online oder auf Papier

Insgesamt ist der Mundart Wanderweg 22 Kilometer lang. Ihr könnt ihn am Stück erwandern oder ihn in vier kleinere Touren aufteilen. Bürger:innen der Gemeinde stellen unter dem Motto „Heimatverbunden und weltoffen“ ihre Heimat in ortstypischen Dialekten vor.
20 Stationen mit kleinen Geschichten warten auf die Wanderer. Ein QR-Code ermöglicht das Anhören direkt mit dem Handy. Stationen sind am Knoten, am Magdalenenbrunnen, am Hildegardishof oder der Ruine Maienburg. Jeder Sprecher stellt sich kurz vor und erzählt eine Geschichte oder gibt ein Gedicht zum Besten.

Mundart Wanderweg Mengerskirchen
Scannen und Anhören

Vier Touren für Plattschwätzer

Tour I führt hoch zum Knoten und ist rund 10,6 Kilometer lang, wofür ihr rund 2,5 Stunden benötigt.

Tour II führt am Seeweiher Mengerskirchen entlang nach Waldernbach und ist rund 9,7 Kilometer lang. Hier seid ihr etwas über zwei Stunden unterwegs.

Tour III führt von Mengerskirchen nach Winkels. Für die 9 Kilometer braucht ihr rund zwei Stunden.

Tour IV führt rund um Dillhausen und für die rund 7 Kilometern seid ihr 1,5 Stunden unterwegs.

Mundart Wanderweg Mengerskirchen

Der Mundart Wanderweg entstand mit dem Verein „Eine Welt für alle“ in Zusammenarbeit mit Vielfalt Westerwald. Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend fördert im im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben“ dieses identitätsstiftende und vielfältige Projekt im Westerwald.

Im Downloadbereich von Vielfalt Westerwald findet ihr die Flyer für den Mundart Wanderweg.

 

Seeweiher Mengerskirchen

Wanderung um den Seeweiher Mengerskirchen

Wandern in der Natur, die Sonne verwandelt das Wasser in eine glitzernde Oberfläche. Beliebtes Ausflugsziel im Landkreis ist der Seeweiher in Mengerskirchen, zwischen Waldernbach und Mengerskirchen gelegen. Es ist mit einer der ältesten Stauseen in Hessen, wurde er bereits 1452 aufgestaut.

Seeweiher Mengerskirchen

Von Waldernbach nach Mengerskirchen fahrt ihr direkt am Seeweiher vorbei. Er liegt linker Hand. Los ging unsere Wanderung vom Parkplatz am Seeweiher. Rund 1,5 Stunden waren wir unterwegs, um den 13 Hektar großen Stausee einmal zu umlaufen.

Seeweiher Mengerskirchen

Seeweiher Mengerskirchen

Seit 1452 wird der Vöhlerbach zum Seeweiher aufgestaut. In den 60er Jahren entstand ein Freizeitzentrum für Kurgäste. Inzwischen besteht mit Blick auf den Seeweiher eine Wochenendhaussiedlung mit 66 Häusern. Am Seeweiher selbst gab es immer Campingmöglichkeiten. Mit dem Wäller Camp gibt es dort heute eine ansprechende Camping- und Freizeitanlage. Von dort ist der Zugang zum Badesee möglich.

Wäller Camp Seeweiher

Das restliche flache Ufer ist von Hecken und Bäumen gesäumt. Baumstämme laden zum verweilen ein. Es handelt sich um ein Naturschutzgebiet. Außerhalb des Badestrandes ist kein Baden erlaubt.

Seeweiher Mengerskirchen

Ein Weg führt rund um den Seeweiher herum. Beim Wäller Camp handelt es sich um Privatgelände, so dass ihr ein Stück zur Wochenendsiedlung laufen müsst. Dort kommt ihr auf den Radweg, der um den See führt. An Mengerskirchen vorbei führt der Fernradweg R8, welcher über Waldbrunn nach Hadamar und Elz weiterführt.

Seeweiher Mengerskirchen

Natur rund um den Seeweiher

Neben einer Schwanenfamilie auf dem See haben wir geschaut, was auf den Wiesen und am Wegesrand wächst. Bunte Tupfen im leuchtenden Grün aus Hahnenfuß, Gamander-Ehrenpreis, Roter Klee oder Gewöhnliche Goldnessel lassen immer wieder innehalten und schauen. Hier kann ich die App „Seek by iNaturalist“ empfehlen, die beim Bestimmen der Pflanzen und Tiere hilft, welche ihr am Wegesrand entdeckt.

Seeweiher Mengserkirchen

Von der Wochenendsiedlung aus geht es direkt an den See zurück und ihr lauft unmittelbar auf den Eingang des Wäller Camps zu. Über den Parkplatz immer am Ufer entlang gibt es einen schönen Platz zum Sitzen und Verweilen.

