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Autor: Heike Lachnit

Mariengarten Limburg

Ruhe und Verweilen im Mariengarten

Der Mariengarten auf dem Domberg neben dem Diözesanmuseum ist umstritten, aufgrund seiner Geschichte. Jedoch ist es auch ein sehr schöner Ort zum Verweilen und Ruhe finden.

Diözesanmuseum Limburg

Auf dem Weg zum Dom kommt ihr an einem wunderschönen alten Fachwerkgebäude vorbei. Hierbei handelt es sich um einen alten alten Adelshof, dem „Leyenschen Hof“ mit angeschlossenen Wirtschaftsgebäuden und großem Garten aus dem Jahr 1544.

Lange Geschichte

Der große Garten, inzwischen Mariengarten genannt, auf dem Domberg hat schon einige Umgestaltungen erfahren. Er befindet sich an der Westseite der Nonnenmauer. Das alte Gemäuer um den Garten herum ist zurückzuführen auf die karolingische Burgmauer, welche die Burg und den Stiftsbering befestigte.

Die letzte Umgestaltung, welche bis heute auch recht umstritten ist, war die durch Bischof Tebartz van Elst. Vor rund zehn Jahren ließ er den Garten zwischen Nonnenmauer, Domstraße und Diözesanmuseum für 790.000 Euro nach seinen Vorstellungen gestalten. Er plante diesen als Garten für sich selbst und seine Gäste. Inzwischen ist er für alle zugänglich. Dieser Garten mit seinen klaren Strukturen lädt zum Verweilen ein. Auf einer der Bänke sitzen, kann jeder die Ruhe in sich aufsaugen und einen Moment für sich finden.

Mariengarten Limburg

Schwieriges Erbe

2014 wurde Bischof Tebartz van Elst abberufen und das Domkapitel verfügte, dass der vom Kölner Landschaftsarchitekten „Club L94“ geschaffene Garten für alle zugänglich sein soll. Heute bezeichnen Mitarbeiter des Diözesanmuseums den Garten als schönes Erbe, welches aber auch erklärungs- und pflegeintensiv ist.

Mariengarten Limburg

Viele Menschen, welche mit dem klaren Linien und der nüchternen Gestaltung konfrontiert wurden, schüttelten ihren Kopf und äußerten ihr Unverständnis zu den entstandenen Kosten. Diese kamen zum einen durch die Verwendung hochwertiger Materialien wie die Steinblöcke aus Jurakalk zustande, aber auch durch die schwere Zugänglichkeit des Gartens und die dadurch mehr notwendige Manpower. Dennoch handelt es sich um eine Umgestaltung mit Konzept, um eine hochwertige Arbeit, welche langfristig nutzbar ist. Eventuell könnte dies mit der Zeit in eine sachliche Auseinandersetzung münden.

Lange Geschichte

Der Mariengarten ist der letzte große Garten, welcher auf dem Domberg übrig geblieben ist. Mit 20 mal 35 Metern zeugt er noch von einer Zeit, als die Adligen im Mittelalter ihre Häuser auf den Domberg bauten und Rückzug in ihren Gärten suchten. Im 15. Jahrhundert verschwanden die Gärten und die Bebauung nahm zu. Nur der Mariengarten blieb. Und mit ihm auch das Teehaus am Rande des Gartens, welches bis heute steht. Auf Höhe des Teehauses gab es eine Tür, durch welche man früher zur Stadt gelangte.

Mariengarten Limburg

Bis 2008 bestand der Garten aus einer wild bewachsenen Fläche, Steinen und Skulpturen. Damals beschloss man, diese Fläche aufzuwerten und schrieb einen Ideenwettbewerb aus. 2009 wurde ein Konzept umgesetzt und es entstand ein Labyrinth nach Vorbildern aus der Renaissance. Das Labyrinth stand dafür, dass das irdische Leben manchmal verschlungene Pfade geht, doch mit dem Glauben an Gotten findet man am Ende immer den richtigen Weg. Doch bereits nach einem Jahr fand eine erneute Umgestaltung statt, diesmal durch Bischof Tebartz van Elst. Seit 2015 nutzt das Diözesanmuseum den Garten mit.

Klare Linien erinnern an Kreuzgang

Die vier mit Jurakalksteinen eingefassten Flächen in der Mitte des Gartens symbolisieren einen Kreuzgang oder auch die vier Evangelisten. Wenn die Besucher vom Hof des Diözesanmuseums kommen, führt eine Treppe in den Garten hinunter. Am Ende des Kreuzgangs steht eine Marienstatue von der Frankfurter Künstlerin Franziska Lenz-Gerhart. Diese Elemente stehen für die Ruhe und dienen der Einkehr. Weiterhin symbolisiert die Marienstatue auch die Marienverehrung im Bistum Limburg. Im Gegensatz zu diesen klaren Strukturen stehen die alten Natursteinmauern um den Garten sowie die Bepflanzung am Rande des Gartens. Dort finden sich zahlreiche Kastanien sowie Obstbäume und Teufer freute sich, dass es in diesem Jahr die erste eigene Kirschernte gab. Klare geometrische Strukturen treffen auf wildere Elemente. Der Garten besteht aus einer strikten Trennung von Innen und Außen. Er symbolisiert, dass sich die Besucher von der Außenwelt distanzieren und zur Ruhe kommen sollen.

Mariengarten Limburg

An der Natursteinmauer befinden sich 15 Platten, welche den Kreuzgang symbolisieren. Zudem befinden sich an beiden Seiten des Gartens Brunnen mit Wasser. Beim Teehaus der Brunnen besticht durch seine klaren Linien und der Inschrift „hervorsprudelndes Wasser ist ein stets rauschender Bach der Wahrheit.“ Der andere Brunnen besteht aus einem Löwenkopf und fügt sich fast versteckt in die Bepflanzung ein. Das Quellgeräusch des Wassers soll die Besucher bei ihrem Rundgang begleiten und steht als Element für das Leben.

Mariengarten Limburg

Ihr möchtet mehr über Limburg erfahren? Dann macht doch die digitale Stadtführung „Hörmal“ – auch vor dem Diözesanmuseum gibt es eine Station zum reinhören.

