Kanutour Lahn

Paddeln durchs romantische Lahntal

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Über 245 Kilometer lang schlängelt sich die Lahn durch Mittelhessen bis nach Rheinland-Pfalz, wo sie bei Lahnstein in den Rhein mündet. Im Landkreis Limburg-Weilburg fließt der Fluss durch das Weilburger Lahntalgebiet und das Limburger Becken. Die Lahn könnt ihr auf dem Lahnwanderweg erkunden. Doch auch zu Wasser lässt sich das Lahntal erleben. Für Paddler zählt die Lahn mit zu einem der schönsten Flüsse in eutschland. Abwechslungsreiche Landschaften, zum Teil unberührte Natur und kulturhistorische Sehenswürdigkeiten lassen sich entdecken.

Fischreiher Lahn Lahntal

Sehr vielfältig lässt sich die Lahn erleben. Sportlich aktiv mit dem Kanu oder dem SUP ist eine Art. Aber ihr könnt euch auch einfach treiben lassen. Sportbegeisterte und Erholungssuchende kommen beide auf ihre Kosten. Oder ihr kombiniert beides miteinander. Neben der Natur gibt es einiges entlang der Strecke von Löhnberg über Weilburg, von Villmar nach Runkel bis hin nach Limburg zu entdecken.

Lahn Kanu tour

Mehrere Schleusen warten auf der Strecke, um die Höhenunterschiede zu überwinden. Mit purer Muskelkraft kann sich hier jeder am Schleusen versuchen.

In Weilburg befindet sich Deutschlands einmaliger und einzige Schifffahrtstunnel. Damit nehmen die Bootsfahrer eine Abkürzung und fahren nicht die große zwei Kilometer lange Schleife um Weilburg herum.

Lahn Kanu Tour Weilburg

Dadurch erhalten sie zwar nur einen kleinen Blick auf einen Teil des Weilburger Schlosses, aber dafür geht es mit 195 Metern durch den längsten, befahrbaren Schiffstunnel. Dieser Tunnel wurde in den Jahren 1844 bis 1847 errichtet und zählt damit auch zu den ältesten Schifffahrtstunnel in Deutschland. Zwei Schleusen müssen hierbei durchfahren werden und insgesamt wird ein Höhenunterschied von 4,65 Metern überwunden.

Lahn Kanu Tour

Abwechslungsreiches Lahntal

Doch noch mehr erwartet die Wassersportler. Neben dem Schloss thronen Burgen über der Lahn wie in Runkel und auf die Kalkfelsen ergeben sich völlig neue Perspektiven vom Wasser aus. Sehr viele Brücken queren die Lahn und zeigen unterschiedliche Konstruktionen. Nebenflüsse münden in die Lahn wie kurz vor Weilburg die Weil in der Guntersau oder der Elbbach bei Limburg. Zahlreiche Lebewesen lassen sich im und am Wasser beobachten. Fischreiher stehen am Ufer. Schwäne begleiten die Boote ein Stück. Nicht erschrecken, wenn ab und an ein Fisch aus dem Wasser springt.

Auch wenn immer wieder flache Stellen dazu verleiten, Rast zu machen, muss darauf hingewiesen werden, dass dies nicht erlaubt ist. Laut Verordnung über das Landschaftsschutzgebiet Auenverbund Lahn-Dill gibt es feste Ein- und Ausstiegsstellen. Alle anderen Stellen zum Anlegen sind verboten zum Schutze der Natur. Genauso das Stören der Tierwelt wie durch übermäßigen Lärm und das Hinterlassen von Müll ist im Landschaftsschutzgebiet verboten. Gegenseitige Rücksichtnahme ist das oberste Gebot.

Lahn Kanu Tour

Ihr könnt die Lahn in mehreren Etappen erkunden. Für den Landkreis selbst bieten sich zwei bis drei Tage an, um die Strecke zu fahren.

Lahn Kanu Muschel

Ein- und Ausstiegsstellen

An den Streckenabschnitten der Lahn im Landkreis Limburg-Weilburg gibt es 18 Stellen für den Ein- und Ausstieg. Erkundigt euch bei Fragen auch nochmal bei eurem Verleiher, was erlaubt ist und was nicht.

