Zum Hauptinhalt springen

Autor: Heike Lachnit

Auf dem Bild ist das Plakat zur Ausstellung von Martin Volk inmitten von grünen Pflanzen

Martin Volk – ein expressiver Künstler des Barocks

Das Diözesanmuseum hat zu einer Vernissage zur aktuellen Ausstellung „Martin Volk – Ein Hadamarer Künstler des Barocks“ eingeladen. Die Ausstellung ist noch bis zum 17. November 2024 zu sehen.

Die Figuren von Martin Volk sind in zahlreichen Kirchen in der Region zu sehen – der Hochaltar und die Kanzel der Liebfrauenkirche in Hadamar, die Seitenaltäre in der Kirche St. Peter in Niederzeuzheim, der Altar der Brückenkapelle im Limburger Dom oder auch die Reste des Hochaltars und die Kanzel in der St. Anna Kirche in Limburg. Dort befinden sie sich in einem Gesamtwerkkunstwerk. Auch der Hl. Nepomuk auf der Steinernen Brücke in Hadamar dürfte so manchem bekannt sein. Jetzt widmet sich das Diözesanmuseum in einer Sonderausstellung den Figuren von Martin Volk und einzeln für sich betrachtet, wirken sie völlig anders und das expressive, theatralische lässt sich nochmal mehr erfassen.

Auf dem Bild ist eine Skulptur zu sehen, die nach oben schaut und einen Schlüssel hält

700 Jahre Hadamar

Die Sonderausstellung findet im Rahmen des 700-jährigen Stadtfestes der Stadt Hadamar statt. Der Hadamarer Barock sowie die Hadamarer Schule sei Bestandteil der Stadtgeschichte, so Bürgermeister Michael Ruoff zur Eröffnung der Ausstellung. Daher sei er sehr dankbar, dass das Diözesanmuseum die Aufmerksamkeit auf diese Epoche lenkt. Einen Einblick gab Prof. Dr. Matthias Theodor Kloft, Direktor vom Diözesanmuseum.

Es sei schon sehr interessant, dass Martin Volk sowie die beiden Brüder Johann Theodor Thüringer und Johann Nikolaus Thüringer aus einem unbedeutenden kleinen Ort bei Münnerstadt, Franken, nach Hadamar kamen und hier in ihren Werkstätten wirkten. In ihren Kunstwerken finden sich immer wieder spätgotische Stilelemente des Künstlers Tilmann Riemenschneider (1460 – 1531), der seine Werkstatt in Franken hatte.

Die Hadamarer Schule fasst die künstlerischen Werkstätten zusammen, die es im 17. Jahrhundert in der Fürstenstadt gab. Hier kam es zum Zusammenwirken verschiedener Kulturorte, denn die Hadamarer Schule wie auch das Hadamarer Gymnasium besaßen eine hohe Qualität, so dass die Menschen für ihre Ausbildung nicht nach Weilburg oder Herborn gingen, sondern in die Fürstenstadt kamen. Und während es im Hadamarer Raum keine Figuren aus Mainz, Trier oder Köln zu finden gibt, wurden Figuren aus Hadamar in andere Kulturräume exportiert und sind u.a. auch im Rheingau zu finden.

Expressive Figuren

Doch was macht diese Figuren so besonders? Um dies herauszufinden, empfehle ich einen Besuch der Ausstellung oder einer der am Anfang erwähnten Kirchen. Die Figuren wirken lebendig. Durch die Haare scheint der Wind zu gehen, die Kleidung scheint in Bewegung. Die Figuren haben Charakter. Diese expressive Darstellung war ein Merkmal von Martin Volk. Bei den Jesuiten, die an ihrer Schule viel Theater spielten, ließ er sich inspirieren, so dass die Figuren theatralisch wirken, sich in Theaterposen befinden.

Auf dem Bild sind zwei Frauenfiguren mit Federn in der Hand zu sehen

Ihr außergewöhnliches Schaffen fiel mit der Geschichte zusammen. Im 16. Jahrhundert fand mit der Reformation der Bildersturm statt. Gemälde, Skulpturen und andere Kunstwerke der katholischen Kirche wurden zerstört, die Kirchen leergeräumt. Auch in Hadamar verbreitete sich das reformatorische Gedankengut. Unter Fürst Johann Ludwig in der neu gegründeten Grafschaft Nassau-Hadamar fand die Rekatholisierung um 1629/30 statt und es bedarf im hohen Maße Kunstwerke für die Kirchen. Künstler der verschiedenen Kunstrichtungen wanderten nach Hadamar ein und vor allem die Bildhauer entwickelten ein sehr hohes Niveau.

Mann mit Schlüssel in der Hand

Neben den einzelnen Figuren wird die Ausstellung ergänzt von deckenhohen Fotografien der Altäre in der Region, aus denen die Figuren nicht entnommen wurden. So ergibt die Ausstellung eine interessante Gesamtkomposition, die durch sich alleine wirkt.

Veranstaltungen im Rahmen der Ausstellung

Wer mehr über Martin Volk und den Hadamarer Barock erfahren möchte, ist zu weiteren Veranstaltungen eingeladen.

24.09.2024 um 18.30 Uhr Nassau-Hadamar, ein kleines Fürstentum auf großer Bühne (Prof. Dr. Matthias Theodor Kloft)

15.Oktober 2024 um 18.30 Uhr Hadamarer Barock. Kunst aus der Provinz – alles andere als provinziell (Dominik Müller)

06. November 2024 um 18.30 Uhr Barock und Gegenreformation – Die Jesuiten im Fürstentum Nassau-Hadamar (Oliver Teufer

Geopark Westerwald-Lahn-Taunus lädt zum Entdecken ein

Der Landkreis Limburg-Weilburg steckt voller Geschichte und bildet damit ein Teil des fast 4.000 Quadratmeter großen Geopark Westerwald-Lahn-Taunus.

Nach dem Motto „Wo Marmor, Stein und Eisen spricht…
… und der Ton die Musik macht.“ handelt es sich hier um den Geopark der Rohstoffe.

Geopark Westerwald-Lahn-Taunus

In ganz Deutschland gibt es insgesamt ein Netzwerk aus 22 Geoparks, die sich alle unterschiedlichen Themen widmen. Der Geopark Westerwald-Lahn-Taunus ist der Geopark der Rohstoffe und bietet faszinierende Naturdenkmäler, alte Industrieanlagen, Höhlen zum entdecken und kühles Nass aus dem Boden.

Auf dem Bild seht ihr eine Hand, die ein Prospekt vom Geopark Westerwald-Lahn-Taunus hält

Der Geopark gliedert sich nochmal in zehn GeoInformationszentren, welche eine Verbindung zu den einzelnen Geoparkstationen herstellen. Im Landkreis Limburg-Weilburg gibt es zwei GeoInformationszentren: das Lahn-Marmor-Museum in Villmar sowie die Kubacher Kristallhöhle.

Ansonsten haltet die Augen auf, wenn ihr in der Region unterwegs seid. Einen Geopunkt erkennt ihr anhand einer rechteckigen Gabione, meist gefüllt mit Steinen, die eine Tafel halten, auf denen ihr näheres zu diesem Punkt erfahrt. So bekommt ihr einen Einblick in die vielfältigen Rohstoffe des Landkreises. Dazu zählen verschiedene Gesteinsarten, Wasser aus dem Boden oder auch Glas. Bei den Gesteinen könnt ihr etwas über Basalt, Lahn-Marmor, Ton, Eisenerz oder Kalk erfahren.  Selterswassermuseum Niederselters

Und dann gibt es noch die GeoRouten, die einzelne Punkten miteinander verbinden, wie hier auf dem Wegweiser die Marmorroute, welche mitten durch Aumenau führt.

Georoute Geopark Westerwald-Lahn-Taunus

Nachfolgend gibt es eine kleine Auswahl an Geopunkten und Geotopen im Landkreis Limburg-Weilburg. Darüber hinaus gibt es noch viel mehr zu entdecken.

Geopunkte im Landkreis

Bei den Geopunkten geht es hauptsächlich um die Bodenschätze der Region. Zudem zählen hier auch Museen und Ort der Industriekultur.

