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Monat: August 2026

Fossilienfeld Löhnberg

Fossilienfeld Löhnberg – Reise in die Vergangenheit

Das Fossilienfeld „Hinter der Mahrheck“ bei Löhnberg ist für mich mehr als nur ein interessanter Ort auf der Landkarte. Während meiner Zeit in Löhnberg hatte ich die Gelegenheit, die Fundstelle selbst kennenzulernen und dort nach den Spuren einer fast 400 Millionen Jahre alten Vergangenheit zu suchen. Einige Fossilien konnte ich dabei selbst finden. Heute, da das Fossilienfeld für Besucher erlebbar werden soll, ist das für mich ein schöner Anlass, auf diesen besonderen Ort zurückzublicken.

Zwischen Niedershausen und Obershausen liegt ein Ort, an dem die Erdgeschichte sichtbar wird. Im Fossilienfeld „Hinter der Mahrheck“ geben Gesteine und Fossilien einen außergewöhnlichen Einblick in eine Zeit, als Löhnberg noch am Rand eines devonischen Meeres lag. Wer heute durch die Landschaft rund um Löhnberg wandert, bewegt sich auf einem Untergrund, der Geschichte erzählt. Rund 393 Millionen Jahre ist der Leun-Schiefer alt, der bei Löhnberg aufgeschlossen ist. Er ist Teil des rechtsrheinischen Schiefergebirges. Im Devon sah die Region vollkommen anders aus. Das Gebiet lag im Devon unter Wasser, war Teil eines Meeresarmes und befand sich in der Nähe des Äquators. Erst die gewaltigen Bewegungen der Erdplatten brachten die vollmarinen Sedimente im Laufe von Jahrmillionen an ihren heutigen Platz.

Ein besonders spannendes Kapitel dieser Erdgeschichte begann 2014. Damals wurde zwischen Niedershausen und Obershausen in der Flur „Auf der Mahrheck“ oder manchmal auch „Hinter der Mahrheck“ durch Zufall eine außergewöhnliche Fossillagerstätte durch den Geologen Dr. Jens Schneider entdeckt. Die Gemeinde ließ daraufhin im Sommer 2014 einen etwa 2.000 Quadratmeter großen Schurf anlegen. Auf einer Länge von rund zwölf Metern konnte dort der etwa 393 Millionen Jahre alte Leun-Schiefer untersucht werden. Heute handelt es sich um ein paläontologisches Bodendenkmal.

Fossilienfeld Löhnberg

Fossilienfeld Löhnberg – Ein Schatz aus dem Devon

Schon bald zeigte sich, dass hier etwas Besonderes verborgen lag. Vor allem die zahlreichen Trilobiten machten die Fundstelle wissenschaftlich interessant. Trilobiten waren ausgestorbene Gliederfüßer, die über viele Millionen Jahre zu den charakteristischen Bewohnern der Meere gehörten. Im Fosslienfeld Löhnberg wurden zahlreiche verschiedene Formen entdeckt. Bislang konnten mehr als ein Dutzend Trilobiten-Gattungen dokumentiert werden, darunter auch Arten, die zuvor noch nicht wissenschaftlich beschrieben worden waren. Für die Paläontologie sind solche Funde weit mehr als schöne Fossilien. Anhand der Arten lässt sich beispielsweise untersuchen, welche Lebewesen in bestimmten Zeitabschnitten vorkamen und wie sich ihre Verbreitung über verschiedene Regionen entwickelte. Die Löhnberger Funde können helfen, die Lebensräume und die geografische Situation des Devons besser zu verstehen. Das macht die Fundstelle zu einem echten paläontologischen Schatz vor unserer Haustür.

Neben der hohen Dichte an Trilobiten gab es weitere ungewöhnliche Funde wie der einzige, vollständige Fossilienfund eines Nautilus subtuberculatus (heutige Perlboote) außerhalb von Tschechien. Es ist ein ungewöhnliches Exemplar mit einem Gehäuse, welches mit Stacheln besetzt ist. Auch Cephalopoden, sogenanne „Kopffüßler“, sowie Mollusken und Korallen wurden in dem Gestein gefunden.