  • Löhnberg-Selters Slipanlage Wasserskistrecke (linkes Ufer, km 34,8)
  • Löhnberg-Bahnhof (rechtes Ufer, km 36,2)
  • Weilburg-Ahausen an der Brücke südlich Ahausen (linkes Ufer, km 38,2)
  • Weilburg Bootsverleih (rechtes Ufer, km 39,5)
  • Weilburg-Odersbach Brücke (rechtes Ufer, km 44)
  • Weilburg-Odersbach Campingplatz (rechtes Ufer, km 44,4)
  • Weinbach-Gräveneck Campingplatz (linkes Ufer, km 48,6)
  • Weinbach-Fürfurt Bahnhof (linkes Ufer, km 51)
  • Villmar-Aumenau Treppe am Brunnen (rechtes Ufer, km 54,3)
  • Runkel-Schadeck beim Eisenbahner Sportverein (rechtes Ufer,km 61)
  • Villmar Slipanlage (linkes Ufer, km 62,4)
  • Runkel: Slipanlage (rechtes Ufer,km 65), Campingplatz (linkes Ufer, km 66) sowie Dehrn Brücke (rechtes Ufer, km 71,6)
  • Limburg: Dietkirchen (rechtes Ufer, km 73,2), Slipanlage BAB:Brücke (rechtes Ufer, km 75,3), Campingplatz (rechtes Ufer, km 75,6) sowie Busparkplatz (linkes Ufer, km 76,9)

Rastplätze

Im Landkreis gibt es für Kanufahrer zwei Rastplätze:
  • Weinbach-Fürfurth Schleuseninsel (km 51,1)
  • Runkel Schleuseninsel (linkes Ufer, km 65,2)

Ausleihstellen für Kanus an der Lahn

Insgesamt 160 Kilometer des Flusses lassen sich in 17 Abschnitte befahren. Mehrere Vermieter entlang der Lahn bieten ihre Leistungen an.

  • Willi`s Bootsverleih Fürfurth, Touren von Löhnberg bis Fürfurth oder von Fürfurth bis Runkel möglich, 31 Euro für einen 2er bis 60 Euro für einen 5er
  • Entlang der gesamten Lahn sind Stützpunkte von Lahntours vorhanden, so dass der Fluss in seiner gesamten Länge erkundet werden kann. Dieser Verleiher bietet verschiedene Touren an- von einem Tag sowie Kurztouren über mehrere Tage. Mehr dazu auf der Internetseite von Lahntours. Die Preise beginnen bei 29,50 Euro pro Person inklusive Transfer. Der Samstags- und Feiertagszuschlag beträgt 4 Euro.
  • Lahnkanu, der ebenfalls von Gießen bis Limburg vertreten ist. Preise waren auf der Internetseite nicht zu finden.
  • Kanuverleih in Weilburg, die Preise gelten pro Boot und gehen los bei 30 Euro für ein Einer-Kajak bis 65 Euro für ein Familienvierer. Ein Personentransport ist nicht enthalten.
  • Krumos Kanuverleih ab Solms, ab 33 Euro für Einer bis 72 Euro für Vierer
  • Kanu-Verleih Oberlahn ab 30 Euro Einer bis 65 Euro für Vierer
  • Lahn-Piraten ab 30 Euro für Einer bis 65 Euro für Vierer.

*Die Preise gelten pro Tag. Mit enthalten sind ein Paddel pro Person, eine Schwimmweste sowie eine wasserdichte Tonne pro Kanu.

An jeder öffentlichen Anlegestelle befindet sich ein Bahnhof der Lahntalbahn. Somit kommt jeder gut zu den Ausleihstellen hin und wenn die Kanu-Tour auf der Lahn zu Ende ist, kommt man auch wieder schnell nach Hause. Mehr zum Lahntal findet ihr ebenfalls auf der sehr übersichtlichen Internetseite Lahntal.

Lahn Kanu Tour

6 Kommentare

  • Klemm Jürgen

    Ohne Frage ist das Lahntal ein wunderschönes Erlebnis.
    Aber leider hat man in dem Beitrag vergessen die zweite Seite der Medaille zu benennen.
    Zurückgelassener Müll von Bootsfahrern,
    Zerstörte Fischgründe,Vögel die im Brutgeschehen gestört werden.Zerstörte Uferbereiche,da überall die Boote anlegen damit besonders die alkoholisierten Bootsfahrer ihre Notdurft verrichten können.
    Gerade Kirschhofen kann ein Lied davon singen.Die Bootverleiher machen ihre Geschäfte,aber die Anlieger profitieren wenig davon.Die nötige Infrastruktur fehlt und die Natur hat auch das Nachsehen.Die Verantwortlichen haben keine Nachteile zu fürchten.

