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Autor: Heike Lachnit

Kanutour Lahn

Paddeln durchs romantische Lahntal

Über 245 Kilometer lang schlängelt sich die Lahn durch Mittelhessen bis nach Rheinland-Pfalz, wo sie bei Lahnstein in den Rhein mündet. Im Landkreis Limburg-Weilburg fließt der Fluss durch das Weilburger Lahntalgebiet und das Limburger Becken.

Die Lahn könnt ihr auf dem Lahnwanderweg erkunden. Doch auch zu Wasser lässt sich das Lahntal erleben. Für Paddler zählt die Lahn mit zu einem der schönsten Flüsse in Deutschland. Sie ist sogar Kanuwanderfluss Nummer eins mit seinen 160 paddelbaren Kilometern sowie dem längsten Schiffstunnel in Weilburg.

Die einzelnen Abschnitte lassen sich mit Lahn Kanutouren erkunden. Abwechslungsreiche Landschaften, zum Teil unberührte Natur und kulturhistorische Sehenswürdigkeiten lassen sich entdecken.

Fischreiher Lahn Lahntal

Mit dem Kanu auf der Lahn

Sehr vielfältig lässt sich die Lahn erleben. Sportlich aktiv mit dem Kanu oder dem SUP ist eine Art. Aber ihr könnt euch auch einfach treiben lassen. Sportbegeisterte und Erholungssuchende kommen beide auf ihre Kosten. Oder ihr kombiniert beides miteinander. Neben der Natur gibt es einiges entlang der Strecke von Löhnberg über Weilburg, von Villmar nach Runkel bis hin nach Limburg zu entdecken.

Mit dem Kanu unterwegs auf der Lahn

Mehrere Schleusen warten auf der Strecke, um die Höhenunterschiede zu überwinden. Mit purer Muskelkraft kann sich hier jeder am Schleusen versuchen.

In Weilburg befindet sich Deutschlands einmaliger und einzige Schifffahrtstunnel. Damit nehmen die Bootsfahrer eine Abkürzung und fahren nicht die große zwei Kilometer lange Schleife um Weilburg herum.

Lahn Kanu Tour Weilburg

Dadurch erhalten sie zwar nur einen kleinen Blick auf einen Teil des Weilburger Schlosses, aber dafür geht es mit 195 Metern durch den längsten, befahrbaren Schiffstunnel. Dieser Tunnel wurde in den Jahren 1844 bis 1847 errichtet und zählt damit auch zu den ältesten Schifffahrtstunnel in Deutschland. Zwei Schleusen müssen hierbei durchfahren werden und insgesamt wird ein Höhenunterschied von 4,65 Metern überwunden.

Lahn Kanu Tour

Abwechslungsreiches Lahntal

Doch noch mehr erwartet die Wassersportler. Neben dem Schloss thronen Burgen über der Lahn wie in Runkel und auf die Kalkfelsen ergeben sich völlig neue Perspektiven vom Wasser aus. Sehr viele Brücken queren die Lahn und zeigen unterschiedliche Konstruktionen. Nebenflüsse münden in die Lahn wie kurz vor Weilburg die Weil in der Guntersau oder der Elbbach bei Limburg. Zahlreiche Lebewesen lassen sich im und am Wasser beobachten. Fischreiher stehen am Ufer. Schwäne begleiten die Boote ein Stück. Nicht erschrecken, wenn ab und an ein Fisch aus dem Wasser springt.

Auch wenn immer wieder flache Stellen dazu verleiten, Rast zu machen, muss darauf hingewiesen werden, dass dies nicht erlaubt ist. Für das Kanufahren auf der Lahn gibt es einige Regeln. Laut Verordnung über das Landschaftsschutzgebiet Auenverbund Lahn-Dill gibt es feste Ein- und Ausstiegsstellen. Alle anderen Stellen zum Anlegen sind verboten zum Schutze der Natur. Genauso das Stören der Tierwelt wie durch übermäßigen Lärm und das Hinterlassen von Müll ist im Landschaftsschutzgebiet verboten. Gegenseitige Rücksichtnahme ist das oberste Gebot.

Kanutouren auf der Lahn

Ihr könnt die Lahn in mehreren Etappen erkunden. Für den Landkreis selbst bieten sich zwei bis drei Tage an, um die Strecke zu fahren.

Lahn Kanu Muschel

Ein- und Ausstiegsstellen an der Lahn

An den Streckenabschnitten der Lahn im Landkreis Limburg-Weilburg gibt es 18 Stellen für den Ein- und Ausstieg. Erkundigt euch bei Fragen auch nochmal bei eurem Verleiher, was erlaubt ist und was nicht.

  • Löhnberg-Selters Slipanlage Wasserskistrecke (linkes Ufer, km 34,8)
  • Löhnberg-Bahnhof (rechtes Ufer, km 36,2)
  • Weilburg-Ahausen an der Brücke südlich Ahausen (linkes Ufer, km 38,2)
  • Weilburg Bootsverleih (rechtes Ufer, km 39,5)
  • Weilburg-Odersbach Brücke (rechtes Ufer, km 44)
  • Weilburg-Odersbach Campingplatz (rechtes Ufer, km 44,4)
  • Weinbach-Gräveneck Campingplatz (linkes Ufer, km 48,6)
  • Weinbach-Fürfurt Bahnhof (linkes Ufer, km 51)
  • Villmar-Aumenau Treppe am Brunnen (rechtes Ufer, km 54,3)
  • Runkel-Schadeck beim Eisenbahner Sportverein (rechtes Ufer,km 61)
  • Villmar Slipanlage (linkes Ufer, km 62,4)
  • Runkel: Slipanlage (rechtes Ufer,km 65), Campingplatz (linkes Ufer, km 66) sowie Dehrn Brücke (rechtes Ufer, km 71,6)
  • Limburg: Dietkirchen (rechtes Ufer, km 73,2), Slipanlage BAB:Brücke (rechtes Ufer, km 75,3), Campingplatz (rechtes Ufer, km 75,6) sowie Busparkplatz (linkes Ufer, km 76,9)

Rastplätze

Im Landkreis gibt es für Kanufahrer zwei Rastplätze:
  • Weinbach-Fürfurth Schleuseninsel (km 51,1)
  • Runkel Schleuseninsel (linkes Ufer, km 65,2)

Kanuverleih an der Lahn

Insgesamt 160 Kilometer des Flusses lassen sich in 17 Abschnitte befahren. Mehrere Vermieter entlang der Lahn bieten ihre Leistungen an. Bei ihnen lässt sich ein Kanu für die Paddeltour auf dem Fluss mieten.