Fossilienfeld Löhnbgerg

Wenn ein Trilobit den Namen Löhnberg trägt

Wie außergewöhnlich die Funde sind, zeigt sich auch bei den wissenschaftlichen Namen. Eine der neu beschriebenen Arten trägt den Namen Kettneraspis loehnbergensis. Löhnberg ist damit unmittelbar in die wissenschaftliche Erforschung der devonischen Trilobitenfauna eingegangen. Insgesamt listet die 2023 erschienene wissenschaftliche Publikation von Martin Basse und Peter Müller mehrere neu beschriebene Arten aus den Löhnberger Funden auf. Die Publikation trägt den Titel „Trilobiten aus dem Leun-Schiefer und Leun-Kalk von Löhnberg und Leun in der zentralen Lahn-Mulde in Hessen“. Sie erschien als Band 37 der Beihefte des Mainzer Naturwissenschaftlichen Archivs und umfasst 211 Seiten. Die wissenschaftliche Arbeit zeigt, dass die Grabungen weit mehr hervorgebracht haben als einzelne spektakuläre Fossilien. Die Fundstelle liefert ein außergewöhnlich detailliertes Bild einer devonischen Tierwelt.

Fossilienfeld Löhnberg - Publikation

Ein Teil dieser Geschichte ist heute im Löhnberger Wassermuseum zu sehen. Dort werden Funde aus der Fossillagerstätte präsentiert. An der Fassade des Museums befindet sich außerdem eine vergrößerte Darstellung von Kettneraspis loehnbergensis.

Ein Fenster in eine längst vergangene Welt

Die Fundstelle „Hinter der Mahrheck“ ist deshalb nicht einfach ein Steinbruch oder eine Stelle, an der man interessante Steine finden kann. Sie ist ein paläontologisches Bodendenkmal. Wer sich dort aufhält, steht gewissermaßen auf einem ehemaligen Meeresboden. Wo heute Felder, Wege und Wälder die Landschaft prägen, lebten vor fast 400 Millionen Jahren Trilobiten und andere Meerestiere. Neben den Trilobiten wurden auch weitere Fossilien aus der devonischen Meereswelt gefunden. Dazu zählen unter anderem Korallen, Tintenfische und Vorläufer heutiger Muscheln. Besonders faszinierend ist dabei der Gedanke, dass diese Spuren über Hunderte Millionen Jahre erhalten geblieben sind und schließlich ausgerechnet hier bei Löhnberg wieder ans Tageslicht kamen.

Koralle im Gestein

Jetzt wird das Fossilienfeld Löhnberg erlebbar

Für die Region ist die Wiederöffnung beziehungsweise Freigabe der Fundstelle eine schöne Nachricht. Das Fossilienfeld kann künftig nicht nur als wissenschaftlich bedeutender Ort wahrgenommen werden, sondern auch als spannendes Ziel für alle, die sich für Natur, Erdgeschichte und die eigene Heimat interessieren. Löhnberg besitzt mit der Mahrheck etwas, das man nicht jeden Tag vor der eigenen Haustür findet: ein Fenster in eine Welt, die fast 400 Millionen Jahre zurückliegt. Wer selbst einmal dort gestanden und einen Stein aufgeschlagen hat, versteht schnell, was die Faszination dieser Fundstelle ausmacht. Es ist ein besonderer Moment, wenn sich im unscheinbaren Schiefer plötzlich die Spur eines Lebewesens zeigt, das vor rund 393 Millionen Jahren in einem Meer lebte. Auch ich konnte dort eigene Fossilien finden: kleine Zeugnisse einer Zeit, die für uns kaum vorstellbar weit zurückliegt.