1 – Glasmuseum Hadamar

2 – Burg Runkel

3 – Wassermuseum Löhnberg

4 – Bergbau- und Stadtmuseum Weilburg

5 – Burgruine Freienfels

Geotope im Landkreis

Bei den Geotopen handelt es sich um geowissenschaftliche Besonderheiten, die wichtig für die Region sind. Dies können Landschaftsformen, Steinbrüche oder Felsformationen sein.

1 – Unica-Bruch in Villmar

2 – Domfelsen Limburg

3 – St. Lubentius-Basilika Dietkirchen

4 – Erzverladeanlage Ahausen

5 – Ewige Eis in Dornburg

Informationen Geopark Westerwald-Lahn-Taunus

Dies war nur ein kleiner Blick in den Geopark Westerwald-Lahn-Taunus, mit den Punkten, welche sich im Landkreis Limburg-Weilburg befinden. Da sich der Geopark auch über den Westerwald und den Taunus erstreckt, gibt es über die Grenzen des Landkreises hinaus zahlreiche Orte zu entdecken und etwas über die Region zu erfahren. Sie geben Auskunft über die Erdgeschichte, zeigen auf, was früher die Region prägte und für heute formte. Wenn ihr mehr über den Geopark wissen wollt, besucht gerne die Homepage des Geoparks.

Rosenhang Museum

Rosenhang Museum – Ort für zeitgenössische Kunst

Wer zeitgenössische Kunst kennenlernen möchte, dem empfehle ich einen Besuch im Rosenhang Museum in Weilburg. Eine ehemalige Brauerei bildet jetzt den Rahmen für vielfältige Kunst. Dabei ist das Gebäude selbst bereits schon Kunst, denn ehemalige Transportbänder oder alte Gemäuer sind Teil des Gesamtarrangements.

Von der Brauerei zum Kunstort

Was heute so schön im Sonnenlicht leuchtet, war über viele Jahre eine Brauerei. Im Jahr 1822 stellte Maria Katharina Helbig, die Urahnin der heutigen Besitzerin Antje Helbig, den Antrag, eine Bierbrauerei zu erbauen. Ihre Söhne übernahmen den Betrieb und zwischen 1848 bis 1860 wurde die Basis für den späteren umfangreichen Grundbesitz der Brauerei gelegt. In dieser ehemaligen Brauerei entstand auf vier Stockwerken ein spezieller Kunstort, der Einblicke in die zeitgenössische Kunst gibt. Dabei wurden alte Elemente der Brauerei restauriert und mit integriert, so dass ein Gesamtkunstwerk entstand, welches immer wieder zum entdecken einlädt. Die Eröffnung des privaten Museums in der ehemaligen Brauerei war 2017.

Rosenhang Museum
Kunst bereits vor dem Museum

Rosenhang Museum zum Entdecken

Insgesamt 2.000 Quadratmeter laden zum Entdecken verschiedener Kunstformen ein – Gemälde, Drucke und Skulpturen warten auf den verschiedenen Ebenen auf den Besucher. Manche Bilder enthüllen erst ihre Geheimnisse, wenn man nahe an sie herangeht wie die Wasserbilder von Christian Awe. Aus der Ferne sehen seine Bilder wie Fotografien aus, doch wenn man näher herantritt, ist zu sehen, dass diese Effekte durch mehrere Farbschichten erzeugt werden. Genau verkehrt ist das Erscheinen bei den Werken von Christoph Lehmpfuhl. In der Ferne sind die Bilder und einzelne Elemente zu erkennen. Steht man dich davor, ist es nicht immer einfach bei diesen dicken Farbklecksen, aus denen die Bilder bestehen.

Rosenhang MuseumChristian Awe
Zwei Kinderfiguren vor den Wasserbildern von Christian Awe
Rosenhang Museum Christoph Lehmpfuhl
Dicke Farbschichten auf den Bildern von Christoph Lehmpfuhl

Bansky Art Lab

Ein besonderer Raum ist das Bansky Art Lab, welches sich dem britischen Streetart-Phänomen von Bansky annähert. Diese Dauerausstellung soll dazu dienen, mit Experten zu ergründen, wer hinter der Kunstfigur Bansky steckt. Dabei gibt es Kunstwerke von ihm zu sehen, aber auch vermeintliche Enttarnungen. Beteiligt Euch mit an dem Rätselraten und erfahrt mehr über die Kunst von Bansky.

Industriekultur trifft Kunst

Alleine das Gebäude ist schon eine Kunst für sich, wenn sich die grauen, modernen Treppenstufen an der verputzten Backsteinwand anschmiegen und der Putz immer wieder einen Blick auf die alten Backsteine ermöglichen. Besonders prägend fand ich die Harmonie zwischen Industriekultur und Kunst in der Kunsthalle, wo sich die Kunstwerke zwischen den alten Transportrollen befinden.

Industriekultur trifft zeitgenössische Kunst

Rosenhang Museum

In diesem Bereich auch sehr faszinierend die Terrakotta-Figuren in der Installation „Himmelsfragen“ von Jiny Lan. Statt in Reih und Glied zu stehen wie die original Terrakotta-Armee zentralchinesischen Mausoleum Qin Shi Huang sind sie hier in einer Diskussionsrunde arrangiert.

Rosenhang Museum Terrakotta Armee

Es ist sehr faszinierend, durch die einzelnen Räume zu gehen und die Vielfalt an zeitgenössischen Kunstwerken zu entdecken.

Informationen

Ahäuser Weg 8-10
35781 Weilburg

Öffnungszeiten

Di bis So 10-18 Uhr und nach Vereinbarung

Eintrittspreise

Erwachsene:          12 Euro
Kinder 6 – 16 Jahre: 6 Euro

Kostenlose Parkplätze vor dem Museum
Barrierefreier Zugang und barrierefreie Bewegung im Haus möglich

Mehr auf der Homepage des Museums

Verbindet den Besuch des Museum mit einem Spaziergang an der Lahn oder verweilt danach noch eine Weile in Weilburg, wo ihr ins Schloss gehen könnt oder ins Bergbaumuseum.

Selters Tonkrüge

Selters – eine faszinierende Geschichte

Nachdem ein Schiffswrack in der Ostsee mit Tonkrügen voller Mineralwasser gefunden wurde, ist das Selterswasser aus der Region wieder in aller Munde. Zu Beginn hieß es, es käme aus Selters in Löhnberg, doch zeitlich haut dies nicht hin, da die Abfüllung in Selters erst viel später begann, als wie der Stempel auf den Tonkrügen es bezeugt. Diese gefunden Tonkrüge wurden eher in Niederselters abgefüllt. Spannend war die Zeit der Industrialisierung von Selterswasser allemal und einen kleinen Blick möchte ich heute darauf werfen.

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

Ein Beitrag geteilt von hessenschau (@hessenschau)

Faszinierende Geschichte

Selters ist das Synonym für kohlensäurehaltiges Mineralwasser und es ist jedem ein Begriff. Bereits im 18. Jahrhundert wurde Selterswasser zum Synonym für dieses Wasser. Und hier im Landkreis Limburg-Weilburg herrschte im 19. Jahrhundert in Sachen Mineralwasser eine richtige Goldgräberstimmung, zahlreiche Gerichtsverfahren beschäftigten sich mit dem Thema und es gab sogar einen Wasserkrieg. Am Ende der Geschichte gibt es noch einen großen Betrieb in Löhnberg, welcher Selters in den blauen Flaschen abfüllt, einen Mineralbrunnenbetrieb in Bad Camberg- Oberselters und ein historisch wunderschönes ehemaliges Brunnengebäude in Niederselters.

Bereits in vor- und frühgeschichtlicher Zeit war mineralisches Wasser aus dem Boden aufgrund seines Geschmackes, seines Gasgehaltes und der Temperatur beliebt bei den Menschen. Zwischen dem 5. und dem 8. Jahrhundert entstehen viele Ortschaften, die einen Bezug zu Mineralquellen haben und dies in ihrem Namen tragen. Am bekanntesten ist der Ortsname „Saltrissa“/ „Selters“. Der Ursprung ist alemannisch und steht für Orte, wo stark mineralisiertes Mineralwasser aus der Erde sprudelte. Alleine in Hessen gibt es fünf Orte und Wüstungen sowie ein weiterer im rheinland-pfälzischen Westerwald. 1581 erscheint ein medizinisches Werk zur Wasserheilkunde, wo der Arzt Jakob Theodor „Tabernaemontanus“ dem Selterswasser (aus Niederselters) wahre Wunderkräfte zuschrieb. Bereits um 1570 herum begann der organisierte Vertrieb von Mineralwasser, Vorreiter war der belgische Mineralbrunnen von Spa, Ende des 17. Jahrhunderts hatte sich Mineralwasser als Handelsware in Europa etabliert.