 

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Geocaching Limburg

Geocaching durch die Altstadt Limburg

Nord 50°23.409 und Ost 008°03.858? Dies ist der Beginn zu einem einstündigen Rundgang durch die Limburger Altstadt, auf der ihr sicher auch Dinge lernt, welche euch  noch nicht bekannt waren.

Viel ist momentan nicht möglich und so waren wir auf der Suche nach Aktivitäten mit Kindern und stießen auf den Geocache durch die Altstadt Limburgs. Dabei waren nicht nur einfach Koordinaten angegeben, in denen wir uns durch die Gassen bewegen sollten. Vielmehr mussten wir Fragen beantworten, um die nächsten Koordinaten zu erfahren. Los ging es bei der ehemaligen Postverwaltung in der Brückengasse. Von dort aus führte der Weg weiter zum Dom und zum Schloss.

Geocache Altstadt Limburg

Aus wie vielen Fenstern besteht das große Rundfenster am Hauptportal des Limburger Doms? Wann heiratete Imagina ihren König? Wie alt ist das Nassauer Haus? Und wann wurde das Haus mit der biblischen Geschichte das erste Mal erwähnt? Dies sind nur einige Fragen, die euch auf dem Weg begegnen. Dank Tafeln an den Häusern, die einen kleinen Einblick in die Geschichte geben oder Jahreszahlen über den Türen, lassen sich diese Rätsel leicht lösen.

Geocaching Altstadt Limburg

Und dann kommt ihr an Orten vorbei, die euch eventuell nicht direkt so präsent sind. So erging es uns mit der Tür am „Nassauer Haus“, welche verschiedene Persönlichkeiten wie König Adolf, König Konrad oder Konrad Kurzbold darstellt, die eine Rolle im Laufe der Geschichte gespielt haben.

Auch wenn uns Erwachsenen die Wege recht schnell klar waren, so ist es für Kinder ein kleines Abenteuer, anhand des Handys den Weg und den nächsten Punkt zu finden.

Geocaching Altstadt Limburg

Von der Altstadt an die Lahn

Es geht quer durch die Altstadt, vorbei an bekannten Punkten, aber auch Gassen entlang, die nicht immer so präsent sind. Oder weiß jemand auf Anhieb, wo sich die Böhmergasse befindet?

Geocaching Altstadt Limburg

Vorbei an der Stadtkirche führt der Weg runter an die Lahn. Von dort gibt es einen schönen Blick auf das Ensemble Schloss und Dom. Und an der Lahn tummeln sich Enten, Schwäne und Gänse, die beobachtet werden können.

Schon oft vorbeigekommen, ist es immer wieder interessant, zu sehen, wie hoch die Lahn in all den Jahren immer mal wieder stand.

Geocahing Altstadt Limburg

Es war eine kurzweilige Stunde. Die Kinder hatten richtig viel Spaß dabei, den Weg zu finden und die Schilder mit den Hinweisen zu lesen. Es ist eine spannende Idee, um die Altstadt Limburg nochmal völlig anders zu entdecken.

Die gesamte Anweisung zu dem Geocache findet ihr hier

Geocaching Altstadt Limburg

St. Lubentius Basilika Dietkirchen

Unterwegs in der Region – St. Lubentius Kirche Dietkirchen

Hoch auf ihrem Felsen sitzend ist die St. Lubentius Kirche in Dietkirchen von vielen Punkten in der Region aus zu sehen – von der A3 oder von der Dietkircher Höhe aus. Sie ist beliebter Ort von Konzerten und vom Felsen aus hat jeder einen schönen Blick über das Lahntal.

Von der Dietkircher Höhe gibt es einen Blick auf die Lubentius Kirche.

Am Westufer der Lahn auf einem Felsen gelegen steht die romanische St. Lubentius Kirche. Bis ins 13. Jahrhundert war diese Stiftskirche der kirchliche Mittelpunkt in der Region. Grabungen in den 1950er und 1960er Jahren ergaben, dass die Menschen den Felsen seit der Jungsteinzeit besiedelten.

Die 39 Meter lange Basilika besitzt zwei markante Türme, die gleich hoch sind und nur unterschiedlich hohe Dächer besitzen. Im Gegensatz zum Limburger Dom ist auch der Gang zwischen den beiden Türmen noch erhalten. Umgeben ist die Basilika von einem alten Friedhof.

Legende um den Heiligen Lubentius

Die Keimzelle der Christianisierung im Lahntal lag in Dietkirchen. Ein Missionar war der heilige Lubentius. Er war nicht nur missionarisch in der Region tätig. Es gibt eine Legende um ihn, die ihn eng mit der Lubentius Kirche, welche er gegründet hat, verbindet. Gestorben war der heilige Lubentius in Kobern an der Mosel. Sein Leichnam ließ sich nicht wegbewegen. Die angereisten Bischöfe legten den Leichnam in einen unbemannten Kahn und der Flusslauf sollte die Grabstätte bestimmen. Laut Sage trieb das Boot bis Koblenz, von dort rheinaufwärts und von dort in die Lahn hinein. In Dietkirchen landete das Boot und der Heilige wurde in der von ihm gegründeten Kirche begraben. (Quelle: „Limburg an der Lahn – Im Wandel der Zeit“ von Dr. Christoph Waldecker)

Teil des Geopark Westerwald-Lahn-Taunus

St. Lubentius Dietkirchen zählt mit zum Geopark Westerwald-Lahn-Taunus. Dies hat sie ihrem Standort zu verdanken. Auf einem steilen Kalkfelsen thront die Basilika über der Lahn. Daher passt sie sehr gut in den Geopark, dessen Motto „….wo Marmor, Stein und Eisen spricht“. Der Fels „spricht“ von einer langen Geschichte. Es wird vermutet, dass die erste aus Stein gebaute Kirche bereits 730 nach Christus an dieser Stelle errichtet wurde. Die Spuren der Besiedlung gehen noch viel weiter zurück bis 4.000 Jahre vor Christus. 838 fand die Einweihung der erweiterten Kirche statt, in welcher die Gebeine von Lubentius bestattet wurden.

