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Autor: Heike Lachnit

Lahn-Marmor-Museum Villmar

Entdeckungsreise im Lahn-Marmor-Museum

Das Lahn-Marmor-Museum in Villmar nimmt die Besucher mit auf eine Entdeckungsreise zur Entstehung des Lahn-Marmors sowie seiner industriellen Geschichte. Tiefe Einblicke in die Gesteine ermöglichen auch einen Blick in längst vergangene Zeiten.

Was haben das Empire State Building, der Berliner Dom oder die Kapuzinergruft in Wien gemeinsam? Dies sind nur drei der vielen Sehenswürdigkeiten, in denen Lahn-Marmor oder auch Nassauer Marmor verbaut sind. Beim Besuch im Lahn-Marmor-Museum in Villmar könnt ihr alles über diesen Marmor erfahren – von der Entstehungsgeschichte über den Abbau bis hin zur Verwendung.

Lahn-Marmor-Museum Villmar
Im Lahn-Marmor-Museum könnt ihr in die Geschichte des Marmors abtauchen

Lahn-Marmor als polierter Kalkstein

Recht unscheinbar wirkt der Kalkstein. Grau mit rauer Oberfläche zeigt er auf den ersten Blick nicht, was er unter seiner Schale verbirgt. Wenn dieser graue, staubbedeckte Stein bearbeitet und auf Hochglanz poliert ist, zeigt er seine wahre Schönheit. Es kommen hochglänzende Oberflächen in schwarz, grau oder rot mit feinen Mustern, Linien und Strukturen zum Vorschein. Dabei handelt es sich nicht einfach um irgendwelche Linien. Vielmehr ist es ein haltbar gemachtes Zeichen dessen, was mal war. Auch wenn sich dies nicht auf den ersten Blick erschließt. Wenn man einmal weiß, was sich in dem Stein versteckt, dann macht es richtig Spaß, die einzelnen Strukturen zu enträtseln.

Lahn-Marmor-Museum Villmar

Sehr anschaulich präsentiert das Lahn-Marmor-Museum, wie sich aus einem ehemaligen Riff der Stein mit den faszinierenden Strukturen entwickelt hat. Die Sedimente lagerten sich vor über 380 Millionen Jahren ab. Durch geologische Prozesse entwickelte sich der Kalkstein mit seinen faszinierenden Mustern.

Beim genauen Hinschauen lassen sich Stromatorporen entdecken, die mit den heutigen Schwämmen verwandt sind. Auch Schnecken, Reste von Korallen oder Vorläufer von Kraken befinden sich in dem Stein. Was sich als Sediment und Schwamm ablagerte, versteinerte erst sehr viel später durch die geologischen Prozesse. Doch nicht nur die faszinierenden Strukturen machen den Lahnmarmor ab dem 16. Jahrhundert für die Architektur so interessant. Auch für die Forschung ist dieser Stein von großem Interesse.

Industrielle Nutzung des Lahn-Marmors

Es ist die Farbvielfalt dieses Kalksteins, der ihn zu Beginn des 16. Jahrhunderts zu einem beliebten Schmuckstein für repräsentative Gebäude wie Schlösser und Kirchen machte. Das der Lahn-Marmor zum Wirtschaftsfaktor wurde, begann um 1590 heum. 1594 begann in einem Villmarer Steinbruch der Abbau der „polierfähig bunten Steine“, ab 1598 wurden die ersten Stücke verbaut. Über 400 Jahre fand in 119 nachweisbaren Steinbrüchen der Abbau dieser Steine statt. Besonders verbreitet war der Lahn-Marmor in den verschiedenen Kurfürstentümern. Viele Stücke gingen verloren im 30-jährigen Krieg, bei der Entsäkularisierung sowie im 2. Weltkrieg. Danach war die Nutzung dieser Steine nicht mehr zeitgemäß.

Es handelte sich in allen Epochen um ein hochpreisiges Material, wobei der teuerste Marmor der Schupbacher Schwarze war. Der Abbau endete in den 1970er Jahren, weil die Nachfrage nicht mehr gegeben war. Heute steigt die Nachfrage wieder, aber es gibt keinen Steinbruch mehr für diesen Stein. Werkzeuge zur Bearbeitung der riesigen Blöcke gibt es ebenfalls im Museum zu sehen. Bis heute besitzt der Kalkstein wirtschaftliche Bedeutung und wird industriell genutzt. Auf welche Art dies geschieht, könnt ihr ebenfalls im Museum entdecken.

