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Autor: Heike Lachnit

Glasmuseum Hadamar in barocker Fürstenwohnung

Glas hat in Hadamar eine sehr kurze Tradition. Doch bis heute spielt Glas – auch durch die Glasfachschule – eine besondere Rolle in der Fürstenstadt. Seit 2014 beherbergt die ehemalige Fürstenwohnung das Glasmuseum Hadamar, wo es einiges zu diesem vielfältigen Werkstoff zu entdecken gibt. 

Glas ist so vielgestaltig – von zerbrechlich dünn bis zu einer stabilen Dicke. Und es ist ein sehr vielfältiger Werkstoff, mit dem sehr viel gezaubert werden kann. Einblicke in die Glaskunst ermöglicht das Glasmuseum in Hadamar.

Geschichte des Glases in der Fürstenstadt

Erst nach dem zweiten Weltkrieg kam das Glas mit den Sudetendeutschen nach Hadamar. Zahlreiche Glasveredelungsbetriebe aus Nordböhmen mussten ihre Heimat verlassen und bauten ihre Betriebe in Hadamar wieder auf. Da auch Facharbeiter benötigt wurden, fanden Bestrebungen statt, eine Glasfachschule aufzubauen, was ab 1949 geschah. Bis heute werden an der Glasfachschule Glaser, Glasapparatebauer sowie Glasveredler ausgebildet. Und unter den Technikern finden sich auch immer wieder Glaskünstler. Zur Geschichte des Glases, der Glasfachschule, aber auch Biografien zu bedeutenden Personen aus Hadamar findet sich einiges in dem Glasmuseum.

Glasmuseum Hadamar

Vielfältiger Werkstoff

Glas entsteht durch das Schmelzen amorpher Gemenge wie aus Sand, Soda und Pottasche. Es kann hauchdünn und leicht zerbrechlich sein oder mehrere Kilogramm Gewicht aushalten ohne zu brechen. Glas kann durchsichtig sein mit einer absolut glatten Oberfläche oder bunt mit feinen Verzierungen. Glas kann geschnitten, geschliffen und poliert werden. Es ist sehr vielgestaltig und äußert vielseitig formbar. An rund 1.000 Objekten kann der Besucher sehen, was alles möglich ist. Von Gläser über Vasen bis hin zu Skulpturen oder Buntglasfenstern gibt es einiges zu entdecken.

Neben den Objekten erfährt der Besucher etwas über verschiedene Glasarten und erhält Einblicke in verschiedene Epochen der Glasverarbeitung. Denn jede Epoche hatte so ihre eigenen Vorlieben von reichen Verzierungen bis hin zur einfachen Eleganz.

Glasmuseum Hadamar

Rundgang durch die Fürstenwohnung

Das Glasmuseum befindet sich in der ehemaligen Fürstenwohnung Johann Ludwigs von Nassau-Hadamar im Renaissance-Schloss. So erfährt der Besucher nicht nur einiges über das Glas und die Verbindung von diesem Werkstoff mit Hadamar. Er erhält auch einen kleinen Einblick in die barocken Räumlichkeiten, in denen der Fürst mit seiner Familie damals lebte.

Als das Schloss aufwendig innen und außen saniert wurde, kam schnell der Wunsch auf, in den Räumen auch ein Glasmuseum zu eröffnen. Im Jahr 2003 begann mit der Restaurierung der Fürstenwohnung. Drei Jahre dauerte die Restaurierung der Fußböden, Deckengemälde und Wände. Die restaurierte Fürstenwohnung bietet den passenden Rahmen für die gläsernen Objekte. Auf der Homepage selbst steht zu lesen, dass die Fürstenwohnung eine „Schmuckschatulle“ ist für die „gläsernen Schätze“. Nach langwierigen Sanierungen eröffnete diese feine „Schmuckschatulle“ im Advent 2014 seine Türen. Es macht nicht nur Spaß, die gläsernen Kunstwerke zu entdecken. Auch die Fürstenwohnung enthält einige Schmuckstücke wie Stuckverzierte Decken, die es zu entdecken gibt.

Glasmuseum Hadamar

Sonderausstellung

Im Mai eröffnete eine Sonderausstellung „Von Böhmen in den Westerwald – die Geschichte der Hadamarer Glasbetriebe“. Mit verschiedenen Ausstellungsstücken wird die Geschichte der Glashandwerker erzählt, die nach dem Krieg und der Vertreibung einen Neuanfang in Hadamar wagten und somit einen neuen Industriezweig in der Fürstenstadt schafften.

Glasmuseum Hadamar

Wer wissen möchte, was hier vor Ort für „gläserne Schätze“ geschaffen wurden, ist ein Besuch im Glasmuseum Hadamar zu empfehlen. Vom Fern-Radweg R8 ist es nur ein kleiner Abstecher, so dass ein Besuch mit einer Radtour verbunden werden kann. Das Glasmuseum ist zudem ein GeoPunkt im Geopark Westerwald-Lahn-Taunus. Zudem ist das Glasmuseum ebenfalls in der App „Industriekultur Mittelhessen“ erwähnt.

Informationen zum Glasmuseum Hadamar

Anschrift

Glasmuseum Hadamar
Gymnasiumstraße
65589 Hadamar

Öffnungszeiten

Samstag und Sonntag von 14 bis 17 Uhr

Eintrittspreise

Erwachsene 4 Euro
Ermäßigt     3 Euro
Familien      6 Euro
Kinder bis 12 Jahre frei

Weitere Informationen

Weitere Informationen findet Ihr auf der Internetseite vom Glasmuseum.