  • Willi`s Bootsverleih Fürfurth, Touren von Löhnberg bis Fürfurth oder von Fürfurth bis Runkel möglich, 31 Euro für einen 2er bis 60 Euro für einen 5er
  • Entlang der gesamten Lahn sind Stützpunkte von Lahntours vorhanden, so dass der Fluss in seiner gesamten Länge erkundet werden kann. Dieser Verleiher bietet verschiedene Touren an- von einem Tag sowie Kurztouren über mehrere Tage. Mehr dazu auf der Internetseite von Lahntours. Die Preise beginnen bei 29,50 Euro pro Person inklusive Transfer. Der Samstags- und Feiertagszuschlag beträgt 4 Euro.
  • Lahnkanu, der ebenfalls von Gießen bis Limburg vertreten ist. Preise waren auf der Internetseite nicht zu finden.
  • Kanuverleih in Weilburg, die Preise gelten pro Boot und gehen los bei 30 Euro für ein Einer-Kajak bis 65 Euro für ein Familienvierer. Ein Personentransport ist nicht enthalten.
  • Krumos Kanuverleih ab Solms, ab 33 Euro für Einer bis 72 Euro für Vierer
  • Kanu-Verleih Oberlahn ab 30 Euro Einer bis 65 Euro für Vierer
  • Lahn-Piraten ab 30 Euro für Einer bis 65 Euro für Vierer.

*Die Preise gelten pro Tag. Mit enthalten sind ein Paddel pro Person, eine Schwimmweste sowie eine wasserdichte Tonne pro Kanu.

An jeder öffentlichen Anlegestelle befindet sich ein Bahnhof der Lahntalbahn. Somit kommt jeder gut zu den Ausleihstellen hin und wenn die Kanu-Tour auf der Lahn zu Ende ist, kommt man auch wieder schnell nach Hause. Mehr zum Lahntal findet ihr ebenfalls auf der sehr übersichtlichen Internetseite Lahntal.

Hinweis für den Sommer 2024 – durch umfangreiche Baumaßnahmen auf der Strecke der Lahntalbahn kommt es zu Sperrungen der Bahnstrecke. Der Schienenersatzverkehr wird keine Fahrräder mitnehmen können und bietet auch weniger Plätze als die Bahn. Dies sollte bei Aktivitäten im Lahntal berücksichtigt werden. Ausführliche Informationen beim Lahntal Tourismus Verband.

 

Lahn Kanu Tour

Schloss Weilburg

Barocker Glanz und französischer Flair im Schloss Weilburg

Hoch über der Lahn erhebt sich das Schloss Weilburg. Auf einen Bergsporn gelegen lädt es zu einem Besuch ein. Ist es die barocke Gartenanlage oder die reich ausgestatteten Innenräume – das ganze Jahr über gibt es etwas zu entdecken. Das Weilburger Schloss zählt mit zu den bedeutendsten barocken Schlossanlagen in Hessen.

Weilburger Schloss

Über verschiedene Seiten könnt ihr auf das Gelände des Schlosses gelangen. Auf dem König-Konrad-Platz vor dem Landtor befindet ihr euch zu Füßen des Stadtturmes sowie der Schlossgartenmauer. Linker Hand geht es eine Treppe hinauf und ihr gelangt in den Garten innerhalb der Schlossmauern. Neben dem Obst- und Gemüseanbau erwartet den Besucher ein fröhlich-buntes Areal aus farbenprächtigen Blüten. Der Stadtturm wurde im 14. Jahrhundert erbaut. Im 18. Jahrhundert wurden große Teile der Stadtbefestigung abgerissen.

Landturm Weilburg

Mittelalterburg zum Barockschloss

Bereits im 10. Jahrhundert wurde eine mittelalterliche Burg auf dem Bergsporn errichtet. Im 16. Jahrhundert begann der Umbau zu einem repräsentativen Hochschloss der Renaissance. Die Hauptphase des barocken Ausbaus fand im 18. Jahrhundert statt und schloss die älteren Gebäudeteile so gut mit ein, dass das gesamte Schloss als einheitlicher Gebäudekomplex erscheint. Für den barocken Ausbau zeichnete sich Graf Johann Ernst von Nassau-Weilburg verantwortlich. Verwirklicht hat die Pläne sein Landesbaumeister Julius Ludwig Rothwell.

Weilburger Schloss
Untere Orangerie

Wer von der Seite des Stadtturms aus den Garten betritt, gelangt in die Untere Orangerie, welche den oberen und den unteren Garten voneinander trennt. Sie imitiert die Orangerie vom Schloss Versailles. Im Mittelpunkt der Anlage vor der Orangerie ziehen der Satyr und der Lurenbläser, zwei golden schimmernde Blei-Skulpturen den Blick auf sich.

Weilburger Schloss

Über zwei Freitreppen links und rechts an der Orangerie, welche aus Schupbacher Marmor gestaltet sind, gelangt der Besucher in den oberen Teil des Schlossgartens. Von hier aus bietet sich ein wunderschöner Blick über das Lahntal. Insgesamt ist der gesamte Schlossgarten nach französischem Vorbild angelegt. Bäumen in Reih und Glied zieren eine größere Fläche, welche im Sommer Schatten anbietet und zum Boule spielen einlädt.

Schloss Weilburg

Wenn die Besucher die Mauer entlanggehen, kommen sie durch einen Durchlass in den viereckigen Innenhof des Hochschlosses. Dort befindet sich auch der Eingang, wer eine Führung mitmachen möchte. Dieser Innenhof hat eine besondere Akustik, weshalb er beliebter Veranstaltungsort der Weilburger Schlosskonzerte ist. Das Hochschloss besteht aus vier Flügeln, welche in verschiedenen Abschnitten errichtet wurden. Der älteste Flügel ist der Ostflügel, der jüngste Flügel der Nordflügel. An jedem Flügel lassen sich Eigenheiten erkennen und es gibt viel zu entdecken. Ein imposanter Löwenbrunnen steht dort, der eine Turm mutet an wie aus Dornröschen entsprungen.

Löwenbrunnen Weilburger Schloss

Barocken Glanz in Führung erleben

Es empfiehlt sich, eine Führung mitzumachen, denn viele Gegenstände sowie Wandgestaltungen aus der Barockzeit sind noch im Original vorzufinden. So erhalten die Besucher einen Einblick in das höfische Leben und in die Unterbringung von Gästen. In vielen Dingen wurde geprotzt, um zu zeigen, was man hatte.

Schloss Weilburg

Die Führung endet in der Oberen Orangerie. Dort war eigentlich der Plan, die Wände mit Delfter Fliesen zu gestalten. Doch dies war zu teuer und so heuerte Graf Johann Ernst von Nassau-Weilburg ein Maler an, welcher nach dem Vorbild der Fliesen die Wände gestaltete und diese Wände sind ein wahrer Magnet. Die Obere Orangerie verbindet zudem das Hochschloss mit der Schlosskirche und dem Garten. Bis 1935 nutzte die luxemburgische Großherzogin Charlotte die Gebäude und verkaufte sie dann an Preußen. Die Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten richtete daraufhin ein Museum in den Räumlichkeiten ein.