Geopark Westerwald-Lahn-Taunus

Nicht nur die kulturelle Geschichte um die Kirche ist sehr bewegend. Auch die geologische Geschichte ist sehr interessant. Der schroffe Kalksteinfelsen hat seinen Ursprung vor etwa 375 Millionen Jahren im Erdzeitalter des Devon. Damals lag dieses Gebiet inmitten eines Meeres. Unter tropischen Klimabedingungen siedelten sich Korallen oder Stomatoporen an den Rändern der Vulkaninseln an und starben. Durch diese kalkschaligen Organismen existieren die riesigen Kalkvorkommen im Lahntal. Der Kalkstein besitzt eine große wirtschaftliche Bedeutung.

 

Mehr zur Lubentius Kirche mit dem Aufbau der Kirche selbst und einigen Hintergründen zur kirchlichen Bedeutung von Dietkirchen findet ihr hier.

Blick von der Brücke auf die Kirche

Da sich der Hang herrlich der Sonne präsentiert, bauen die Menschen seit 1998 an dem Hang Wein an. Jedes Jahr ernten sie um die 400 Kilogramm Trauben. Aus diesen wird der Dietkirchener Lubentius Ley Wein gekeltert. Dieser wird hauptsächlich als Messwein genutzt.

Von Limburg aus kommend führt ein asphaltierter Weg immer an der Lahn entlang Richtung Dietkirchen. Mit dem Fahrrad oder zu Fuß seid ihr gemütlich unterwegs auf diesen drei Kilometern. Auf diesem Weg kommend habt ihr einen sehr schönen Blick auf die Kirche.

 

Nassau-Wäller-Route

Auf der Nassau-Wäller-Route durch den Westerwald

Bei schönem Wetter lockt es uns nach draußen. Mit dem Fahrrad lässt sich die Region erkunden. Eine wunderschöne Route über 58 Kilometer ist die Nassau-Wäller-Route quer durch den Westerwald. Diese Route führt von Westerburg nach Elz, über Hadamar und Dornburg zurück nach Westerburg. Sie geht also westlich durch Rheinland-Pfalz und östlich meist durch Hessen. Dabei durchquert sie den Nordkreis des Landkreis Limburg-Weilburg.

Ich empfehle euch, die Radtaschen zu packen mit etwas zu trinken und zu essen und dann aufs Rad geschwungen. Gerade im Frühling, wenn die Natur erwacht, gibt es viel entlang des Radweges zu entdecken. Aber auch im restlichen Jahr macht es immer wieder Spaß, auf diesem Weg durch den Landkreis zu fahren.

Nassau-Wäller-Route

Teilweise kreuzt die Nassau-Wäller-Route bestehende Radwege. So führt er teilweise über den Fernradweg R8, über die Geopark-Basalt-Radroute oder die Westerwaldschleife. So könnt ihr an verschiedenen Stellen auf diese Rundtour auffahren. Mit einer guten Ausschilderung findet sich jeder sehr gut zurecht. Da sie auch an etlichen Bahnhöfen vorbeiführt, kann überall auf der Strecke eingestiegen werden.

Im Landkreis führt die Route eine recht lange Strecke am Elbbach entlang. Neben schönen Abschnitten durch die Natur führt die Strecke am Ewigen Eis in Dornburg vorbei, am Fürstenschloss in Hadamar mit dem Glasmuseum und in Elz wartet ein historischen Ortskern auf die Radfahrer, in dem ihr einige Skulpturen rund um das Thema Musik und Kultur entdecken könnt.

Nassau-Wäller-Route
Nassau-Wäller-Route entlang des Elbbachs

In Hadamar selbst geht es von der Straße auf den Radweg entlang des ehemaligen Kalkwerkes, welches heute Naturschutzgebiet ist. Der Bergbau im Hadamarer Land war zur Mitte des 19.Jahrhunderts von wirtschaftlicher Bedeutung für die Menschen, die Unternehmen und somit für die Region. Da es sich jedoch nicht um reiche Vorkommen handelte, währte die Bedeutung nur wenige Jahrzehnte. In Hadamar wurde Kalk abgebaut. Im südlichen Teil des Bruchs befand sich eine Mühle, welche den Kalk in verschiedenen Körnungen mahlte. In 1958 wurde der Betrieb eingestellt.

Nassau-Wäller-Route

Im April 1962 fand die Sprengung des Schornsteines statt, welches das letzte sichtbare Zeichen dieses Unternehmens war. Danach nutzte niemand mehr diese Fläche und sie wurde sich selbst überlassen. Es fand eine Sukzession statt, was bedeutet, dass sich Tiere und Pflanzen diesen Standort wieder zurückholten.

Naturschutzgebiet am Elbbach

Ufergehölzsaum ist unbeeinflusst und rund um den Elbbach befindet sich ein sogenannter Pionierwald. Zudem besitzt dieses Naturschutzgebiet einen hohen Anteil an Totholz, was seinen besonderen Wert ausmacht. Viele Käferarten finden in dem Totholz ein Habitat. Zahlreiche geschützte Tier und Pflanzenarten finden in dem Naturschutzgebiet einen für sie geeigneten Lebensraum. Dieses Naturschutzgebiet befindet sich mitten in der Stadt, nicht weit von einer Straße entfernt, die Bahnlinie führt da entlang. Und dennoch ist es ein  ganz eigenes Fleckchen mit frischer Luft, rauschendem Wasser und viel zu sehen.

Nassau-Wäller-Route

Fledermäuse, Eisvogel und viele andere Tierarten soll es dort geben. Daher ist das Naturschutzgebiet mit einem Zaun umschlossen. Dadurch findet keine Ruhestörung der Tiere statt oder werden wertvolle Pflanzen niedergetreten.

Ausführliche Informationen findet Ihr auf der Seite vom Westerwald. Dort wird die gesamte Route als Trip für geübte Radfahrer bezeichnet.

Nassau-Wäller-Route

Mehr zur Nassau-Wäller-Route findet ihr auch auf der Seite Südlicher Westerwald

 

Glücksorte Bücher

Buchtipp – Glücksorte im Landkreis

Mit der Buchreihe „Glücksorte“ nimmt der Droste-Verlag die Leser mit in eine Region.

Gemeinsam können Orte entdeckt werden, welche dazu anregen, Kraft zu tanken und durchzuatmen. Welche dazu einladen, besonderen Menschen zu begegnen oder besondere Köstlichkeiten zu kosten. Inzwischen gibt es vier Bücher, in denen auch „Glücksorte“ im Landkreis Limburg-Weilburg vorgestellt werden.