Mineralwasserabfüllung Niederselters

Im 18. Jahrhundert entwickelte sich der Niederselterser Sauerbrunnen zum unangefochtenen Marktführer, auch aufgrund des Buches zur Wasserheilkunde. Dabei ist der Brunnen viel älter, die Ersterwähnung war 1536. Im 18. Jahrhundert wurde „Selterswasser“ zum Synonym für Mineralwasser schlechthin und fand Eingang in alle europäischen Sprachen. Allerdings blieb es ein Luxusgut, denn mit der zunehmenden Entfernung im Transport stiegen die Kosten. Das hinderte aber niemanden daran, Selters in Europa und bis nach Amerika zu transportieren. Mit dem Bau der Eisenbahn ab 1833 verzeichnete die Mineralwasserindustrie gewaltige Absatzsteigerungen und auch abgelegene Quellen wurden für Unternehmen und Investoren interessant. Vor diesem Hintergrund vollzogen die Mineralbrunnenbetriebe die Entwicklung von der kleingewerblichen Produktion hin zum modernen Industrieunternehmen. Der Brunnen in Niederselters ist heute nicht mehr im Betrieb, doch das Selterswassermuseum gibt Einblicke in die über 500 Jahre alte Geschichte.

Seltersmuseum Niederselters
Brunnengebäude in Niederselters

1909 erschien das Handbuch der Mineralwässer Mitteleuropas. Es führte 125 eigenständige deutsche Heil- und Mineralbrunnenbetriebe mit Versandbetrieb und zum Teil mit mehreren Marken auf. Wo es ergiebige Mineralwasservorkommen gab, entstanden um die Jahrhundertwende oft Häufungen von Brunnenbetrieben auf engster Fläche- es herrschte Goldgräberstimmung – solch ein „Hotspot“ entstand auch in Löhnberg. Mehrere Bohrungen und Firmen konkurrierten miteinander, die meisten verschwanden recht bald wieder und andere entwickelten sich zum absatzstärksten Mineralbrunnenbetrieb.

Mineralwasser aus Löhnberg

Der älteste Brunnen in Löhnberg ist der Sauerborn, heute nach der Sanierung ein wunderbare Brunnen am Ortseingang direkt am Lahnradweg. Dieser befand sich immer im Gemeindebesitz und es kam nie zu einer industriellen Erschließung. Er diente vielmehr der Versorgung der heimischen Bevölkerung.

In das Becken sprudelt das kühlende Nass

Auch in Obershausen fanden sich Sauerborne, die eine enge Verbindung zum Jagdschloss Johannisburg haben. Professoren aus Herborn kamen mit ihren Studenten nach Obershausen und lobten das Mineralwasser, es war sogar mal ein Kurbad geplant, weil eine Eisenbahnlinie dort langführen sollte. Doch die Eisenbahn kam nicht und so kamen diese Bemühungen auch zum Erliegen. Durch den Erfolg von Selters Mineralwasser war zudem kein Platz für Obershäuser Mineralwasser. 1925 kaufte Selters-Sprudel Augusta Viktoria das Obershäuser Mineralquellengebiet, aber nicht, um es zu erschließen, sondern um die Konkurrenz zu verhindern.

Kommen wir also zur Geschichte in Selters. 1887 wurde der erste Brunnen von Freidrich Wilhelm Neu, Großgrundbesitzer und späterer Bürgermeister von Selters sowie Wilhelm Schütz gebohrt und 1890 begann die Abfüllung. Eine Analyse bescheinigte dem Wasser eine gute Zusammensetzung. Die Bohrungen führte der Unternehmer Wilhelm Wildenhayn durch und aufgrund der positiven Nachrichten erbohrte er einen Konkurrenzbrunnen, welcher Selters-Sprudel Augusta-Victoria genannt wurde und auf den das heutige übriggebliebene Unternehmen zurückgeht.

Doch bleiben wir einen Moment noch bei dem ersten Brunnen. Mit einem Kran wurde das Wasser aus dem Boden geholt und in Tonkrüge abgefüllt. Das große Ziel von Neu und Schütz war es, den Brunnen gewinnbringend zu verkaufen, was ihnen auch gelang. Im  November 1890 verkauften sie den Brunnen an die Wiener Firma Samuel Ungar & Co, welcher das Mineralwassers aus Selters an der Lahn im gesamten Staatsgebiet der Donaumonarchie vertrieb und den Namen „Original-Selters-Brunnen“ kreiierte.

Konflikte um Selters

Mit Übernahme des Brunnens durch Ungar begann ein Konflikt mit Fresenius, weil mit Ungar mit dem dem vorläufigen Gutachten ohne Rücksprache für das Mineralwasser warb. Ungar warb damit, dass die Quelle seit Jahrhunderten berühmt sei, zu den hervorragendsten Quellen im Nassauer Land gehöre und dieselben Bestandteile habe, wie andere Brunnen sowie einen erheblichen Kochsalzgehalt. Dem widersprach Fresenius und forderte eine Rücknahme der Falschaussagen. Dazu muss man sagen, dass Fresenius mit im Brunnen in Niederselters eingebunden war, beide Brunnen den gleichen Absatzmarkt besaßen und dadurch in Konkurrenz zueinander standen. Ungar setzte auf massive Werbung, sein Selters sei das Original und alles andere nur eine Kopie. Er hatte mit seiner Werbung Erfolg und die Nachfrage stieg. Um diese zu befriedigen, wurde gebaut.

Die nächsten Streitigkeiten ließen nicht lange auf sich warten. Zwischen 1894 und 1897 gab es Streitigkeiten zwischen Siemens ( Brunnen in Niederselters) und Ungar (Brunnen in Selters), wer das Original Selters abfüllt. Dies versuchten beide in mehreren  Gerichtsverhandlungen zu klären. Am Ende einigten sich beide aus geschäftlichen Interesse und Original-Selters wurde in Natürliches Selters  umbenannt. Ungar kümmerte sich um den Vertrieb, Siemens um die Produktion. Ungar übernahm auch den Vertrieb des Wassers aus Fachingen. Siemens stellte die Abfüllung von Tonkrügen aus dem Kannebäcker Land auf Glasflaschen um. Es gab immer wieder juristische Versuche, anderen Mineralwasser-Unternehmungen den Hahn abzudrehen und auch Versuche, die Nutzung des Begriffes Selters zu verbieten, jedoch ist der Begriff Selters nicht schutzfähig. 

Das Unternehmen bot das „Natürliche Selters“ als günstiges Mineralwasser an, ein Mineralwasser mit „fabelhaften Billigkeit“, während das Wasser aus Fachingen das Heilwasser mit Weltruf war. Diese neue Ausrichtung ging sehr zu Lasten vom Standort in Niederselters. 1902 erhielt das Wasser aus Selters an der Lahn den Namen „Selters“, welcher eigentlich als Alleinstellungsmerkmal für das Wasser aus Niederselters vorgesehen war. 1912 war mit diesem Brunnen in Selters Schluss und das Brunnenhaus diente nur noch als Wohnhaus. 1951 wurde das Unternehmen an Augusta-Victoria verkauft und 1984 der Betrieb vollständig eingestellt.

Kleine Hügel zeugen von den Mineralwasserbrunnen

Geschichte des heutigen Selters

Ich habe schon erwähnt, dass Wilhelm Weidenhayn einen Konkurrenzbrunnen bohrte und diesen Selters-Sprudel Augusta-Victoria benannte. Dies war der Beginn des heutigen Mineralwasserunternehmens. Die Bohrung war damals ein Erlebnis, denn eine vier Meter hohe Fontaine zeigte den Erfolg. Es begann ein richtiger Brunnentourismus. Im Mai 1897 gründeten mehrere Gesellschafter die  „Selterser-Sprudel-Augusta-Victoria Selters an der Lahn Gmbh“ und 1898 begann die Produktion. Für einen besseren Transport über die Lahn und Anschluss an die Infrastruktur gab es schnell Überlegungen, die Produktion auf die andere Lahnseite zu verlegen. Als eigentliches Gründungsjahr feiert das Unternehmen heute das Jahr 1902. Die stetige Nachfrage und der steigende Absatz führten 1905 zu einer Betriebserweiterung am heutigen Standort.