Weilburger Schloss

Nach dem Besuch im Schloss empfiehlt sich ein Weg auf dem Marktplatz, wo sich interessante Gebäude sowie Cafés zum Einkehren befinden. So lässt es sich bei einem Kaffee oder einem Eis noch ein wenig in historischer Kulisse verweilen.

Gemeinsam mit dem Schloss Weilburg kann auch das anschließende Bergbau- und Stadtmuseum besucht werden, wo die Besucher einiges über den Bergbau in der Region und zur Stadtgeschichte erfahren.

Mehr zum Weilburger Schloss erfahrt ihr auf der Homepage der Stadt sowie auf der Seite der Verwaltung Staatlicher Schlösser und Gärten

Schloss Weilburg

 

 

Gnadenthal Goldener Grund

Gnadenthal – Wo sich Hessische Milchstraße und Goldener Grund begegnen

Mitten in einer Senke von Feldern und Wiesen umrandet liegt Gnadenthal. Die Siedlung gehört zur Gemeinde Hünfelden. Rundherum in die Natur eingebettet ist es ein Ort, wo man zur Ruhe kommen kann. Dabei liegt er nicht mal am Ende der Welt. Diese Idylle ist überraschend gut erreichbar. Nur wenige Minuten trennen den Ort von der Autobahn, doch davon ist hier nichts mehr zu spüren. Statt Verkehrslärm begleiten Vogelstimmen und das Rascheln der Bäume den Spaziergang. Gnadenthal ist einer jener Orte, an denen man automatisch langsamer wird.

Was ist Gnadenthal?

Manch einer fragt sich, was sich hinter dem Begriff Gnadenthal verbirgt. Das hessische Kloster Gnadenthal in Hünfelden im Taunus ist ein ehemaliges Zisterzienserinnenkloster aus dem 13. Jahrhundert. Der Name stammt auch von den Zisterziensern, welche ab 1235 das Kloster errichteten und diesen Platz zu einem Ort des Innehaltens und des Gebetes machten. Der Ort erlebte eine wechselvolle Geschichte. 1634 in den Wirren des Dreißigjährigen Krieges wurde das Kloster aufgegeben. Die Jesus-Bruderschaft erwackte es im 20. Jahrhundert zu neuem Leben. Seitdem gestaltet die ökumenische Lebensgemeinschaft von Brüdern, Schwestern und Familien hier das gemeinsame Leben im klösterlichen Rhythmus von Arbeit und Gebet.
An diesem Ort hat man das Gefühl, dass nichts mehr kommt und man völlig in die Idylle eintauchen kann. Mit einem Besuch in Gnadenthal erhalten ihr nur einen ersten Eindruck von der Region und warum sie den Namen „Goldener Grund“ trägt. Daher ist ein Besuch sehr zu empfehlen.

Gnadenthal Goldener Grund

Gnadenthal Goldener Grund

Naturgebiet im Taunus

Der Goldene Grund ist ein Naturgebiet mitten im Taunus gelegen. Von Idstein bis zum Limburger Becken dehnt sich dieses Gebiet aus. Im Landkreis umfasst es neben Hünfelden weiterhin Bad Camberg, Brechen und Selters (Taunus) sowie die Limburger Ortsteile Lindenholzhausen und Eschhofen. Der Goldene Grund zählt zu den fruchtbarsten Landschaften Hessens. Seinen Namen verdankt er den mächtigen Lössböden, die sich nach der letzten Eiszeit ablagerten. Schon die ersten Bauern erkannten den Wert dieser Erde. Bis heute prägen Getreidefelder, Streuobstwiesen und landwirtschaftliche Betriebe das Landschaftsbild. Besonders im Sommer, wenn die Ähren in der Sonne leuchten, wird verständlich, warum die Region seit Jahrhunderten „Goldener Grund“ genannt wird.

Kloster Gnadenthal

Im äußersten Norden zwischen Ober- sowie Niederselters befinden sich ebenfalls einige Mineralquellen. Beim heutigen Besuch geht es ins Gnadenthal, im Tal des Wörsbach, wo die Hessische Milch- und Käsestraße durch den Goldenen Grund zieht. Den Großteil des Ortes nimmt das Kloster Gnadenthal ein. Ein wunderschöner Ort mitten in der Natur gelegen lädt zum Wandern und Radfahren ein.

Goldener Grund Kloster Gnadenthal

Hessische Milch- und Käsestraße

Die Hessische Milch- und Käsestraße führt durch ganz Hessen zu Höfen, wo ihr neben den Menschen und den Tieren auch Molkerei-Produkte kennenlernen könnt. Im Kloster Gnadenthal befindet sich ein Bauernhof mit 40 Milchkühen. Der Stall ist offen zugänglich. Seit Juni 2019 ist das Kloster eine Etappe auf der Milch-Käsestraße Hessen. Selbstabholer können frische Rohmilch erwerben. Im Café gibt es weitere landwirtschaftliche Produkte.

Milch- und Käsestraße Hessen

Das Hofgut Gnadenthal betreibt ökologischen Landbau und ist Partnerbetrieb der Hessischen Initiative „Bauernhof als Klassenzimmer“. Einen kleinen Blick in den Stall sollte jeder werfen, der dort entlangkommt, denn die kleinen Kälbchen sind einfach nur niedlich anzusehen. Das Hofgut engagiert sich in der Umweltbildung und Landschaftspflege.

Kloster Gnadenthal Kälbchen

Rund um das Kloster Gnadenthal führt die 45 Kilometer lange Radrundtour durch das romantische Ems- und Wörsbachtal, welcher neben Bad Camberg, Selters, Brechen und Hünfelden auch aus dem Rheingau-Taunus-Kreis Idstein und Hünstetten mit einbezieht. Die Klosterkirche ist zudem offizielle Radwegekirche.

Goldener Grund Radrundweg Emsbach- und Wörsbachtal

Genießen im Gnadenthal

Vom Kloster weg geht es leicht einen Hügel hinauf, gesäumt von Obstbäumen. Holzbänke laden immer wieder zum Verweilen ein. Von oben gibt es einen herrlichen Blick über die Landschaft. Die Fachwerkhäuser des Klosters Gnadenthal leuchten inmitten der grünen Landschaft. Die Felder schimmern im Sommer golden vom Getreide. Am Horizont zieht der Wald entlang. Neben den optischen Sinnen duftet es nach Sommer und überall erklingt zirpen und Vogelzwitschern.