Glücksorte Lahn und Westerwald

Mit den beiden Bänden „Glücksorte an der Lahn“ sowie „Glücksorte im Westerwald“ lassen sich einige schöne Stellen in unserem Landkreis entdecken. Sie sind eine Hommage an unsere schöne Region, an die vielen Orte, an die Gastronomie, die sich etwas abhebt. Und je nach Autor liegt der Schwerpunkt immer etwas anders, so dass es einen sehr vielfältigen Einblick in die Region gibt. Neu erschienen in der Reihe sind „Glücksorte in und um Limburg“ sowie „Blaue Glücksorte im Westerwald“.

Die Bücher sind alle gleich aufgegliedert. 80 Glücksorte nehmen den Leser auf eine kleine Reise durch die Region. Eine Seite ist dem Glücksort vorbehalten, ergänzt mit einem großen Foto sowie Daten zur Örtlichkeit und Erreichbarkeit. An ungemütlichen Tagen sind die Bücher genau das Richtige, um darin zu schmökern und neue Ausflüge zu planen.

Glücksorte an der Lahn

Die „Glücksorte an der Lahn“ hat die heimische Autorin Nicole Steffens gesammelt. Die Lahn lockt mit viel Natur, aber auch Kultur und Geschichte. 80 Glücksorte an der Lahn sind dabei zusammengekommen mit einer Altstadtführung in Limburg oder einem kulturellen Besuch im Rosenhang Museum in Weilburg. Tipps für Wander- und Radwege aber auch für die kulinarische Einkehr locken.

Glücksorte im Westerwald

Der Landkreis Limburg-Weilburg liegt am Rande des Westerwaldes und so gibt es in dem Buch „Glücksorte im Westerwald“ von Andreas Stahl auch einige Tipps in unserem Landkreis. Neben dem Kanuwandern auf der Lahn empfiehlt er einen Besuch im Rosengarten Hadamar oder eine Einkehr in der Obermühle am Fuße des Domfelsens in Limburg. Dazu gibt es kleine Geschichten.

Glücksorte in und um Limburg

In diesem Buch möchte die Autorin Nicole Steffens die Leser dazu ermutigen, neue Ecken in Limburg zu entdecken, aber auch die Augen im Umland aufzuhalten. Dabei geht ihr Blick recht weit um Limburg herum, so zum Beispiel nach Bad Camberg und sogar bis nach Sayn zum Schmetterlingshaus.

Blaue Glücksorte im Westerwald

In diesem Band dreht sich beim Autor Andreas Stahl alles um Orte, die mit dem Wasser verbunden sind. Das Wassermuseum in Löhnberg oder das Ewige Eis in Dornburg finden sich genauso in dem Buch wie eine Sauna am Fluss oder ein Lehrpfad am Bach. In seinen Glücksorten plätschert und sprudelt es oder lädt zur Ruhe ein.

Glücksorte Lahn und Westerwald

* wenn ihr das Buch über die Seite kauft, erhalte ich eine kleine Provision, ohne dass es euch mehr kostet 

Mordschau Elz

Sagenumwobene Mordschau im Elzer Wald

Unterwegs im Elzer Wald kann sich jeder auf ein Stück Spurensuche hinein in die Geschichte begeben. Neben einem Spaziergang durch den Wald lässt sich auch einiges entdecken. Ein Ort, der sich tief im Wald versteckt, ist die Mordschau. Geschichtlich etwas düster ist es ein besonderer Ort des Glaubens.

Richtung Niedererbach geht es beim ehemaligen Forsthaus rein in den Wald. An den Fischteichen vorbei hält sich der Spaziergänger links und geht den Berg hinauf. Auf linker Seite blickt man leicht nach unten ins Hasslerbachtal. Irgendwann weist ein hölzernes Schild den Weg zur Mordschau. Dort kann jeder einen Moment verweilen.

Sage zur Mordschau

Die Mordschau ist ein beliebter Ort für die Elzer. Karfreitag in der Früh gibt es jedes Jahr eine Prozession von der Pfarrkirche zur Mordschau, an der sich viele Elzer beteiligen. Eine Sage erzählt, dass die Elzer im 30-jährigen Krieg an diesen Ort vor den schwedischen Soldaten flohen. Sie besagt weiterhin, dass die Soldaten die Bürger dennoch fanden und alle töteten. Auch wenn es keinerlei Belege für diese geschichtliche Begebenheit gibt, ist diese Sage tief in Elz verankert. Der Heimatdichter Paul Blättel verfasste das Stück „D`Schwed im Land“, welches 1931 Uraufführung feierte und seitdem durch mehrere Theatergruppen wurde. Dieses Stück war auch die Inspiration dazu, das Kreuz in der Mordschau aufzustellen und diesen Gedenkplatz zu gestalten.

Mordschau Elz

Am Karfreitag 1933 errichtete die Katholische Jugend und der katholische Gesellenverein, die heutige Kolpingfamilie, das Kreuz im Gedenken an den Kreuztod Jesu im Elzer Wald. 1935 wurde das Kreuz komplettiert mit dem hölzernen Christuskörper, welcher vom Schlosser Josef Braun geschnitzt wurde. Seitdem erfuhr der Platz einige Umgestaltungen und das Kreuz einige Restaurierungen. Diese Gedenkstätte ist allen Kriegsopfern, Verfolgten und Vertriebenen gewidmet.

Mordschau Elz

Über den Hasslerbach geht es hoch zur Mordschau

Keltischer Ursprung des Namens

Doch weist der Name „Mordschau“ wirklich darauf hin, dass sich hier grausames ereignet hat? Bereits in einem Kaufvertrag im Mittelalter von einem Heinrich von Elße mit dem St. Georgstift Limburg vom 12. März 1439 wird dieses Stück erwähnt und somit bereits lange vor dem 30-Jährigen Krieg im 17. Jahrhundert. In dieser Urkunde ist von „einer Wiese in der mortßaue bei der Wiese des Pfarrers von Elz“ die Rede. Auch in einem Dokument von 1697 ist von den „Mortsauer Wiesen“ die Rede. Ein Beleg für das Blutbad durch die Schweden an den Elzer Bürgern gibt es nicht und dies, wo es für den 30-jährigen Krieg viele Belege aus der Region gibt.