Die Trilobiten erzählen nicht nur die Geschichte ausgestorbener Meerestiere. Sie erzählen auch von der Bewegung der Kontinente, von längst vergangenen Meeren und von der geologischen Entwicklung unserer Region. Und vielleicht ist genau das der besondere Reiz dieses Ortes. Man muss nicht weit reisen, um Millionen Jahre Erdgeschichte zu entdecken. Sie liegt hier – zwischen Niedershausen und Obershausen – buchstäblich im Gestein. Wer künftig das Fossilienfeld besucht, sollte deshalb nicht nur nach einem besonderen Fossil Ausschau halten. Es lohnt sich, sich bewusst zu machen, dass man an diesem Ort auf Spuren einer Welt steht, die vor rund 393 Millionen Jahren völlig anders aussah.

Über die „Erlebnisregion Kallenbach e.V.“ unter der Forschungsleitung von Dr. Jens Schneider können Besucher das Fossilienfeld Löhnberg besuchen. Terminanfragen per Mail an info@erlebnisregionkallenbach.de

Mehr zur Erlebnisregion Kallenbach auch auf deren Instagram-Kanal.

 

Tag des offenen Denkmals Limburg-Weilburg

Tag des offenen Denkmals 2026 in Limburg-Weilburg: Diese Denkmale öffnen ihre Türen

Am 13. September 2026 ist deutschlandweit Tag des offenen Denkmals. Auch im Landkreis Limburg-Weilburg öffnen sich einige Türen an diesem Tag.

Jährlich öffnen sich deutschlandweit mehr als 6.500 Denkmaltüren am zweiten Sonntag im September. An diesem Tag könnt ihr sonst nicht zugängliche Orte entdecken, einen Blick in die Vergangenheit wagen oder Experten bei Restaurierungsarbeiten über die Schulter schauen. In diesem Jahr lautet das Motto „NetzWERKE: Denkmale und Infrastruktur“.

Tag des offenen Denkmals in Limburg-Weilburg

Straßen, Brücken, Bahnhöfe oder historische Rathäuser begleiten uns oft ganz selbstverständlich durch den Alltag. Doch sie sind weit mehr als Bauwerke aus Stein, Stahl oder Beton. Sie erzählen Geschichten von Menschen, die Handel trieben, Waren transportierten, zur Schule gingen oder neue Wege erschlossen. Sie verbinden Orte und Generationen miteinander.

Der Tag des offenen Denkmals 2026 rückt die historische Infrastruktur in den Mittelpunkt. Im Fokus stehen Bauwerke, die unsere Städte und Dörfer bis heute prägen, von alten Brücken und Bahnhöfen über Industrieanlagen und Mühlen bis hin zu Rathäusern, Schulen oder ehemaligen Versorgungsbetrieben. Viele dieser Denkmale erfüllen noch immer ihren ursprünglichen Zweck, andere geben als Museen oder Ausstellungsorte spannende Einblicke in die Geschichte unserer Region.

Am Tag des offenen Denkmals öffnen viele dieser besonderen Orte ihre Türen und laden dazu ein, Geschichte aus einer neuen Perspektive zu entdecken. Besucher erhalten die Gelegenheit, Bauwerke kennenzulernen, die unsere Heimat bis heute verbinden und das Leben vergangener Generationen geprägt haben. Im Landkreis Limburg-Weilburg gibt es insgesamt 35 Möglichkeiten, sich dem Thema anzunähern. Nachfolgend habe ich Euch einige Veranstaltungen an diesem Tag im Landkreis Limburg-Weilburg zusammengefasst.

Tag des offenen Denkmals in Weilburg

In Weilburg öffnen sich immer sehr viele Türen am Tag des offenen Denkmals. Dies ist dem Geschichtsverein Weilburg zu verdanken, der jedes Jahr ein sehr umfangreiches Programm zusammenstellt und tief in die Geschichte der Stadt eintaucht. Alleine 15 Orte und Begegnungsmöglichkeiten gibt es an diesem Tag. Und ich kann dies nur empfehlen.