Seeweiher Mengerskirchen

Überreste einer Kapelle

Recht bald gelangt ihr auf die Staumauer, über welche auch die Straße nach Mengerskirchen führt. Hier lässt sich ablesen, dass der Seeweiher 365 Meter über NN liegt und auch die aktuelle Tiefe könnt ihr dort erfahren. Am Ende der Staumauer stehen Überreste aus Basalt, wo sich eine alte Kapelle befand.

Seeweiher Mengerskirchen

Die Reste der Basaltmauer weisen auf eine alte Kirche hin. Hier stand die Liebfrauenkirche. Bereits 1553 wurde von ihr als Ruine gesprochen. Es gibt Geschichten, dass diese Kirche im 30-Jährigen Krieg zerstört worden wäre. Da dieser jedoch erst 1618 begann, kann dies nicht stimmen. Vor den Mauerresten stehen inzwischen ein Bildstock sowie ein altes Steinkreuz. Die Kapelle ist ebenfalls eine Station auf dem Mundart Wanderweg.

Von der Kapelle sind es rund 200 Meter zum Parkplatz, dem Ausgangspunkt der Wanderung um den See.

Seeweiher Mengerskirchen

Berger Kirche

Rundweg Berger Kirche St. Georg

Auf der A3 von Frankfurt nach Köln fahrend ist sie sehr gut zu sehen – die Berger Kirche im Brechener Ortsteil Werschau. Sie ist ein Kleinod im Goldenen Grund, Wallfahrtskirche und Ausflugsort mit mehr als 1250 Jahre alter Geschichte.

Von der B8 sind es nur wenige 100 Meter zu ihr hinauf. Die älteste erhaltene Kirche der Region sitzt auf einem Felssporn westlich von Niederbrechen. Der Rundweg B1b lädt zu einem halbstündigen Rundweg um die Berger Kirche ein.

Berger Kirche

Die kleine romanische Kirche ist dem heiligen Georg geweiht. Ein altes Wandbild lässt noch Georg, den Drachentöter erahnen und auch eine Holzfigur weist auf ihn hin. Bereits 910 wurde sie das erste Mal erwähnt. Um sie herum existierte der Ort Bergen. Der ist jedoch wüst gefallen. Dies bedeutet, dass die Siedlung aufgegeben wurde und heute nicht mehr besteht. Der Ort Bergen fand erstmals Erwähnung um 1129 als Fronhof des Mainzer Erzbischofs. Im 14. Jahrhundert fiel Bergen wüst.

Berger Kirche
Georg, der Drachentöter – ihm ist die Berger Kirche geweiht

Direkt unter der Berger Kirche befindet sich ein Parkplatz. Die Berger Kirche steht auf dem Friedhof Werschau. Der Kirchhof wird bis heute genutzt und ist von einer Mauer eingefriedet. Ein riesiger Baum vor dem Kircheneingang wirkt imposant und wirft Schatten.

Geschichte der Berger Kirche

Graf Konrad Kurzbold erhielt die Kirche 910 zusammen mit dem Königshof Oberbrechen zur Errichtung des Georgsstift, dem heutigen Limburger Dom, geschenkt. Es wird davon ausgegangen, dass die Berger Kirche zusammen mit der Blasiuskapelle in Frickhofen, dem Lubentiusstift in Dietkirchen sowie dem Stift St. Severus in Gemünden ein Zentrum der Christianisierung in der Niederlahnregion war. In Einzugsgebiet reichte bis zum 12 Kilometer entfernten Villmar. Mit dem Wüstfallen von Bergen wurde die Kirche Pfarrkirche von Werschau. Mehr zum Kirchenbau findet ihr hier.

Berger Kirche

Berger Kirche
Bänke laden zum Verweilen ein

Der kleine Bau besteht aus einem Hauptschiff sowie auf der Nordseite einem angebauten Seitenschiff. Der gotische Spitzhelm der Kirche ragt über das Blätterdach der umgebenden Bäume hinaus.

Schilder weisen auf den Rundweg hin. Wer ihnen folgt, hat einen schönen Blick ins Limburger Becken sowie über Niederbrechen hinweg. Auf den Feldern lassen sich Feldhasen und verschiedene Vögel entdecken. Mit offenen Augen lohnt es sich, den Rundweg zu gehen.

Rundweg Berger Kirche

Rundweg Berger Kirche

Am Ende des Rundweges geht es zu Fuß einen alten Weg hoch zur Kapelle. 79 alte Holzstufen warten auf euch. Dabei kommt ihr an einer Wiese vorbei, auf der ein alter Obstbaum steht. Oben angekommen wartet auch eine Bank zum kurzen Verschnaufen. Das Ziel ist der Parkplatz, an dem der Rundweg begann.

Rundweg Berger Kirche

Stufen hoch zur Berger Kirche

Rundweg Berger Kirche

Die Kirche steht unter Denkmalschutz. Der „Freundeskreis Berger Kirche“ kümmert sich um Pflege und Unterhalt des kirchlichen Gebäudes.