Parallel zu dieser Erfolgsgeschichte fanden weitere Brunnenbohrungen statt, die im Laufe der Zeit alle von Selters-Sprudel Augusta-Victoria aufgekauft wurden. 1896 erbohrte ein Unternehmer die Friedrichsquelle auf der anderen Lahnseite, die jahrelang als Neue Selterser Mineralquelle vertrieben wurde. Heute gehört sie auch zu Augusta-Victoria.

Selters Tonkrüge
Selters – weltweit bekannt

 

Quelle 

Buch „Wie alles begann. Löhnberger, Obershäuser und Selterser Mineralwasser“ von Frank Schmidt

Einweihung zu 50 Jahre Landkreis Limburg-Weilburg - die "Goldene Mitte" in Arfurt - ein Fenster mit Holzrahmen inmitten der Natur

50 Jahre Limburg-Weilburg – „Goldene Mitte“ in Arfurt

Der Landkreis Limburg-Weilburg feiert in diesem Jahr sein 50-jähriges Bestehen mit zahlreichen Aktionen. Ein sichtbarer Punkt für das Jubiläum ist die „Goldene Mitte“ des Landkreises, die zum Entdecken einlädt.

Himmelsfenster in der „Goldenen Mitte“

Der geografische Mittelpunkt des Landkreises Limburg-Weilburg liegt in Runkel-Arfurt. Dies bestimmten 2023 zwei Azubis des Amtes für Bodenmanagement Limburg. Mit drei verschiedenen geodätischen Verfahren nahmen sich die angehenden Geomatiker der Aufgabe an und landete bei allen drei Bestimmungsmethoden in Arfurt. Diese drei Punkte hatten nur geringe Abweichungen zueinander. Am Ende entschied man sich für den Punkt direkt am Lahnwanderweg, da dieser am besten liege. Dieser Mittelpunkt des Landkreises auf Höhe des Steimelskopfes steht für den Zusammenschluss der beiden Landkreise Limburg und Oberlahn vor 50 Jahren.

Auf dem Bild seht ihr den hölzernen Rahmen der "Goldenen Mitte" sowie das Hinweisschild für den Lahntalwanderweg
Die „Goldene Mitte“ direkt am Lahnwanderweg gelegen

Das Himmelsfenster haben Schüler der Friedrich-Dessauer-Schule entworfen und umgesetzt. Auf dem Lahnwanderweg unterwegs kommt ihr direkt am Himmelsfenster vorbei und könnt einen Blick ins Lahntal genießen.

Hessische Gebietsreform

Ab 1969 fand in Hessen in mehreren Phasen die Gebietsreform statt. Ziel war es, größere Verwaltungseinheiten durch das Zusammenlegen einzelner Gemeinden sowie einzelner Kreise zu schaffen. Aus damals 2642 Gemeinden, 39 Landkreise und 9 kreisfreie Städte wurden 421 Gemeinden, 21 Landkreise sowie fünf kreisfreie Städte. Auch in den beiden Altkreisen Limburg und Oberlahn gab es zahlreiche Gemeinden, die zu neuen Verwaltungseinheiten zusammengeschlossen wurden. Heute besteht der Landkreis Limburg-Weilburg aus fünf Städten und 14 Gemeinden. 

Doch ein Blick zurück zeigt, dass es sich hierbei nicht um eine Liebesheirat handelte und sich manch einer der damaligen Akteure gerne ein anderes Ergebnis der Gebietsreform erwünscht hatte. Der größere Altkreis Limburg war CDU-dominiert, der kleinere Oberlahnkreis war SPD-dominiert. Und auch wenn CDU und SPD seit vielen Jahren eine GroKo im Kreistag bilden, war damals ein gutes Miteinander nicht wirklich gegeben. Der Oberlahnkreis tendierte eher dahin, mit Usingen einen neuen Landkreis zu bilden oder sich zu teilen, so dass Weilburg, Löhnberg und Weilmünster mit Wetzlar einen neuen Landkreis bilden.

Bist weit ins Jahr 1973 gingen die Streitigkeiten, in denen sich die CDU aus dem Altkreis Limburg und die SPD aus dem Altkreis Oberlahn regelmäßig vorwarfen, einen gemeinsamen Landkreis nicht zu wollen und daher zu torpedieren. Teilweise agierten verschiedene Strömungen gegeneinander. Im April 1973 hatte sich dann der Kreistag Oberlahn für einen Zusammenschluss mit Limburg ausgesprochen, obwohl es immer noch Agierende gab, die in eine andere Richtung tendierten. Bis Juni 1973 gab es noch immer keinen Vertragsabschluss zwischen den beiden Altkreisen und man warf sich gegenseitiges Hinauszögern vor.

Zwangsehe statt Liebesheirat

Im Juni 1973 haben dann beide Haupt- und Finanzausschüsse der Altkreise Limburg und Oberlahn den Gebietsänderungsvertrag gebilligt und als Name für den neuen Kreis Limburg-Weilburg empfohlen. Die Gremien in Weilmünster haben noch dagegen votiert, da sie stärkere Verflechtungen nach Wetzlar hätten. Da jedoch niemand eine Teilung des Oberlahnkreises wollte, wurde die Fusion weiter vorangetrieben. Am 18.06.1973 stimmte dann der Kreistag Oberlahn der Fusion zu unter Einhaltung folgender Eckpunkte: in Weilburg soll es eine bürgernahe Verwaltungsnebenstelle geben. Die in beiden Kreisen eingeleitete Schulentwicklung soll fortgeführt werden. Die Investitionspläne zur strukturellen Förderung soll fortgeführt werden. Man ging diese „Vernunftehe aus Zwang“ ein, weil der Vertrag Weilburg eine gewisse Mittelpunktfunktion zubilligte. Es sei keine „Liebesehe, sondern eine Vernunftehe“, so der damalige Kreistagsvorsitzende Kurt Leuninger.

Nachdem man sich einig war, gab es nochmal Streitigkeiten um die Schnelligkeit einer Fusion. Während die einen auf eine schnelle Fusion drängten, bremsten andere aus. Vor allem die FDP wollte eher die Geschwindigkeit rausnehmen, denn „schnell geschlossene Ehen seien nicht von Vorteil und gingen oft schief.“ (Nassauische Landeszeitung August 1973)

Auch die Namensgebung stand noch im Raum, denn das Land Hessen wollten eigentlich keine Doppelnamen für neu entstandene Landkreise, sondern lieber neue Namen, die einfach seien oder landschaftsbezogen. Doch durch Petitionen und erhebliche Widerstände von den Bürgern stimmte die Landesregierung zu, den Wunsch der Bürger zu respektieren. Am 19. und 20. September 1973 brachte die Landesregierung die Gesetzesentwürfe zur Neugliederung mehrerer Landkreise ein, unter anderem auch zur Neugliederung der Kreise Limburg und Oberlahn. Am 29. September 1973 fiel die Entscheidung, das die Kreishochzeiten in Hessen im Sommer 1974 vollzogen werden.

Seit 50 Jahre Landkreis Limburg-Weilburg
Landkreis Limburg-Weilburg – Wikipedia

Im Zuge der Gebietsreform schied die Gemeinde Hasselbach aus dem Altkreis Limburg aus und schloss sich dem zukünftigen Hochtaunuskreis an. Die Gemeinden Philippstein und Altenkirchen aus dem ehemaligen Oberlahnkreis gehören heute dem Lahn-Dill-Kreis an.

50 Jahre Limburg-Weilburg

Im Jahr 2024 feiern wir mit zahlreichen Veranstaltungen 50 Jahre Landkreis Limburg-Weilburg. Zum einen wurde der Mittelpunkt des Landkreises eingeweiht. Weiterhin finden auch Veranstaltungen kultureller Art statt, für Familien, Kinder und Jugendliche. Doch sind wir nach 50 Jahren auch ein Landkreis? Diese Frage ist schwierig zu beantworten.