Goldener Grund Natur Erholung

Den Weg weiter entlang gelangt der Besucher zum Schwesterhaus und dem Haus der Stille. Diese zwei Häuser dienen als Gästeunterkünfte des Kloster Gnadenthal. Hierbei handelt es sich um ein ehemaliges Zisterzienserinnen-Kloster und ist heute Zentrum der Ökumenischen Kommunität Jesus-Bruderschaft. Den Weg entlang geht es vorbei am Friedhof der Jesus-Bruderschaft, welcher sich in einer Senke befindet. Auf dem Grund der Senke steht ein großes Holzkreuz, um welches herum sich kreisförmig die Gräber anordnen. Daneben liegt eine Ackerfläche für Gemüseanbau. Alles scheint hier eins mit der Natur zu sein.

Informationen

Kloster Gnadenthal
Die Jesus-Bruderschaft ist eine kommunitäre Lebensgemeinschaft von Frauen, Männern und von Familien.
65597 Hünfelden

Homepage

 

 

 

Burg Runkel Lahn

Herrlicher Blick von der Burg Runkel

Die Burg Runkel ist ein beliebtes Ausflugsziel in der Region. Nicht nur ihre traumhafte Lage an der Lahn macht sie zu einem Hotspot für Fotografen.

Auch ihre alten Mauern und der wunderbare Ausblick vom Bergfried machen sie zu einem beliebten Ziel. Einen malerischen Blick auf die Burg gibt es von der anderen Lahnseite aus. Dann habt ihr die alte Brücke und das Wehr mit auf dem Foto – ein wirklicher Postkartenplatz.

Burg Runkel Lahn

Fußläufig nähert ihr euch der Burg. Bei der Burg Runkel handelt es sich um eine hochmittelalterliche Höhenburg. Sie liegt rund 35 Meter über der Lahn und gewährt somit einen faszinierenden Blick ins Lahntal.

Bereits von Weitem ist sie von allen Seiten gut zu sehen, eingerahmt von Fachwerkhäusern. Auf dem Weg zur Burg gelangt ihr zuerst an das Äußere Tor, welches die Besucher willkommen heißt. Zwischen zwei Rundtürmen befindet sich das rundbögige Tor. Nach hinten versetzt befindet sich ein zweistöckiges Wohnhaus mit geschiefertem Fachwerk. Durch das Tor hindurch geht es über eine Fallbrücke und ihr befindet euch in der Anlage.

Burg Runkel Lahn

In der Burg gibt es einiges zu erfahren. Geschichtlich sehr durch Fehden geprägt, zeigt die Waffenkammer, mit welchen Waffen die Burgherren die Bevölkerung vor Angriffen schützten. Aber auch die Jagd und der Schutz der Landwirtschaft gehörte zu den Aufgaben. Dazu gibt es einen kleinen Einblick in das damalige Leben.

Burg Runkel Lahn

Geschichte der Burg Runkel

Die erste Erwähnung der Burg stammt aus 1159, doch die Vermutung geht dahin, dass sie älter ist und bereits im 11. Jahrhundert erbaut wurde. Sie diente der Sicherung der Lahnbrücke. Die turbulente Geschichte zeigt sich auch an der Burg Schadeck direkt gegenüber. Hierbei handelt es sich um eine Trutzburg, erbaut 1276 aufgrund von Besitzstreitigkeiten. Ein Vertrag zwischen allen Parteien beendete die Fehde 1448.

Burg Runkel Lahn

Im 30-Jährigen Krieg um 1634 wurde die Burg Runkel vom kroatischen Grafen Isolany mit seinen österreichischen Truppen zerstört. Die Kernburg wurde danach nicht wieder aufgebaut. Nur Teile der Unterburg wurden wieder hergestellt, in der sich heute die Museumsräume befinden. Von der Burgruine könnt ihr den Bergfried besteigen und eine tolle Aussicht über die alte Lahnbrücke und die Lahn genießen. Der Bergfried überragt die Unterburg um rund 31 Meter. Seit 859 Jahren ist die Burg im Familienbesitz der Familie zu Wied, eine der ältesten Adelsfamilien in Deutschland. Seit 2015 ist S.D. Maximillian Erbprinz zu Wied, der 9. Fürst zu Wied, Besitzer der Burg.

Burg Runkel

Die wieder aufgebaute Unterburg besteht aus zwei- bis dreistöckigen Gebäuden. Ihre u-förmige Aufstellung bildet einen schönen Innenhof. Bis heute werden die Gebäude, die nicht als Museum dienen von der Familie zu Wied genutzt.

Am Eingang erhaltet ihr ein Faltblatt mit 18 Stationen und könnt selbständig die Burg erkunden. Mit diesem Plan könnt ihr Eintauchen in die Vergangenheit.

Einen Besuch auf der Burg könnt ihr  mit einer Wanderung auf dem Planetenlehrpfad verbinden. Dieser beginnt auf der anderen Seite der Lahnbrücke und führt an der Lahn entlang. Auf dem Weg nach Villmar könnt ihr einiges über die Planeten erfahren. Einen schönen Blick auf die Burg gibt es auch, wenn ihr mit einem Kanu auf der Lahn in ihre Richtung fahrt.

Informationen Burg Runkel

Eintrittspreis

Erwachsene 5 Euro
Kinder 4 bis 14 Jahre  2,50 Euro
Hunde 1 Euro
Ermäßigungen für Senioren, Rentner, Schwerbehinderte, Studenten 3,50 Euro
Familienkarte (2 Erwachsene, bis 3 Kinder) 14 Euro
Geführte Gruppen ab 15 Personen, p.P.  4,50 €

Öffnungszeiten

April bis Oktober

Montag Ruhetag
Dienstag-Sonntag von 10 Uhr bis Schließung der Anlage um 17 Uhr
Geöffnet an allen gesetzlichen Feiertagen

Weitere Informationen auf der Homepage der Burg

Burg Runkel Lahn

Maislabyrinth Mensfelden

Outdoorspaß im Maislabyrinth Mensfelden

Ab dem 31.Juli 2026 geht es wieder los und das diesjährige Maislabyrinth bei Heckelmanns lädt zum Entdecken ein. 

Von August bis Oktober gibt es einen herrlichen Outdoorspaß für die ganze Familie – dann lockt nämlich das Maislabyrinth bei Heckelmanns nach Mensfelden, einem Ortsteil von Hünfelden. Es ist das nördlichste Maislabyrinth im Taunus.