Wenn ihr nach dem Rundweg noch ein wenig Lust habt, etwas mehr zu entdecken, empfehle ich einen Rundgang durch Niederbrechen mit seinen wunderbar restaurierten Fachwerkhäusern.

Rundweg Berger Kirche

Blasiuskapelle Blasiusberg Blasiussteig

Herbstliche Wanderung zur Blasiuskapelle

Jetzt im Herbst zeigt sich der Blasiussteig von seiner schönen Seite mit den gelben-roten Farben. Kommt dann noch die Sonne heraus, dann sollte sich jeder nach draußen locken lassen. Eine Besuch der Blasiuskapelle lohnt sich sehr. Insgesamt geht es auf 20,8 Kilometern um Dornburg herum auf den Blasiussteig. Es gibt vieles auf dem Weg zu entdecken.

Blasiussteig Blasiusberg Wanderweg

Diesmal führte uns der Weg vom Waldparkplatz oberhalb von Wilsenroth hoch zur Blasiuskapelle. Von dort gibt es einen wunderschönen Blick ins Tal. Am Nachmittag taucht zudem die Sonne die Kapelle in ein wunderschönes Licht. Wenn ihr von Frickhofen nach Wilsenroth fahrt, könnt ihr die Kapelle bereits oben auf einer Anhebung aus dem Wald heraus blitzen sehen. Der Blasiusberg, früher aus Clesberg, auf dem die Kapelle steht, ist ein Ausläufer des Basaltmassivs „Watzenhahn“. Die Bergkuppe steht unter Naturschutz.

Blasiussteig Blasiusberg Dornburg
Baumelbank zum Beine baumeln

Der Weg führt leicht nach oben, lässt sich jedoch gut gehen. Rund 20 Minuten braucht es vom Parkplatz hoch zur Kapelle. Am Rande stehen eine erhöhte Bank, wo die Beine mal richtig baumeln können, ein Waldklo mit Klopapier und Lesestoff und eine Ruhebank mit schönen Blick nach Frickhofen hin.

Blasiusberg Blasiussteig Dornburg
Ein Waldklo auf dem Blasiussteig

Kurz vor der Kapelle beginnt dann der Kreuzweg mit Stelen zum Innehalten. Oben angekommen öffnet sich eine große Lichtung, an deren Ende die Kapelle steht. Um die Kapelle herum eröffnet sich ein weiter Blick ins Limburger Becken bis hin zum Feldberg und weit über den Elbbachgrund.

Blasiusberg Blasiuskapelle Dornburg

Blasiussteig Blasiusberg Blasiuskapelle Dornburg

Lange Geschichte der Kapelle

Bereits ab 630 stand auf diesem Hügelsporn eine hölzerne Kapelle, welche dem Heiligen Michael geweiht war. Und bereits davor befand sich auf dem Berg wohl eine Kultstätte, dem Gott Wotan geweiht. Ausgrabungen wiesen auf Zeugnisse als Opferstätte in der Keltenzeit hin. Die Blasiuskapelle ist eine der ältesten Kirchen in der Region. Anfang des 10. Jahrhunderts wurde ein Kirchspiel mit der Michaelskapelle als Zentrum eingerichtet, der Friedhof befand sich auf dem Berg. Die steinerne Kirche entstand um 1150. Herren waren die Grafen von Nassau, die die Kirche später dem Deutschen Orden schenkten. Am 21. Juni 1657 wurde der Berg samt Kirche und allem was sich darauf befand für 105 Reichsmark an die Gemeinde Frickhofen verkauft.

Blasiuskapelle Blasiusberg Dornburg

Viele Jahre war die Kirche Pfarrkirche für die umliegenden Dörfer Dorchheim, Dorndorf, Frickhofen, Langendernbach, Mühlbach, Waldmannshausen und Wilsenroth, bis die Pfarrrechte 1746 an die neu errichtete, größere Martinskirche in Frickhofen übergingen. In der Folgezeit verwahrloste die Kirche und es stand sogar ihr Abriss im Raum. Johann Wilhelm Bausch, Pfarrer von Frickhofen und später Bischof von Limburg, konnte den Abbruch verhindern.

Blasiuskapelle Blasiusberg Dornburg

Heutige Bau nach Brand

1869 gab es aufgrund eines eingeschlagenen Blitzes einen Brand in der Kirche und infolgedessen wurde sie umgebaut, so wie sie heute ist. Es fand eine Verkürzung des Turmes statt sowie seine Umgestaltung zum Chorraum. Der Turm ist die einzige, größere erhaltene Bausubstanz aus dem Mittelalter. Das Mittelschiff wurde zudem verlängert und die Kirche erhielt zwei Seitenschiffe. Der Hochaltar in der Kirche stammt aus 1650. Im rechten Seitenschiff befindet sich ein beschädigtes, romanisches Taufbecken. Der barocke Marienaltar stammt aus dem frühen 18. Jahrhundert. Die Figuren der Heiligen im Mittelschiff stammen aus den 50er Jahren.