Über einen Fahrstuhl kann das Museum im ersten Stock des Schlosses erreicht werden. Jedoch gibt es aktuell keinen barrierefreien Zugang zum Museum, da man nur über Treppen zum Fahrstuhl gelangt.

Glasmuseum Hadamar

 

Pilzfarm Pilzzucht Noll

Pilzfarm Noll – Leckere Pilze und etwas Biologie

Vom 1. Mai bis Ende Oktober öffnet jeden Sonntag die Pilzstube der Pilzfarm Noll im Tal des Bächleins Klein-Weinbach. Ich durfte die Pilzfarm besuchen und erhielt Lust auf mehr. 

Champions, Steinpilze und die giftigen Fliegenpilze sind uns alle ein Begriff. Dass einige Pilze essbar sind, wissen auch viele. Das die Pilze neben den Tieren und Pflanzen das dritte große Reich mehrzelliger (eukaryotischer) Lebewesen sind, wissen schon wieder nicht so viele. Zudem sind sie wichtig für unsere Ökosysteme. Und wer mehr über Pilze erfahren möchte, ist auf der Pilzfarm Noll genau richtig.

Vor 30 Jahren hat Brunhilde Noll ihr Hobby zum Beruf gemacht und in Klein-Weinbach ihre Pilzfarm Noll aufgebaut. Davor hatte sie als Biologielaborantin bereits mit pathogenen Pilzen zu tun.

Vor dem Gebäude stehend führt rechte Hand ein Weg nach unten zum Bächlein. Die Klein-Weinbach fließt in den Weinbach, welcher wiederum in die Weil und von da in die Lahn fließt. Auf der Wiese neben dem Bächlein findet sich ein kleiner Kräuter- und Pilzgarten. Alte Eichenstämme wurden eingeritzt und mit der Brut von Shiitake geimpft. Erste Fruchtkörper waren bereits zu sehen.

Shiitake auf altem Eichenholz

Pilze wachsen auf dem alten Holz, da sie zu den Destruenten (Zersetzerorganismen) im Stoffkreislauf gehören. Sie bauen neben Holz auch vertrocknete Früchte und Blätter ab. Doch diese Pilze sind nur ein Beispiel und zum Anschauen. Sie reichen nicht aus, um in die große Produktion zu gehen.

Im Kräutergarten wächst derzeit viel Bärlauch, später Giersch. Und alle diese Kräuter landen später bei Brunhilde Noll in der Küche.

Pilzfarm Noll

Um größer Pilze zu züchten, braucht es jedoch ganz besondere Bedingungen. In dem alten Schweinestall, indem die Pilzzucht stattfindet, herrscht eine Luftfeuchtigkeit von 80 Prozent und um die 15 bis 20 Grad. Wobei Brunhilde Noll darauf hinweist, dass Pilze besser mit Kälte zurecht kommen als mit Hitze und Dürre. Das Tageslicht ist gedämmt, denn zu viel Sonne mögen Pilze auch nicht. Innen kann sie die besten Bedingungen für die Pilze erzeugen, so dass Schädlinge keine Chance haben.

In Reihe stehen die rechteckigen Packen, welche mit Holzspäne und beimpften Getreidekörnern bestehen. Die mit Folie umwickelten Päckchen besitzen Löcher, damit Sauerstoff an die Pilze kommt. Durch größere Löcher wachsen dann die Fruchtkörper der Austernseitlinge heraus, welche später geerntet werden. Es dauert nur wenige Tage, bis die Pilze erntereif sind. Jeden Tag kann Brunhilde Noll ernten.

Pilzfarm Noll
Austernseitlinge wachsen aus den Päckchen heraus

Ist das Substrat verbraucht, bekommt dies der örtliche Landwirt, der das Substrat in seine Biogasanlage gibt oder als Dünger auf dem Acker ausbringt. Somit gibt es einen geschlossenen Kreislauf in der Pilzzucht.

Die Pilze verarbeitet dann Brunhilde Noll weiter zu verschiedenen Produkten wie vegane Pilzfrikadelle, Pilz-Bolognese oder auch Pilzschnaps. Diese gibt es im Hofladen sowie als Landmarkt-Partner in ausgewählten Rewe-Märkten der Region. Und Sonntags, wenn die Pilzstube geöffnet hat, gibt es frische Pilzgerichte.

Tipps zum Sammeln von Pilzen

Brunhilde Noll hat zudem einige Tipps, wenn die Menschen zum Pilze sammeln in den Wald gehen. Sie empfiehlt, die Pilze lieber rauszudrehen und die Stelle abzudecken, als sie abzuschneiden. Beim Abschneiden wird das Mycel der Pilze verletzte und Schädlinge können leichter eindringen. Dies ist nicht gut für den Pilz. Sie weiß aber auch, dass die Dürre wie auch die lichten Wälder einen starken Einfluss auf die Pilze haben. Pilze wird es immer geben, aber auch sie werden sich verändern. Aber sie rät auch, nicht immer alles zu essen, was im Wald wächst. Vor allem nicht, wenn man es nicht kennt.

Wanderwege rund um die Pilzfarm

Die Pilzfarm liegt mitten in einer schönen Region voller Wanderwege. Vom Bahnhof in Aumenau könnt ihr fünf Kilometer zur Pilzfarm auf dem Schinderhannes-Wanderweg wandern. Dieser führt durch den wunderschönen Taunus.
Im Weiltal lädt der Weiltalweg zum Wandern und Radfahren ein. Entlang der Weil lässt sich die Region wunderschön genießen.

Mehr zur Pilzfarm erfahrt ihr auf der Homepage.

