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Autor: Heike Lachnit

Seltersmuseum Niederselters

Selterswassermuseum in Niederselters – ein weltberühmtes Tröpfchen

Das Selterswassermuseum in Selters (Taunus) ist ein beliebtes Ausflugsziel in der Region. Es erzählt die 500 Jahre alte Geschichte eines weltberühmten Tropfens. 

Die Geschichte des Selterswassers ist bis heute lebendig: Erst kürzlich wurden historische Tonkrüge entdeckt und dem Selterswassermuseum übergeben. Sie erinnern an die Zeit, als das berühmte Mineralwasser millionenfach in Steinkrügen in alle Welt exportiert wurde.

Bereits Goethe zeigte sich begeistert vom Selterswasser und soll 1797 verlangt haben: „Schicke mir doch vier Krüge frisches Selterswasser“. Und bis heute kann jeder mit dem Begriff Selters etwas anfangen. Es ist zum Synonym geworden für kohlensäurehaltiges Wasser. Es wird im Restaurant kein Mineralwasser bestellt, sondern Selters.

Brunnentempel Selterswassermuseum Niederselters

Auch wenn aus dem Brunnen in Niederselters heute kein Wasser mehr verkauft wird, gibt es dort im Selterswassermuseum viel zur Geschichte zu erfahren. Gerne nehme ich euch auf einen kleinen geschichtlichen Ausflug mit.

Fast 500 Jahre Geschichte

Wer mit dem Zug nach Frankfurt fährt, hat in Niederselters einen wunderbaren Blick auf den restaurierten Brunnentempel, ein Bau aus 1907. Doch die Geschichte reicht noch viel weiter zurück. Die erste Erwähnung stammt aus dem Jahr 1536 und somit kann auf eine fast 500-jährige Geschichte zurückgeblickt werden. Weitere Quellen aus dem Landkreis erhielten erst viel später Bedeutung. So existiert das Selters aus Löhnberg-Selters erst seit 1888, aber dafür bis heute sowie die Quelle aus Oberselters, wo der Brunnen 1872 erwähnt wurde. Insgesamt bietet Selters eine spannende, teilweise abenteuerliche Geschichte im Landkreis. Die Abfüllung von Selters in Niederselters endete 1999. Nur noch die Bewohner von Niederselters können sich dort ihren Haustrunk holen.

Selterswassermuseum Niederselters

Das Selterswasser ist international bekannt, der Name existiert in vielen Sprachen. Der Export fand nach Nord- und Südamerika statt, in ganz Europa bis hin nach Asien. Die Hochzeit war im 16. und 17. Jahrhundert, wo die Eigentümer das Wasser millionenfach in Steinkrügen aus dem Kannenbäckerland exportierten. Eine Zeit lang waren zwei konkurrierende Selters im Handel – das ursprüngliche, namensprägende Selters aus Niederselters, auch „Urselters“ genannt sowie das Selters aus Löhnberg.

Selterswassermuseum Niederselters

Zahlreiche Eigentümer der Quellen

Die Eigentümer der Quelle haben über die Jahrhunderte gewechselt. 1678 befand sich die Quelle im Besitz des Kurfürstentum Trier. Dieses ließ um die Quelle eine Parkanlage errichten und errichtete eine Manufaktur rund um die Quelle. Ab 1720 ist eine militärische Brunnenwache nachgewiesen, da es immer wieder territoriale Auseinandersetzungen zwischen dem Kurfürstentum und dem Herzogtum Nassau bestand. Von 1789 bis 1792 wurde sogar zum Schutz der Quelle eine Kaserne im Ort errichtet. Dieses beherbergt heute das Rathaus der Gemeinde Selters (Taunus).

Rathaus Selters
Ehemalige Kaserne und heute Rathaus von Selters

Ab 1722 wird den Bürgern von Selters der Haustrunk rechtlich zugesichert, welcher bis heute gilt. Aufgrund von Corona ist dieser zwar derzeit ausgesetzt, aber sonst konnten sich die Einwohner drei Mal die Woche Wasser holen.

Wasserkrieg in der Region

Im benachbarten, damaligen nassauischen Oberselters brach 1784 eine Mineralquelle auf. Dies führte zum Rückgang der Wassermenge in Niederselters. Dies führte in den Folgejahren zu Auseinandersetzungen zwischen den beiden Fürstentümern. 1794 ließ Nassau zunächst die Quelle anbohren und dann Kurtrier eine 800 Mann starke Militäreinheit mit zwei Kanonen vor Oberselters aufmarschieren und erzwang so das Zuschütten der Oberselterser Quelle. 1803 wurden beiden Orte nach Nassau-Weilburg eingegliedert und Oberselters öffnete seine Quelle wieder. Dies führte wiederum zu Auseinandersetzungen und einer erneuten Schließung der Quelle in Oberselters. Erst seit 1870 ist der Brunnen wieder geöffnet. Die Auseinandersetzungen zwischen den beiden Orten ist auch als Wasserkrieg in der Region bekannt.

Selterswassermuseum Niederselters
Der Original-Brunnen innerhalb des Brunnentempels.

Viele Jahre betrieben die Eigentümer auch einen Kurbetrieb an der Quelle, weshalb sie auch immer viel Geld in die Gestaltung um die Quelle steckten. Anfang des 19. Jahrhunderts verlagerten die Besitzer jedoch die Kurgäste nach Bad Ems und konzentrierten sich rein auf die wirtschaftliche Seite des Betriebes. Zu dieser Zeit befand sich die Quelle im Besitz von Preußen.

Bis 1871 war der Brunnen der umsatzstärkste in Deutschland, verlor dann aber nach und nach seine Spitzenposition. Nach dem zweiten Weltkrieg ging die Quelle in den Besitz des Landes Hessen über. In den 70 Jahren kaufte ein Privatunternehmen den Brunnen und dieser gelangte schließlich in den Besitz der Brauerei Binding. Da diese bereits eine Quelle besaß, investierte sie nicht mehr in Niederselters und legte diese still. 2001 erwarb die Gemeinde Selters den Brunnen und mit Unterstützung von Bund und Land restaurierte sie die Anlage.

Selterwassermuseum Niederselters
Zapfanlagen für den Haustrunk

Seltersmuseum mit über 2000 Seltersflaschen

In dem Museum gibt es nicht nur einen Einblick in die Geschichte des Brunnens selbst, sondern ebenfalls einen Einblick in ein Stück deutsche Wirtschaftsgeschichte. Es waren die „Brunnenmädchen“, die das Wasser abfüllten. Und auch wenn dieser Begriff eine Leichtigkeit suggeriert, handelte es sich doch um eine knochenharte Arbeit. Mit den wechselnden Besitzern wandelten sich ebenfalls die Prägungen auf den Steinkrügen, was im Museum sehr gut zu sehen ist. Zudem hat das Museum über 2000 Seltersflaschen, welche es im Handel gab und gibt.

Selterswassermuseum Niederselters
Alte Steinkrüge für den Transport des Selterswasser

Wenn die Besucher vor dem Brunnentempel des Seltersmuseums stehen, sehen sie rechter Hand das ehemalige Magazin für die Steinkrüge. Zudem wollte die Gemeinde mit der Sanierung auch Leben in die Anlage bringen, so dass sie heute neben dem Museum und dem Raum für den Haustrunk auch eine Kinderkrippe sowie Räume für Festivitäten besitzt.

Wasser mit Heilwirkung

Doch neben der interessanten Geschichte könnte man sich fragen, was das Wasser so besonders war, dass selbst Goethe es danach verlangte?