Blasiuskapelle Blasiusberg Blasiussteig
Figuren in der Blasiuskapelle aus den 50er Jahren

Der Kreuzweg zur Kapelle besteht aus 14 Stationen. Dieser Weg wurden kurz vor 1900 errichtet. Gegenüber der Kapelle befindet sich auf der Lichtung ein Gefallenenmahnmal mit Außenaltar, welcher 1953 bis 1955 errichtet wurde.

Kreuzweg Blasiusberg Blasiuskapelle

Neben der offiziellen Geschichte ranken sich auch Legenden um diese alte Kirche. So soll es einen unterirdischen Tunnel zur Dornburg gegeben haben, durch welche die Raubritter von Ellar in die Burg eingedrungen sind.

Blasiusberg Blasiuskapelle Gedenkstätte

Von der Blasisuskapelle zum Hildegardisfelsen sind es ungefährt 2,5 Kilometer. Welche traurige Liebesgeschichte hinter dem Hildegardisfelsen steckt und was es auf dem Blasiussteig noch zu entdecken gibt, erfahrt ihr im Beitrag „Um Dornburg herum auf dem Blasiussteig“.

Blasiuskapelle Blasiussteig Pinterest

Heidenhäuschen – Auf den Spuren der Kelten

Bei einer Wanderung rund um Hadamar begeben wir uns auf die Spuren der Kelten und besuchen das Heidenhäuschen. 

Vor 2500 Jahren siedelten die Kelten auf einem Bergrücken am südlichen Rand des Westerwaldes zum Limburger Becken hin.

Heidenhäuschen Hadamar

Los geht es an der Grillhütte in Steinbach. Der Weg führt leicht bergauf und nach rund zwei Kilometern gelangen  wir zum Heidehäuschen. Bereits vorher gibt es die ersten Spuren der Kelten – den Keltenborn.

Keltenborn Hadamar

Spuren der Kelten

Der Keltenborn ist eine Quellfassung aus der Zeit der Kelten. Als die Menschen 1949 Wasser suchten, stießen sie auf diese Quelle, welche mit Trockenmauerwerk eingefasst war und weitere Fundstücke wiesen auf die keltischen Siedler hin.

Keltenborn Hadamar

Von der Quelle weg führt eine Rinne den Berg hinunter. Im Sommer schwimmen in der Quelle Kaulquappen. Oberhalb der Quelle steht ein aufrechter Basaltstein – ein sogenannter Menhir. Der Stein ist ungefähr zwei Meter lang und rund 70 Zentimeter in den Boden eingegraben. Durch Funde von Keramikscheiben kann diese gemauerte Quellfassung der Hallstattzeit (800 bis 450 v. Chr.) zugeordnet werden. Aus der Quelle erhielten die Kelten, welche sich auf dem Plateau des Heidenhäuschen in einer Ringwallanlage ansiedelten, Wasser.

Keltenborn Menhir Hadamar

Der Weg führt mitten durch den Wald und auch freie Wiesenflächen säumen den Pfad. Im Sommer lassen sich zahlreiche Schmetterlinge dort beobachten. Pfauenaugen, Kohlweißlinge oder orangefarbene C-Falter fliegen um die Wanderer herum. Sie laden zum Verweilen sowie Beobachten ein.

Wallfahrtsort „Sieben Schmerzen“

Mit den Kelten hat dieser Ort nichts zu tun, dennoch kann er auf dem Weg zum Heidenhäuschen besucht werden.

Sieben Schmerzen Oberzeuzheim

Nach rund 1,6 Kilometer von der Grillhütte entfernt, kommt ihr zu einer Kreuzung. Der Weg nach links führt zur Wallfahrtsstätte „Sieben Schmerzen“. Diese Wallfahrtsstätte hat ihren Ursprung im 14. Jahrhundert und geht auf die Marienverehrung der Zisterzienser von Marienstatt zurück. Am Fuße des Heidenhäuschens gibt es eine Quelle, welcher Heilkräfte nachgesagt wurden und weshalb der Ort der „Schmerzhaften Mutter“ im Wald gewählt wurde. Über Jahrhunderte prägte ein Bildstock mit Muttergottesstatue und Quelle die Wallfahrtstätte.

Sieben Schmerzen Oberzeuzheim

Um 1885 errichteten Angehörige des Priesters Ferdinand Heep die sieben kleinen Kapellchen. Bis 1977 förderten die Franziskaner die Stätte, bis heute übernimmt die Kolpingfamilie Oberzeuzheim die Pflege der Stätte. Bis heute ist es ein Ort der Ruhe und des Nachdenkens.

Bergauf zum Heidenhäuschen

Von den „Sieben Schmerzen“ geht es zurück zur Kreuzung. Zum Heidenhäuschen geht es weiter den Berg hinauf. Ein Holzschild weist den Weg weiter den Berg hinauf, um auf das Plateau zu gelangen, auf dem die Kelten siedelten. Das ganze Areal ist ein Naturschutzgebiet.