Wenn ihr mit dem Auto unterwegs seid, kommt ihr durch den Ortsteil Elkerhausen. Hier lohnt sich auch eine kleine Rast einzulegen, denn es gibt einiges zu entdecken.

 

 

 

Freienfelser Ritterspiele

Freienfelser Ritterspiele – 4 Tage ab ins Mittelalter

Die aktuellen Ritterspiele sind vorbei uns es locken schon die Ritterspiele im neuen Jahr. Diese finden vom 06. bis 09.Mai 2027 statt, dann zum bereits 32. mal. 

Einmal im Jahr findet im Weiltal Hessens größtes Mittelalterspektakel statt – die Freienfelser Ritterspiele. Rund 15.000 tägliche Besucher freuen sich jedes Jahr auf die Burg, den Turnierplatz, das Markttreiben und das riesige Zeltlager.

Freienfelser Ritterspiele

Abtauchen ins Mittelalter

Burgfräulein, Gaukler, Ritter, Marketender, Hufschmiede und Kunsthandwerker – sie alle zieht es nach Weinbach zu den Freienfelser Ritterspielen. Dies ist die älteste und größte Mittelalterveranstaltungen in ganz Deutschlands. Einfach mal vier Tage lang ins Mittelalter abtauchen, spannende Turniere erleben und als Familie das Ambiente genießen. Viele Facetten des Mittelalters gibt es an dem Wochenende zu erleben.

Freienfelser Ritterspiele

Zahlreiche Gaukler, Akrobaten und Schausteller unterhalten die Besucher und faszinieren sie. Der Markt mit über 100 Kunsthandwerkern und Händlern lädt zum Stöbern ein und historische Speisen verbreiten ihren Duft.

Mehrere Musikgruppen vertonen auf drei Bühnen das Mittelalter, 14 Ritter streiten sich mehrmals täglich in Turnieren um die Gunst der Zuschauer. Für die Kinder gibt es verschiedene Mitmach-Aktionen wie Schilder bemalen oder Kerzen ziehen. Das familiäre Flair, das vielseitige Programm und der faszinierende Einblick in das Mittelalter machen die Freienfelser Ritterspiele zu einem unvergesslichen Erlebnis und einem festen Bestandteil der Mittelalterszene in Deutschland.

Burg Freienfels

Mehr als 1.000 Lagernde in über 100 authentischen Lagern laden zum entdecken ein. Die Ritterspiele finden zu Fuße der Burg Freienfels statt. Und für die wurden die Ritterspiele vor drei Jahrzehnten ins Leben gerufen. Denn der Erlös der Veranstaltung fließt in die Sanierung der Burg. Organisatoren der Ritterspiele ist der Förderverein zur Erhaltung der Burgruine Freienfels. 1994 gründete sich der Förderverein und setzt sich seit dem für den Erhalt und die Instandsetzung der Burg ein.

Weiltalweg Wandern Radfahren

Die Burg Freienfels liegt hoch über dem romantischen Flusstal der Weil. An ihrem Fuß führt der Weiltalweg entlang, welcher zum Wandern und Radfahren einlädt.

Bei der Burg handelt es sich um eine Ruine, die inzwischen teilrenoviert ist. Sie wurde wohl Ende des 13.Jahrhunderts vom Grafen Heinrich von Weilnau erbaut. Die urkundliche Ersterwähnung stammt aus 1327 im Testament des Siegfried von Runkel, der die an ihn verpfändete Burg seinem Neffen vermachte.


Die Burg gewährt Einblicke in das Leben des Hochmittelalters und bietet eine imposante Kulisse. Im Turmraum des Palas gibt es ein kleines Burgmuseum, in dem die Besucher Fundstücke der Burg betrachten können. Tonfragmente und Kachelreste aus dem 15. Jahrhundert sowie Ofenkacheln aus dem 17.Jahrhundert gibt es fort zu sehen. Seit 2017 ist die Burg zudem Teil des Geoparks Westerwald-Lahn-Taunus.

Nicht nur an den Ritterspielen habt ihr die Möglichkeit, die Burg zu besuchen. Diese ist von Anfang April bis Ende Oktober täglich von 10 bis 19 Uhr geöffnet.

Freienfelser Ritterspiele

Informationen

Karten könnt ihr direkt an den Eintrittskarten kaufen oder bereits im Vorfeld im Online-TicketShop.

Homepage Freienfelser Ritterspiele

Informationen findet ihr auch auf Facebook-Seite der Ritterspiele

Parken

Der Ort Freienfels liegt im Weiltal in direkten Nähe von Weilburg. Auf der B49 ist es gut aus Richtung Gießen und Limburg zu erreichen.

Um Freienfels herum gibt es drei große Parkplätze, Parkplatzordner weisen vor Ort ein. Der Shuttle-Service von Weilburg nach Freienfels gibt es in diesem Jahr nicht.

Die Freienfelser Ritterspiele sind nur ein Tipp im Landkreis Limburg-Weilburg. Ihr wollt noch mehr entdecken? Dann schaut gerne auf der To-Do-Liste vorbei.

Aussichtsturm Löhnberg mit schönem Blick

Der Aussichtsturm Löhnberg lockt mit einem schönen Rundum-Blick ins Löhnberger Becken sowie Richtung Westerwald und Lahntal.

An schönen Tagen mit guter Sicht könnt ihr sogar bis in den Taunus zum Feldberg blicken. Und am Ende des Beitrags gibt es noch einen besonderen Tipp für euch.

18 Meter hoch hinaus

Ein Besuch des Holz-Stahl-Konstruktes, welches 18 Meter in die Höhe ragt und welches nach 70 Stufen zu einem herrlichen Blick einlädt, lässt sich wunderschön mit einer Wanderung durch den Gemeindewald Löhnberg verbinden. Rund eine Stunde waren wir unterwegs und es gab einiges zu sehen neben dem Turm am Rande des Waldes.