Lahn-Marmor-Museum Villmar
Nur mit Maschinen konnten die riesigen Platten bewegt werden.

Als dritte Säule im Museum steht die kulturelle, künstlerische Nutzung. So erfahrt ihr im Museum, dass im Empire State Building 270 m³ Lahnmarmor auf 6500 m²  verbaut wurden. Und es gibt Fotos von vielen Orten, wo Lahnmarmor zu finden ist. Bis zum 20. Jahrhundert war der Stein weltweit ein Begriff. Für Restaurationen stehen noch heute kleine Mengen an Lahnmarmor zur Verfügung. Für einen großen Abbau gibt es derzeit keinen Markt.

Kunst aus Lahn-Marmor

Geoparks Westerwald-Lahn-Taunus

2016 wurde das Lahn-Marmor-Museum in Villmar eröffnet. Es befindet sich in direkter Nähe des Unica-Bruches, ein einmaliges Naturdenkmal. Am Lahn-Marmor-Museum beginnt der erdgeschichtliche Weg, der auf 380 Metern durch die Erdgeschichte führt und im Unica-Bruch endet. Auf Tafeln gibt es Wissenswertes zu den einzelnen Epochen der Erdgeschichte zu erfahren.

Auf dem Bild sehr ihr die Karte zum erdgeschichtlichen Weg am Lahn-Marmor-Museum

Der Unica-Bruch selbst ist ein Naturdenkmal. Dort stehen die Besucher vor einem riesigen Steinbrocken und erhalten einen Einblick in den Stein. Hinter dem Museum steht ein Gemeinschaftsprojekt zwischen der Gemeinde, einem Verein und der Stiftung Lahn-Marmor-Museum.

Beim Bau des Museums wurden viele Arbeiten ehrenamtlich geleistet. Zum Lahn-Marmor ist dieses Museum das einzige. Aber verwandtschaftliche Geopunkte innerhalb des Geoparks Westerwald-Lahn-Taunus sind die Kubacher Kristallhöhle und die Schauhöhle in Breitscheid. Diese beiden Punkte zeigen jedoch nur die geologischen Aspekte der Region. Im Villmarer Museum allein gibt es auch die kulturellen und industriellen Aspekte zu entdecken. Interessant ist zudem die hintere Wand des Museum, in der die verschiedenen Gesteine aus der Region gezeigt werden.

Wenn ihr mehr über die Region erfahren möchtet, darf ein Besuch im Lahn-Marmor-Museum in Villmar nicht fehlen. Neben der Dauerausstellung bietet das Museum ein Jahresprogramm an mit vielen interessanten Aktionen, Veranstaltungen und Führungen.

Informationen zum Lahn-Marmor-Museum

Anschrift

Oberau 4
65604 Villmar
Telefon 06482 6075588

Öffnungszeiten

Von März bis Oktober
Dienstag bis Freitag: 14 bis 17 Uhr
Samstag und Sonntag : 10 bis 17 Uhr

Außerhalb der Öffnungszeiten werden ganzjährig nach Vereinbarung auch Führungen angeboten.

Eintrittspreise

Erwachsene 6 Euro

Schüler, Studenten, Behinderte 4,50 Euro

Familienkarte (2 Erwachsene bis zu 2 Kinder) 15 Euro

Kinder unter 7 Jahre Jahre Eintritt frei

Weitere Informationen zum Lahn-Marmor-Museum findet ihr auf der Internetseite des Museums.

Das Lahn-Marmor-Museum ist barrierefrei zugänglich und besitzt im Inneren einen Fahrstuhl zur zweiten Ebene.

Vom Lahn-Marmor-Museum aus könnt ihr auch in den Steilhängen der Lahn nach Runkel wandern und über den Planetenweg wieder zurück nach Villmar gehen.