Heidenhäuschen Hadamar

Dieses Plateau liegt genau zwischen Ellar, Hangenmeilingen, Hintermeilingen, Oberweyer, Oberzeuzheim und Steinbach auf einer imposanten Basaltrippe. Daher ist es nicht nur von Steinbach aus zu erreichen, sondern auch bequem von allen anderen Orten aus. Das Plateau ist hauptsächlich aus vulkanischen Olivin Basalt und an manchen Steinen lässt sich die Basaltstruktur sehr gut erkennen. Zudem ist dieses Plateau mit 398 Metern die zweithöchste Erhebung im Landkreis.

Heidenhäuschen Hadamar -Spuren der Kelten

Nachdem der Aufstieg geschafft war mit Blick auf interessante Felsbrocken gab es eine herrliche Aussicht auf das Limburger Becken, das Elbbachtal sowie in den Westerwald hinein. Ein riesiges Holzkreuz ragt über dem Plateau hinaus. Von der ursprünglichen Mauer aus Steinen, Holz und Erde ist nur noch ein verstürzter Wall übrig. Im Westen gab es eine natürliche Sicherung durch die steinige Rippe.

Ausblick Heidenhäuschen Hadamar

Im Osten befindet sich ein kleines Plateau, auch Burg bezeichnet. Funde von Lehmstücken und Scherben lassen vermuten, dass es innerhalb des Walls eine Siedlung gab. Auch im Umland zu dieser Ringwallanlagen fanden Archäologen zahlreiche Zeugnisse keltischen Lebens. So befand sich in Sichtweite vom Heidenhäuschen das keltische Oppidum auf der Dornburg. Bei einer Wanderung auf dem Blasiussteig kommt ihr dort vorbei. Über den Keltenweg Dornburg erfahrt ihr noch mehr zur Keltengeschichte in der Region. Etwa 100 vor Christus wurden die Kelten von germanischen Stämmen verdrängt. Aber ihre Spuren haben sie bis heute in der Region hinterlassen.

Heidenhäuschen Pinterest

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Jakobsweg Lahn-Camino

Pilgern auf dem Lahn-Camino

Viele haben auf ihrer Bucket Liste stehen, einmal im Leben den Jakobsweg zu gehen. Wenn die Gedanken dahinwandern, geht es meistens um die letzten Kilometer entlang der Pyrenäen durch Spanien, den Camino Francés entlang, nach Santiago de Compostela.

Doch das Wandern auf dem Jakobsweg ist auch in Deutschland möglich. Im Landkreis Limburg-Weilburg lädt der Lahn-Camino zum Pilgern ein. Als Pilgerweg ist er noch nicht so bekannt, er gilt unter den Pilgern sogar als Geheimtipp. Mit einer schönen Wegführung lockt er ins Lahntal. Am Ende des Beitrages habe ich noch zwei Tipps für euch.

Lahn-Camino Pilgern Jakobsweg

Was ist der Jakobsweg?

Jeder hat schon mal vom Jakobsweg gehört, aber was verbirgt sich eigentlich dahinter? Das Zeichen der gelben Jakobsmuschel auf blauen Grund hat bestimmt jeder schonmal gesehen. Der Jakobsweg, ursprünglich Camino de Santiago, gehört zu den bekanntesten Pilgerweg in Europa. Alle Wege haben das Grab des Apostels Jakobus zum Ziel. Jakobus war einer der zwölf Jünger Jesu. Er wurde hingerichtet. Sein Leichnam wurde von seinen Freunden gestohlen und verschifft. Sieben Tag lang war er im Mittelmeer unterwegs bis das Schiff in Galicien an der Atlantikküste strandete. In Santiago de Compostela wurde er begraben.

So zumindest wird im 12. Jahrhundert der Ursprung dieser Pilgertradition beschrieben. Die erste Erwähnung dieses Weges reicht jedoch noch etwas weiter zurück, nämlich ins Jahr 1047.Bereits im Mittelalter war der Weg zum Grab des Apostels ein Ziel der christlichen Pilgerfahrt. Ein dichtes Netzwerk spannte sich bald über ganz Europa. Wiederbelebt wurde die Tradition 1970. Seit 1987 gilt er als europäische Kulturroute, durch den Europarat dazu ernannt. Der spanische Hauptweg ist seit 1993 UNESCO-Kulturerbe.

Lahn-Camino Pilgern Jakobsweg
Auf dem Lahn-Camino lohnt sich ein Abstecher zum Schloss Weilburg

Der Lahn-Camino ist insgesamt 140 Kilometer lang und geht in sechs Etappen von Wetzlar bis Lahnstein. 2001 wurde er ins Netz der deutschen Jakobswege mit aufgenommen und mit der stilisierten gelben Jakobsmuschel gekennzeichnet. Los geht es am Dom in Wetzlar bis zur Hospitalkapelle in Oberlahnstein. Die meiste Zeit ist der Weg identisch mit dem Lahnhöhenweg.