Blick auf den Turm

Los ging es für uns vom Parkplatz am Bürgerhaus „Löhnberger Lilie“. Vom Parkplatz aus ging es links Richtung Wohngebiet „Taunusblick“. Die Straßen sind gut ausgebaut und lassen sich sehr schön laufen. Durchs Wohngebiet gelangt ihr direkt auf den Triftweg. Dieser verläuft zwischen dem Wohngebiet und landwirtschaftlicher Fläche. Von hier aus habt ihr bereits einen schönen Blick auf den Aussichtsturm Löhnberg.

Über den Weg gelangt ihr über die B49 direkt in den Wald. An der ersten Kreuzung im Wald weist eine Tafel darauf hin, wie die Wegführung ist. Auf dieser Tafel fehlt der Aussichtsturm leider. Daher empfehle ich, den ersten Weg links runter zu nehmen.

Wandern in Löhnberg

Erinnerung an jüdische Bürger

Dieser führt am Judenfriedhof von Löhnberg vorbei. Wenn ihr auf dem Weg bleibt, gelangt ihr direkt zum Aussichtsturm. An diesem befindet sich ebenfalls eine Hütte zum Unterstellen sowie Sitzmöglichkeiten und ein Grillplatz.

Aussichtsturm Löhnberg
Jüdische Friedhof Löhnberg

Ein erster Aufenthalt jüdischer Bürger ist auf 1621 datiert, wo ihnen ein Aufenthalt in Löhnberg genehmigt wurde. Bis Ende des 18. Jahrhunderts ließen sich Juden immer wieder über kurze oder längere Zeit in der Gemeinde nieder. Insgesamt blieb die Anzahl immer sehr gering, vier Familien hatten sich etabliert. Meist hatte Löhnberg bis 1927 sechs oder sieben, höchstens elf jüdische Einwohner. Die Familien wohnten in der Obertorstraße 5, welches sie in der NS-Zeit zwangsverkaufen mussten. Heute befindet sich in dem Gebäude das Rathaus von Löhnberg, an dem seit 1991 eine Erinnerungstafel hängt. Der jüdische Friedhof im Wald erinnert an diese Mitbürger der Gemeinde.

Aussichtsturm Löhnberg seit 2017

2017 wurde der Aussichtsturm errichtet und hat sich inzwischen zu einem beliebten Ziel entwickelt. Förderungen für das Projekt gab es vom EU-Förderprogramm Leader und dem Land Hessen. Er lädt als Ziel ein, aber auch als Raststätte auf längeren Wanderungen. In diesem Jahr wurde der Aussichtsturm Löhnberg als „Hessen Pionier“ ausgezeichnet. Der Turm ist nicht nur für Touristen in der ländlichen Region eine Attraktion, sondern auch für die Menschen, welche im Landkreis wohnen.

Insgesamt vier Plattformen bietet der Turm und so lässt sich Stück für Stück der Blick in die Umgebung erweitern. Wer sich vor Ort nicht ganz so gut auskennt, bekommt Hilfe durch eine Tafel. Diese zeigt auf, wo sich die Löhnberger Ortsteile befinden oder welche Erhebungen in der Ferne auszumachen sind.

Sehr schön an dem Wanderwege sind die vielen Arbeiten der Vogelschutzgruppe. Bruthöhlen, Vogelhäuschen sowie Insektennisthilfen sind entlang des Weges zu entdecken. Somit lädt der Turm nicht nur für einen Blick in die Umgebung ein. Die Wanderung an sich lädt dazu ein, Flora und Fauna in der Region zu entdecken und einen Augenblick in der Natur zu verweilen.

Vom Aussichtsturm lässt sich ein schöner Rundweg zum „Blauen See“ und zur Diana-Quelle laufen. Dafür geht es ein gutes Stück berghoch. Die Wege sind breit und leicht begehbar. Der „Blaue See“ befindet sich mitten im Wald versteckt. Eine schmaler Weg führt zu ihm hin.

Weg zum „Blauen See“

In der Region wurde früher Basalt abgebaut. Eine Seite des Gewässers wird mit umrandet von der Bruchwand des ehemaligen Basaltsteinbruchs und die imposanten Basaltsäulen sind noch heute zu bewundern. Eine Bank lädt zum Ausruhen ein und zum Genießen der Natur.

Obwohl das Gewässer „Blauer See“ heißt, leuchtet er in einem kräftigen Grün, weil lauter kleine Wasserlinsen die Oberfläche bedecken. Vom „Blauen See“ könnt ihr noch an der Diana-Quelle entlang gehen. Hierbei handelt es sich jedoch nicht um Trinkwasser.

Dieses Gebiet ist ein beliebtes Wandergebiet und landschaftlich sehr schön. Auch in der Waldpädagogik der Kitas und Schule vor Ort spielte dieses Gebiet eine Rolle.

Aussichtsturm Löhnberg

Für eine kurze Wanderung eignet sich der Weg zum Aussichtsturm Löhnberg als Ziel. Er kann jedoch auch kombiniert werden, mit längeren Wanderungen nach Weilburg, wo das herrliche barocke Schloss Weilburg auf einen Besuch wartet. Am Aussichtspunkt kommt ihr ebenfalls vorbei, wenn ihr einen Rundwanderweg von Weilburg über Löhnberg zurück wählt.