Bereits 1581 bescheingte der Wormser Arzt Dr. Jakob Theodor Tabernae-montanus dem Wasser eine medizinische Wirkung. Prof. Dr. Remigius Fresenius nannte das Selterswasser den bekanntesten „Prototypen der wohlschmeckenden Säuerlinge“ und dieser Ruf erstreckte sich über die ganze Welt. Ein erfrischender Wohlgeschmack wird dem Wasser durch den natürliche Kohlensäuregehalt verliehen.

Es trug auch den Titel „König der Tafelwässer“. Die Fachwelt charakterisiert das Wasser als kalten, alkalisch-muriatischen Säuerling und er soll Wirkung bei Husten, Heiserkeit und Verschleimung zeigen. Auch soll es bei anderen Leiden eine gute Heilwirkung zeigen. Aus einer Wasseranalyse des Fresenius-Institutes aus 2009 geht hervor, dass das Wasser zahlreiche Mineralstoffe wie Sulfat, Natrium, Magnesium und Calcium sowie Spurenelemente wie Lithium, Zink und Fluorid enthält.

Selterswassermuseum Niederselters

Das Selterswassermuseum ist zudem Geopunkt im Geopark Westerwald-Lahn-Taunus, denn dort gibt es einen weiten historischen Bogen zu erleben. Die Entstehung des wohlschmeckenden Säuerlings aus geologischer Sicht wird beschrieben wie auch die wirtschaftliche Geschichte. Die Besucher erfahren, warum der Niederselterer Mineralbrunnen einst den Namen „berühmter Gesundbrunnen Deutschlands“ trug.

Selterswassermuseum Niederselters

Und so ende ich mit den Worten von Christian Wilhelm Hufeland, Arzt und königlicher Leibarzt: „Unter allen Mineralwassern ist wohl keines, was so allgemein auf dem ganzen Erdboden getrunken wird, als das Selterswasser.“ (1815)

Informationen

Das Seltersmuseum hat keine regulären Öffnungszeiten. Wer an einer Führung interessiert ist, kann sich an die Gemeinde Selters (Taunus) wenden.

Digital Stadtführung mit Hörmal Limburg

Woher kommt der Begriff Schlitzohr? Wer war der berühmteste „Gast“ im Werner-Senger-Haus? Woher hat Limburg seinen Namen? Die Antworten auf diese Fragen und mehr erfahrt ihr jetzt bei „Hörmal Limburg“, einem gemeinsamen Projekt der Stadt Limburg und dem Bistum Limburg.

Hörmal Limburg Walderdorfer Hof

Mit einem Smartphone geht es los. Insgesamt warten in der Altstadt von Limburg neun Stationen auf die Spaziergänger. Alle Stationen liegen fußläufig voneinander entfernt und können in wenigen Minuten erreicht werden.

Mit dem Smartphone wird der QR-Code gescannt und dann gibt es eine dreieinhalbminütige Erzählung – entweder für Erwachsene oder Kinder – in der es Wissenswertes gibt sowie Geschichten zu Limburg, seiner 1000-jährigen Geschichte, aber auch zu dem Leben in der Vergangenheit.

Hörmal Limburg Domberg

Wir waren mit Kindern unterwegs und obwohl sie Limburg kennen, hatten sie Spaß daran, dass nächste Schild zu hören. Die 3:30 Minuten sind kurzweilig und es war interessant, dieser neuen Präsentation von Limburg zuzuhören.

Die neun Stationen führen vom Walderdorferhof zum Wernern-Senger-Haus. Auf dem Domberg erfahrt ihr etwas zu den Schätzen des Diözesanmuseums, zum Dom und Konrad Kurzbold, zum Schloss und zum Bischofssitz. Abschließend gibt es etwas über Limburgs Heilwasser und die Limburger Säcker zu hören. Kurzweilig und mit Spaßfaktor ist diese digitale Stadtführung sehr empfehlenswert.

Mehr zu dem Projekt sowie Stadtplan findet ihr auf der Internetseite des Projektes

Hörmal Limburg Pinteres

Ortskern Niederbrechen

Zahlreiche Schmuckstücke im alten Ortskern Niederbrechen

Niederbrechen wirkt recht unscheinbar, wenn man auf der B8 durch den Ortsteil fährt oder einen Blick aus dem Zugfenster wirft. Doch es lohnt sich, anzuhalten und ein paar Meter zu laufen. Dann erhält der Besucher einen faszinierenden Blick auf verschiedene Fachwerkhäuser, welche den alten Ortskern zu einem wahren Schmuckstück machen.

Fachwerkhäuser Ortskern Niederbrechen

Obwohl Niederbrechen immer ländlich geblieben ist, erhielt es von Kaiser Karl IV. Stadtrechte, im Zuge dessen eine Stadtmauer von 1367 – 79 entstand. Von dieser Stadtmauer ist heute noch der Gefangenenturm übrig sowie einzelne Stücke, welche in Wohnhäuser eingebaut sind.

Ortskern Niederbrechen

Zwei große Ortsbrände gab es im Ort. Beim zweiten Großbrand 1872 brannte das halbe Dorf nieder. Im 17. Jahrhundert gab es einen Bauboom im Ort. Aus dieser Zeit stammen die meisten Häuser im alten Ortskern.

Schmuckstück Altes Rathaus

Interessantes zur Geschichte und zu den Begebenheiten vor Ort erfährt man vom Architekten Stephan Dreier, der auf Baudenkmalpflege spezialisiert ist. Er erkennt die Schmuckstücke unter dem Putz und berät die Gemeinde wie auch zukünftige Hausbesitzer bei der fachgerechten Sanierung. So hat sich in den letzten Jahren ein schmucker Ortskern entwickelt, der viele Geschichten in sich birgt.

Altes Rathaus Niederbrechen

Von der B8 empfehle ich, die Rathausstraße hochzugehen. Der Weg führt direkt zum alten Rathaus. Dieses wurde um 1700 erbaut und erhielt bereits 1722 den ersten Anbau. Etwas später folgte mit dem Backes ein weiterer Anbau. Irgendwann wurde das Gebäude von außen verputzt und auch im Inneren extrem umgebaut, bevor es die Gemeinde 2001 sanieren ließ. Dabei wurde im Obergeschoss ein großer Saal entdeckt, in dem heute Trauungen stattfinden.

Fachwerkhaus Ortskern Niederbrechen

Außen blickt man auf einen Fränkischen Erker, welcher früher reich beschnitzt war. Heute sind die Balken nur noch uneben, denn beim Verputzen des Gebäudes wurden die Schnitzereien abgeschlagen. Neben der Nutzung als Trauung kann sich der Bürgermeister Frank Groos auch vorstellen, dass dort Sitzungen oder kleinere Veranstaltungen stattfinden können. In seinen Augen ist das Alte Rathaus das prominenteste Gebäude der Gemeinde, weshalb es auch der Öffentlichkeit zugänglich sein sollte.

Altes Rathaus Niederbrechen

Die Bemalung des Alten Rathauses sind dem Original angepasst. Im Gebäude finden sich ein originaler Lärchenboden sowie eine gerettete Originaltür. Und das ist auch etwas, was den Architekten antreibt: „Das Haus ist immer Chef und bestimmt, wo es bei der Sanierung langgeht.“ Und so finden sich Fenster nicht dort, wo sie für mehr Lichter sorgen, sondern Fenster kommen nur da hin, wo auch von Anfang an Fenster vorhanden waren. Beim ersten Bau des Alten Rathauses war die Seite, welche zur Kirche zeigte, als Steinfassade gearbeitet. Nachdem Anbau kam an diese Seite nichts mehr dran, daher ist diese noch gut erhalten. Die Steinfassade war mal die repräsentative Seite, doch irgendwann fand eine Verlagerung statt auf die Vorderseite.