Es wird vermutet, dass der Begriff „Mortsaue“ auf den keltischen Begriff „Mortsave“ zurückgeht, was soviel bedeutet wie Sumpfwasser oder Trübwasser. Der Begriff Mordschau wurde um 1870 das erste Mal erwähnt und wurde dann wohl durch das Theaterstück und die Auseinandersetzung mit selbigen geschliffen ,so dass der Ort heute nur noch als Mordschau bekannt ist.

Mordschau Elz

Das Kreuz in der Mordschau als Ort des Gedenkens

Niederungsburg mitten im Wald

Nach einer Rast an der Mordschau geht es weiter Richtung Niedererbach. Etwas unscheinbar und mit Bäumen bewachsen befindet sich dort das Überbleibsel einer Niederungsburg. Bekannt ist dieser kleine Hügel nördlich der Mordschau als Pfaffenkopf. Dieser Name leitet sich davon ab, dass rund um diesen Hügel sich Wiesen des „Pfaffen“ im 15. Jahrhundert befanden. Inzwischen ist bekannt, dass es sich hier nicht um einen natürlichen Hügel handelt, sondern um eine vom Menschen gestaltete Aufschüttung.

Pfaffenkopf Elz

Auch wenn es nie eine Grabung dort gab, ist man sich sicher, dass sich dort eine frühe Burg befunden hatte. Hüttenlehmfunde sowie Scherbenfunde aus 1993 weisen darauf hin. Solche Niederungsburgen hießen auch Motte, welche im 9. Jahrhundert über Frankreich bis Polen errichtet wurden und bis ins 14. Jahrhundert bestanden. Danach wurde sie aufgegeben, die Gründe sind nicht bekannt.

Solche Motten, französisch für Klumpen, bestanden aus aufgeschütteten und verdichteten Hügeln, wofür bis zu 10.000 Kubikmeter Erde aus der Umgebung herangeschafft wurde. Mittig befand sich häufig ein Turm und die ganze Burg wurde mit Palisaden abgesichert. Davon ist heute nichts mehr zu sehen und es gehört ein wenig Phantasie dazu, in diesem Hügel eine ehemalige Ansiedlung zu erkennen.

Ihr möchtet noch mehr über die Kelten in der Region erfahren? Sie haben weitere Spuren hinterlassen. Ihr könnt den Keltenweg in Dornburg wandern und mehr über sie entdecken.
Eine Spurensuche für den Landkreis habe ich hier zusammengefasst.

Schloss Limburg

Limburger Schloss – Felsenburg hoch über der Lahn

Für sein Schloss ist Limburg nicht bekannt. Vielmehr versteckt sich dieses hinter dem Dom und wer nicht weiß, dass es ein Schloss gibt, sucht auch erstmal nicht danach. Dennoch erzählen die Mauern eine interessante Geschichte.

1929 standen die Zeichen kurz davor, dass es das Schloss nicht mehr geben wird. Nachdem das Schloss am 28. Februar 1929 einem Feuer zum Opfer fiel und vom Saalbau am Ende nichts mehr übrig blieb außer Schutt und Asche, stand die Frage im Raum, wie weiter damit verfahren. Von Abriss war sogar die Rede. Doch die Entscheidung fiel dann zugunsten eines Wiederaufbaus, welcher bis 1935 andauerte. Auch in den letzten Jahren fanden viele Sanierungsarbeiten am Schloss statt. Das Archiv wurde vergrößert, einige Räumlichkeiten einer Nutzung durch die Limburger Dommusik zugeführt und irgendwann soll im Bereich des ehemaligen Wohnturms ein Stadtmuseum entstehen.

Schloss Limburg
Ein historischer Blick auf das Schloss Limburg vom Greifenberg aus

Geschichtliche Ursprung unbekannt

Wann genau das Schloss erbaut wurde, ist unbekannt. Die Ursprünge sind vermutlich im 7. oder 8. Jahrhundert Jahrhundert als zentrale, fränkische Fluchtburg zu finden. Es handelt sich um eine Felsenburg aus dem Mittelalter. Siedlungsspuren auf dem Domberg reichen bis ist die Eisenzeit zurück und weisen auf eine keltische Besiedlung hin. Im 10. Jahrhundert entwickelte sich eine Gaugrafenburg als Herrschaftsmittelpunkt an der Lahnfurt der „Hohen Straße“ zwischen Köln und Frankfurt. Innerhalb des Burgbereichs, der vom steil abfallenden Felsen bis zur heutigen Domstraße reicht, entsteht im Ostteil der Anlage eine Herrenburg. 910 gründet Graf Konrad, genannt Kurzbold, das Stift mit Stiftskirche, Vorgängerbau des Doms. Die Burg wird um 1000 bis 1100 weiter ausgebaut. Damit beginnt auch die Entwicklung der Stadt Limburg zu einer aufstrebenden Handelsstadt.

Schloss Limburg
Blick auf das Schloss von der Lahn aus

Ausbau zur Residenz

Um 1200 werden Stadtmauern errichtet. Um 1220 erhalten die Isenburger Grafen die Lehnsherrschaft über Burg, Stift und Stadt. Sie bauen die Burg zu ihrer Residenz aus. Sie erhält einen Wohnturm und eine Kapelle. Um 1250 wird Imagina von Isenburg auf der Burg geboren, die spätere Frau des deutschen Königs Adolf von Nassau. 1379 folgt der Bau des Saalbaus. Der Ausbau zu einer Verteidigungsfestung scheitert am Widerstand der Limburger Bürger. 1407 starben die Isenburger als Herren von Limburg aus. Bis 1803 diente das Schloss dem Kurfürstentum Trier als Verwaltungssitz für seine östlichen Gebietsteile. In dieser Zeit gab es zahlreiche Umbauten. Die Kapelle wurde 1534 überbaut. 1612 folgte der Renaissance-Fachwerkbau und 1720 der abseitige Barockbau als Wohnung für den trierischen Amtmann.