Für diese Rundwanderung könnt ihr in Weilburg starten und über die Kettenbrücke zu den Aussichtspunkten „Kanapeé“ und „Tempelchen“ laufen. An den historischen Wasserversorgungen von Weilburg vorbei geht es über den Butterpfad vorbei am jüdischen Friedhof, wo ihr ebenfalls am Aussichtsturm vorbeikommt. Über den Sauerborn in Löhnberg geht es entlang der Lahn über Ahausen zurück nach Weilburg (Quelle „Ich geh wandern“)

Ihr möchtet noch höher hinauf? Dann besucht den Baumwipfelpfad in Bad Camberg. Der verläuft 31 Meter über dem Boden und gewährt einen atemberaubenden Blick in die Region.

Tipp am Ende

Zum Ende habe ich noch einen besonderen Tipp für Euch. Besucht den Aussichtsturm gerne im Sommer, wenn die Sonnenblumen blühen. Dann ist dies ein herrlicher Foto-Hotspot.

Sonnenblumen vor dem Aussichtsturm Löhnberg

Wochenmarkt Limburg

Wochenmarkt in Limburg

Zweimal die Woche – jeweils mittwochs und samstags – lockt der Wochenmarkt nach Limburg. In der Innenstadt auf dem Neumarkt bauen die zahlreichen Beschicker ihre Stände auf und verkaufen ihre Waren. Am Mittwoch ist das Angebot etwas kleiner als am Wochenende. Dort warten dann 20 bis 30 Stände mit einem reichhaltigen Angebot auf die Besucher.

Wochenmarkt Limburg

Für die Besucher wartet ein wechselndes Angebot an Obst und Gemüse, Wurst, Honig, Käse, Fleisch, Geflügel, Antipasti, Wein, Eiern, Blumen, Pflanzen und saisonalen Angeboten.

Wochenmarkt Limburg

Besonders Samstag Morgen, wenn noch nicht so viel los ist, macht es große Freude, mit Ruhe an den Ständen vorbei zu flanieren und sich das Angebot anzusehen. Ich erhalte jedes Mal Lust auf knackiges Obst und frischen Salat. In den letzten Jahren gewann der Markt an Attraktivität, weil sich die Beschicker neue Dinge einfallen lassen. Mitten im Markttreiben an einem sonnigen Tag einen Kaffee zu trinken und ein Stück Kuchen zu genießen, während um einen herum der Trubel herrscht. Das ist ein Gefühl von „Mitten im Leben“.

Wochenmarkt Limburg

Öffnungszeiten Limburger Wochenmarkt

Mittwoch von 11 Uhr bis 18 Uhr

Samstag von 7 Uhr bis 14 Uhr

(fällt ein Markttag auf einen Feiertag, findet der Wochenmarkt am vorhergehenden Werktag statt.)

Alle Informationen auf der Homepage

Kreuz als Erinnerung an Mord

Wenn ihr vom Domplateau in Limburg die Treppe runter zur alten Lahnbrücke geht, befindet sich links an der Mauer recht unscheinbar ein Kreuz in den Stein gehauen.

Der Heimathistoriker Klaus Lanio hat die längst vergessene Geschichte dieses Kreuzes recherchiert. Dieses Kreuz erinnert an einen Mord. Durch seine Recherchen und das Augenmerk auf dieses Kreuz weist inzwischen auch eine Gedenktafel auf die Geschichte hin.

 

Manchmal sind es Kleinigkeiten, welche uns im Alltag gar nicht bewusst sind. Wir laufen an Orten vorbei, ohne uns diese genauer anzusehen. Manchmal wissen wir gar nicht, dass sich direkt vor unserer Nase etwas interessantes befindet. So erging es mir mit diesem in den Stein gehauene kleine Kreuz, welches sich eigentlich an exponierter Stelle befindet, welches mir aber vorher nie so aufgefallen ist. Auf einer Höhe von 1,20 Meter findet sich dieses kleine Kreuz. Es ist 13 mal 10 Zentimeter groß und wirkt eingerahmt. Jetzt mit einer Hinweistafel versehen achtet man vielleicht nochmal eher drauf.

Dem nachfolgenden Text liegt ein Zeitungsartikel des Journalisten Dieter Fluck zugrunde. 

Mord am Dom

Dieses in die Mauer gehauene Kreuz weist auf eine schauerliche Tat hin. Im Schatten des Doms wurde 1929 eine junge Frau ermordet; eine  Bluttat, die ganz Limburg und die Menschen darüber hinaus schockiert hatte. 

Dieses Ereignis soll nicht vergessen gehen, weshalb der Limburger Klaus Lanio die Geschichte recherchierte und als „Die Geschichte vom Limburger  Mauerkreuz“ aufschrieb. Ihm war es vor allem ein Anliegen, dass im Zuge der Neugestaltung des Domplateaus dieses Zeugnis erhalten bleibt. 

Es geht um die 24-jährige Helene Schneider, die am 4. Juni 1929 kurz vor 20 Uhr an  dieser Stelle von ihrem ehemaligen Freund mit mehreren Stichen ermordet wurde. Um diese Zeit fand die Brüdermesse statt, so dass einige Kirchenbesucher Zeuge wurden, aber nicht einschritten. Nur der zwölfjährige Bube Fritz Suder aus dem Haus Römer 1 blieb  stehen und versuchte, Hilfe bei seinem Vater zu holen. Der Täter flüchtete in Richtung Lahn und  konnte dort unter einem Baum sitzend dingfest gemacht werden. 