 

 

Kubacher Kristallhölle ist einzigartig in Deutschland- Kühle Orte im Landkreis Limburg-Weilburg

Kubacher Kristallhöhle – Deutschlands einzige Calcithöhle

Die Kubacher Kristallhöhle bei Weilburg ist einzigartig in Deutschland – es handelt sich hier um die einzige Calcithöhle und sie besitzt mit die höchste Halle aller Schauhöhlen. Ein Besuch der Höhle tief unter der Erde lohnt sich auf alle Fälle. Wer sich 70 Meter in die Tiefe wagt, erhält faszinierende Einblicke in 350 Millionen Jahre Erdgeschichte. 

Die Kristallhöhle Kubach bei Weilburg stellt eine Herausforderung für die Besucher dar. Um ihre Geheimnisse zu entdecken, müssen die Besucher über 347 Stufen in die Tiefe hinab steigen – und später 448 Stufen wieder hinauf. Doch es lohnt sich, denn es gibt faszinierende Einblicke in eine Kalksteinhöhle, die frei von jeglichen Lebewesen ist. Sie ist in sich geschlossen, da sie jeden Abend abgeschlossen wird. Die Besucher erhalten Einblicke in die erdgeschichtliche Entwicklung der Region.

Kubacher Kristallhöhle

Das Wichtigste auf einem Blick

📍 Ort: Kubach bei Weilburg

🪖 Besichtigung nur mit Führung

🥾 insgesamt 426 Stufen

🧥 Jacke mitnehmen

♿ Nicht barrierefrei

🪨 Deutschlands einzige Calcithöhle

Kubacher Kristallhöhle aus der Eiszeit

Die Kubacher Kristallhöhle entstand vor Millionen von Jahren im devonischen Kalkstein. Ihre heutige Form erhielt sie während der Eiszeiten, als Wasser nach und nach große Hohlräume aus dem Gestein auswusch. Wie groß sie wirklich ist, kann nicht genau gesagt werden. Nur ein kleiner Teil konnte bisher freigelegt werden. Der größte Hohlraum in dem bisher bekannten Höhlensystem ist etwa 170 Meter lang, 26 Meter breit und an der höchsten Stelle bis zu 30 Meter hoch. Von der Höhe ist dies vergleichbar mit der Westminster Abbey in London. Damit besitzt diese Höhle den größten, natürlichen untertägigen Einzelhohlraum, der in Deutschland besichtigt werden kann.

Zufällig entdeckt und fast wieder vergessen

Im 19. Jahrhundert wurde diese Tropfsteinhöhle beim Bergbau gefunden. Zur damaligen Zeit wurde Phosphorit als Düngemittel sowie Mangan und Brauneisen abgebaut. Es existierten Unterlagen über diese Höhle, doch die genaue Lage haben die damaligen Bergbauarbeiter nicht verzeichnet. Dennoch gab es Menschen, denen diese Höhle am Herzen lag und die diese finden wollten. Der Höhlenverein Kubach führte 1974 Suchbohrungen mit einer Kamera durch und entdeckten auf ungewöhnliche Weise diese Höhle wieder. Bei diesen Suchbohrungen stießen die Arbeiter auch zwei unbekannte Höhlen, darunter auch die Kristallhöhle. Diese Höhle wurde in den Folgejahren erschlossen und 1981 für Begehungen eröffnet.

Die Entdeckungstour beginnt

In die Tiefe der Höhle geht es nur mit einem kundigen Führer. Doch bevor es in den kühlen Schacht hinab geht, muss jeder Besucher einen Helm aufsetzen als Schutz. Und dieser ist auch dringend notwendig, denn zwischendurch gibt es Gänge, welche sehr niedrig und eng sind. Da kann dann jeder Besucher froh sein, einen Helm auf dem Kopf zu haben. Und dann heißt es Treppen steigen. Der Abstieg verlangt zwar etwas Kondition, doch die Eindrücke entschädigen schnell für die Mühe. Wer allerdings unter starken Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Angina pectoris oder erheblichen körperlichen Einschränkungen leidet, sollte auf einen Besuch verzichten. Die 426 Stufen klingen zunächst abschreckend, doch der Abstieg lohnt sich. Gerade an heißen Sommertagen ist die angenehme Kühle unter Tage ein besonderes Erlebnis, und die glitzernden Calcitkristalle machen die Führung zu einem der außergewöhnlichsten Ausflugsziele im Landkreis Limburg-Weilburg.