Maislabyrinth Mensfelden

Jedes Jahr bildet der Weg durchs Labyrinth neue Figuren, die auf Luftbildaufnahmen zu sehen sind. In den letzten Jahren gab es eine Entdeckung von Hessen mit dem Hessischen Löwen, ein riesen Fahrrad oder auch eine Ritterburg. Es ist immer wieder spannend, sich auf diese Reise in das Labyrinth zu begeben. Bereits nach kurzer Zeit verliert der eine oder andere die Orientierung in dem riesigen Feld. In diesem Jahr geht es tierisch auf dem Maisfeld zu.

Die Wege sind mit Stroh ausgelegt, so dass ein Abkommen vom Wege nicht geschieht. Diese sind sehr gut befestigt, so dass es sich auch nach einem Regenguss lohnt, das Feld zu besuchen, ohne mit zu dreckigen Schuhen wieder nach draußen zu kommen. In dem Labyrinth wartet eine Aussichtsplattform auf die Besucher, mit der man einen guten Blick über das Labyrinth hat und auf die Umgebung. Vor allem für Kinder ist es ein riesen Spaß. Maislabyrinth Mensfelden

Zwischendurch könnt ihr auch schon mal die Orientierung verlieren. Eine Empfehlung von mir – nehmt die Luftaufnahme zur Hand und mit ein wenig Kenntnis könnt ihr erkennen, an welcher Ecke der Burg ihr euch gerade befindet.

Maislabyrinth Mensfelden

Spass im Maislabyrinth Mensfelden

Aufgrund des Strohs auf den Wegen empfiehlt sich festes Schuhwerk, damit die Halme nicht in die Haut stechen. Für die Kinder ist es faszinierend,  nicht nur den Weg zu finden, sondern auch die Insekten zu entdecken, welche sich im Feld aufhalten. Ihr solltet 1,5 bis zwei Stunden für den Besuch einplanen.

Maislabyrinth Mensfelden

Das Maislabyrinth ist täglich von 9 bis 12.30 Uhr und 14 bis 18 Uhr geöffnet, von Freitag bis Sonntag sowie Feiertags durchgehend ohne Mittagspause von 9 bis 18 Uhr geöffnet.  Gruppen können auch angemeldet werden. Eintritt kostet für Kinder 2,50 Euro, für Erwachsene 3,50 Euro. Eine Familienkarte (2 Erwachsene und Kinder) gibt es für 11 Euro. Kinder unter 5 Jahren sind frei. Für den Besuch solltet ihr mit 1,5 bis 2 Stunden rechnen, die ihr im Feld unterwegs seid.

Ich bin nicht das Maislabyrinth, ich schreibe nur darüber. Für nähere Informationen wendet Euch bitte an Heckelmanns direkt.

Nach dem Besuch im Maislabyrinth Mensfelden empfiehlt sich ein Besuch im Hofcafé von Heckelmanns mit was Kühlem zu trinken oder einem Stück Kuchen. Und wer dann noch Lust hat, kann auf den Mensfelder Kopf laufen und die Aussicht genießen. Auch im Weiltal gibt es seit 2024 ein Maislabyrinth, welches in Aulenhausen zum Entdecken einlädt.

Euch gefallen meine Tipps aus dem Landkreis? Dann freue ich mich, wenn ihr mir einen virtuellen Kaffee spendiert.

Maislabyrinth Mensfelden

 

 

Heidenhäuschen – Auf den Spuren der Kelten

Bei einer Wanderung rund um Hadamar begeben wir uns auf die Spuren der Kelten und besuchen das Heidenhäuschen. 

Vor 2500 Jahren siedelten die Kelten auf einem Bergrücken am südlichen Rand des Westerwaldes zum Limburger Becken hin.

Heidenhäuschen Hadamar

Los geht es an der Grillhütte in Steinbach. Der Weg führt leicht bergauf und nach rund zwei Kilometern gelangen  wir zum Heidehäuschen. Bereits vorher gibt es die ersten Spuren der Kelten – den Keltenborn.

Keltenborn Hadamar

Spuren der Kelten

Der Keltenborn ist eine Quellfassung aus der Zeit der Kelten. Als die Menschen 1949 Wasser suchten, stießen sie auf diese Quelle, welche mit Trockenmauerwerk eingefasst war und weitere Fundstücke wiesen auf die keltischen Siedler hin.

Keltenborn Hadamar

Von der Quelle weg führt eine Rinne den Berg hinunter. Im Sommer schwimmen in der Quelle Kaulquappen. Oberhalb der Quelle steht ein aufrechter Basaltstein – ein sogenannter Menhir. Der Stein ist ungefähr zwei Meter lang und rund 70 Zentimeter in den Boden eingegraben. Durch Funde von Keramikscheiben kann diese gemauerte Quellfassung der Hallstattzeit (800 bis 450 v. Chr.) zugeordnet werden. Aus der Quelle erhielten die Kelten, welche sich auf dem Plateau des Heidenhäuschen in einer Ringwallanlage ansiedelten, Wasser.

Keltenborn Menhir Hadamar

Der Weg führt mitten durch den Wald und auch freie Wiesenflächen säumen den Pfad. Im Sommer lassen sich zahlreiche Schmetterlinge dort beobachten. Pfauenaugen, Kohlweißlinge oder orangefarbene C-Falter fliegen um die Wanderer herum. Sie laden zum Verweilen sowie Beobachten ein.

Wallfahrtsort „Sieben Schmerzen“

Mit den Kelten hat dieser Ort nichts zu tun, dennoch kann er auf dem Weg zum Heidenhäuschen besucht werden.

Sieben Schmerzen Oberzeuzheim

Nach rund 1,6 Kilometer von der Grillhütte entfernt, kommt ihr zu einer Kreuzung. Der Weg nach links führt zur Wallfahrtsstätte „Sieben Schmerzen“. Diese Wallfahrtsstätte hat ihren Ursprung im 14. Jahrhundert und geht auf die Marienverehrung der Zisterzienser von Marienstatt zurück. Am Fuße des Heidenhäuschens gibt es eine Quelle, welcher Heilkräfte nachgesagt wurden und weshalb der Ort der „Schmerzhaften Mutter“ im Wald gewählt wurde. Über Jahrhunderte prägte ein Bildstock mit Muttergottesstatue und Quelle die Wallfahrtstätte.

Sieben Schmerzen Oberzeuzheim

Um 1885 errichteten Angehörige des Priesters Ferdinand Heep die sieben kleinen Kapellchen. Bis 1977 förderten die Franziskaner die Stätte, bis heute übernimmt die Kolpingfamilie Oberzeuzheim die Pflege der Stätte. Bis heute ist es ein Ort der Ruhe und des Nachdenkens.

Bergauf zum Heidenhäuschen

Von den „Sieben Schmerzen“ geht es zurück zur Kreuzung. Zum Heidenhäuschen geht es weiter den Berg hinauf. Ein Holzschild weist den Weg weiter den Berg hinauf, um auf das Plateau zu gelangen, auf dem die Kelten siedelten. Das ganze Areal ist ein Naturschutzgebiet.