Der Landkreis Limburg-Weilburg ist sehr vielfältig. Wie ein blaues Band fließt die Lahn durch den Landkreis, aber nicht alle Kommunen können sich mit der Lahn identifizieren. Ein Teil des Landkreises gehört zum Westerwald, ein Teil zum Taunus. Das macht es nicht immer leicht, eine gemeinsame Identifikation zu finden. Doch in den letzten Jahren hat sich viel getan. Da ist noch ein wenig Luft nach oben, aber dieses Jubiläumsjahr ist ein Anfang. Und auch mit diesem Blog möchte ich zeigen, dass ein Landkreis alleine viele schöne Dinge bereit hält, so dass man vieles vor Ort erleben kann, bevor man in die Ferne schweift.

Auf dem Bild seht ihr einen Wegweiser zum Lahnwanderweg
Der Lahnwanderweg führt durch die Mitte des Landkreises

Quellen:

Zeitungsartikel der Nassauischen Landeszeitung und des Weilburger Tageblattes (vielen Dank an Kurt Leuninger, Löhnberg, in dessen Archiv ich stöbern durfte)

Broschüre 50 Jahre Gebietsreform in Hessen

Kreisjahrbuch 2024 – Artikel von Bernd Volz zur Bestimmung des Mittelpunktes des Landkreises

 

Wassermuseum Löhnberg

Wassermuseum Löhnberg – Rund ums Thema Wasser

Das Wassermuseum Löhnberg ist ein wahres Kleinod im Landkreis Limburg-Weilburg. In dem kleinen Gebäude gibt es einiges zum Thema Wasser in Löhnberg zu erfahren von Fossilien über die Natur an Lahn und Kallenbach bis hin zur Industrialisierung von Mineralwasser.

Lebenselixier Wasser

Wasser ist vielfältig und lebenswichtig. 70 Prozent der Erde besteht aus Wasser, das bedeutet, 2/3 der Erde sind mit Wasser bedeckt. Auch der Mensch besteht zu 70 Prozent aus Wasser. und Es ist gewaltig und formt Landschaften sowie Lebensräume. Und Mineralwasser aus dem Boden ist ein natürliches Lebensmittel, aus unterirdischen, vor Verunreinigungen geschützten Vorkommen. Diese Vielfalt des Wassers ist faszinierend und in Verbindung mit Wasser lassen sich zahlreiche Geschichten erzählen. So auch in Löhnberg mit zahlreichen Quellen, mit dem berühmten Selters-Wasser, aber auch mit dem Wasser als ehemaliger und aktueller Lebensraum. Diesen zahlreichen Spuren nähert sich das Wassermuseum in einer kleinen, aber feinen Ausstellung an. Es beschäftigt sich mit der Vergangenheit und mit der Gegenwart und im Mittelpunkt steht immer das Wasser.

Einzigartige Fossilienfunde

Reist zurück in die Vergangenheit und erlebt Millionen von Jahren Geschichte. Im Devon vor rund 393 Millionen Jahren befand sich Löhnberg und das Löhnberger Becken auf Höhe des Äquators mitten im devonischen Meer. Erst durch die Plattenverschiebungen über die vielen Millionen Jahre gelangte es an den heutigen geografischen Punkt. 2014 wurde ein Fossilienfeld zwischen Niedershausen und Obershausen „Auf der Mahrheck“ entdeckt. Es handelt sich um ein einmaliges Fossilienfeld, welches reich an Fossilien ist. Vor allem die zahlreichen Trilobitenarten, darunter einige, die bis dato nicht beschrieben waren, machen das Feld zu einer Besonderheit.

Auf dem Bild ist ein Trilobiten-Fossil zu sehen

Eine weitere Besonderheit ist der einzige, vollständige Fossilienfund eines Nautilus subtuberculatus (heutige Perlboote) außerhalb von Tschechien. Es ist ein ungewöhnliches Exemplar mit einem Gehäuse, welches mit Stacheln besetzt ist.

Auf dem Bild seht ihr die 3D Darstellung eines Nautilus subtuberculatus
So könnte der Nautilus subtuberculatus ausgesehen haben

Die verschiedenen Fossilienfunde sind im Wassermuseum ausgestellt, einige Tierarten wurden in 3D rekonstruiert und ein Diorama gibt einen Einblick in den Löhnberger Meeresboden in Zeiten des Devons. An einem Touchscreen könnt ihr die plattentektonischen Verschiebungen von damals bis heute nachvollziehen und könnt die Anatomie der Trilobiten entdecken.

Selters-Geschichte

Nicht jeder kennt Löhnberg, aber viele kennen das Mineralwasser, welches in Löhnberg abgefüllt wird. Selters in der blauen Flasche ist vielen ein Begriff. Neben alten Tonkrügen, in denen früher das Wasser abgefüllt wurde, gibt es an einem Touchscreen Einblicke in die ehemaligen Brunnengebäude. Die Architekten Ritz & Losacker visualisierten anhand alter Baupläne und Postkarten die ehemaligen Brunnengebäude in 3D und geben somit einen einmaligen Blick in die Geschichte.

Mehr zur Geschichte der Industrialisierung der Mineralwasserabfüllung erfahrt ihr im Buch „Wie alles begann“ von Dr. Frank Schmidt.

Lebensraum am Wasser

Und am Ende nicht zu vergessen, ist Wasser auch ein Lebensraum. Mit Lahn und Kallenbach fließen zwei Flüsse durch die Gemeinde und laden zu zahlreichen Beobachtungen ein. Eisvogel, Schwarzer Storch oder auch die Wasseramsel – wer sich auf die Suche begibt, kann zahlreiche Tiere im und am Wasser entdecken.

Zudem ist in Löhnberg eine Einstiegstelle, um eine Paddeltour durchs romantische Lahntal zu starten.

Seit 2015 befindet sich das Wassermuseum auf dem Areal des Mehrgenerationenhauses in Löhnberg. Es wurde in enger Zusammenarbeit mit dem Institut für Biologiedidaktik der Justus-Liebig-Universität Gießen konzipiert und realisiert. Seit 2017 ist es zudem Geopunkt des Geoparks Westerwald-Lahn-Taunus. Besucht das Wassermuseum Löhnberg und lasst euch von der faszinierenden Welt des Wassers verzaubern. Taucht ein in die Geschichte, erkundet die Natur und entdeckt die Schönheit der Region.

Öffnungszeiten

Das Wassermuseum befindet sich neben dem Mehrgenerationenhaus, Am Berg 3a, 35792 Löhnberg.

Nach Anmeldung ist eine Besichtigung möglich. Anmeldung unter
06471 6290299 oder 06471 9866-11 oder unter info@loehnberg.de

Eine Besichtigung ist Montag, Dienstag, Mittwoch und Freitag von 10 bis 15 Uhr sowie Donnerstag von 10 bis 17 Uhr möglich.

Wassermuseum Löhnberg

Wenn ihr in Löhnberg seid, kann ich euch empfehlen, am Sauerborn „perlendes“ Wasser zu probieren. Eine interessante Erfahrung. Schaut gerne bei Outdooractive vorbei und verbindet einen Besuch des Wassermuseums mit einer Wanderung rund um die Gemeinde.

Auf den Spuren vom Schinderhannes

Auf den regionalen Spuren vom Schinderhannes

Wer im Landkreis Limburg-Weilburg unterwegs ist, begegnet an verschiedenen Orten Schinderhannes. Doch wer war Schinderhannes und wo lassen sich Spuren von ihm finden? Wir begeben uns auf eine kleine Spurensuche.

Wer war Schinderhannes?

Johannes Bückler (wahrscheinlich 1779-1803), genannt Schinderhannes, war ein deutscher Räuber. Mindestens 211 Straftaten von Raub über Erpressung bis hin zu Mord konnten ihm nachgewiesen werden. Den Namen Schinderhannes erhielt er in seiner Lehrzeit. Er war Lehrjunge bei zwei Abdeckern, welche auch Schinder genannt werden. Da erhielt er seinen Spitznamen.