Wer Weilburg an diesem Tag mal völlig neu entdecken möchte, dem empfehle ich die E-Bike-Tour mit Christian Radkovsky, zertifizierter Natur- und Landschaftsführer. In dieser zweistündigen Tour geht es entlang verschiedener Bauten, ihr kommt an den Highlights der Weilburger Denkmallandschaft sowie Zeugnisse historischer Infrastruktur und Industriekultur vorbei und erfahrt einiges über bedeutende Verkehrsdenkmale, die einst Menschen, Waren und Ideen miteinander verbanden und bis heute das Stadtbild prägen.

Eine besondere Form, die Stadt kennenzulernen und bereits ein Klassiker an diesem Tag ist die Geo-Schatzsuche zum Thema „„Auf den Spuren Martin Luthers und der Reformation in Weilburg“. Diese eignet sich besonders für Familien mit Kindern sowie Jugendliche.

Etwas ganz Besonderes wird an diesem Tag erprobt, eine Pop-Up-Stadtführung unter dem Titel „Weilburg zum Fühlen, Hören, Riechen und Schmecken“. Hierbei handelt es sich um ein neues, inklusives Führungsangebot, insbesondere mit Blick auf die Bedürfnisse nicht sehender und sehbeeinträchtigter Menschen. Aber auch alle anderen sind eingeladen, dieses Format mit kennenzulernen.

Neben diesen Besonderheiten gibt es auch bekannte Führungen wie im Jagdschloss Windhof, im Schloss Weilburg oder auch der Husarenstall. Es ist eine wunderbare Gelegenheit, tief in die Geschichte von Weilburg einzutauchen.

Spuren jüdischen Lebens

Ein weiterer Schwerpunkt an diesem Tag, der sich durch den gesamten Landkreis zieht, sind die Spuren jüdischen Lebens, welche sind in den verschiedenen Orten entdecken lassen. In Weilburg verstaltet die Arbeitsgruppe „Jüdisches Leben in Weilburg“ des Spielmann-Kulturverein eine fundierte Führung zur Geschichte des jüdischen Lebens. Diese findet bereits am Samstag statt.

In Hadamar ist die ehemalige Synagoge geöffnet. Neben einer selbständigen Erkundung finden auch Vorträge zum Thema statt und nachmittags ein Spaziergang durch Hadamar. Die ehemalige Synagoge in Schupbach öffnet ebenfalls ihre Türen. In Bad Camberg steht die ehemalige jüdische Schule und hier können die Besucher mehr zur Geschichte des Denkmals erfahren.

Sakralbauten laden zum Entdecken ein

Wer nochmal mehr über die verschiedenen Sakralbauten in der Region erfahren möchte, hat an dem Tag ebenfalls Gelegenheit dazu. Das Kloster Gnadenthal ist ein besonderer Ort im Goldenen Grund und lädt an diesem Tag die Besucher ein. Vor allem Familien werden angesprochen, denn die Ställe werden an diesem Tag geöffnet und laden mit Mitmach-Angeboten ein. Aber auch jeder andere is willkommen, mehr über die 790-jährige Geschichte zu erfahren.

In Hadamar wird die Fürstengruft und die Liebfrauenkirche geöffnet. Besucher können mehr zur Geschichte erfahren.

Ein buntes Programm findet rund um die katholische Pfarrkirche St. Nikolaus in Selters statt. Vier kurze Spielszenen an vier Standorten rund um die Kirche laden zur Entdeckung ein. Im Anschluss gibt es eine Ausstellung in der Kirche sowie einen kleinen Imbiss.

Dies ist nur eine kleine Zusammenstellung. Es haben noch einige Dorfmuseum an dem Tag des offenen Denkmals geöffnet und auch einige Wohnhäuser möchten ihre Geschichte erzählen. Einen Überblick über alle Veranstaltungen im Landkreis findet ihr auf der Seite vom Tag des offenen Denkmals.