Im Landkreis führt der Lahn-Camino in zwei Etappen von Weilburg über Villmar nach Diez. Den Weg geht es 3.265 Höhenmeter hinauf sowie 3.370 Höhenmeter hinunter. Der Schwierigkeitsgrad ist als mittel ausgeschrieben. Neben schönen Wegen durch die Natur, wo die Gedanken fließen können, warten auch die schönen Altstädte Weilburg und Limburg auf einen kleinen Besuch. In Villmar lohnt sich ein Abstecher zum Unica-Bruch und einem Blick in die Vergangenheit.

Lahn-Camino Limburg

Zwei Etappen im Landkreis

Eine historische Streckenführung entlang der Lahn ist zwar nicht durchgängig belegt. Da die Pilgerrouten aber entlang von Handelsstrecken und Wasserwegen führten, ist es sehr wahrscheinlich, dass Pilger im Mittelalter diese Strecke nahmen. Es ist eine schöne Wanderroute, um abzuschalten und den Alltag zu vergessen.

Lahn-Camino Pilgern Jakobsweg

Die zweite Etappe von Weilburg nach Villmar beträgt 23,9 Kilometer und ihr benötigt etwas über sieben Stunden für diese Strecke. Etappe drei von Villmar nach Diez sind 20 Kilometer und mit 5,5 Stunden veranschlagt. Pilgerstempel gibt es im katholischen Pfarramt in Weilburg, in der Pilgerherberge Langhecke, in der katholischen Pfarrkirche Villmar sowie in der Pilgerstelle des Bistums Limburg.

Lahn-Camino Jakobsweg Limburg

In Oberlahnstein geht es von den Lahn-Camino auf den Rhein-Camino weiter in Richtung Süden. Und eine kleine Info zum Ende – wenn ihr den Lahn-Camino entlang lauft, wandert ihr auf den Spuren von Goethe. Im Herbst 1772 war er von Wetzlar nach Bad Ems unterwegs, um seinen Liebeskummer zu verarbeiten.

Meine zwei Tipps für Euch: Entlang der Strecke gibt es viele Möglichkeiten, eine Rast zu machen. Ans Herz legen möchte ich Euch das „Café im Bahnhof“ in Freienfels, wo ihr direkt neben einem alten Bahnwaggon rasten könnt. An der Lahn könnt ihr in Limburg rasten und ihr Plätschern bei einem kühlen Bier an der Obermühle genießen.

Lahn-Camino Pinterest

Weilmünster Geschichte und Natur

Weilmünster im Weiltal mit Geschichte und Hangsofas

Die ehemalige Handelsstraße und heutige Hessenstraße führt von St. Goar nach Kassel. Strategisch günstig lag das Fleckchen im Weiltal und entwickelte sich zum Marktflecken Weilmünster. Zwar nicht der touristische Hotspot im Landkreis Limburg-Weilburg, hat diese Gemeinde im Weiltal einige interessante Ecken. Der erste Besuch ist ein Kratzen an der Oberfläche, es empfiehlt sich auf alle Fälle ein weiterer Aufenthalt.

Weilmünster Kirberg Turm

Zeichen der händlerischen Bedeutung ist der Kirbergturm, welcher rund 25 Meter über dem heutigen Zentrum wacht. Der Turm wurde um 1600 als Teil der Befestigungsanlage um Weilmünster erbaut und in seiner Nähe ist noch ein Stück Mauer vorhanden. In einer Kurve gelegen bietet sich von dort aus ein schöner Blick über den Marktflecken. Die Häuser stehen dicht an dicht und bilden eine fest geschlossene Häuserzeile, durch welche sich enge Gassen schlängeln. Es mutet ein wenig an wie ein Dorf im Dornröschenschlaf.

Marktflecken Weilmünster

Ein wenig in die Geschichte geschaut ist Weilmünster die größte Kommune im Weiltal und zählt auch zu den ältesten Orten Nassaus. Die erste urkundliche Erwähnung von „Weilmonstre“ stammt aus dem Jahr 1217. Aber da existierte bereits ein Kirchdorf, welches wohl an die 300 Jahre alt war. Die Kirche in Weilmünster soll die älteste Kirche im Landkreis sein. Dem Kloster Fulda wurde 821 ein Hof in der Gemarkung Weilmünster geschenkt und dieses Kloster erbaute im 9. Jahrhundert wahrscheinlich die Kirche. Um 1600 erhielt der Marktflecken Marktrechte und seitdem bis heute lockt die Gemeinde übers Jahr mit verschiedenen Märkten.

Weilmünster Steinkirche
Kapelle auf dem Vitos-Gelände

Neben der größten Gemeinde im Weiltal und der ältesten Steinkirche im Landkreis kann sich Weilmünster noch ein drittes Attribut auf die Fahne schreiben, denn es handelt sich mit um eine der waldreichsten Gemeinden in Nassau. Und es sind diese Wälder, welche zu Ausflügen locken.