Ortskern Niederbrechen

Vom Alten Rathaus geht es weiter die Rathausstraße hinauf. Am ehemaligen Haus des Schultheis finden derzeit Sanierungsarbeiten statt und es besteht nur eine Ahnung davon, wie schön es mal wird. Gerade hoch ragt bereits der Gefangenenturm empor. Linker Hand in einem Hof etwas unscheinbar versteckt befindet sich die älteste Scheune des Ortes.

Älteste Scheune in Niederbrechen

Fachwerkhaus Ortskern Niederbrechen

Wie ein Oval umschließt die Turmstraße den alten Ortskern und so einige Schmuckstücke lassen sich entdecken. Der Gefangenturm mit links und rechts ein Stück Stadtmauer weiß auch so einiges zu erzählen. Er besteht aus Brecher Stein, welcher schon immer sehr stark verwittert, weshalb der Turm von jeher verputzt war.

Gefangenenturm Niederbrechen

Auch weisen die angeblichen „Zinnen“ darauf hin, dass der Turm ursprünglich höher war. Denn bei diesen Ausbuchtungen handelt es sich um ehemalige Fenster. Der Turmstraße weiter folgend gibt es einen schönen Blick in die Burgstraße, in welcher alle Häuser gut erhalten sind und alle aus dem 17. Jahrhundert stammen.

Burgstraße Niederbrechen

Die Turmstraße führt direkt zur imposanten Kirche. Vor dem Kirchentor stehend gibt es einen sehr schönen Blick auf den alten Ortskern.

Ortskern Fachwerkhäuser Niederbrechen

Schnitzereien des alten Pfarrhauses in Niederbrechen

Häuser erzählen Geschichten

Das alte Pfarrhaus steht leider nicht mehr. Doch Schnitzereien des alten Pfarrhauses befinden sich links und rechts der Tür des neuen Pfarrhauses. Ansonsten zeigen nur alte Fotos, dass sich doch einiges in den letzten 70 Jahren im Ortskern verändert hat. Das Pfarrhaus ist nämlich nicht das einzige Gebäude, welches in den 50er Jahren abgerissen wurde. Dank der ehrenamtlichen Arbeit von Stephan Dreier ist die Geschichte in Niederbrechen sehr gut rekonstruiert. Und neben der Dorfgeschichte erzählen die Häuser auch eigene Geschichten wie Veränderungen im Bau durch veränderte Hofeinfahrten, wie über die Berufe der Bewohner oder auch Geschichten über Erben bei geteilten Häusern wurden.

Ortskern Niederbrechen

Altes Rathaus Ortskern Niederbrechen

Das Büro des Architekten befindet sich im ehemaligen „Säuhaus“, dem Wohnhaus des Schweinehirten, welches 1662. Mit den Nachbargebäuden und dem Alten Rathaus handelt es sich um das Kernstück der unter Denkmalschutz stehenden Gesamtanlage im alten Ortskern. Neben vielen Geschichten zeigt dieses Haus an seiner Schwelle, wie in den letzten Jahren die Straße immer weiter nach oben wuchs. Die aktuelle Schwelle liegt um einiges höher als im Original.

Säuhaus Fachwerkhaus Niederbrechen

Ein kleiner Spaziergang durch den Ortskern mit offenen Augen lässt einiges entdecken. Sehr viele Haustafeln über den Türen sind noch erhalten. Sie zeugen davon, wer die Häuser erbaute, sind manchmal mit einer Prise Humor gewürzt und sie zeigen von Kreativität, wenn die Tafel zu klein war, aber ein Wort noch nicht zu Ende geschrieben war.

Haustafel Fachwerkhaus Niederbrechen

Und wer nach dem Rundgang noch ein wenig Zeit hat, dem empfehle ich einen Besuch in der Eismanufaktur Niederbrechen direkt an der B8.

Ortskern Niederbrechen Pinterest

Herbstausflug auf den Greifenberg

Die Tage werden kürzer, die Blätter färben sich bunt und unter den Füßen raschelt das Herbstlaub. Der Herbst ist für mich eine wunderbare Zeit, um rauszugehen und die Natur zu genießen. Einer meiner Tipps dafür liegt direkt am Rand von Limburg: der Greifenberg.

Hier führen Waldwege durch buntes Laub, ein Waldlehrpfad erzählt von den Bewohnern des Waldes und zwischendurch öffnen sich die Bäume mit einem besonderen Blick auf den Limburger Dom. Wer aufmerksam unterwegs ist, kann nebenbei Kastanien, Eicheln und Bucheckern entdecken oder auf der Streuobstwiese sogar Äpfel sammeln.

Waldlehrpfad Greifenberg Limburg

Herbst auf dem Greifenberg

Los geht es im Tal Josaphat. An einem Teich vorbei geht es linker Hand in den Wald hinein. Der Waldlehrpfad lädt die Spaziergänger dazu ein, etwas über das Leben im und am Wald kennenzulernen. Totholz ist nicht tot, sondern bietet Lebensraum für zahlreiche Insekten und andere Tiere. Was unscheinbar wie ein Haufen Steine aussieht, bietet ebenfalls einen Lebensraum für zahlreiche Tiere. Doch nicht nur der Wald als Ganzes ist Lebensraum für die Tiere. Bereits ein einzelner Baum bietet vielfältigen Lebewesen Unterschlupf, Nahrungsgrundlage und Lebensraum.

Herbst Greifenberg Limburg

Greifenberg Limburg

Ein buntes Blätterdach bildet einen Durchgang. Nicht lange und runde, braune Kugeln, teilweise in stacheligen Gehäusen, ziehen den Blick nach unten und laden zum Einsammeln ein. Doch nicht nur Kastanien gibt es in großen Mengen zu sammeln. Auch Eicheln und Bucheckern finden sich auf dem Weg.

Kastanien Greifenberg Limburg

Früher war der Greifenberg ein Park

Der Greifenberg war schon vor mehr als 100 Jahren ein beliebtes Naerholungsgebiet. Bereits seit 1900 wurde das Gelände dafür genutzt. Damals gab es hier einen gepflegten Park mit Einfriedungen und Aussichtspavillon. Vom frühen Park ist heute nur noch der Cahensly-Pavillon erhalten. Von dort reicht der Blick über den Campingplatz hinweg zum Limburger Dom und zu den beiden großen Brücken über die Lahn.

Der Pavillon wurden nach dem Limburger Peter Paul Cahensly (1838 – 1928) benannt, ein erfolgreicher Großkaufmann, Kommerzienrat und Sozialpolitiker. Durch eine großherzigen Spende an den Verschönerungsverein konnte 1911 der heute noch bestehende steinerne PAvillon gebaut werden.

Pavillon Greifenberg Limburg

Besonderer Blick auf den Limburger Dom

Vom Greifenberg gibt es einen der schönsten Blicke auf den Limburger Dom. Besonders ist dabei: Von hier aus sind alle sieben Türme des Doms zu sehen. Nach meinem Wissen ist der Greifenberg neben einem Punkt an der Lahn der einzige Ort in Limburg, von dem sich dieser besondere Blick eröffnet. Diesen besonderen Blick gibt es aufgrund der Vegetation nur im Frühjahr und im Herbst. Daher eignet sich der Herbst besonders für einen Ausflug auf den Greifenberg.

Greifenberg Limburger Dom

Waldlehrpfad auf dem Greifenberg

Weiter geht es den Waldlehrpfad entlang einen Anstieg hinauf und es öffnet sich eine Streuobstwiese mit Apfelbäumen. Achtsames Pflücken ist erlaubt und so wandern einige Äpfel, nachdem sie für gut befunden wurden, mit in den Korb zu den Eicheln und den Kastanien. Auch manch buntes Blatt hat sich in den Korb verirrt.