Er war vor allem im Hunsrück und Taunus aktiv. Er schloss sich immer wieder anderen Spießgesellen an, seine Begleiter wechselten, so dass er keine feste Bande hatte. Für den Landkreis Limburg-Weilburg gibt es fünf bekannte Stationen. Am 10.Januar 1801 überfiel er mit seiner Bande in Würges bei Bad Camberg die Posthalterei. Am 31. Mai 1802 wurde zwischen Wolfenhausen (Weilmünster) und Haintchen(Selters/ Taunus) im Taunus festgenommen. Zuerst ging es nach Runkel und von dort nach Limburg in das Haus, Rütsche 5, wo sich ein Rekrutierungsbüro befand. Bei der Festnahme war lange nicht bekannt, wenn man dort inhaftiert hatte. Johannes Bückler, der wohl sein Räuberleben satt hatte, versprach umfassende Auskunft über sein Räuberleben, wenn er nur nicht an die französischen Behörden ausgeliefert werde. Von Limburg aus kam er nach Frankfurt/Main, wo er in einem Prozess zum Tode verurteilt wurde.

Um seine Figur herum begann eine Legendenbildung, er wurde auch als „Robin Hood des Hunsrück“ tituliert, doch er war nur ein Krimineller, der seine eigenen Interessen verfolgte.

Schinderhannespfad

Der Schinderhannespfad im Taunus ist rund 181 Kilometer langer Fernwanderweg und führt auch durch den Landkreis Limburg-Weilburg. Über das Weiltal führt der Weg nach Weilburg und dort am Tierpark und der Kubacher Kristallhöhle vorbei bis nach Villmar an die Lahn. Taunus und Lahntal können auf diesem schönen Weg entdeckt werden. Eine Räubersymbol auf weißem Untergrund weist den Weg. Es geht mitten durch die Natur und ist ein sehr schöner Weg zum Wandern.

Auf den Spuren vom Schinderhannes

Auf den Spuren vom Schinderhannes

Mehr zum Schinderhannespfad findet ihr auf der Seite vom Naturpark Taunus.

Aufenthalt in Limburg

Nach seiner Festnahme bei Wolfenhausen wurde Johannes Bückler in Limburg, im Haus Rütsche 5, inhaftiert. Heute ist das Fachwerkhaus aus dem 13. Jahrhundert als Werner-Senger-Haus bekannt. Wie es zu diesem Namen kam, ist jedoch unbekannt. Es war ein Wohnhaus reicher Kaufleute. Bekanntheit erlangt das Haus durch die Inhaftierung des Räubers. Zu dieser Zeit war die Rekrutierungsstätte der Kaiserlichen Armee in dem Haus untergebracht, welche auch Straftäter und Deserteure in Gewahrsam nahm. Von dort aus kam Schinderhannes nach Frankfurt/ Main.

Auf den Spuren vom Schinderhannes
Werner-Senger-Haus, Rütsche 5

Am Werner-Senger-Haus findet ihr den Einstieg zur Hörmal-Tour, eine digitale Stadtführung in Limburg.

Burgen und Schlösser Limburg-Weilburg

Burgen und Schlösser in Limburg-Weilburg

Im Landkreis Limburg-Weilburg gibt es zahlreiche Burgen und Schlösser. Imposant thronen sie über der Lahn oder liegen ein wenig versteckt. Manche lassen sich erkunden und entführen in vergangene Zeiten, manche sind nur von außen zu betrachten. Geschichten können sie alle erzählen.

Immer wieder kommt die Frage auf, worin der Unterschied zwischen Burgen und Schlössern liegen. Eine Burg diente der Verteidigung und zum Schutz, während ein Schloss rein zum Wohnen genutzt wurde und zum Repräsentieren des Adels. Im Landkreis Limburg-Weilburg gibt es Gebäude, welche ursprünglich als Burg errichtet wurden und später eine Umnutzung zum Schloss erfuhren. Dies lässt sich dann oftmals noch im Namen erkennen.

Burg Dehrn

Im Runkeler Stadtteil Dehrn steht eine Spornburg, welche wohl im 13. Jahrhundert erbaut wurde. Der rund 34 Meter hohe Bergfried ist sehr markant an diesem Bau, wobei es sich um den ältesten Teil der Burg handelt. Das Zinnengeschoss stammt jedoch aus dem 19. Jahrhundert. Der Wohnbau um dem Bergfried wurde ab dem 13. Jahrhundert immer wieder ergänzt und erweitert. Dabei erfuhr die Burg zahlreiche Nutzungsmöglichkeiten. Die Burg ist ein hessisches Kulturdenkmal, befindet sich jedoch in Privatbesitz. Rad- und Wanderwege führen an der Burg vorbei, so dass ihr von außen einen Eindruck erhalten könnt.

Burg Dehrn

Burg Ellar

Im Waldbrunner Ortsteil Ellar thront eine ehemalige Wegefestung über dem Ort. Die genaue Geschichte der Burg ist nicht bekannt, die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1323. Durch das ehrenamtliche Engagement der Bürger konnte die Burg vor dem Abriss gerettet werden. Der Verkehrs- und Verschönerungsverein übernahm die Sanierung und machte die Burg zu dem, was sie heute ist. Jedes Jahr Anfang August feiert der Verein ein Burgfest. Die Einnahmen aus diesem Burgfest fließen wiederum in die Sanierungsarbeiten hinein.

Burgen und Schlösser Limburg-Weilburg

Schloss Hadamar

Mitten in der Stadt direkt an der Hauptstraße gelegen, befindet sich das Schloss Hadamar. Dieses Schloss war die Residenz der hessischen Linie des Hauses Nassau. Das Schloss wird heute vom Landkreis als Sitz einer Behörde genutzt. In der ehemaligen Fürstenwohnung befindet sich das Glasmuseum. Der Gerichtssitz sowie das Stadtmuseum befinden sich in dem angrenzenden Wirtschaftsgebäude. In einer wunderschönen Aula finden immer wieder Veranstaltungen statt.

Das Schloss besitzt einen schönen Innenhof, liegt direkt am Elbbach. Es bietet ein faszinierendes Ambiente für den Mittelaltermarkt sowie in der Vorweihnachtszeit die Stadt der Engel.

Burgruine Kirberg

In Hünfelden-Kirberg könnt ihr die Ruine der ehemaligen Höhenburg entdecken, welche um 1355 erbaut wurde. Bis ins 16. Jahrhunderte gab es eine Nutzung der Burg, danach wurde sie dem Verfall überlassen. Um 1700 war die Burg bereits bis auf die Grundmauern verfallen, so dass es um 1709 eine Abbruchgenehmigung gab. Steine der Burg wurden für den Straßenbau oder den Bau neuer Gebäude genutzt. Heute sind noch ein Turm und wenige Mauern zu sehen.

Schloss Laneburg

Um das Herrschaftsgebiet Nassau-Dillenburg zum Herrschaftsgebiet Nassau-Weilburg abzugrenzen, wurde hoch über Löhnberg die Laneburg errichtet, welche 1324 urkundlich das erste Mal erwähnt wurde. Auch wenn sie es nicht erkennen lässt, ist die Laneburg neben Hadamar und Weilburg eine von drei Renaissanceanlagen im Landkreis und diente viele Jahre als Wohnschloss, bevor sie eine Scheune wurde und 1900 ausbrannte. Im Turmzimmer finden bis heute Trauungen statt.

Bei einer Sanierung im Jahr 2000 kam es zu einem überraschenden Münzfund von 211 Silbermünzen. Der Münzschatz kann in der Geschäftsstelle der Kreissparkasse in Löhnberg angeschaut werden.

Schloss Limburg

Das Schloss Limburg befindet sich etwas versteckt hinter dem Limburger Dom. Vor allem von der Lahn aus gibt es einen schönen Blick auf das Ensemble aus Dom und Schloss. Heute beherbergt das Schloss die Dommusik des Bistums Limburg sowie das Stadtarchiv. Am Schlossberg entsteht ein Bürgerwingert, ein Weinberg, welcher durch ehrenamtliches Engagement gepflegt wird.

Fast würde es das Schloss nicht geben. Nach einem Großbrand 1929 stand im Raum, die Gemäuer komplett abzureißen. Dies und mehr Geschichten stecken in den alten Mauern. Mehr über das faszinierende Schloss erfahrt ihr hier.