  • Gegenseitige Rücksichtnahme ist das oberste Gebot. – Dies ist ein wichtiger Satz in dem obigen Beitrag, denn der Natur- und Lebensraum „Lahn“ funktioniert nur, wenn er nicht kaputt gemacht wird. Die Anlieger-Kommunen, die sich ja alle über viele Touristen freuen, sind hier gefordert, die erforderliche Infrastruktur bereit zu stellen. Saubere Toiletten gehören dazu, genauso wie Mülleimer, die regelmäßig geleert werden. Natürlich müssen Bootstouristen auch einkaufen können, auch das muss am Ufer möglich sein. Es gilt, auch die vorgegebenen Regeln zu beachten. In Nationalparks in Deutschland gibt es die „Ranger“, die Touristen führen, informieren und auch für angemessenes Verhalten sorgen. Warum nicht im Lahntal so etwas auch versuchen? Natürlich, das kostet Geld. Doch wer Geld verdienen will, der muss auch vorher Geld in die Hand nehmen. Die Verfasserin des obigen Beitrages hat die Situation an der Lahn sehr treffend und eindrucksvoll beschrieben. Wir alle sind gefordert, diesen Zustand zu erhalten, damit Naturliebhaber und Touristen weiterhin ihre Freude an der Lahn haben.