Kastanien Greifenberg Limburg

Über die große Fläche geht es langsam den Weg wieder hinunter. Ein riesiges Insektenhotel bietet zahlreichen Insekten ein Zuhause. Beim Genießen des Herbstes lässt sich noch so einiges auf diesem Areal erlernen.

Streuobstwiese Greifenberg Limburg

Äpfel Streuobst Greifenberg Limburg

Spuren aus der Steinzeit

Dass der Greifenberg schon vor vielen Jahrhunderten Menschen angezogen hat, zeigen archäologische Funde. Bei Ausgrabungen im JAhr 2011 wurden Reste einer jungsteinzeitlichen Siedlung der Michelsberger Kultur entdeckt. Die Funde wurden auf die Zeit zwischen 4400 und 3500 v. Chr. datiert. Auch Überreste bronzezeitlicher Grabhügel wurden gefunden.

Heute ist von diesen Spuren an der Oberfläche kaum noch etwas zu erkennen. Die landwirtschaftliche Nutzung hat die sichtbaren Hinweise auf die frühere Besiedlung verschwinden lassen.

Spaziergang auf dem Greifenberg

Der Greifenberg eignet sich gut für einen Spaziergang und lässt sich besonders im Herbst entdecken. Wer mit dem Auto kommt, kann im Tal Josaphat parken. Von dort führt der Weg in Richtung Waldlehrpfad und hinauf zum Greifenberg.

Festes Schuhwerk ist empfehlenswert, denn je nach Wetter können die Wege durch Laub, Feuchtigkeit und die Steigung rutschig sein. Für Familien bietet sich außerdem der Spielplatz im Tal Josaphat als Abschluss des Spaziergangs an.

Vom Parkplatz könnt ihr euch rechts halten und durch die Unterführung gehen. Von dort könnt ihr wunderbar in die Altstadt gehen und diese erkunden sowie in eines der zahlreichen Cafés einkehren.

 

 

Kanutour Lahn

Paddeln durchs romantische Lahntal

Über 245 Kilometer lang schlängelt sich die Lahn durch Mittelhessen bis nach Rheinland-Pfalz, wo sie bei Lahnstein in den Rhein mündet. Im Landkreis Limburg-Weilburg fließt der Fluss durch das Weilburger Lahntalgebiet und das Limburger Becken.

Die Lahn könnt ihr auf dem Lahnwanderweg erkunden. Doch auch zu Wasser lässt sich das Lahntal erleben. Für Paddler zählt die Lahn mit zu einem der schönsten Flüsse in Deutschland. Sie ist sogar Kanuwanderfluss Nummer eins mit seinen 160 paddelbaren Kilometern sowie dem längsten Schiffstunnel in Weilburg.

Die einzelnen Abschnitte lassen sich mit Lahn Kanutouren erkunden. Abwechslungsreiche Landschaften, zum Teil unberührte Natur und kulturhistorische Sehenswürdigkeiten lassen sich entdecken.

Fischreiher Lahn Lahntal

Mit dem Kanu auf der Lahn

Sehr vielfältig lässt sich die Lahn erleben. Sportlich aktiv mit dem Kanu oder dem SUP ist eine Art. Aber ihr könnt euch auch einfach treiben lassen. Sportbegeisterte und Erholungssuchende kommen beide auf ihre Kosten. Oder ihr kombiniert beides miteinander. Neben der Natur gibt es einiges entlang der Strecke von Löhnberg über Weilburg, von Villmar nach Runkel bis hin nach Limburg zu entdecken.

Mit dem Kanu unterwegs auf der Lahn

Mehrere Schleusen warten auf der Strecke, um die Höhenunterschiede zu überwinden. Mit purer Muskelkraft kann sich hier jeder am Schleusen versuchen.

In Weilburg befindet sich Deutschlands einmaliger und einzige Schifffahrtstunnel. Damit nehmen die Bootsfahrer eine Abkürzung und fahren nicht die große zwei Kilometer lange Schleife um Weilburg herum.

Lahn Kanu Tour Weilburg

Dadurch erhalten sie zwar nur einen kleinen Blick auf einen Teil des Weilburger Schlosses, aber dafür geht es mit 195 Metern durch den längsten, befahrbaren Schiffstunnel. Dieser Tunnel wurde in den Jahren 1844 bis 1847 errichtet und zählt damit auch zu den ältesten Schifffahrtstunnel in Deutschland. Zwei Schleusen müssen hierbei durchfahren werden und insgesamt wird ein Höhenunterschied von 4,65 Metern überwunden.

Lahn Kanu Tour

Abwechslungsreiches Lahntal

Doch noch mehr erwartet die Wassersportler. Neben dem Schloss thronen Burgen über der Lahn wie in Runkel und auf die Kalkfelsen ergeben sich völlig neue Perspektiven vom Wasser aus. Sehr viele Brücken queren die Lahn und zeigen unterschiedliche Konstruktionen. Nebenflüsse münden in die Lahn wie kurz vor Weilburg die Weil in der Guntersau oder der Elbbach bei Limburg. Zahlreiche Lebewesen lassen sich im und am Wasser beobachten. Fischreiher stehen am Ufer. Schwäne begleiten die Boote ein Stück. Nicht erschrecken, wenn ab und an ein Fisch aus dem Wasser springt.

Auch wenn immer wieder flache Stellen dazu verleiten, Rast zu machen, muss darauf hingewiesen werden, dass dies nicht erlaubt ist. Für das Kanufahren auf der Lahn gibt es einige Regeln. Laut Verordnung über das Landschaftsschutzgebiet Auenverbund Lahn-Dill gibt es feste Ein- und Ausstiegsstellen. Alle anderen Stellen zum Anlegen sind verboten zum Schutze der Natur. Genauso das Stören der Tierwelt wie durch übermäßigen Lärm und das Hinterlassen von Müll ist im Landschaftsschutzgebiet verboten. Gegenseitige Rücksichtnahme ist das oberste Gebot.

Kanutouren auf der Lahn

Ihr könnt die Lahn in mehreren Etappen erkunden. Für den Landkreis selbst bieten sich zwei bis drei Tage an, um die Strecke zu fahren.

Lahn Kanu Muschel

Ein- und Ausstiegsstellen an der Lahn

An den Streckenabschnitten der Lahn im Landkreis Limburg-Weilburg gibt es 18 Stellen für den Ein- und Ausstieg. Erkundigt euch bei Fragen auch nochmal bei eurem Verleiher, was erlaubt ist und was nicht.

  • Löhnberg-Selters Slipanlage Wasserskistrecke (linkes Ufer, km 34,8)
  • Löhnberg-Bahnhof (rechtes Ufer, km 36,2)
  • Weilburg-Ahausen an der Brücke südlich Ahausen (linkes Ufer, km 38,2)
  • Weilburg Bootsverleih (rechtes Ufer, km 39,5)
  • Weilburg-Odersbach Brücke (rechtes Ufer, km 44)
  • Weilburg-Odersbach Campingplatz (rechtes Ufer, km 44,4)
  • Weinbach-Gräveneck Campingplatz (linkes Ufer, km 48,6)
  • Weinbach-Fürfurt Bahnhof (linkes Ufer, km 51)
  • Villmar-Aumenau Treppe am Brunnen (rechtes Ufer, km 54,3)
  • Runkel-Schadeck beim Eisenbahner Sportverein (rechtes Ufer,km 61)
  • Villmar Slipanlage (linkes Ufer, km 62,4)
  • Runkel: Slipanlage (rechtes Ufer,km 65), Campingplatz (linkes Ufer, km 66) sowie Dehrn Brücke (rechtes Ufer, km 71,6)
  • Limburg: Dietkirchen (rechtes Ufer, km 73,2), Slipanlage BAB:Brücke (rechtes Ufer, km 75,3), Campingplatz (rechtes Ufer, km 75,6) sowie Busparkplatz (linkes Ufer, km 76,9)

Rastplätze

Im Landkreis gibt es für Kanufahrer zwei Rastplätze:
  • Weinbach-Fürfurth Schleuseninsel (km 51,1)
  • Runkel Schleuseninsel (linkes Ufer, km 65,2)

Kanuverleih an der Lahn

Insgesamt 160 Kilometer des Flusses lassen sich in 17 Abschnitte befahren. Mehrere Vermieter entlang der Lahn bieten ihre Leistungen an. Bei ihnen lässt sich ein Kanu für die Paddeltour auf dem Fluss mieten.