Schloss Limburg
Ein Blick im Innenhof

Ehemals preußischer Besitz

Mit der Säkularisation wurde das Stift im Jahr 1803 nach fast 900 Jahren aufgelöst. Das Schloss und die Stadt waren bereits im Jahr zuvor in den Besitz von Nassau-Weilburg, dem später das Herzogtum Nassau folgt, übergegangen. Mit der erzwungenen Eingliederung Nassaus in das Königreich Preußen kommt das Schloss 1866 in preußischen Besitz. Von 1883 an bis zum Jahr 1963 werden die Räume des Schlosses für eine Gewerbe-/Berufsschule und eine Fortbildungsschule für Mädchen genutzt. In der Zeit von 1905 bis 1976 ist das Diözesanmuseum im Turm und angrenzenden Räumen.

Der Südflügel des Schlosses, der sogenannte Saalbau, brennt 1929 nieder, der Wiederaufbau folgt in den Jahren 1934/35. Die verschiedenen Epochen mit ihren An- und Umbauten ergeben das heutige Bild des Schlosses. Es ist eine faszinierende Anlage, in der es viel zu entdecken gibt. Nach dem Zweiten Weltkrieg und dem Ende der NS-Herrschaft übernimmt das Land Hessen das Schloss. Das Land bleibt Eigentümer bis zum Jahr 2000 und verkauft es dann für den symbolischen Preis von einer Mark pro Quadratmeter Grundfläche an die Stadt. Für insgesamt 3822 Mark übernahm die Stadt Limburg das Schloss. Das Land nutzte die Immobilie von 1974 an als Regionalstelle Limburg des Landesinstituts für Pädagogik.

Schloss Limburg

Daneben ist das Schloss untrennbar mit einigen Limburger Einrichtungen verbunden. Der erste Jugendclub „Black Out“ hat dort sein Domizil (1967 bis 1973), die Spielschar des Gymnasiums gibt dort Theatervorführungen, die Mährisch-Neustädter Heimatstube findet im Schloss eine Bleibe, ebenso die italienische und die portugiesische Gemeinde. Auch die Verbindung zwischen Schloss und Dommusik kann schon auf ein halbes Jahrhundert zurückblicken. 1970 beginnt der Domchor seine Proben im Schloss (Saalbau) abzuhalten, später kommen noch die Domsingknaben und die Mädchenkantorei hinzu. Inzwischen hat die gesamte Limburger Dommusik ihr Domizil im Schloss. Das Limburger Stadtarchiv befindet sich seit 1977 im Schloss.

Schlosskapelle mit wertvollen Fresken

Ab und an gibt es die Gelegenheit, die Schlosskapelle zu besichtigen. Diese ist der älteste sakrale Bau in Limburg. Zuerst stand diese für sich alleine, wurde aber später mit Räumlichkeiten bei einer Erweiterung überbaut. Noch heute sind Fresken aus dem 13. Jahrhundert in der Kapelle zu bestaunen. Auf der linken Seite befindet sich ein vier Meter hoher Chistopherus mit Jesuskind im Arm. Der Unterteil ist nicht mehr vollständig zu erkennen. Chirtsopherus verlor seinen Unterleib bei einem Durchbruch zum Wohnturm.

Neben dem Fenster befindet sich links Apostel Petrus mit Schlüssel in der Hand und rechts Apostel Paulus mit Buch in der Hand. In der Wand befindet sich ein Wasserbecken. Auch ist in die Wand ein Schrank eingearbeitet, indem wohl Utensilien für das Abendmahl verwahrt werden konnten. Zahlreiche Farbspuren deuten darauf hin, dass wohl die gesamte Kapelle ausgemalt war. Die Decke ist aus Stroh und Lehm, was noch sehr gut zu erkennen ist.

Malerei von Christopherus aus dem 13. Jahrhundert
Christopherus mit Jesuskind und fehlendem Unterteil

Schloss als Langzeitbaustelle

Ab 2009 sanierte die Stadt Limburg das Schloss in mehreren Abschnitten und ist auch aktuell noch dran. Die Witterung über die Jahrhunderte spülte den Kalkfelsen aus, auf dem das Schloss steht. Diese Ausschwemmungen sorgten dafür, dass Bewegung in das Gebäude kam. Inzwischen sind die Mauern fest mit Ankern mit dem Fels verbunden und Lücken im Felsen verfüllt. Doch  nicht nur die deutlichen Schäden in den Mauern waren ein Problem. Zahlreiche Holzteile, zum Beispiel im dem Renaissance-Fachwerkbau, waren marode und verfault. Markus Saal, der als Denkmalpfleger die Schlosssanierung von Anfang begleitet, sprach von einem „baulich katastrophalen Zustand“. In jüngerer Zeit gab es Bausünden, welche keine Rücksicht auf die historische Bausubstanz nahmen.

Limburger Schloss
Im Schlossgarten befindet sich inzwischen ein Bürgerwingert.

In enger Zusammenarbeit mit einem Restaurator fanden sich Spuren der Vergangenheit, welche auch zukünftig für die Besucher sichtbar sein sollen. Es fanden Sanierungsarbeiten am Dach und im äußeren Bereich statt sowie Arbeiten im Innenausbau. Rückstände alter Baumaßnahmen aus den 60er und 70er Jahren wurden beseitigt und mit historischen Materialen ein ursprünglicher Zustand wieder hergestellt.

Das Schloss beherbergt inzwischen die komplette Dommusik des Bistums Limburg sowie das Stadtarchiv. Im Schlossgarten ist ein Bürgerwingert entstanden. Ehrenamtlich Engagierte bewirtschaften diesen.

Förderverein Limburger Schloss

23 Bürger gründeten 1995 den Förderverein Limburger Schloss e.V. Sie wollten damals eine Privatisierung des Schlosses verhindern. Die Bürger sollten öffentlichen Zugang zu diesem Limburger Wahrzeichen erhalten. Neben dem Erhalt der Anlage setzt sich der Verein dafür ein, die Geschichte zu erforschen und die Erkenntnisse der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Schloss Limburg

 

Domplateau Limburg

Frühling auf dem Domplateau

Am Wochenende strahlte die Sonne und lockte die Menschen nach draußen. Bei strahlend blauen Wetter zog es einige auf den Domberg. Dort lässt sich Geschichte erfahren und die Aussicht ins Lahntal genießen.