  • Werbung für die Lahn?
    Ich war am Mittwoch im Landtag in WI bei einem „Runden Tisch“ Tourismus Hessen. Es waren ca. 40 Personen da. Janine Wissler hatte die Leitung, Minister Al Wazier war ebenso anwesend. Ich merkte schnell, dass ich wieder einmal (wie fast immer!) eine Außenseiter-Rolle einnehmen musste, denn alle anderen waren Toursitik-Delegierte unterschiedlichster Verbände und Behörden und hatten nur im Sinn, noch mehr Touristen an die Lahn zu bekommen und das Hauptthema war Werbung für noch mehr Touristen und natürlich viele Zuschüsse vom Land, um diesen weiter anzukurbeln. Es stand lediglich Geld im Mittelpunkt! Mit keinem Wort ging es um Probleme mit dem Tourismus und schon gar nicht um Tourismus und dessen Übernutzungen auf- und an der Lahn.
    So hatte ich den Part, die Position der mit dem Tourismus zusammenhängenden Probleme der Ökologie infolge der (Über-) Nutzungen vor allem entlang der Fließgewässer zu vertreten. Da war am allerdings nicht scharf drauf. Ich stellte dann die Fließgewässer, Ufer und Auen und die überall direkt am Wasser gebauten und geteerten Radwege in den Mittelpunkt meiner Ausführungen.
    In diesem Bereiche existieren 60 bis 70% aller Tierarten, d.h. die Biodiversität ist gerade in diesen übergenutzten Bereichen am höchsten und gerade da sind auch die Störungen durch Nutzung ebenso am größten. In diesem Jahr ist es wegen Corona besonders grvierend und die Nutzer von Verleihbooten steigen bei dem Niedrigwasser überall in trockengefallenenen Flachwasserzonen aus, was verboten ist. Wenn sie weg fahren, lassen sie häufig Abfall (Plastik!) liegen, der dann vom Wasser mitgeschleppt wird. Plastik im im Meer wird uns Menschen noch enorme Probleme bereiten, denn dieses bekommen wir in Form vo Fischfleisch wieder auf den Tisch und es reichert sich als Mikroplastik – wie in den Fischen – auch in unseren Körperzellen an und wer weiß heute, was daraus durch Anreicherung noch folgen wird?
    Wasserqualität im Sommer bei Niedrigwasser: Derzeit fließt in der Lahn ca. 20% Frischwasser und 80% Abwasser aus Kläranlagen (eine gute mech.-biol. KLäaranlage kann max. 92% der organischen Fracht abbauen, was bedeutet, dass 8% der Abwasserfracht überall in die Lahn geleitet wird. Im Sommer ist Wasserverbrauch auch in den HH am höchsten. Alle Wassertiere leiden unter der Wärme und Sauerstoffproblemen, weil wenig Sauerstoff im waremen Wasser gelöst werden kann.
    Boote dürfen an der gesamten Lahn nur an den ausgwiesenen Ausstiegsstellen angelandet werden (siehe FFH-Gebiete und Naturschutzgebiete). Ebenso müssen von den Bootsverleihern die Mieter der Boote vor Fahrtbeginn eingewiesen werden, damit dies alles unterbleibet und kein Abfall ins Wasser gelangt. Auch auf den Radwegen ist reger Verkehr! Früher waren das Spazierwege, die heute von Fußgängern nur noch unter Lebensgefahr genuzt werden können, da dort mit Helmen und Tirkots bekleidete Raser unterwegs sind, die glauben, der Wege gehöre ihnen allein! Fußgänger werden angepöbelt und beleidigt. Es ist eine Schande, das die geteerten Radwege direkt am Ufer entlang geführt sind. Täglich und besonders nach Regen werdeb täglich zwischen Marburg und Lahnstein Hunterttausende Tiere wie Kleinsäuger, Schnecken, Insekten, Würmer aller Arten, Schlangen und andere Mehr, von den Radfahrern überfahren. Auf 500 Metern habe ich mit meinen Enkeln fast 1200 Tiere gezählt – wie viele sind dies auf den etwa 200 Kilometern zwischen Marburg und Lahnstein? Es „juckt“ scheinbar niemdanden so viele unserer Mitgeschöpfe zu töten!
    Ich bitte alle Menschen, die sich auf für unsere Natur und Umwelt sowie für intakte Gewässer einsetzen, dafür einzutreten, dass Übernutzungen in unserer Natur und vor allem in den Gewässern vermieden werden. Wenn man Nutzer ist, sollte man sich entsprechend zurücknehmen und behutsam verhalten. Helfen Sie bitte alle mit, dass die EU-Wasserrahmenrichtlinie zu 100% der Vorgaben umgesetzt werden, um die „gute Wasserqualität, die Durchgängigkeit und die gute Struktur“ auch an der lhan erreicht wird! Es sollte alles bis Ende 2015 fertig sein und lt. EU werden Strafen folgen mit mindestens 100.000 € und max. 800.000 € pro Tag! Das an der Lhan laufende Projekt „LiLa-Lahn“ soll jedoch die Umsetzung der EU-WRRL aushebeln – dass müssen wir gemeinsam verhindern! Melden Sie sich zu Wort und fordern Sie die Umsetzung der EU-WRRL! Setzen Sie sich für eine intakte Lahn als fließendes Gewässer ein, sodass auch die Lachse wieder in der Lahn bis nach Laasphe schwimmen und sich dort wie früher massenhaft vermehren können (Laasphe ist abgleitet von dem althochdeutschen Wort „Lassafa“, was neudeutsch: „Lachswasser“ bedeutet“).. Den Lachsbach gibt es heute noch in Laasphe – des weieteren gibt es eine Lachsbachschule und eine Lachs-Apotheke in Bad Laasphe und wer sich eine Flache Wacholder in Laasphe kauft, erhält eine Flsche „Lachswasser“ Diese Tradition holen wir uns insgesamt an die Lahn zurück und fordern dies mit vereinten Kräften! Danke dafür an alle, die das gelesen haben! Bitte weit verbreiten!
    Winfried Klein, Vorsitznder der iG-LAHN e.V.

  • Jürgen Steinborn

    Der Beitrag von Winfried Klein zeugt von einer umfänglichen Gewässerkenntnis und fordert alle Andersdenkenden dazu auf, sich ausreichende Sachkenntnis zu verschaffen, um durchdachte Entscheidungen im Interesse nachfolgender Generationen treffen zu können, statt haltlose Eigeninteressen nachzugehen.

  • Vielen Dank für die Korrektur Ihres Beitrags und den Hinweis auf die Verordnung …

    Appell an die Bootfahrer: bitte nehmt Euer Leergut wieder mit und entsorgt es an den Bootsabgabestellen.
    Wenn Ihr den Müll irgendwo hinterlasst, müssen ihn Freiwillige wegräumen

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