Heidenhäuschen Hadamar

Dieses Plateau liegt genau zwischen Ellar, Hangenmeilingen, Hintermeilingen, Oberweyer, Oberzeuzheim und Steinbach auf einer imposanten Basaltrippe. Daher ist es nicht nur von Steinbach aus zu erreichen, sondern auch bequem von allen anderen Orten aus. Das Plateau ist hauptsächlich aus vulkanischen Olivin Basalt und an manchen Steinen lässt sich die Basaltstruktur sehr gut erkennen. Zudem ist dieses Plateau mit 398 Metern die zweithöchste Erhebung im Landkreis.

Heidenhäuschen Hadamar -Spuren der Kelten

Nachdem der Aufstieg geschafft war mit Blick auf interessante Felsbrocken gab es eine herrliche Aussicht auf das Limburger Becken, das Elbbachtal sowie in den Westerwald hinein. Ein riesiges Holzkreuz ragt über dem Plateau hinaus. Von der ursprünglichen Mauer aus Steinen, Holz und Erde ist nur noch ein verstürzter Wall übrig. Im Westen gab es eine natürliche Sicherung durch die steinige Rippe.

Ausblick Heidenhäuschen Hadamar

Im Osten befindet sich ein kleines Plateau, auch Burg bezeichnet. Funde von Lehmstücken und Scherben lassen vermuten, dass es innerhalb des Walls eine Siedlung gab. Auch im Umland zu dieser Ringwallanlagen fanden Archäologen zahlreiche Zeugnisse keltischen Lebens. So befand sich in Sichtweite vom Heidenhäuschen das keltische Oppidum auf der Dornburg. Bei einer Wanderung auf dem Blasiussteig kommt ihr dort vorbei. Über den Keltenweg Dornburg erfahrt ihr noch mehr zur Keltengeschichte in der Region. Etwa 100 vor Christus wurden die Kelten von germanischen Stämmen verdrängt. Aber ihre Spuren haben sie bis heute in der Region hinterlassen.

Heidenhäuschen Pinterest

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Jakobsweg Lahn-Camino

Pilgern auf dem Lahn-Camino

Viele haben auf ihrer Bucket Liste stehen, einmal im Leben den Jakobsweg zu gehen. Wenn die Gedanken dahinwandern, geht es meistens um die letzten Kilometer entlang der Pyrenäen durch Spanien, den Camino Francés entlang, nach Santiago de Compostela.

Doch das Wandern auf dem Jakobsweg ist auch in Deutschland möglich. Im Landkreis Limburg-Weilburg lädt der Lahn-Camino zum Pilgern ein. Als Pilgerweg ist er noch nicht so bekannt, er gilt unter den Pilgern sogar als Geheimtipp. Mit einer schönen Wegführung lockt er ins Lahntal. Am Ende des Beitrages habe ich noch zwei Tipps für euch.

Lahn-Camino Pilgern Jakobsweg

Was ist der Jakobsweg?

Jeder hat schon mal vom Jakobsweg gehört, aber was verbirgt sich eigentlich dahinter? Das Zeichen der gelben Jakobsmuschel auf blauen Grund hat bestimmt jeder schonmal gesehen. Der Jakobsweg, ursprünglich Camino de Santiago, gehört zu den bekanntesten Pilgerweg in Europa. Alle Wege haben das Grab des Apostels Jakobus zum Ziel. Jakobus war einer der zwölf Jünger Jesu. Er wurde hingerichtet. Sein Leichnam wurde von seinen Freunden gestohlen und verschifft. Sieben Tag lang war er im Mittelmeer unterwegs bis das Schiff in Galicien an der Atlantikküste strandete. In Santiago de Compostela wurde er begraben.

So zumindest wird im 12. Jahrhundert der Ursprung dieser Pilgertradition beschrieben. Die erste Erwähnung dieses Weges reicht jedoch noch etwas weiter zurück, nämlich ins Jahr 1047.Bereits im Mittelalter war der Weg zum Grab des Apostels ein Ziel der christlichen Pilgerfahrt. Ein dichtes Netzwerk spannte sich bald über ganz Europa. Wiederbelebt wurde die Tradition 1970. Seit 1987 gilt er als europäische Kulturroute, durch den Europarat dazu ernannt. Der spanische Hauptweg ist seit 1993 UNESCO-Kulturerbe.

Lahn-Camino Pilgern Jakobsweg
Auf dem Lahn-Camino lohnt sich ein Abstecher zum Schloss Weilburg

Der Lahn-Camino ist insgesamt 140 Kilometer lang und geht in sechs Etappen von Wetzlar bis Lahnstein. 2001 wurde er ins Netz der deutschen Jakobswege mit aufgenommen und mit der stilisierten gelben Jakobsmuschel gekennzeichnet. Los geht es am Dom in Wetzlar bis zur Hospitalkapelle in Oberlahnstein. Die meiste Zeit ist der Weg identisch mit dem Lahnhöhenweg.

Im Landkreis führt der Lahn-Camino in zwei Etappen von Weilburg über Villmar nach Diez. Den Weg geht es 3.265 Höhenmeter hinauf sowie 3.370 Höhenmeter hinunter. Der Schwierigkeitsgrad ist als mittel ausgeschrieben. Neben schönen Wegen durch die Natur, wo die Gedanken fließen können, warten auch die schönen Altstädte Weilburg und Limburg auf einen kleinen Besuch. In Villmar lohnt sich ein Abstecher zum Unica-Bruch und einem Blick in die Vergangenheit.

Lahn-Camino Limburg

Zwei Etappen im Landkreis

Eine historische Streckenführung entlang der Lahn ist zwar nicht durchgängig belegt. Da die Pilgerrouten aber entlang von Handelsstrecken und Wasserwegen führten, ist es sehr wahrscheinlich, dass Pilger im Mittelalter diese Strecke nahmen. Es ist eine schöne Wanderroute, um abzuschalten und den Alltag zu vergessen.

Lahn-Camino Pilgern Jakobsweg

Die zweite Etappe von Weilburg nach Villmar beträgt 23,9 Kilometer und ihr benötigt etwas über sieben Stunden für diese Strecke. Etappe drei von Villmar nach Diez sind 20 Kilometer und mit 5,5 Stunden veranschlagt. Pilgerstempel gibt es im katholischen Pfarramt in Weilburg, in der Pilgerherberge Langhecke, in der katholischen Pfarrkirche Villmar sowie in der Pilgerstelle des Bistums Limburg.