426 Treppenstufen in die Tiefe

Tief geht es in den Berg hinein. Und auch wenn draußen warme Temperaturen herrschten, empfiehlt sich unten in der Höhle eine Jacke. 9 Grad sind es innerhalb der Höhle und mi jedem Schritt nach unten verändert sich die Atmosphäre. Während der Führung lenkt der Höhlenführer mit gezielten Lichtakzenten den Blick auf die beeindruckenden Gesteinsformationen und die glitzernden Calcitkristalle.

Unten in der Höhle angekommen, gibt es interessante Formationen zu entdecken. Ebenfalls ein glasklarer Teich erwartet die Besucher da unten. Dieser wurde künstlich angelegt und hilft mit dabei, in der Höhle die Luffeuchtigkeit zu regulieren. Ab und an findet sich ein wenig Moos. Der Bergführer erklärt, dass dies mit den Schuhen der Besucher eingetragen wird und optimale feuchte Bedingungen vorfindet. Wenn die Höhle dann im Winter verschlossen ist, geht auch das Moos wieder kaputt. Ansonsten finden sich keine Pflanzen oder Lebewesen in der Höhle. Eine Führung dauert 45 Minuten, in denen es so einiges zu entdecken gibt.

Geopark Westerwald-Lahn-Taunus

Die Kubacher Kristallhöhle ist ein bedeutender Geotop des Geoparks Westerwald-Lahn-Taunus. Neben der Höhlenführung lohnt sich auch ein Besuch des angeschlossenen Museums. Dort erfahren Besucher mehr über die Entstehung der Region, verschiedene Gesteinsarten sowie die spannende Geschichte der Wiederentdeckung der Höhle.

Direkt vor dem Eingang befindet sich außerdem ein Freilicht-Steinmuseum. Die bis zu zwölf Tonnen schweren Gesteinsblöcke stammen aus unterschiedlichen Erdzeitaltern und veranschaulichen eindrucksvoll die geologische Entwicklung der Region.

Mein Tipp

Wer sich für die Bergbaugeschichte der Region interessiert, kann den Ausflug wunderbar mit einem Besuch des Bergbau- und Stadtmuseums in Weilburg verbinden. Dort vermittelt ein naturgetreu nachgebauter Stollen einen anschaulichen Eindruck vom früheren Bergbau und ergänzt den Besuch der Kubacher Kristallhöhle ideal.

Informationen zur Kubacher Kristallhöhle

Anschrift

Auf dem Kalk 1
35781 Weilburg-Kubach
Telefon 06471 94000

Die Kubacher Kristallhöhle ist von Weilburg sowie von Freienfels kommend sehr gut ausgeschildert.

Öffnungszeiten

Die Kubacher Kristallhöhle ist vom 01.April bis 05. November 2023 geöffnet
Dienstag – Freitag von 15 bis 17 Uhr
Samstag und Sonntag 10 bis 17 Uhr
In den hessischen Schulferien Montag bis Freitag von 13 bis 17 Uhr
Hessische Feier- und Brückentage von 10 bis 17 Uhr

Die Führungen finden im 30-Minuten-Takt statt. Für Abweichungen bitte auf der Homepage der Kubacher Kristallhöhle schauen.

Bei der Höhle befindet sich ein Parkplatz mit ausreichend Plätzen. Ebenfalls ist an die Höhle ein gastronomisches Angebot angeschlossen.

Eintrittspreise

Erwachsene 12 Euro
Ermäßigt 8 Euro

Eintritt nur im Höhlenmuseum 2 Euro

Weitere Informationen

Weitere Informationen findet ihr auf der Internetseite der Kubacher Kristallhöhle.

Häufige Fragen zur Kubacher Kristallhöhle

1. Wieviele Stufen führen in die Kubacher Kristallhöhle?
Es geht 347 Stufen nach unten sowie 448 Stufen wieder nach oben. Beim Aufstieg laden Bänke und Plattformen zum Verschnaufen ein.