Wirtschaftliche Glanzzeiten

Die Böden waren reich an Eisenerz und so erlebte der Ort im 16. Jahrhundert eine wirtschaftliche Blüte. 1860 wurde die Weilstraße erbaut, 1897 die Landesheil- und Pflegeanstalt und viele Jahre gab es einen Eisenbahnlinie nach Usingen. Und auch wenn von dieser Blüte heute nur noch leere Gebäude, stillgelegte Gleise und alte Loren in den Ortsteilen erzählen, lohnt sich ein Besuch dort.

Weilmünster

Im Ort selbst begegnen den Besuchern einige interessante Gebäude. In relativer Nähe zueinander finden sich das alte Amtshaus, die evangelische Kirche sowie das Rathaus. Interessant an der evangelischen Kirche ist der viereckige Wehrturm aus dem 12./13. Jahrhundert. In der Heimatstube, einem Fachwerkhaus aus dem Jahr 1700 befindet sich das heutige Heimatmuseum.

Weilmünster Geschichte und Natur

Zum 800-jährigen Bestehen von Weilmünster wurde eine spezieller Jubiläumscache angelegt, um den Ortskern und die Geschichte mit Spiel und Spaß zu entdecken. Diesen gibt es bis heute und bietet nochmal eine ganz andere Möglichkeit, diesen Ort zu entdecken. Dieser geht rund 2,5 Kilometer und dauert 90 Minuten.

Ausflüge in die Natur

Zahlreiche gut ausgebaute Rund- und Wanderwege ziehen die Besucher nach Weilmünster. Der Weiltalweg vom Feldberg bis nach Weilburg führt an Weilmünster vorbei. Mitten im Taunus gelegen gibt es verschiedene Panoramapunkte, die einen Blick in den Taunus hinein gewähren. Auf dem Bieler Berg gibt es bereits ein Hangsofa, welches zum Verweilen einlädt.

Weilmünster Hangsofa Bieler Berg

Der Blick kann ins Tal schweifen oder zum Feldberg. Weitere Hangsofas sind als Blickpunkte rund um Weilmünster geplant. Alle diese Panoramablickpunkte um den Marktflecken können vom Marktplatz aus angelaufen werden und von jedem Punkt bietet sich jedes Mal ein anderer Ausblick.
In Möttau lädt der Möttauer Weiher zu einem Rundgang ein. Mitten in der Natur könnt ihr abschalten und die Umgebung auf euch wirken lassen. Mit einem kleinen Sprung über die Grenze des Landkreises könnt ihr in Altenkirchen bei „Guck ins Loch“ einen Blick auf den aktiven Diabas-Steinbruch werfen – dieser kleine Abstecher lohnt sich, obwohl er sich nicht mehr im Landkreis befindet.

Weilmünster Möttauer Weiher

Zahlreiche Ferienwohnungen sowie ein Stellplatz für Wohnmobile laden dazu ein, als Startpunkt die Umgebung zu erkunden.

Weilmünster Pinterest

Blasiussteig Dornburg

Um Dornburg herum auf dem Blasiussteig

Auf eine Länge von 20,8 Kilometern geht es über den schönen Blasiussteig rund um Dornburg herum. Für den gesamten Weg sind rund sechs Stunden veranschlagt, aber auch Teilstücke können ohne Probleme gelaufen werden, denn in jedem Ortsteil von Dornburg kommt ihr auf den Blasiussteig drauf. Der Wanderweg führt an touristisch exponierten Stellen vorbei, nimmt die Wanderer mit in die Vergangenheit und eröffnet einen geologischen Blick.

Blasiussteig Dornburg Frickhofen

Eine Möglichkeit, auf den Blasiussteig zu kommen, besteht am Bahnhof Frickhofen. Auf einer Wanderkarte könnt ihr euch eine Übersicht zum Weg verschaffen, bevor es losgeht. Folgt immer dem weißen, geschwungenen „B“ auf orangenem Untergrund.

Folgt dem orangen Schildern

Der erste Teil der Strecke führt an den Bahngleisen auf einem gut ausgebauten Weg entlang, bevor es ein Stück bergauf geht und in den kühlen Wald hinein. Doch nicht nur die Natur wartet auf die Wanderer.

Blasiussteig Dornburg

Bei Wilsenroth geht es durch ein Naturschutzgebiet, einem ehemaligen Basaltsteinabbau. Noch heute weisen riesige Säulen, welche eng aneinander stehen auf die Strukturen der Basaltsteine hin. Diese wurden bis 1989 abgebaut, bevor der Abbau eingestellt wurde.

Blasiussteig Dornburg Naturschutzgebiet

Jetzt lässt sich wunderschön beobachten, wie sich die Natur die Fläche zurückholt. In der Basaltwand nistet ein Uhu-Pärchen und auch andere Vögel finden in den Wald- und Heckenstrukturen Brut- und Jagdgebiete. Neben den Vögeln bietet dieses Gebiet auch zahlreichen seltenen Amphibien wie der Gelbbauchunke oder der Kreuzkröte einen Lebensraum. In kleinen Tümpeln sind je nach Jahreszeit Kaulquappen oder kleine Frösche sowie Lurche zu beobachten.