  • Willi`s Bootsverleih Fürfurth, Touren von Löhnberg bis Fürfurth oder von Fürfurth bis Runkel möglich, 31 Euro für einen 2er bis 60 Euro für einen 5er
  • Entlang der gesamten Lahn sind Stützpunkte von Lahntours vorhanden, so dass der Fluss in seiner gesamten Länge erkundet werden kann. Dieser Verleiher bietet verschiedene Touren an- von einem Tag sowie Kurztouren über mehrere Tage. Mehr dazu auf der Internetseite von Lahntours. Die Preise beginnen bei 29,50 Euro pro Person inklusive Transfer. Der Samstags- und Feiertagszuschlag beträgt 4 Euro.
  • Lahnkanu, der ebenfalls von Gießen bis Limburg vertreten ist. Preise waren auf der Internetseite nicht zu finden.
  • Kanuverleih in Weilburg, die Preise gelten pro Boot und gehen los bei 30 Euro für ein Einer-Kajak bis 65 Euro für ein Familienvierer. Ein Personentransport ist nicht enthalten.
  • Krumos Kanuverleih ab Solms, ab 33 Euro für Einer bis 72 Euro für Vierer
  • Kanu-Verleih Oberlahn ab 30 Euro Einer bis 65 Euro für Vierer
  • Lahn-Piraten ab 30 Euro für Einer bis 65 Euro für Vierer.

*Die Preise gelten pro Tag. Mit enthalten sind ein Paddel pro Person, eine Schwimmweste sowie eine wasserdichte Tonne pro Kanu.

An jeder öffentlichen Anlegestelle befindet sich ein Bahnhof der Lahntalbahn. Somit kommt jeder gut zu den Ausleihstellen hin und wenn die Kanu-Tour auf der Lahn zu Ende ist, kommt man auch wieder schnell nach Hause. Mehr zum Lahntal findet ihr ebenfalls auf der sehr übersichtlichen Internetseite Lahntal.

Hinweis für den Sommer 2024 – durch umfangreiche Baumaßnahmen auf der Strecke der Lahntalbahn kommt es zu Sperrungen der Bahnstrecke. Der Schienenersatzverkehr wird keine Fahrräder mitnehmen können und bietet auch weniger Plätze als die Bahn. Dies sollte bei Aktivitäten im Lahntal berücksichtigt werden. Ausführliche Informationen beim Lahntal Tourismus Verband.

 

Lahn Kanu Tour

Schloss Weilburg

Barocker Glanz und französischer Flair im Schloss Weilburg

Hoch über der Lahn erhebt sich das Schloss Weilburg. Auf einen Bergsporn gelegen lädt es zu einem Besuch ein. Ist es die barocke Gartenanlage oder die reich ausgestatteten Innenräume – das ganze Jahr über gibt es etwas zu entdecken. Das Weilburger Schloss zählt mit zu den bedeutendsten barocken Schlossanlagen in Hessen.

Weilburger Schloss

Über verschiedene Seiten könnt ihr auf das Gelände des Schlosses gelangen. Auf dem König-Konrad-Platz vor dem Landtor befindet ihr euch zu Füßen des Stadtturmes sowie der Schlossgartenmauer. Linker Hand geht es eine Treppe hinauf und ihr gelangt in den Garten innerhalb der Schlossmauern. Neben dem Obst- und Gemüseanbau erwartet den Besucher ein fröhlich-buntes Areal aus farbenprächtigen Blüten. Der Stadtturm wurde im 14. Jahrhundert erbaut. Im 18. Jahrhundert wurden große Teile der Stadtbefestigung abgerissen.

Landturm Weilburg

Mittelalterburg zum Barockschloss

Bereits im 10. Jahrhundert wurde eine mittelalterliche Burg auf dem Bergsporn errichtet. Im 16. Jahrhundert begann der Umbau zu einem repräsentativen Hochschloss der Renaissance. Die Hauptphase des barocken Ausbaus fand im 18. Jahrhundert statt und schloss die älteren Gebäudeteile so gut mit ein, dass das gesamte Schloss als einheitlicher Gebäudekomplex erscheint. Für den barocken Ausbau zeichnete sich Graf Johann Ernst von Nassau-Weilburg verantwortlich. Verwirklicht hat die Pläne sein Landesbaumeister Julius Ludwig Rothwell.

Weilburger Schloss
Untere Orangerie

Wer von der Seite des Stadtturms aus den Garten betritt, gelangt in die Untere Orangerie, welche den oberen und den unteren Garten voneinander trennt. Sie imitiert die Orangerie vom Schloss Versailles. Im Mittelpunkt der Anlage vor der Orangerie ziehen der Satyr und der Lurenbläser, zwei golden schimmernde Blei-Skulpturen den Blick auf sich.

Weilburger Schloss

Über zwei Freitreppen links und rechts an der Orangerie, welche aus Schupbacher Marmor gestaltet sind, gelangt der Besucher in den oberen Teil des Schlossgartens. Von hier aus bietet sich ein wunderschöner Blick über das Lahntal. Insgesamt ist der gesamte Schlossgarten nach französischem Vorbild angelegt. Bäumen in Reih und Glied zieren eine größere Fläche, welche im Sommer Schatten anbietet und zum Boule spielen einlädt.

Schloss Weilburg

Wenn die Besucher die Mauer entlanggehen, kommen sie durch einen Durchlass in den viereckigen Innenhof des Hochschlosses. Dort befindet sich auch der Eingang, wer eine Führung mitmachen möchte. Dieser Innenhof hat eine besondere Akustik, weshalb er beliebter Veranstaltungsort der Weilburger Schlosskonzerte ist. Das Hochschloss besteht aus vier Flügeln, welche in verschiedenen Abschnitten errichtet wurden. Der älteste Flügel ist der Ostflügel, der jüngste Flügel der Nordflügel. An jedem Flügel lassen sich Eigenheiten erkennen und es gibt viel zu entdecken. Ein imposanter Löwenbrunnen steht dort, der eine Turm mutet an wie aus Dornröschen entsprungen.

Löwenbrunnen Weilburger Schloss

Barocken Glanz in Führung erleben

Es empfiehlt sich, eine Führung mitzumachen, denn viele Gegenstände sowie Wandgestaltungen aus der Barockzeit sind noch im Original vorzufinden. So erhalten die Besucher einen Einblick in das höfische Leben und in die Unterbringung von Gästen. In vielen Dingen wurde geprotzt, um zu zeigen, was man hatte.

Schloss Weilburg

Die Führung endet in der Oberen Orangerie. Dort war eigentlich der Plan, die Wände mit Delfter Fliesen zu gestalten. Doch dies war zu teuer und so heuerte Graf Johann Ernst von Nassau-Weilburg ein Maler an, welcher nach dem Vorbild der Fliesen die Wände gestaltete und diese Wände sind ein wahrer Magnet. Die Obere Orangerie verbindet zudem das Hochschloss mit der Schlosskirche und dem Garten. Bis 1935 nutzte die luxemburgische Großherzogin Charlotte die Gebäude und verkaufte sie dann an Preußen. Die Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten richtete daraufhin ein Museum in den Räumlichkeiten ein.