2. Wie kalt ist es in der Höhle?
Im Sommer hat es in der Höhle angenehme 9 Grad Celcius.

3. Ist der Besuch für Kinder geeignet?
Ja, auch Kinder können die Kubacher Kristallhöhle besuchen, wenn sie die Treppen steigen können.

4. Wie lange dauert eine Führung?
Eine Führung dauert rund 45 Minuten.

5. Warum ist die Kubacher Kristallhöhle so besonders?
Sie ist die einzige öffentlich zugängliche Calcithöhle Deutschlands und besitzt mit den größten natürlichen unterirdischen Einzelhohlraum, der hierzulande als Schauhöhle besichtigt werden kann.

6. Ist die Höhle barrierefrei?
Nein. Es gibt nur die Möglichkeit, über die Stufen in die Höhle zu gelangen.

7. Was ist empfehlenswert für einen Besuch in der Höhle?
Besucher sollten eine Jacke mitnehmen.

 

 

Alte Traktoren und Dampfmaschinen

Wer Interesse an alten Traktoren und Dampfmaschinen hat, sollte am Wochenende 06./ 07. Juni nach Beselich-Niedertiefenbach zur „Oldtimertraktoren und Dampfmaschinenschau“ des Traktorclubs „Ackerkralle“ fahren. Da gibt es interessante Einblicke in die Vergangenheit.

Ein ganzes Wochenende lang laden die Traktorfreunde „Ackerkralle“ zu einem Ausflug in die landwirtschaftliche Vergangenheit ein mit landwirtschaftlichen Geräten und historischen Maschinen.

Traktoren und Dampfmaschinen

Dabei gibt es nicht nur alte Maschinen anzuschauen. Dank guter Pflege gelingt es immer wieder, die historischen Maschinen in Aktion zu erleben. Mehrere Dampfmaschinen aus dem letzten Jahrhundert treiben Dreschmaschinen, Schmiedehämmer, Steinbrecher oder Buschmaschinen an. Es ist interessant, mit den Menschen ins Gespräch zu kommen. Die wissen genau, wie die Schrauben und Riemen sitzen müssen, damit die Maschinen funktionieren. Und wenn die Maschine nicht direkt anspringen möchte, dann wird getüftelt, bis sie am laufen sind.

Oldtimertraktoren und Dampfmaschinen beim Traktorclub Ackerkralle

In der Strohseilerei gibt es zu sehen, wie aus Stroh Seile geflochten werden. Highlights unter den Schleppern sind viele Raritäten deutscher und ausländischer Traktorenproduzenten. Neben zahlreichen Attraktionen für die Kinder kommen auch die Standmotorenfreunde auf ihre Kosten. Wer Ersatzteile, Literatur, Bekleidung, Andenken für sich und seinen alten Schlepper sucht, wird bei den zahlreich anwesenden Händlern schnell fündig. Insgesamt wirken 40 Clubs aus ganz Deutschland mit.

Ein alter Steinbrecher

Nicht nur das Auge bekommt etwas an diesem Wochenende geboten. Weitere Sinne wie die Ohren und die Nase werden angesprochen. Eine Symphonie aus verschiedenen Tuckergeräuschen liegt über dem Areal sowie ein leichter Geruch von Diesel.

Nicht nur mit alten Traktoren wurde früher Landwirtschaft betrieben. Zur Landwirtschaft gehörten auch Rinder. In der Region gab es früher Glan-Rinder, welche dreifachen Nutzen hatten. Sie gaben Milch und Fleisch und wurden für die Arbeit eingesetzt.

Das Ziel des Traktorclubs ist die Erhaltung, Instandsetzung, Pflege und Bedienung von historischen landwirtschaftlichen Geräten und Maschinen für die Erhaltung des kulturellen Erbes der agrartechnischen Entwicklung.

Informationen zum Wochenende

Anfahrt

Zum Hullerweg 26
65614 Beselich-Niedertiefenbach
Die Anfahrtswege ins Fahrerlager und zu den Parkplätzen sind ausgeschildert

Einlass ist an beiden Tagen jeweils ab 10.00 Uhr.