Burgen und Schlösser in Limburg-Weilburg

Burgruine Merenberg

Schon von weitem ist die Burgruine Merenberg aus verschiedenen Richtungen zu sehen, wie sie hoch oben auf einem Basaltkegel thront. Die frühsten Erwähnungen datieren auf das Jahr 1129. Heute steht noch der hohe Bergfried und die Umrisse der Burg sind anhand der Mauern zu erahnen. Sie hatte jedoch irgendwann keine Bedeutung mehr. Es gibt Schriften, die für 1617 einen Abriss vorsahen und im Dreißigjährigen Krieg zerstörte ein Feuer die Burg und diese wurde danach nicht mehr aufgebaut. Im 19. Jahrhundert erwachte das Interesse an der Ruine und seitdem wird sie gepflegt und teilweise wieder aufgebaut.

Einen Ausflug zur Burg kann ich nur empfehlen.

Burgen und Schlösser in Limburg-Weilburg

Burg Runkel

Die Burg Runkel hoch über dem Wehr der Lahn ist ein beliebtes Ausflugziel und gern besuchter Fotohotspot im Landkreis. Die Burg ist eine hochmittelalterliche Höhenburg mit urkundlichen Ersterwähnung im Jahr 1159. Sie liegt rund 35 Meter über der Lahn. Von oben gibt es einen wunderschönen Blick ins Lahntal.

Einen Besuch der Burg kann ich sehr empfehlen, es gibt einiges in den alten Gemäuern zu entdecken. Von April bis Oktober öffnet sie ihre Tore.

Burgen und Schlösser in Limburg-Weilburg

Schloss Mengerskirchen

Das heutige Schloss Mengerskirchen, vormals eine Burg, befindet sich an der ehemaligen Stadtmauer in Mengerskirchen und beherbergt die Verwaltung des Marktfleckens. Um 1312 wurde die Niederungsburg erbaut, wahrscheinlich unter der Dillenburger Linie des Hauses Nassau. 1818 kaufte die Gemeinde das Schloss und nutzte es zuerst als Schulgebäude. Nach aufwendiger Sanierung wird es seit 1983 als Verwaltungssitz genutzt. Im Turm befindet sich das Turmmuseum, in dem ihr etwas über die Geschichte des Schlosses und des Marktfleckens erfahren könnt.

Burgen in Weinbach

Wasserburg Elkerhausen

Die Wasserburg im Weinbacher Ortsteil Elkerhausen liegt gut versteckt mitten im Ort und lässt kaum erahnen, dass es sich hier um eine Burganlage handelt. Sie befindet sich im Privatbesitz und kann nicht besucht werden. Doch auch mit dem Blick von außen zeigt sich ein gut erhaltenes Fachwerk. Als uneinnehmbare Turmburg erbaut, fand im 16. Jahrhundert ein Umbau zu einem Wasserschloss statt.

Burgen und Schlösser Limburg-Weilburg

Burg Freienfels

Die Burgruine Freienfels gewährt einen wunderschönen Blick über das Weiltal. Die genaue Erbauung der Burg ist nicht bekannt, die urkundliche Ersterwähnung stammt aus dem Jahr 1327. Es handelt sich um eine hochmittelalterliche Befestigungsanlage und diente der Verteidigung.

1994 gründete sich ein Förderverein, um die Burg zu erhalten. Dieser Verein integriert die Burg in das kulturelle Leben wie auch die bekannten Freienfelser Ritterspiele. Von April bis Oktober könnt ihr die Burg besuchen, mehr erfahrt ihr hier.

Burgen und Schlösser Limburg-Weilburg

Burg Waldmannshausen

Vielen Kindern im Landkreis dürfte die Burg Waldmannshausen in Elbtal ein Begriff sein, denn viele Klassenfahrten führen in das Schullandheim im Westerwald. Wie alt die Burg ist, kann niemand mehr sagen. Die erste Urkunde, in der die Burg erwähnt ist, stammt aus dem Jahr 1138. Es gibt jedoch die Vermutung, dass sie viel älter ist. Eine lange Geschichte mit wechselnden Besitzern können die Gemäuer erzählen. Zum heutigen Ensemble gehört ein Herrenhaus, welches auf das Ende des 18. Jahrhundert datiert ist.

Schloss Weilburg

Die wohl imposanteste Anlage bietet das barocke Schloss in Weilburg mit seiner französischen Gartenanlage. Es liegt auf einem Bergsporn hoch über der Lahn, welche sich in einer Schleife um diesen Bergsporn windet. Das Weilburger Schloss ist vor allem durch die Weilburger Schlosskonzerte bekannt, doch darüber hinaus lohnt sich das ganze Jahr ein Besuch.

Ich finde es vor allem faszinierend, den Garten im Wandel der Jahreszeiten zu erleben und dadurch immer wieder neu zu entdecken. Gerne nehme ich euch auf einen ausführlichen Ausflug mit.

Burgen und Schlösser Limburg-Weilburg

Ich wünsche viel Spaß dabei, die Burgen und Schlösser im Landkreis Limburg-Weilburg zu entdecken. Und wenn ihr darüber hinaus Burgen entdecken wollt, dann schaut gerne im Burgenatlas vorbei. Alleine in Hessen gibt es 930 Burgen, deutschlandweit sind es 9.500.

Burgen und Schlösser in Limburg-Weilburg

 

 

Skulpturenpark Elz – Verbindung zu Musik und Kultur

Der Skulpturenpark in Elz wächst. Wer jetzt glaubt, dass es einen speziellen Park gibt, in dem sich die Skulpturen befinden, der wird enttäuscht. Vielmehr stehen die Figuren im Ortskern verteilt. 

Elz ist eine kulturelle und musikalische Gemeinde am Fuße des Westerwaldes. Bis heute ist das ganze Jahr durch verschiedene kulturelle Veranstaltungen geprägt. Im Skulpturenpark Elz ist dieses Thema aufgegriffen. Bei einem Spaziergang durch Elz lassen sich die einzelnen Skulpturen entdecken.

Skulpturenpark Elz

Die ersten Skulpturen entstanden in der Nähe des Backes und dem Kindergarten „Lollipop“. Josef Schmitt, der Vorsitzende des Museums- und Geschichtsvereins, stiftete die Bronzeskulptur „Das singende Mädchen“ und ergänzte diese später durch die Statue „Die winkenden Mädchen“. Beide Skulpturen stellen viele Facetten der Arbeit des Vereins symbolisch dar und schlagen eine Brücke zur musikalischen Tradition von Elz.
Der Museums- und Geschichtsverein schreibt auf seiner Homepage: „Das junge Mädchen steht für die Lebendigkeit der Elzer Traditionen und den Stolz auf dieses Erbe. Für die Pflege dieses traditionellen Brauchtums werden in unserer Dorfgemeinschaft immer neue Formen gefunden.“

Das Bild zeigt eine Bronzeskulptur von einem singenden Mädchen im Skulpturenpark Elz
Das singende Mädchen beim Kindergarten „Lollipop“

Mit den Jahren nahmen die Skulpturen zu und es entwickelte sich der sogenannte „Skulpturenpark“ im Ortskern der Gemeinde. Alle Skulpturen besitzen eine Verbindung zu Musik und Kultur. Das Motto Musik ist ein Hinweis auf die Geschichte der Elzer Musikanten, die bettelarm im 19. Jahrhundert durch die Lande zogen. In der frühindustriellen Massenarmut mussten sich die Menschen als Reisende Geld verdienen. Dabei waren die Elzer häufig als Musikanten unterwegs. Diese Tradition pflegen die Elzer bis heute. Musik und Kultur nimmt einen großen Stellenwert im Gemeindeleben dar.
Die einzelnen Figuren finden sich alle rund um den Rathausplatz. Weitere Figuren, die der Museums- und Geschichtsverein nicht anregte, ergänzen den bestehenden Park sehr gut von der Thematik her.