Lahn-Camino Jakobsweg Limburg

In Oberlahnstein geht es von den Lahn-Camino auf den Rhein-Camino weiter in Richtung Süden. Und eine kleine Info zum Ende – wenn ihr den Lahn-Camino entlang lauft, wandert ihr auf den Spuren von Goethe. Im Herbst 1772 war er von Wetzlar nach Bad Ems unterwegs, um seinen Liebeskummer zu verarbeiten.

Meine zwei Tipps für Euch: Entlang der Strecke gibt es viele Möglichkeiten, eine Rast zu machen. Ans Herz legen möchte ich Euch das „Café im Bahnhof“ in Freienfels, wo ihr direkt neben einem alten Bahnwaggon rasten könnt. An der Lahn könnt ihr in Limburg rasten und ihr Plätschern bei einem kühlen Bier an der Obermühle genießen.

Lahn-Camino Pinterest

Tourist-Information Limburg-Weilburg

Tourist-Informationen im Landkreis

Was ist los in den einzelnen Städten? Wo erfahrt ihr alles zu den Veranstaltungen oder Stadtführungen? Der richtige Ansprechpartner dafür sind die Tourist-Informationen. Nachfolgend eine Übersicht zu den Adressen.

Tourist-Information Stadt Limburg

Barfüßerstraße 6
65549 Limburg an der Lahn
Telefon: 06431 6166
Homepage

Öffnungszeiten

Montag bis Freitag 10 – 12.30 Uhr und 13 – 17 Uhr
Samstag und Sonntag 10 – 15 Uhr

Tourist-Information Runkel

Burgstraße 23
65594 Runkel
Telefon: 06482 916160

Öffnungszeiten

1. April bis 31. Oktober

Montag bis Freitag 10 – 13 Uhr/ 14 – 17 Uhr
Samstag, Sonntag und Feiertage 10 – 13 Uhr

01. November bis 31. März

Montag bis Freitag 10-13 Uhr/ 14-16 Uhr
Sa, So und Feiertage geschlossen

Tourist-Information Stadt Weilburg

Marktplatz 3
35781 Weilburg
Telefon: 06471 31467

Öffnungszeiten

Während der Saison 01.April – 31.Oktober

Montag – Freitag 9.30 – 12 Uhr/ 13- 16.30 Uhr
Samstag 10 – 14 Uhr/ So 11 – 15 Uhr
Karfreitag + Rosenmontag geschlossen

Winteröffnungszeiten

Montag bis Freitag 9.30 – 12 Uhr/ 13 – 16.30 Uhr

E-Mail

Tourist-Info Landkreis Limburg-Weilburg

Nach Limburg kommt ihr sehr gut mit der Regionalbahn aus Frankfurt, Gießen oder Koblenz, so dass ihr kein Auto benötigt. In Limburg selbst steht E-Car-Sharing zur Verfügung. 

Regio Ticket 120 Ticket

Weilmünster Geschichte und Natur

Weilmünster im Weiltal mit Geschichte und Hangsofas

Die ehemalige Handelsstraße und heutige Hessenstraße führt von St. Goar nach Kassel. Strategisch günstig lag das Fleckchen im Weiltal und entwickelte sich zum Marktflecken Weilmünster. Zwar nicht der touristische Hotspot im Landkreis Limburg-Weilburg, hat diese Gemeinde im Weiltal einige interessante Ecken. Der erste Besuch ist ein Kratzen an der Oberfläche, es empfiehlt sich auf alle Fälle ein weiterer Aufenthalt.

Weilmünster Kirberg Turm

Zeichen der händlerischen Bedeutung ist der Kirbergturm, welcher rund 25 Meter über dem heutigen Zentrum wacht. Der Turm wurde um 1600 als Teil der Befestigungsanlage um Weilmünster erbaut und in seiner Nähe ist noch ein Stück Mauer vorhanden. In einer Kurve gelegen bietet sich von dort aus ein schöner Blick über den Marktflecken. Die Häuser stehen dicht an dicht und bilden eine fest geschlossene Häuserzeile, durch welche sich enge Gassen schlängeln. Es mutet ein wenig an wie ein Dorf im Dornröschenschlaf.

Marktflecken Weilmünster

Ein wenig in die Geschichte geschaut ist Weilmünster die größte Kommune im Weiltal und zählt auch zu den ältesten Orten Nassaus. Die erste urkundliche Erwähnung von „Weilmonstre“ stammt aus dem Jahr 1217. Aber da existierte bereits ein Kirchdorf, welches wohl an die 300 Jahre alt war. Die Kirche in Weilmünster soll die älteste Kirche im Landkreis sein. Dem Kloster Fulda wurde 821 ein Hof in der Gemarkung Weilmünster geschenkt und dieses Kloster erbaute im 9. Jahrhundert wahrscheinlich die Kirche. Um 1600 erhielt der Marktflecken Marktrechte und seitdem bis heute lockt die Gemeinde übers Jahr mit verschiedenen Märkten.

Weilmünster Steinkirche
Kapelle auf dem Vitos-Gelände

Neben der größten Gemeinde im Weiltal und der ältesten Steinkirche im Landkreis kann sich Weilmünster noch ein drittes Attribut auf die Fahne schreiben, denn es handelt sich mit um eine der waldreichsten Gemeinden in Nassau. Und es sind diese Wälder, welche zu Ausflügen locken.

Wirtschaftliche Glanzzeiten

Die Böden waren reich an Eisenerz und so erlebte der Ort im 16. Jahrhundert eine wirtschaftliche Blüte. 1860 wurde die Weilstraße erbaut, 1897 die Landesheil- und Pflegeanstalt und viele Jahre gab es einen Eisenbahnlinie nach Usingen. Und auch wenn von dieser Blüte heute nur noch leere Gebäude, stillgelegte Gleise und alte Loren in den Ortsteilen erzählen, lohnt sich ein Besuch dort.

Weilmünster

Im Ort selbst begegnen den Besuchern einige interessante Gebäude. In relativer Nähe zueinander finden sich das alte Amtshaus, die evangelische Kirche sowie das Rathaus. Interessant an der evangelischen Kirche ist der viereckige Wehrturm aus dem 12./13. Jahrhundert. In der Heimatstube, einem Fachwerkhaus aus dem Jahr 1700 befindet sich das heutige Heimatmuseum.

Weilmünster Geschichte und Natur

Zum 800-jährigen Bestehen von Weilmünster wurde eine spezieller Jubiläumscache angelegt, um den Ortskern und die Geschichte mit Spiel und Spaß zu entdecken. Diesen gibt es bis heute und bietet nochmal eine ganz andere Möglichkeit, diesen Ort zu entdecken. Dieser geht rund 2,5 Kilometer und dauert 90 Minuten.