Programm:

 Freitag, 5. Juni ab 20.00 Uhr: „Dampf- und Dieselgespräche“

Samstag, 6. Juni ab 20.00 Uhr: „Treckerparty“ mit Entertainer Jan Schrödel

Sonntag, 7. Juni ab 10.00 Uhr: Frühschoppen und Rundgang mit Schirmherr Bürgermeister Kai Speth und Ehrengästen

Mehr zum Traktorclub „Ackerkralle“ findet ihr auf der Homepage des Vereins.

 

Traktoren und Dampfmaschinen

Kurpark Bad Camberg

Kurpark Bad Camberg – Kneipp-Erlebnis und grüne Oase

Der Kurpark Bad Camberg ist eine grüne Oase mitten in der Innenstadt und zählt zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Spaziergänge, sportliche Betätigung, Kneippen oder der Besuch im Kräutergarten führen zu Entspannung und Ausgeglichenheit.

Zwischen alten Bäumen, dem historischen Stadtgraben und liebevoll angelegten Gartenbereichen lädt er zu Erholung, Bewegung und Entschleunigung ein. Ob Spaziergang, Kneipp-Anwendungen, Kräutergarten oder Barfußpfad – hier erleben Besucher die fünf Säulen der Kneipp-Lehre auf ganz praktische Weise.

Grüne Lunge in der Innenstadt

Der Kurpark zieht sich von der Grabenstraße bis hin zur Reha-Klinik und bildet eine ruhige Verbindung zwischen Natur und Stadtleben. Der Weg schlängelt sich durch die grüne Lunge. Die Bäume bieten Schatten, so dass auch an heißen Sommertagen der Kurpark ein lohnenswertes Ziel ist. Der ehemalige Stadtgraben ist heute ein schattiger, angenehm kühler Abschnitt des Parks, über den sich ein grünes Blätterdach spannt. Besonders im Sommer ist der Park ein beliebtes Ziel, denn die hohen Bäume spenden Schatten und sorgen für ein angenehmes Klima. Das Zwitschern der Vögel begleitet Besucher auf ihrem Weg durch die Anlage. Seit 2019 verbindet eine barrierefreie Brücke den Kurpark direkt mit der Altstadt von Bad Camberg. Ideal für einen Spaziergang zwischen Fachwerk, Cafés und Natur.

Kurparkbrücke

Über 200 Jahre Kneipp

Die Kneipp-Medizin geht auf den Pfarrer Sebastian Kneipp (1821 – 1897) zurück. Seine Methoden sollen präventiv, also vorbeugend für die Gesundheit wirken wie auch kurativ, wenn man krank ist. Er ist der Begründer einer ganzheitlich orientierten, gesunden Lebensweise. Die Kneipp-Medizin beruht auf fünf Säulen – Wasser, Ernährung, Bewegung, Pflanzenheilkunde und Lebensordnung. Diese fünf Säulen sind im Kurpark umgesetzt und dem Kneipp-Rundweg folgend könnt ihr viel über Kneipp erfahren. Gesund bleiben und sich wohlfühlen möchte jeder. Doch nach Kneipp muss jeder auch etwas dafür tun.

Im Kurpark Bad Camberg warten die fünf Säulen auf den Besucher. An verschiedenen Stellen befinden sich Kneipp-Becken. Unter dem Kräutergarten befindet sich eine Wassertretanlage. Ihr lauft durch das Becken und ein Bein wird immer vollkommen aus dem Wasser herausgezogen, so dass es aussieht, als ob ihr wie ein Storch durch das Wasser wadet. Dies soll den Kreislauf anregen und die Durchblutung fördern. Weiter oben auf dem Bewegungsplatz gibt es Wasserbecken, in denen die Hände und Arme gekühlt werden können. Bad Camberg ist seit 1927 das älteste hessische Kneipp-Heilbad und das drittälteste in Deutschland.