Mehrfach mit der Justiz im Konflikt

Die Geschichte spielte nicht alleine in Limburg statt, sondern begann in Kaiserslautern. Dort betrieb der Vater von Helene Schneider einen Altwarenladen. Sie arbeitete in dem väterlichen Laden und lernte dort den Gelegenheitsarbeiter Rudolf R. kennen. Dieser gerät mehrfach mit der Justiz in Konflikt. „Aus dem  Gefängnis entlassen, reduziert er den Alkohol, kauft stattdessen seiner Geliebten Kleider und  Geschenke“, so Dieter Fluck im Artikel. 1924 gebärt Helene eine Tochter, die allerdings einen Tag später bereits stirbt, R. meldet die Vaterschaft und Tod beim Standesamt an. 

Helene wendet sich zunehmend von R. ab, der darauf sehr eifersüchtig reagiert. Er tut ihr Gewalt an, droht ihr Rache an, geht auf sie los. Helene vertraute ihrer Mutter an, dass sie lieber tot sei, als diesen Mann zu heiraten.

Reise nach Limburg

Im Jahr 1929 macht Helene Bekanntschaft mit dem jungen Schausteller Heinrich, welcher mit seiner Familie aus Wolfenhausen kommt. Die beiden empfinden Zuneigung zueinander, schreiben sich Briefe und Heinrich lädt sie nach Limburg ein. Das Geld stammt von r. der als Stoffhausierer in Norddeutschland unterwegs ist und das Geld zu ihr nach Hause schickte. 

Am 1. Juni trifft Helene am Limburger Römer ein; am gleichen Tag R. in Kaiserslautern. Er möchte Helene besuchen, doch trifft sie nicht an. Bei einem Einbruch bei ihr zu Hause erfährt er von ihren Reiseplänen nach Limburg und folgt ihr in die hessische Stadt. Helene hat derweil Zukunftspläne und möchte nicht mehr nach Hause zurückkehren. Sie bittet ihre Mutter, ihr Kleidung zu schicken.

R. folgt ihr nach Limburg und kommt durch eine Finte an Helene heran. Er erzählt ihr, ihr Vater sei gestorben. Sie erklärt sich zu einer Aussprache bereit, in deren Verlauf es zu einem Streit kommt und R. auf die junge Frau einsticht. Fritz Suder, der kleine Bruder von Heinrich, wurde Zeuge der Tat.

Großes Interesse am Prozess

Das Interesse der Bevölkerung am Prozess vor dem Limburger Landgericht war groß. Es mussten sogar Eintrittskarten ausgegeben werden. R. wird wegen Totschlags zu zehn Jahren Zuchthaus  verurteilt. Die bürgerlichen Ehrenrechte werden ihm für diese Zeit aberkannt.

Klaus Lanio: „Vermutlich haben aufgebrachte Bürger das Kreuzchen zum Andenken an das Opfer in die Mauer  gemeißelt.“ Wie der Autor ergänzend berichtet, lebte der Täter von allen Beteiligten am längsten und  starb erst Ende der 1980er Jahre hochbetagt. Der kleine Zeuge Fritz Suder wurde gegen Kriegsende  bei den Pallottinern von den Amerikanern bei dem Versuch erschossen, die letzte Stellung zu halten.  Er wurde 28 Jahre alt.

Manchmal lohnt es sich, mit offenen Augen durch die Region zu gehen. Und beim nächsten Mal halten wir vielleicht kurz inne und gedenken dieser jungen Frau, die nur ihr Leben leben wollte.

 

Zeichen des christlichen Glaubens in Brechen

In der Gemeinde Brechen gibt es viele Bildstöcke, Heiligenhäuschen und Kapellen. Diese stehen zum Großteil unter Denkmalschutz. Sie sind ein Zeichen für den christlichen Glauben in der Gemeinde. All diesen Zeichen widmet sich jetzt ein Buch, welches kurz vor Weihnachten erschien.

„Sollen alle Knie sich beugen“ lautet der Titel des Bildbandes, welches die Gemeinde zusammen mit dem Gemeindearchiv herausgegeben hat. Die Realisierung erfolgte durch den Arbeitskreis Historisches Brechen, die Texte stammen von Ursula Königstein.

Buch Brechen

Zeichen des christlichen Glaubens

Der Bildband gibt einen Überblick über die Kapellen, Bildstöcke und Kreuze in der Gemeinde. Es sind verschiedene Beweggründe, die die Bürger bis heute dazu veranlassen, ihren Glauben in der Öffentlichkeit zu zeigen. Die Bildstöcke, Gedenksteine oder auch Kapellen stehen für die Frömmigkeit. Sie dienten dazu, ein Gelübde zu erfüllen, Verstorbener zu gedenken oder auch Gott nach Krankheit oder schlimmen Zeiten zu danken.  Sie laden bis heute zu einem stillen Gebet ein, zur Erinnerung oder zum Gedenken. Und neben dem Zeichen des Glaubens besitzen sie oftmals auch einen hohen künstlerischen Wert.

Bereits in einem Zeitungsartikel in den 1950er Jahren waren die Kapellen ein Thema. So wird in den Buch zitiert: „Oberbrechen, das große Dorf im Goldenen Grund, hat viele Wahrzeichen und Denkmäler christlichen Glaubens. Vier alte Kapellen stehen auf seinen Höhen, zahlreiche Bildstöcke, Stationen und Kreuze an seinen Straßen und Wegen.“ Die ersten Zeugnisse für den christlichen Glauben gehen auf das Jahr 1590 zurück. Doch bis in die Neuzeit haben sie Bedeutung für die Bürger.

Eintauchen in die Geschichte

Dieses Buch gibt nicht nur einen umfassenden Überblick zu den vorhandenen Werken in der Gemeinde. Zahlreiche Geschichten zu den Kunstwerken, zu ihrer Entstehung und ihren Hintergründen geben nicht nur einen Blick auf den christlichen Glauben, sondern sie gewähren auch einen Blick in die Geschichte der Gemeinde.