Ausflüge in die Natur

Zahlreiche gut ausgebaute Rund- und Wanderwege ziehen die Besucher nach Weilmünster. Der Weiltalweg vom Feldberg bis nach Weilburg führt an Weilmünster vorbei. Mitten im Taunus gelegen gibt es verschiedene Panoramapunkte, die einen Blick in den Taunus hinein gewähren. Auf dem Bieler Berg gibt es bereits ein Hangsofa, welches zum Verweilen einlädt.

Weilmünster Hangsofa Bieler Berg

Der Blick kann ins Tal schweifen oder zum Feldberg. Weitere Hangsofas sind als Blickpunkte rund um Weilmünster geplant. Alle diese Panoramablickpunkte um den Marktflecken können vom Marktplatz aus angelaufen werden und von jedem Punkt bietet sich jedes Mal ein anderer Ausblick.
In Möttau lädt der Möttauer Weiher zu einem Rundgang ein. Mitten in der Natur könnt ihr abschalten und die Umgebung auf euch wirken lassen. Mit einem kleinen Sprung über die Grenze des Landkreises könnt ihr in Altenkirchen bei „Guck ins Loch“ einen Blick auf den aktiven Diabas-Steinbruch werfen – dieser kleine Abstecher lohnt sich, obwohl er sich nicht mehr im Landkreis befindet.

Weilmünster Möttauer Weiher

Zahlreiche Ferienwohnungen sowie ein Stellplatz für Wohnmobile laden dazu ein, als Startpunkt die Umgebung zu erkunden.

Weilmünster Pinterest

Diözesanmuseum Staurothek Limburg

Auf Schatzsuche im Diözesanmuseum Limburg

Wer auf der Suche nach einem echten Goldschatz im Landkreis ist, sollte das Diözesanmuseum mit Staurothek in Limburg besuchen. Nicht nur Gold wartet in einem riesigen Tresor auf die Besucher, sondern auch Edelsteine und kunsthistorische Kostbarkeiten.

Diözesanmuseum Staurothek Limburg

Im Jahr 1905 wurde das Diözesanmuseum eröffnet. Zuerst in den Räumen des Limburger Schlosses untergebracht, zog es 1985 in das jetzige Gebäude um. Bei dem Gebäude handelt es sich um einen alten Adelshof, dem „Leyenschen Hof“ mit angeschlossenen Wirtschaftsgebäuden und großem Garten aus dem Jahr 1544. Heute präsentiert es sich auf drei Etagen sowie den angrenzenden Räumlichkeiten im Bischofshaus. Neben den kunsthistorischen Gemälden, Skulpturen und Gegenstände der Lithurgie befasst sich das Museum in seinen Sonderausstellungen immer wieder mit Themen der Diözesan- und Kunstgeschichte sowie Menschen, welche die Region prägten und beherbergt den Limburger Domschatz.

Diözesanmuseum Staurothek Limburg

Ehemalige Adelshof

Der ehemalige Adelshof ist über einen kleinen Garten mit dem Bischofshaus verbunden. Historisches Bauwerk trifft moderne Architektur und alles fügt sich nahtlos zusammen. Und so gewähren nicht nur die Ausstellungsstücke einen Blick in die 200-jährige Geschichte des Bistums, sondern auch die Gebäude selbst zeugen davon. Aus allen Epochen seit dem Mittelalter finden sich gesammelte Werke in dem Museum, wobei der Schwerpunkt auf Skulpturen liegt. Viele Künstler aus der Region übten dieses Handwerk aus und haben ihre Spuren hinterlassen.

Diözesanmuseum Staurothek Limburg

Ehemalige Bischofshaus

Seit 2019 verfügt das Diözesanmuseum über weitere Räumlichkeiten dank des ehemaligen Bischofshauses. Bestandteile des Museum sind das Erdgeschoss sowie die angrenzende Kapelle „Maria mit den Aposteln im Abendmahlssaal“. Diese könnt ihr im Rahmen eines regulären Museumsbesuch besichtigen. Das Kernstück, architektonisch wie auch spirituell, ist die Kapelle. Ihre großformatigen Buntglasfenster sind faszinierend. Die Motive entwarf Johannes Schreiter. Im ehemaligen Arbeitszimmer des Bischofs befindet sich die Präsentation zur annähernd zweihundertjährigen Geschichte des Bistums. Im Wohnzimmer gibt es immer wieder Sonderausstellungen. Weitere Teile des Gebäudekomplexes können nicht besichtigt werden.

Staurothek als Herzstück

Doch zurück zur Schatzsuche in diesen Räumlichkeiten und dem Herz des Museums – die Staurothek. Eine riesige Schatzkammer nimmt das Untergeschoss des Museums ein. Und in dieser Schatzkammer steht die Staurothek, ein Kunstwerk, welches 959 in Byzanz gefertigt wurde und als Kriegsbeute seinen Weg nach Deutschland fand.

Diözesanmuseum Staurothek Limburg

Im 19. Jahrhundert gelangte sie nach Limburg. In ihr werden verschiedene Reliquien aufbewahrt sowie Teile des Kreuzes Christi. Doch nicht nur diese machen das Kunstwerk so besonders. Eine besondere Technik aus geschmolzenem Glas verleiht den kleinen Bildern bis heute eine leuchtende Farbe. Doch dies ist nicht der einzige Schatz. Auch der Barockschatz, ein Stück des Petrusstab und seiner Hülle sowie Schätze aus dem Mittelalter können bestaunt werden.

Diözesanmuseum Staurothek Limburg

Nicht nur das Museum allein ist ein Besuch wert. Vor oder nach dem Besuch empfiehlt sich ein Verweilen auf dem Gelände. Vom Museumshof aus habt ihr einen wunderschönen Blick über die Limburger Altstadt, mit ihren eng an eng stehenden Häusern und schmalen Gassen. Der heutige Mariengarten wirkt sehr geradlinig mit seiner zeitgenössischen Architektur, ein interessanter Kontrast zu dem historischen Ambiente.

Diözesanmuseum Staurothek Limburg

Informationen

Adresse Diözesanmuseum in Limburg an der Lahn

Domstraße 12, 65549 Limburg
Telefon: 06431 – 29 54 82

Ein barrierefreier Besuch des Museums ist gegeben. Seit 2019 gehören Teile des ehemaligen Bischofshaus mit zum Museum. Diese Räumlichkeiten können nicht barrierefrei betreten werden.

Weitere Informationen auf der Internetseite

Öffnungszeiten

1.April bis 23. Dezember (danach 3-monatige Pause)
Dienstag bis Samstag 10 bis 13 Uhr und 14 bis 17 Uhr
Sonn- und Feiertags: 12 bis 18 Uhr
Montags geschlossen (außer an Feiertagen)

Eintritt

Erwachsene 3 Euro
Ermäßigt 2 Euro

Diözesanmuseum Staurothek Limburg