„Der Denker“ und mehr

Die neuste Figur ist eine Nachbildung von Rodins „Der Denker“ vor der Bücherei in Elz. Die 70 Zentimeter große Bronzeskulptur begrüßt nun grübelnd jeden Besucher der Bücherei. Diese Skulptur wurde mit 7.800 Euro vom Hessischen Justizminister Roman Poseck gefördert. Diese Skulptur soll die Bevölkerung an die Wichtigkeit einer geistigen Beschäftigung erinnern und trage damit zur kulturellen Vermittlungsarbeit in Elz bei. Zwei weitere Figuren sind noch geplant – im Lesehof des Rathauses „Der Leser“ von Joseph Krautwald und in der Nähe des Kindergartens „Der Flötenspieler“ von Manfred Welzel.

Auf dem Bild seht ihr die Figur "Der Denker" von Rodin

Die Elzer Kirmes ist das Ereignis im Dorf und weit über die Gemeindegrenzen hinaus bekannt. 1922 verfasste der Elzer Paul Blättel das Kirmeslied, welches von Generation zu Generation weitergegeben wird. Zum 100. Jahrestag des verfassten Elzer Kjärmeslied ergänzt das Kirmeslieddenkmal aus Bronze die Kulturinsel in Elz. Dieses Denkmal mit dem Lied, dessen Strophen in verschiedenen Farben dargestellt sind, wurde durch das EU-Förderprogramm LEADER gefördert.

Erste Elzer Musiker

Natürlich darf bei diesem Thema der erste bekannte Musiker aus Elz nicht fehlen. Dabei handelt es sich um Kuno von Elz, der erste Kantor (1298 – 1337) am Limburger Stift. Als Kantor war er für die Liturgie sowie für die Vermittlung des Gesangs und des Orgelspiels tätig. In seinem Auftrag wurde ein Epistolar und ein Evangeliar angefertigt- heute mit die wertvollsten mittelalterlichen Handschriften des Limburger Domschatzes. Er steht neben der katholischen Kirche St. Johannes der Täufer. Das bronzene Modell des historischen Ortskerns von Elz ergänzt das Ensemble.

Neben den hier gezeigten Skulpturen gibt es noch die Elzer Musikanten im Innenhof des Rathauses gestiftet vom Kulturkreis Elzer Bürgerhaus zum 25-jährigen Jubiläum, bestehend aus einem Mann und einem Kind, welche beide musizieren. In der Nähe des Backes beim „Singenden Mädchen“ finden sich noch die „Winkenden Mädchen“ und am Haus Löhr begrüßt euch ein Keltenkopf am Eingang.

 

 

 

 

Altstadt Limburg – 5 Cafés zum Einkehren

In der dunklen Jahreszeit durch die Limburger Altstadt zu gehen, lässt diese nochmal neu entdecken. Durch die verschiedenen Lichter erscheint sie in einem ganz anderen Gewand als in den warmen Sommermonaten. Wenn die Hände und Füße dann etwas kalt sind, ihr eine kleine Pause machen möchtet oder euch einfach mit Freunden treffen wollte, laden kleine Cafés zum Verweilen ein. Fünf Cafés, die ich gerne besuche, möchte ich hier vorstellen. Ihnen allen ist gemeinsam, dass sie klein und gemütlich sind. Und dennoch hat jedes seine ganz eigene Atmosphäre. Manchmal geht dies unter, wenn die Menschen im Sommer draußen sitzen und gar nicht nach drinnen gehen. Doch auch in der kalten Jahreszeit locken die Cafés in die Altstadt.

Für eine erste Orientierung findet ihr die Standorte im Modell der Altstadt markiert. Dieses befindet sich auf der Plötze und gibt eine gute Übersicht zur Limburger Altstadt.

Bronzemodell Altstadt Limburg

1 Café Will – das älteste Café

Wer Lust auf eine kleine Auszeit mit leckerem Kuchen hat, ist im Café Will herzlich willkommen. Seit 140 Jahren, in der nun fünften Generation, gibt es das Café Will in der Limburger Altstadt in der Salzgasse 23. Betritt man es, scheint es wie aus der Zeit gefallen. Es hat seinen ganz eigenen Flair. Von Frühstück über Hochzeitstorte, von kleinen Süßigkeiten bis hin zu leckeren Kuchen, gibt es vieles, was das süße Herz aufleuchten lässt. An den Wänden hängen Bilder zauberhafter Tortenkreationen und man bekommt Lust auf mehr.

Im Jahr 1364 wird das Haus in der Altstadt das erste Mal erwähnt. Die Geschichte des Café Will als Familienbetrieb beginnt im Jahr 1880. Gründer Josef Will erwarb das Haus und eröffnete ein Backhaus mit Café. Und auch die nächste Generation steht bereits in den Startlöchern und möchte die Geschichte des Hauses weiterführen.

2 Italienische Café Bar

Das Magia Pavano in der Salzgasse 18 ist eine italienische Café Bar. Durch seinen gemütlichen, zusammengewürfelten Mix an Möbeln wirkt es sehr einladend. Ein Sofa in der Ecke, Hocker oder Stühle – man möchte sich einfach hinsetzen und die Atmosphäre in sich aufnehmen. Neben verschiedenen Kaffee-Spezialitäten gibt es auch Eis, Paninis oder Tapas. Auf kleinen Holzbrettchen werden die Getränke serviert. Ihr taucht ein in ein warmes und herzliches Ambiente. Mit Bildern an den Wänden, ein Blick für kleine Details, lässt sich sehr viel in dem Café entdecken, während man dort verweilt.

3 Café und Weinbar Nannini

In der Barfüßerstraße 5 in der Altstadt, die Straße zwischen Kornmarkt und Bischofsplatz, lädt das Café Nannini zum Verweilen ein. Egal, ob eine leckere Kaffee-Spezialität oder ein guter Kakao bis hin zu einem mundenden Wein, gibt es den ganzen Tag gute Gründe, dieses kleine Lokal zu besuchen. Dazu gibt es passend leckere Waffeln oder gerne auch Pizza, eine Käseplatte oder andere kleine Leckereien. Sehr helle Räumlichkeiten warten auf die Besucher, die Atmosphäre hat einen leicht edlen, aber dennoch gemütlichen Touch.

4 Fare tredici – Kaffeerösterei

Wer Lust auf einen original Limburger Kaffee hat, ist bei Fare tredici genau richtig. Seit 2002 bereichert die Kaffeerösterei die Limburger Innenstadt. Auf dem Neumarkt begann Nassim Schäfer und ist inzwischen im ehemaligen Fachwerkhaus Betten Siebert am Kornmarkt zu finden. Ein Highlight ist der historische Briefkasten außen am Gebäude.
Der Kaffeegenuß kommt nicht zu kurz, denn dieser ist aus der eigenen Röstung. Neben leckerem Kuchen gibt es zudem glutenfreie und vegane Alternativen.
Und wenn euch der Kaffee hier schmeckt, könnt ihr die Bohnen für euren Kaffee zu Hause* erwerben und dort die Limburger Röstung genießen.

5 Caffe Meloni – der place to be

Sehr zentral auf dem Kornmarkt befindet sich das Caffe Meloni, der Ort, von dem es heißt, es ist der Platz zum sehen und gesehen werden. Die Geschichte beginnt im Jahr 1976 als kleiner Lebensmittelladen mit italienischen Spezialitäten. Dieser entwickelte sich zu „La Bottega del Caffe Meloni“, eine echte italienische Espresso Bar. Heute ist es eine klassische Bar mit Cocktails und Weinkeller. Dem Betreiber Walter Meloni ist Regionalität, Qualität und Nachhaltigkeit wichtig. Sie arbeiten mit kleinen, inhabergeführten Traditionsunternehmen zusammen. Zu jeder Tageszeit gibt es etwas leckeres zu Essen, mit wechselnder Mittagskarte. Insgesamt ein gemütliches Plätzchen zum Einkehren.

Dies ist nur eine kleine Auswahl. Mir ist bewusst, dass es noch einige Möglichkeiten mehr gibt, einen Kaffee in Limburg zu genießen. So bleibt auch mir noch, in Zukunft auf Entdeckungstour durch die Altstadt zu streifen 😉 Schaut gerne mal, was man noch alles in Limburg machen kann. Dafür habe ich 101 Tipps zusammen gestellt.

*hier handelt es sich um einen Affiliate Link. Wenn ihr darüber etwas bestellt, kostet es euch nicht mehr, aber ich kann ein wenig damit verdienen