Diese Engelsfigur steht am Aufgang zur Berger Kirche. Früher stand er auf dem Eingangstor und hieß die Besucher der Kirche sowie des Friedhofes willkommen. Vor einigen Jahren versetzten ihn der Freundkreis Berger Kirche und gestaltete eine kleine Anlage um ihn herum. Doch er war nicht als Figur am Eingang gedacht. Wie alte Fotoaufnahmen zeigten, wurde er als Figur auf einem Grab geschaffen. Als dieses geräumt wurde, kam er erst in die Kirche, dann auf das Eingangstor bis er an seinen heutigen Platz gelangte.

Rundweg Berger Kirche

Engagement der Bürger

Obwohl die meisten Werke auf öffentlichem Grund stehen und die Pflege der Gemeinde obliegt, zeugen sie auch von dem großen Engagement der Brechener Bürger. Sie sorgen sich um die Pflege der Kapellen, Figuren und Kreuze – sei es die Bepflanzung, sei es die Entfernung von Moos. Sie reparieren Schäden. Und sie sammeln Geld, um kaputte Teile zu sanieren oder die Zeichen zu renovieren. Damit leisten sie einen wichtigen Beitrag, diese Zeichen der Vergangenheit für die Zukunft zu bewahren.

Der 80-seitige Bildband ist eine reiche Sammlung der öffentlichen Zeichen des christlichen Glaubens in der Gemeinde. Für die Brechener selbst, aber auch für die Menschen in der Region ist dies ein interessanter Bildband, der einiges Wissen vermittelt und den Leser auf eine faszinierende Reise mitnimmt.

Bei Ullrich Jung in Werschau und im Bürgerbüro im Rathaus gibt es das Buch zu erwerben.

Elz in alten und neuen Ansichten

Elz in alten und neuen Ansichten

Mit einem neuen Bildband von Elz gibt es mit Bildern aus dem ausgehenden 19. Jahrhundert bis heute einen faszinierenden Blick, wie sich die Gemeinde im Wandel der Zeit entwickelt hat.

Verantwortlich für dieses fast 350-seitige Buch sind die drei Initiatoren Werner Geberzahn, Karl-Heinz Rörig und Otto Purtauf. Über zwei Jahre haben sie die verschiedenen Bilder und Dokumente zur Gemeinde gesichtet und sortiert. Am Ende kam ein beeindruckender Bildband heraus.

Bildband Elz

Alte Elzer können in Erinnerungen eintauchen. Aber auch für Zugezogene ist dies ein sehr interessantes Werk, denn es gibt nie gekannte Einblicke.

Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte

Jeder kennt den Ausspruch, dass ein Bild mehr sagt als 1.000 Worte. Daher ist dieses Buch hauptsächlich Bildband mit wenigen begleitenden Worten. Die Bilder wirken für sich in ihren Vergleichen von damals und heute. Ein Bild sagt sehr viel, wenn Häuser dicht an dicht auf einmal mit viel Raum dazwischen stehen. Oder jeder kann erkennen, dass der kleine, kurze Kirchturm aus dem 19. Jahrhundert inzwischen ein stattlicher Turm ist, der weit zu sehen ist.

Es ist wie eine kleine Zeitreise, wenn man über die Fachwerkhäuser und dem Aussehen der Pfortenstraße liest und das Bild der heutigen Pfortenstraße im Kopf hat. Da scheinen Welten dazwischen zu liegen. Über ehemalige Hausbesitzer gibt es genauso etwas zu erfahren wie über die Häuser und was sie heute beherbergen.

Dabei gibt es nicht nur Bilder der Häuser und Straßen zu sehen. Menschen auf den Bildern zeugen davon, wie sich die Menschen im Laufe der Zeit kleideten. Und das Buch ist sehr aktuell, denn das letzte Projekt, der Parkplatz in der Nähe vom Bürgerhaus findet sich bereits im Bildband wieder.

Elz in alten und neuen Ansichten

Für Jung und Alt ein absolut empfehlenswertes Buch, welches ein faszinierendes Eintauchen in die Elzer Geschichte ermöglicht.

Das Buch gibt es für 19,50 Euro bei Buch & Tee in Elz.

Elz in alten und neuen Ansichten

Unterwegs im Dom zu Limburg

Der Limburger Dom ist das Wahrzeichen der Region. Hoch thront er über der Lahn und ist von vielen Punkten aus wunderbar zu sehen. Mit einem besonderen Bildband haben sich jetzt die beiden Fotografen von One More Picture sich diesem Bauwerk genähert.

Das entstandene Werk „Unterwegs im Dom zu Limburg – Faszinierende Blickwinkel einer Kathedrale“ nimmt die Leser in Winkel des Domes mit, die nicht jeder zu sehen bekommt. De Texte zu den Fotos stammen aus der Feder von Dr. Bernd A. Weil.

Ein Besuch im Dom gehört wohl bei jedem Trip nach Limburg dazu. Mit seiner Farbpracht ist er eine imposante Erscheinung. Doch nicht jeder kommt nicht in alle Ecken, wie diese beiden Fotografen, so dass dieses Werk eine tolle Ergänzung nach einem Besuch ist. Zudem präsentiert sich die Kathedrale immer wieder neu, je nach dem, wie das Licht durch die Fenster hineinfällt. Diese verschiedenen Stimmungen haben Thorsten Wagner und Alexandra Michel auf wunderbare Weise eingefangen, so dass ihr Werk durchaus als Liebeserklärung an das Gebäude bezeichnet werden kann.