Weilburger Schloss

Nach dem Besuch im Schloss empfiehlt sich ein Weg auf dem Marktplatz, wo sich interessante Gebäude sowie Cafés zum Einkehren befinden. So lässt es sich bei einem Kaffee oder einem Eis noch ein wenig in historischer Kulisse verweilen.

Gemeinsam mit dem Schloss Weilburg kann auch das anschließende Bergbau- und Stadtmuseum besucht werden, wo die Besucher einiges über den Bergbau in der Region und zur Stadtgeschichte erfahren.

Mehr zum Weilburger Schloss erfahrt ihr auf der Homepage der Stadt sowie auf der Seite der Verwaltung Staatlicher Schlösser und Gärten

Schloss Weilburg

 

 

Gnadenthal Goldener Grund

Gnadenthal – Wo sich Hessische Milchstraße und Goldener Grund begegnen

Mitten in einer Senke von Feldern und Wiesen umrandet liegt Gnadenthal. Die Siedlung gehört zur Gemeinde Hünfelden. Rundherum in die Natur eingebettet ist es ein Ort, wo man zur Ruhe kommen kann. Dabei liegt er nicht mal am Ende der Welt. Diese Idylle ist überraschend gut erreichbar. Nur wenige Minuten trennen den Ort von der Autobahn, doch davon ist hier nichts mehr zu spüren. Statt Verkehrslärm begleiten Vogelstimmen und das Rascheln der Bäume den Spaziergang. Gnadenthal ist einer jener Orte, an denen man automatisch langsamer wird.

Was ist Gnadenthal?

Manch einer fragt sich, was sich hinter dem Begriff Gnadenthal verbirgt. Das hessische Kloster Gnadenthal in Hünfelden im Taunus ist ein ehemaliges Zisterzienserinnenkloster aus dem 13. Jahrhundert. Der Name stammt auch von den Zisterziensern, welche ab 1235 das Kloster errichteten und diesen Platz zu einem Ort des Innehaltens und des Gebetes machten. Der Ort erlebte eine wechselvolle Geschichte. 1634 in den Wirren des Dreißigjährigen Krieges wurde das Kloster aufgegeben. Die Jesus-Bruderschaft erwackte es im 20. Jahrhundert zu neuem Leben. Seitdem gestaltet die ökumenische Lebensgemeinschaft von Brüdern, Schwestern und Familien hier das gemeinsame Leben im klösterlichen Rhythmus von Arbeit und Gebet.
An diesem Ort hat man das Gefühl, dass nichts mehr kommt und man völlig in die Idylle eintauchen kann. Mit einem Besuch in Gnadenthal erhalten ihr nur einen ersten Eindruck von der Region und warum sie den Namen „Goldener Grund“ trägt. Daher ist ein Besuch sehr zu empfehlen.

Gnadenthal Goldener Grund

Gnadenthal Goldener Grund

Naturgebiet im Taunus

Der Goldene Grund ist ein Naturgebiet mitten im Taunus gelegen. Von Idstein bis zum Limburger Becken dehnt sich dieses Gebiet aus. Im Landkreis umfasst es neben Hünfelden weiterhin Bad Camberg, Brechen und Selters (Taunus) sowie die Limburger Ortsteile Lindenholzhausen und Eschhofen. Der Goldene Grund zählt zu den fruchtbarsten Landschaften Hessens. Seinen Namen verdankt er den mächtigen Lössböden, die sich nach der letzten Eiszeit ablagerten. Schon die ersten Bauern erkannten den Wert dieser Erde. Bis heute prägen Getreidefelder, Streuobstwiesen und landwirtschaftliche Betriebe das Landschaftsbild. Besonders im Sommer, wenn die Ähren in der Sonne leuchten, wird verständlich, warum die Region seit Jahrhunderten „Goldener Grund“ genannt wird.

Kloster Gnadenthal

Im äußersten Norden zwischen Ober- sowie Niederselters befinden sich ebenfalls einige Mineralquellen. Beim heutigen Besuch geht es ins Gnadenthal, im Tal des Wörsbach, wo die Hessische Milch- und Käsestraße durch den Goldenen Grund zieht. Den Großteil des Ortes nimmt das Kloster Gnadenthal ein. Ein wunderschöner Ort mitten in der Natur gelegen lädt zum Wandern und Radfahren ein.

Goldener Grund Kloster Gnadenthal

Hessische Milch- und Käsestraße

Die Hessische Milch- und Käsestraße führt durch ganz Hessen zu Höfen, wo ihr neben den Menschen und den Tieren auch Molkerei-Produkte kennenlernen könnt. Im Kloster Gnadenthal befindet sich ein Bauernhof mit 40 Milchkühen. Der Stall ist offen zugänglich. Seit Juni 2019 ist das Kloster eine Etappe auf der Milch-Käsestraße Hessen. Selbstabholer können frische Rohmilch erwerben. Im Café gibt es weitere landwirtschaftliche Produkte.

Milch- und Käsestraße Hessen

Das Hofgut Gnadenthal betreibt ökologischen Landbau und ist Partnerbetrieb der Hessischen Initiative „Bauernhof als Klassenzimmer“. Einen kleinen Blick in den Stall sollte jeder werfen, der dort entlangkommt, denn die kleinen Kälbchen sind einfach nur niedlich anzusehen. Das Hofgut engagiert sich in der Umweltbildung und Landschaftspflege.

Kloster Gnadenthal Kälbchen

Rund um das Kloster Gnadenthal führt die 45 Kilometer lange Radrundtour durch das romantische Ems- und Wörsbachtal, welcher neben Bad Camberg, Selters, Brechen und Hünfelden auch aus dem Rheingau-Taunus-Kreis Idstein und Hünstetten mit einbezieht. Die Klosterkirche ist zudem offizielle Radwegekirche.

Goldener Grund Radrundweg Emsbach- und Wörsbachtal

Genießen im Gnadenthal

Vom Kloster weg geht es leicht einen Hügel hinauf, gesäumt von Obstbäumen. Holzbänke laden immer wieder zum Verweilen ein. Von oben gibt es einen herrlichen Blick über die Landschaft. Die Fachwerkhäuser des Klosters Gnadenthal leuchten inmitten der grünen Landschaft. Die Felder schimmern im Sommer golden vom Getreide. Am Horizont zieht der Wald entlang. Neben den optischen Sinnen duftet es nach Sommer und überall erklingt zirpen und Vogelzwitschern.

Goldener Grund Natur Erholung

Den Weg weiter entlang gelangt der Besucher zum Schwesterhaus und dem Haus der Stille. Diese zwei Häuser dienen als Gästeunterkünfte des Kloster Gnadenthal. Hierbei handelt es sich um ein ehemaliges Zisterzienserinnen-Kloster und ist heute Zentrum der Ökumenischen Kommunität Jesus-Bruderschaft. Den Weg entlang geht es vorbei am Friedhof der Jesus-Bruderschaft, welcher sich in einer Senke befindet. Auf dem Grund der Senke steht ein großes Holzkreuz, um welches herum sich kreisförmig die Gräber anordnen. Daneben liegt eine Ackerfläche für Gemüseanbau. Alles scheint hier eins mit der Natur zu sein.