Wegweiser Domplateau Limburg

Es hat sich einiges getan auf dem Domberg in Limburg. 2019 wurde der erste Bauabschnitt zur Neugestaltung des Domplateaus umgesetzt. In diesem Jahr soll der zweite Bauabschnitt folgen. Mit der Schaffung neuer Wege, Sitzgelegenheiten und dem teilweise Freischneiden der Aussicht ist dort oben ein Wohlfühlort zum Verweilen entstanden. Ein kleiner Geheimtipp ist noch immer der Lahnbalkon. Links von der Michaeliskapelle führt eine Treppe nach unten auf diesen Balkon, von dem ihr eine sehr schöne Sicht aufs Lahntal habt.

Domplateua Limburg
Kleine Details mit neuem Blick auf Bekanntes
Verwunschenes Wurzelwerk mit Blick auf den Dom

Gerade beim frühlingshaften Wetter war der Blick mit der Sonne im Nacken wunderbar und erholsam nach den trüben Wintertagen.

Domplateau Limburg
Blick ins Lahntal

Wer auf dem Domplateau ist, kann sich natürlich dem Blick auf den Dom nicht verschließen, der den Platz dominiert. Aber es gibt immer wieder neue Dinge zu entdecken, wenn ihr mit offenen Augen über das Gelände geht.

Domplateau Limburg

Bei diesem Wetter und den strahlend blauen Himmel stach der Schutzpatron des Georgsdom, St. Georg, besonders hervor und erhielt durch den Mond und dem richtigen Blickwinkel einen Heiligenschein.

Domplateau Limburg

Neben dem Dom geht manchmal das Limburger Schloss, welches sich rechts hinter dem Dom befindet, etwas unter. Auch hier tat sich in den letzten Jahren einiges. Es beherbergt das Stadtarchiv und wird zukünftig Heimat der Dommusik sein. Derzeit wird zudem an einem pädagogischen Konzept gearbeitet für eine städtehistorische Ausstellung.

Mittelalterliche Felsenburg

Die Burg Limburg thront hoch über dem Lahntal. Vor allem vom Greifenberg aus habt ihr einen schönen Blick auf die Burg. Und es ist ein Glück, dass diese mittelalterliche Felsenburg noch steht. 1929 brannte der Saalbau aus und es stand kurzzeitig im Raum, das gesamte Schloss abzureißen. Doch man entschloss sich dann zum Erhalt der Burg und rekonstruierte den Bau 1934/35. Seit dem Jahr 2000 gehört die Anlage der Stadt Limburg, welche diese seit 2009 saniert. Insgesamt flossen bisher 7,5 Millionen Euro in die Sanierung der Anlage.

Domplateau Limburg
Blick auf den Innenhof des Schloss

Mehrere bauliche Elemente zeugen von der Geschichte der Anlage, die ihre Anfänge im Jahr 800 hat und stetige Erweiterungen erfuhr.

Domplateau Limburg

Zwischen Dom und Schlossanlage führt der Pfarrweg runter in die Altstadt und der Fußgänger kommt auf dem Rossmarkt raus. Von dort kann er weiter die Altstadt entdecken. Noch auf dem Domplateau befindlich gibt es einen schönen Blick auf die Stadtkirche.

Stadtkirche Limburg

Pfarrweg Limburg

Je nachdem, wo ihr euch gerade in der Altstadt befindet, gibt es immer wieder einen schönen Blick auf den Dom aus verschiedenen Blickwinkeln. Und selbst, wer den Dom kennt, kann sich diesen verschiedenen Sichtweisen nicht entziehen.

Domblick Limburg

Domplateau Limburg Pinterest

Löhnberg Selterswasser Buch

Buch zur Geschichte des Selterswassers in Löhnberg

Bürgermeister Dr. Frank Schmidt bringt ein Buch über das Mineralwasser von Löhnberg, Obershausen und Selters heraus. Fünf Jahre saß er an diesem Buch. 

Die Region an Lahn und Kallenbach mit seinen vier Ortsteilen Löhnberg, Niedershausen, Obershausen und Selters besitzt ein riesiges Vorkommen an natürlichem Mineralwasser. Schon seit dem 14. Jahrhundert ist die Nutzung in der Region bekannt. Ab dem Jahr 1887 begann der stetige Aufstieg der Region zu einer der stärksten im Mineralwasservertrieb in ganz Deutschland.

Umfangreiche Einblicke

Dieses Buch ist nicht das erste, welches sich mit den Mineralwasservorkommnissen unserer Heimat beschäftigt, aber in der fünfjährigen Aufarbeitung des Themas ist Bürgermeister Dr. Frank Schmidt auf neue, bisher unbekannte Quellen und Informationen gestoßen. Insbesondere ältere Bauakten der Gemeinde Löhnberg, bisher noch nicht erschlossene Archivmaterialien von Selters Augusta Victoria und Neuselters sowie neue Quellen zu den Sauerbornen in Löhnberg und Obershausen und sieben industriell genutzten oder geplanten Mineralbrunnen in Löhnberg und Selters werden in dem Buch offengelegt. Das Buch enthält zudem Informationen zu dem vergeblichen Versuch der Errichtung einer Kallenbachbahn oder der Geschichte der Hohen Schule in Herborn. Hier wird sich allerdings auf die Bereiche mit direktem Zusammenhang zu den Mineralbrunnen beschränkt.

Buch Selterswasser Löhnberg

Entstanden ist so ein spannendes und äußerst informatives Werk mit insgesamt 73 Seiten Text und 125 Seiten Bildmaterial.

Es sind über 250 Urkunden, Kataster- und Landkarten, Bilder, Skizzen, Zeichnungen, Fotos, Zeitungsartikel, Krüge, Flaschen, Etiketten, Werbeträger, Baupläne. Visualisierungen und Ansichtskarten, die z. T. nie gezeigt wurden, enthalten.

An dem Buch waren, neben Bürgermeister Dr. Frank Schmidt, viele weitere Personen beteiligt. Alle aufzuzählen wäre in diesem Rahmen zu viel. Besonders hervorzuheben sind Dr. Ulrich Eisenbach (Leiter des Hessischen Wirtschaftsarchivs), Günter Kirchhöfer (Layoutgestaltung und Texte), Birgit Dauer (Gemeindearchiv), das Architekturbüro Ritz & Losacker (Visualisierungen) u. v. a. m.