Fotoband mit neuen Einblicken

Nach den Bildbänden „Unterwegs in Limburg“ und „Unterwegs im Goldenen Grund“ ist dies der dritte Fotoband, den die beiden Künstler gestalteten. Dank dem Domküster Bruder Elmar Moosbrugger konnten sie das Bauwerk in seiner ganzen Schönheit entdecken.

Von Stiftkirche zum Dom

Der Limburger Dom wird nach seinem Schutzpatron St. Georg auch Georgsdom genannt. Ursprünglich Stiftskirche wurde die Kirche erst 1827 die Kathedralkirche des Bistums Limburg. Dies macht den Dom zu einen besonderen Kirchenbau. Ein Dom besitzt normalerweise kein Taufbecken. Doch der Limburger Dom besitzt eines, denn er war vorher Pfarrkirche. Zudem ist der Limburger Dom die einzige deutsche Kirche mit sieben Türmen.

Im 9.Jahrhundert begannen die Menschen mit dem Bau der Kirche auf dem Felsen hoch über der Lahn. Romanische und gotische Elemente sind in dem Bau vereinigt. Insgesamt gab es vier Bauphasen an diesem Kirchenbau. Die ältesten Elemente, welche heute noch zu sehen sind, sind die Fresken, die sich auf Original-Putz des 13. Jahrhunderts befinden. Und so nimmt das Buch mit seinen Fotografien den Betrachter auch auf eine geschichtliche Reise mit. Das älteste erhaltene Bauteil ist ein Bauholz im fünften Geschoss des Nordturms aus dem Jahr 1231. Und so ist das Buch nicht nur eine Liebeserklärung zu dem Gebäude, sondern auch eine kleine Geschichtsreise. Und es offenbart Details, die nicht jedem bekannt sind. Mit ein wenig Zeit lässt sich Neues entdecken.

Das Bildband zum Dom sowie die Bildbände aus der Region erhaltet ihr direkt auf der Seite der beiden Künstler – Wagner& Wagner.Art

Krippenausstellung im Diözesanmuseum Limburg

Das Diözesanmuseum lädt zum Jahresende zu seiner Krippenausstellung ein. Diese trägt den Titel „…weil in der Herberge kein Platz für sie war“ und schlägt einen Bogen vom 14. Jahrhundert bis heute. Damit zeigt sie den Wandel in der Kunst, in der Gesellschaft und schlägt einen Bogen von damals bis heute in der Flüchtlingsproblematik.

Krippenausstellung Diözesanmuseum

Damals wie heute

Die Weihnachtsgeschichte ist nicht nur Maria und Josef im Stall, in der Krippe das Jesus-Baby und Haustiere drumherum. Eine romantische Vorstellung, doch eigentlich nur der Mittelpunkt in einer Flüchtlingsgeschichte, welche die kleine heilige Familie durchläuft. Die kleine Familie mit der hochschwangeren Maria macht sich auf Befehl von Kaiser Augustus auf den Weg nach Bethlehem. Dort finden sie nirgendwo eine Herberge und können am Ende in einem Stall übernachten, in welchem auch Jesus zur Welt kommt. Nicht lange können sie dort bleiben, denn sie müssen nach Ägypten fliehen, weglaufen vor König Herodes.

Auch heute gibt es Flüchtlinge und das Thema dringt immer wieder in unser Bewusstsein. Menschen flüchten vor Krieg, auf der Suche nach einem besseren Leben. Und dies nimmt das Diözesanmuseum in seiner Ausstellung mit auf und schlägt einen großen Bogen über 2000 Jahre zurück. Im Vordergrund die heilige Familie, im Hintergrund Fotos aus den Flüchtlingslagern. Jedem ist Moria in Griechenland ein Begriff oder die aktuell menschenunwürdigen Zustände an der polnisch-belarussischen Grenze.

Glasfenster der Herzenbergkapelle Hadamar

Wandel der Gesellschaft

Doch die Ausstellung zeigt noch mehr. Die Darstellung der heiligen Familie im Wandel der Zeit zeigt auch einen Wandel in der Rolle der Figur Josef. Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts war die Herbergssuche in den Darstellungen nie Thema gewesen. Und Josef wandelte sich von einer Randfigur zum Macher und Gestalter. Am Anfang weniger Teil der Familie wurde er ab dem 18. Jahrhundert zur handelnden Figur.

Neben den geschichtlichen und gesellschaftlichen Aspekten der Ausstellung besticht sie auch durch ihre zahlreichen Einzelheiten und Schönheiten. Ein Blickfang ist immer wieder die Neapolitanische Krippe aus dem 18. Jahrhundert, welche neben der Geburt Jesu auch viele Einzelheiten des alltäglichen Lebens zeigt.

Neapolitanische Krippe

Skulpturen, Holzschnitte und Zeichnungen nähern sich unterschiedlich der Thematik. Krippenfiguren waren häufig Gebrauchsgegenstände und wenn man sich diese Figuren genau betrachtet, erkennt man auch, dass Teile von ihnen mit der Zeit abgebrochen und nun wieder restauriert worden sind. Es ist eine Ausstellung, die sich um die Weihnachtszeit sehr lohnt und die ich sehr empfehlen kann.

Öffnungszeiten

Die Ausstellung ist bis zum 30.Dezember geöffnet. Danach schließt das Museum bis zum 1. April.

Das Museum ist zu folgenden Zeiten geöffnet:

Dienstag bis Samstag 10 bis 13 Uhr und 14 bis 17 Uhr
Sonn- und Feiertags  11 bis 17 Uhr

Am 24. und 25. Dezember ist das Museum geschlossen

Mehr findet ihr auf der Homepage des Museums.