Informationen

Kloster Gnadenthal
Die Jesus-Bruderschaft ist eine kommunitäre Lebensgemeinschaft von Frauen, Männern und von Familien.
65597 Hünfelden

Homepage

Audioguide

Der Verein Einst&Jetzt e.V. hat einen Audioguide erstellt, mit dem sich Gnadenthal entdecken lässt.

Wenn ihr in Gnadenthal seid, empfehle ich euch einen Abstecher nach Kirberg. Bei einem Spaziergang durch den alten Ortskern könnt ihr Fachwerkhäuser, eine Burg und viel Geschichte entdecken.

 

 

 

Burg Runkel Lahn

Herrlicher Blick von der Burg Runkel

Die Burg Runkel ist ein beliebtes Ausflugsziel in der Region. Nicht nur ihre traumhafte Lage an der Lahn macht sie zu einem Hotspot für Fotografen.

Auch ihre alten Mauern und der wunderbare Ausblick vom Bergfried machen sie zu einem beliebten Ziel. Einen malerischen Blick auf die Burg gibt es von der anderen Lahnseite aus. Dann habt ihr die alte Brücke und das Wehr mit auf dem Foto – ein wirklicher Postkartenplatz.

Burg Runkel Lahn

Fußläufig nähert ihr euch der Burg. Bei der Burg Runkel handelt es sich um eine hochmittelalterliche Höhenburg. Sie liegt rund 35 Meter über der Lahn und gewährt somit einen faszinierenden Blick ins Lahntal.

Bereits von Weitem ist sie von allen Seiten gut zu sehen, eingerahmt von Fachwerkhäusern. Auf dem Weg zur Burg gelangt ihr zuerst an das Äußere Tor, welches die Besucher willkommen heißt. Zwischen zwei Rundtürmen befindet sich das rundbögige Tor. Nach hinten versetzt befindet sich ein zweistöckiges Wohnhaus mit geschiefertem Fachwerk. Durch das Tor hindurch geht es über eine Fallbrücke und ihr befindet euch in der Anlage.

Burg Runkel Lahn

In der Burg gibt es einiges zu erfahren. Geschichtlich sehr durch Fehden geprägt, zeigt die Waffenkammer, mit welchen Waffen die Burgherren die Bevölkerung vor Angriffen schützten. Aber auch die Jagd und der Schutz der Landwirtschaft gehörte zu den Aufgaben. Dazu gibt es einen kleinen Einblick in das damalige Leben.

Burg Runkel Lahn

Geschichte der Burg Runkel

Die erste Erwähnung der Burg stammt aus 1159, doch die Vermutung geht dahin, dass sie älter ist und bereits im 11. Jahrhundert erbaut wurde. Sie diente der Sicherung der Lahnbrücke. Die turbulente Geschichte zeigt sich auch an der Burg Schadeck direkt gegenüber. Hierbei handelt es sich um eine Trutzburg, erbaut 1276 aufgrund von Besitzstreitigkeiten. Ein Vertrag zwischen allen Parteien beendete die Fehde 1448.

Burg Runkel Lahn

Im 30-Jährigen Krieg um 1634 wurde die Burg Runkel vom kroatischen Grafen Isolany mit seinen österreichischen Truppen zerstört. Die Kernburg wurde danach nicht wieder aufgebaut. Nur Teile der Unterburg wurden wieder hergestellt, in der sich heute die Museumsräume befinden. Von der Burgruine könnt ihr den Bergfried besteigen und eine tolle Aussicht über die alte Lahnbrücke und die Lahn genießen. Der Bergfried überragt die Unterburg um rund 31 Meter. Seit 859 Jahren ist die Burg im Familienbesitz der Familie zu Wied, eine der ältesten Adelsfamilien in Deutschland. Seit 2015 ist S.D. Maximillian Erbprinz zu Wied, der 9. Fürst zu Wied, Besitzer der Burg.

Burg Runkel

Die wieder aufgebaute Unterburg besteht aus zwei- bis dreistöckigen Gebäuden. Ihre u-förmige Aufstellung bildet einen schönen Innenhof. Bis heute werden die Gebäude, die nicht als Museum dienen von der Familie zu Wied genutzt.

Am Eingang erhaltet ihr ein Faltblatt mit 18 Stationen und könnt selbständig die Burg erkunden. Mit diesem Plan könnt ihr Eintauchen in die Vergangenheit.

Einen Besuch auf der Burg könnt ihr  mit einer Wanderung auf dem Planetenlehrpfad verbinden. Dieser beginnt auf der anderen Seite der Lahnbrücke und führt an der Lahn entlang. Auf dem Weg nach Villmar könnt ihr einiges über die Planeten erfahren. Einen schönen Blick auf die Burg gibt es auch, wenn ihr mit einem Kanu auf der Lahn in ihre Richtung fahrt.

Informationen Burg Runkel

Eintrittspreis

Erwachsene 5 Euro
Kinder 4 bis 14 Jahre  2,50 Euro
Hunde 1 Euro
Ermäßigungen für Senioren, Rentner, Schwerbehinderte, Studenten 3,50 Euro
Familienkarte (2 Erwachsene, bis 3 Kinder) 14 Euro
Geführte Gruppen ab 15 Personen, p.P.  4,50 €

Öffnungszeiten

April bis Oktober

Montag Ruhetag
Dienstag-Sonntag von 10 Uhr bis Schließung der Anlage um 17 Uhr
Geöffnet an allen gesetzlichen Feiertagen

Weitere Informationen auf der Homepage der Burg

Burg Runkel Lahn

Maislabyrinth Mensfelden

Outdoorspaß im Maislabyrinth Mensfelden

Ab dem 31.Juli 2026 geht es wieder los und das diesjährige Maislabyrinth bei Heckelmanns lädt zum Entdecken ein. 

Von August bis Oktober gibt es einen herrlichen Outdoorspaß für die ganze Familie – dann lockt nämlich das Maislabyrinth bei Heckelmanns nach Mensfelden, einem Ortsteil von Hünfelden. Es ist das nördlichste Maislabyrinth im Taunus.

Maislabyrinth Mensfelden

Jedes Jahr bildet der Weg durchs Labyrinth neue Figuren, die auf Luftbildaufnahmen zu sehen sind. In den letzten Jahren gab es eine Entdeckung von Hessen mit dem Hessischen Löwen, ein riesen Fahrrad oder auch eine Ritterburg. Es ist immer wieder spannend, sich auf diese Reise in das Labyrinth zu begeben. Bereits nach kurzer Zeit verliert der eine oder andere die Orientierung in dem riesigen Feld. In diesem Jahr geht es tierisch auf dem Maisfeld zu.

Die Wege sind mit Stroh ausgelegt, so dass ein Abkommen vom Wege nicht geschieht. Diese sind sehr gut befestigt, so dass es sich auch nach einem Regenguss lohnt, das Feld zu besuchen, ohne mit zu dreckigen Schuhen wieder nach draußen zu kommen. In dem Labyrinth wartet eine Aussichtsplattform auf die Besucher, mit der man einen guten Blick über das Labyrinth hat und auf die Umgebung. Vor allem für Kinder ist es ein riesen Spaß. Maislabyrinth Mensfelden

Sehenswürdigkeit Maislabyrinth
Blick vom Aussichtsturm (Foto: Gundula Stegemann)

Zwischendurch könnt ihr auch schon mal die Orientierung verlieren. Eine Empfehlung von mir – nehmt die Luftaufnahme zur Hand und mit ein wenig Kenntnis könnt ihr erkennen, an welcher Ecke der Burg ihr euch gerade befindet.