Kommentare zum Buch

Kommentar von Dr. Ulrich Eisenbach (Leiter des Hessischen Wirtschaftsarchives):

„Einen solchen „Hotspot“ bildete neben Gerolstein und Vilbel auch die heutige Gemeinde Löhnberg, wo seit den späten 1880er Jahren Bohrungen niedergebracht und Betriebe gegründet wurden, von denen die meisten bald wieder verschwanden, einige aber in die Gruppe der absatzstärksten Mineralbrunnenbetriebe vorzustoßen vermochten. Die Geschichte dieser Aktivitäten auf dem Gebiet der heutigen Gemeinde Löhnberg ist Thema dieses Buches. Frank Schmidt hat aufgrund langjähriger Recherchen lückenlos zusammengestellt, welche Unternehmer wann und wo nach Mineralwasser bohren ließen und welches Schicksal den diversen Betriebsgründungen beschieden war. Seine Forschungen tragen dazu bei, dieses faszinierende Kapitel deutscher Mineralbrunnengeschichte an einem – nicht unbedeutenden Beispiel – zu veranschaulichen.“

Kommentar von Otto Völker, Geschäftsführer SELTERS Mineralquelle Augusta Victoria GmbH:

„Legendäres Mineralwasser aus unserer Region

Wenn wir uns mit dem Thema Mineralwasser beschäftigen, geht kein Weg an den im sogenannten „Löhnberger Becken“ beheimateten Mineralquellen vorbei. Bereits um das Jahr eintausend am nördlichen Hang des Taunus entdeckt, wurden sie weit über das Lahntal hinaus bekannt.

Seit Jahrhunderten wird „Selterwasser“, wie es im Volksmund auch heute noch heißt, an den vornehmsten Tafeln kredenzt. Zwischen Sankt Petersburg und New York, London und Florenz fand das wohlschmeckende Mineralwasser in den besten Kreisen reißenden Absatz. Damit es stets frisch zu seinen Genießern gelangen konnte, wurde es schon Ende des 19. Jahrhunderts in exklusiven Selters-Tonkrügen mit dem Nassauer Brunnensiegel verschifft. Selterswasser wurde damit zum Inbegriff für herausragenden Mineralwassergenuss auf der ganzen Welt.

Der gute Ruf der Mineralquellen des „Löhnberger Beckens“ machte schließlich auch unser Original SELTERS zum Botschafter höchsten Genusses. Hier, am Fuße der Schloss-Ruine Laneburg, ist die Heimat unserer Selters Mineralquelle Augusta Victoria, der wir uns tief verbunden fühlen. Das nun vorliegende wunderbare neue Standardwerk zu Mineralwasser in unserer Region empfinden wir daher als große Bereicherung und außerordentliche Würdigung der Mineralquellen unserer Heimat.“

Für 10,00 Euro ist das 192 Seiten starke Buch im Rathaus zu den üblichen Öffnungszeiten käuflich zu erwerben.

Fernradweg R8

Region erkunden auf dem Fernradweg R8

Mit dem Rad lässt sich der Landkreis Limburg-Weilburg wunderbar erkunden. Dafür ziehen einige Radwege durch die Region – der Radweg Deutsche Einheit, die Nassauer Route, der Lahntalradweg sowie der Fernradweg R8. Er ist einer von neun Fernradwegen in Hessen.

Der Fernradweg R8 steht unter dem Thema Westerwald-Taunus-Bergstraße. Die insgesamt 310 Kilometer beginnen in Frankenberg (Eder) und enden an der Bergstraße in Heppenheim. Einige Kilometer gehen dabei auch durch den Landkreis.

R8 mitten durch den Landkreis

Der Fernradweg R8 führt mitten durch den Landkreis. Er verläuft von Mengerskirchen nach Waldbrunn über Hadamar und Elz nach Limburg. Von dort geht es weiter über Brechen und Selters bis nach Bad Camberg. Die Route ist gut ausgebaut und gut beschildert. Somit ist es kein Problem, ihm zu folgen. Zu 67 Prozent ist der Weg asphaltiert. Zu 16 Prozent verläuft er über Feld- und Waldwege und zu neun Prozent besitzt er eine wassergebundene Decke. Auf den Radfahrer warten keine großen Steigungen, die Anforderungen werden als leicht und moderat beschrieben.

Der R8 hat einiges für den Radfahrer zu bieten. Von idyllischer Natur entlang der Bachtäler bis hin zu Städten, welche Geschichten erzählen, gibt es einiges am Wegesrand Auf der Wegstrecke warten die faszinierende Städte wie dem historischen Limburg an der Lahn und der Kurstadt Bad Camberg. Hier lohnt es sich, eine Pause einzulegen und die Altstädte zu besuchen. Wunderschöne Fachwerkhäuser warten auf den Besucher.

In Mengerskirchen fahrt ihr direkt am Seeweiher entlang. Ein wunderschönes Plätzchen, um in der Natur eine Pause zu machen.

Seeweiher Mengerskirchen

In Hadamar führt der Weg am Fürstenschloss vorbei, wo sich am Wochenende ein Besuch im Glasmuseum lohnt. Von Hadamar nach Elz führt der Radweg entlang eines Naturschutzgebietes. Wenn man sehr früh startet, lassen sich am Elbbach Eisvögel beobachten. Und auch ein Uhu soll in dem Naturschutzgebiet wohnen.

Fernradweg R8
Auf dem Fernradweg R8 geht es durch Westerwald und Taunus

Von Elz aus geht es weiter nach Limburg. Einen sehr schönen Blick auf die Lahn gibt es, wenn in Staffel die Eisenbahnbrücke überquert wird. Auch der Limburger Dom zeigt sich in voller Pracht, wenn ihr an der Lahn entlangradelt. Ab Hadamar führt der Weg auch die meiste Zeit parallel zu den Bahngleisen, so dass ein Umstieg auf den Bahnverkehr jederzeit möglich ist.

 

Wenn ihr das Limburger Becken verlasst, gelangt ihr in den Goldenen Grund. Die Region heißt so, weil fruchtbarer Lössboden im Herbst für goldene Felder sorgt.

Die einzelnen Etappen könnt ihr sehr gut auf der Seite Radtour Hessen oder Radwandern Hessen nachlesen.

Fernradweg R8 durch den Landkreis Limburg-Weilburg