Blasiussteig Dornburg Wilsenroth

Am oberen Rand des Basaltsteinbruchs kommt ihr an einer Streuobstwiese entlang. Nur noch ein Schild weist auf den Namensgeber der Gemeinde hin – die Dornburg.

Kelten siedelten hier

Oben auf der 396 Meter hohen Basaltkuppe, welche prägend für die Landschaft im Oberwesterwald ist, siedelten sich im 6. Jahrhundert vor Christus Kelten an und haben ihre Spuren hinterlassen. Reste einer Ringwallanlage aus der La-Tène-Zeit weisen noch heute darauf hin. Der Basaltabbau hat seine Spuren hinterlassen und hat das ehemalige Plateau auf 18 Hektar schrumpfen lassen. Von 3400 Metern Ringwall sind heute noch 1200 übrig. Auf dem Keltenweg erfahrt ihr einiges zu dieser Zeit.

Blasiussteig Dornburg

Traurige Liebesgeschichte

Den Weg weiter gelangt ihr zum Hildegardisfelsen, von dem aus es einen fantastischen Ausblick ins Limburger Becken sowie zu den nördlichen Ausläufern des Taunus gibt. Der Fels hat einen magmatischen Ursprung, denn im Westerwald herrschte eine große vulkanische Aktivität. Der Felsen erzählt die Geschichte von Hildegard und ihrer unglücklichen Liebe zur Raubritter Ruprecht von Ellar. Die Geliebte befreit den Ritter aus dem Verlies und dieser verübte als Dank Vergeltung und legte die Stadt in Schutt und Asche. Tief erschüttert sprang Hildegard vom Felsen und nahm sich somit das Leben. In der Nähe des Felsens befinden sich ebenfalls die Überreste der frühromanischen Hildegardiskapelle aus dem 12./ 13. Jahrhundert sowie des Hildegardisbrunnen.

Blasiussteig Dornburg

Nun führt der Weg etwas bergab und ihr kommt an einem geologischen Phänomen vorbei. Aufgrund der Basaltstruktur hat sich dort ein Schlott im Gestein gebildet, der dafür sorgt, dass selbst im Hochsommer kühle Luft herausströmt. Passend dazu, weil bis in den Sommer hinein sich Eis im Schacht hält, heißt diese Stelle auch das Ewige Eis. Ihr befindet euch jetzt am Südhang des Plateaus. Am Ewigen Eis befindet sich ein Parkplatz, von dem zurück nach Frickhofen gewandert werden kann. Ihr könnt aber auch wieder hoch aufs Plateau wandern und über Wilsenroth der Beschilderung folgen. Dieser Weg führt euch direkt zur Blasiuskapelle. Früher wahrscheinlich ein heidnischer Kultort wurde die Kapelle auf dem Blasiusberg um 1150 errichtet. Bereits ab 630 stand dort eine hölzerne Kapelle. Von dort habt ihr einen wunderschönen Blick ins Tal.

Von der Blasiuskapelle weiter

Von der Blasiuskapelle weiter geht es durch den Wald zum Dornburger Ortsteil Dorndorf weiter. Der Weg führt über den Watzenhahn, die höchste Erhebung in der Region mit 440 Meter über NN.

Wanderung Blasiussteig

Gipfelkreuz am Blasiussteig

Dreiherrenstein

Ein besonderer historischer Punkt ist der Dreiherrenstein mittem im Wald am Blasiussteig. Ein wenig unscheinbar steht dort ein Grenzstein, welcher den einstigen Grenzlauf zwischen den Grafschaften Nassau-Oranien, Leiningen-Westerburg sowie dem Kurfürstentum Trier darstellt. Laut einer Erzählung trafen sich im 16. Jahrhundert die Herrscher sich an diesem Ort zu Verhandlungen. Heute markiert dieser Punkt im Wald die Grenze zwischen Hessen und Rheinland-Pfalz. Der Dreiherrenstein ist ein Geotop im Geopark Westerwald-Lahn-Taunus.

Geotop Dreiherrenstein

In Dorndorf könnt ihr im Scheunencafé eine Rast einlegen und die Wanderung nachwirken lassen.

Scheunencafé Herdering

Diesen Rundwanderweg haben die Verkehrs- und Verschönerungsvereine Frickhofen, Dorndorf und Thalheim gestaltet und pflegen ihn. Ein Rundweg existierte bereits vor dieser Initiative, doch war er weder bekannt noch gut beschildert. Dies haben die Ehrenamtler geändert. Der Blasiusberg als Wahrzeichen der Gemeinde Dornburg ist auch Namensgeber des Blasiussteiges. Für den Weg mit einigen Höhenmetern Unterschied ist festes Schuhwerk empfohlen.

Mehr zum Blasiussteig erfahrt ihr auf der Homepage.

Blasiussteig Dornburg