Maislabyrinth Mensfelden

Sehenswürdigkeit Maislabyrinth Limburg
Foto: Gundula Stegemann

Spass im Maislabyrinth Mensfelden

Aufgrund des Strohs auf den Wegen empfiehlt sich festes Schuhwerk, damit die Halme nicht in die Haut stechen. Für die Kinder ist es faszinierend,  nicht nur den Weg zu finden, sondern auch die Insekten zu entdecken, welche sich im Feld aufhalten. Ihr solltet 1,5 bis zwei Stunden für den Besuch einplanen.

Maislabyrinth Mensfelden

Das Maislabyrinth ist täglich von 9 bis 12.30 Uhr und 14 bis 18 Uhr geöffnet, von Freitag bis Sonntag sowie Feiertags durchgehend ohne Mittagspause von 9 bis 18 Uhr geöffnet.  Gruppen können auch angemeldet werden. Eintritt kostet für Kinder 2,50 Euro, für Erwachsene 3,50 Euro. Eine Familienkarte (2 Erwachsene und Kinder) gibt es für 11 Euro. Kinder unter 5 Jahren sind frei. Für den Besuch solltet ihr mit 1,5 bis 2 Stunden rechnen, die ihr im Feld unterwegs seid.

Ich bin nicht das Maislabyrinth, ich schreibe nur darüber. Für nähere Informationen wendet Euch bitte an Heckelmanns direkt.

Nach dem Besuch im Maislabyrinth Mensfelden empfiehlt sich ein Besuch im Hofcafé von Heckelmanns mit was Kühlem zu trinken oder einem Stück Kuchen. Entdeckt, was der Hof noch zu bieten hat.

Spiel und Spass bei Heckelmanns in Mensfelden
Foto: Gundula Stegemann

Und wer dann noch Lust hat, kann auf den Mensfelder Kopf laufen und die Aussicht genießen. Auch im Weiltal gibt es seit 2024 ein Maislabyrinth, welches in Aulenhausen zum Entdecken einlädt.

Euch gefallen meine Tipps aus dem Landkreis? Dann freue ich mich, wenn ihr mir einen virtuellen Kaffee spendiert.

Maislabyrinth Mensfelden

 

 

Heidenhäuschen – Auf den Spuren der Kelten

Bei einer Wanderung rund um Hadamar begeben wir uns auf die Spuren der Kelten und besuchen das Heidenhäuschen. 

Vor 2500 Jahren siedelten die Kelten auf einem Bergrücken am südlichen Rand des Westerwaldes zum Limburger Becken hin.

Heidenhäuschen Hadamar

Los geht es an der Grillhütte in Steinbach. Der Weg führt leicht bergauf und nach rund zwei Kilometern gelangen  wir zum Heidehäuschen. Bereits vorher gibt es die ersten Spuren der Kelten – den Keltenborn.

Keltenborn Hadamar

Spuren der Kelten

Der Keltenborn ist eine Quellfassung aus der Zeit der Kelten. Als die Menschen 1949 Wasser suchten, stießen sie auf diese Quelle, welche mit Trockenmauerwerk eingefasst war und weitere Fundstücke wiesen auf die keltischen Siedler hin.

Keltenborn Hadamar

Von der Quelle weg führt eine Rinne den Berg hinunter. Im Sommer schwimmen in der Quelle Kaulquappen. Oberhalb der Quelle steht ein aufrechter Basaltstein – ein sogenannter Menhir. Der Stein ist ungefähr zwei Meter lang und rund 70 Zentimeter in den Boden eingegraben. Durch Funde von Keramikscheiben kann diese gemauerte Quellfassung der Hallstattzeit (800 bis 450 v. Chr.) zugeordnet werden. Aus der Quelle erhielten die Kelten, welche sich auf dem Plateau des Heidenhäuschen in einer Ringwallanlage ansiedelten, Wasser.

Keltenborn Menhir Hadamar

Der Weg führt mitten durch den Wald und auch freie Wiesenflächen säumen den Pfad. Im Sommer lassen sich zahlreiche Schmetterlinge dort beobachten. Pfauenaugen, Kohlweißlinge oder orangefarbene C-Falter fliegen um die Wanderer herum. Sie laden zum Verweilen sowie Beobachten ein.

Wallfahrtsort „Sieben Schmerzen“

Mit den Kelten hat dieser Ort nichts zu tun, dennoch kann er auf dem Weg zum Heidenhäuschen besucht werden.

Sieben Schmerzen Oberzeuzheim

Nach rund 1,6 Kilometer von der Grillhütte entfernt, kommt ihr zu einer Kreuzung. Der Weg nach links führt zur Wallfahrtsstätte „Sieben Schmerzen“. Diese Wallfahrtsstätte hat ihren Ursprung im 14. Jahrhundert und geht auf die Marienverehrung der Zisterzienser von Marienstatt zurück. Am Fuße des Heidenhäuschens gibt es eine Quelle, welcher Heilkräfte nachgesagt wurden und weshalb der Ort der „Schmerzhaften Mutter“ im Wald gewählt wurde. Über Jahrhunderte prägte ein Bildstock mit Muttergottesstatue und Quelle die Wallfahrtstätte.

Sieben Schmerzen Oberzeuzheim

Um 1885 errichteten Angehörige des Priesters Ferdinand Heep die sieben kleinen Kapellchen. Bis 1977 förderten die Franziskaner die Stätte, bis heute übernimmt die Kolpingfamilie Oberzeuzheim die Pflege der Stätte. Bis heute ist es ein Ort der Ruhe und des Nachdenkens.

Bergauf zum Heidenhäuschen

Von den „Sieben Schmerzen“ geht es zurück zur Kreuzung. Zum Heidenhäuschen geht es weiter den Berg hinauf. Ein Holzschild weist den Weg weiter den Berg hinauf, um auf das Plateau zu gelangen, auf dem die Kelten siedelten. Das ganze Areal ist ein Naturschutzgebiet.

Heidenhäuschen Hadamar

Dieses Plateau liegt genau zwischen Ellar, Hangenmeilingen, Hintermeilingen, Oberweyer, Oberzeuzheim und Steinbach auf einer imposanten Basaltrippe. Daher ist es nicht nur von Steinbach aus zu erreichen, sondern auch bequem von allen anderen Orten aus. Das Plateau ist hauptsächlich aus vulkanischen Olivin Basalt und an manchen Steinen lässt sich die Basaltstruktur sehr gut erkennen. Zudem ist dieses Plateau mit 398 Metern die zweithöchste Erhebung im Landkreis.

Heidenhäuschen Hadamar -Spuren der Kelten

Nachdem der Aufstieg geschafft war mit Blick auf interessante Felsbrocken gab es eine herrliche Aussicht auf das Limburger Becken, das Elbbachtal sowie in den Westerwald hinein. Ein riesiges Holzkreuz ragt über dem Plateau hinaus. Von der ursprünglichen Mauer aus Steinen, Holz und Erde ist nur noch ein verstürzter Wall übrig. Im Westen gab es eine natürliche Sicherung durch die steinige Rippe.

Ausblick Heidenhäuschen Hadamar

Im Osten befindet sich ein kleines Plateau, auch Burg bezeichnet. Funde von Lehmstücken und Scherben lassen vermuten, dass es innerhalb des Walls eine Siedlung gab. Auch im Umland zu dieser Ringwallanlagen fanden Archäologen zahlreiche Zeugnisse keltischen Lebens. So befand sich in Sichtweite vom Heidenhäuschen das keltische Oppidum auf der Dornburg. Bei einer Wanderung auf dem Blasiussteig kommt ihr dort vorbei. Über den Keltenweg Dornburg erfahrt ihr noch mehr zur Keltengeschichte in der Region. Etwa 100 vor Christus wurden die Kelten von germanischen Stämmen verdrängt. Aber ihre Spuren haben sie bis heute in der Region hinterlassen.

Heidenhäuschen Pinterest

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