Kurpark Bad Camberg
Wassertretbecken im Kurpark

Kräutergarten in Bad Camberg

Direkt im Kurparkt liegt liebevoll angelegte Kräutergarten. Auf rund 800 Quadratmetern wachsen etwa 120 Stauden- und 15 Gehölzarten, gegliedert in 14 Themenbeete. Diese sind nach gesundheitlichen Anwendungsbereichen strukturiert, etwa zur Stärkung des Immunsystems oder für Herz-Kreislauf-Themen. Zu jeder Jahreszeit verändert sich der Garten: frisches Grün im Frühling, Blütenfülle im Sommer und eine ruhige, strukturierte Atmosphäre im Herbst. Neben der Wirkung auf den Menschen spielt auch die ökologische Bedeutung eine Rolle. Der Kräutergarten fördert die Biodiversität und bietet Lebensraum für zahlreiche Insekten.

Kräuterheilgarten Kurpark

 Jahrelang habe ich mehr mit Kräutern als mit Wasser kuriert und dabei die schönsten Erfolge erzielt –Sebastian Kneipp

Kräuterheilgarten Kurpark Bad Camberg

Kneipp verlässt sich auf die heilenden Kräfte der Natur. Und alleine das Sehen und Riechen der verschiedenen Pflanzen hat einen positiven Einfluss auf das eigene Wohlbefinden. Und nicht nur für den Menschen ist der Kräutergarten eine Wohltat. Er fördert zudem die Biodiversität in der Stadt, denn die verschieden Heilpflanzen sind Nahrungspflanzen für zahlreiche Insekten.

Aktiv sein zwischen Natur und Stadt

Die dritte Säule der Kneipp-Lehre – Bewegung – ist im Kurpark Bad Camberg vielseitig umgesetzt. Ein Bewegungsparcours, Tennisanlagen und Minigolf bieten unterschiedliche Möglichkeiten für Aktivität. Jede Station im Parcours ist erklärt und zeigt, welche Körperbereiche angesprochen werden. Auch der klassische Rundweg durch den Park selbst ist Teil des Bewegungskonzepts. Spaziergänge, leichtes Joggen oder einfach bewusstes Gehen helfen dabei, Körper und Natur in Einklang zu bringen. Am Ende des Rundwegs in der Kastanienallee wartet seit Herbst 2024 ein besonderes Highlight: der Barfußpfad Bad Camberg. Unterschiedliche Materialien wie Holz, Stein und Erde regen die Fußsohlen an und wirken wie eine kleine Massage für die Sinne.

Kurpark Bad Camberg

Kneipp Rundweg Kurpark Bad Camberg

SinnesErlebnispfad

Seit 2024 laden verschiedene Installationen im Kurpark zum Entdecken der verschiedenen Sinne ein. Auf verschiedenen Stationen führt der SinnesErlebnispfad durch den Kurpark Bad Camberg. Los geht es mit dem Gebärden-Memorie, bei dem zum einen die Merkfähigkeit getestet und zum anderen auch Gebärden geübt werden können. Weiter geht es mit verschiedenen Zerrspiegeln, welche das Spiegelbild wunderbar verwandeln. Überhaupt könnt ihr entdecken, was mit Spiegeln alles möglich ist. Mit dem Balanceboard könnt ihr euer Gleichgewicht testen und auch der Hörsinn wird bei verschiedenen Stationen angesprochen.

Wissenswertes zum Kurpark Bad Camberg

Der Kurpark liegt zentral in Bad Camberg und ist ganzjährig frei zugänglich. Im Norden grenzt er an die Obertorstraße, im Süden an den Badehausweg und die Bircher-Benner-Straße. Von Mai bis Oktober werden regelmäßig Führungen im Kräutergarten angeboten. Der Kurpark eignet sich auch perfekt als Zwischenstopp für Radfahrer auf dem Fernradweg R8. Von hier aus lassen sich sowohl die historische Altstadt als auch der Baumwipfelpfad gut erreichen.

🌳 Kurpark Bad Camberg – Auf einen Blick

📍 Lage: Zentral in der Innenstadt von Bad Camberg
🌿 Besonderheit: Hessens ältestes Kneipp-Heilbad (seit 1927) mit den fünf Säulen der Kneipp-Lehre
💧 Highlights: Kneipp-Wassertretbecken, Armbecken und Kneipp-Rundweg
🌱 Kräutergarten: Rund 120 Stauden- und 15 Gehölzarten in 14 Themenbeeten
🦶 Barfußpfad: Seit 2024 Bestandteil des Bewegungsangebots
👀 SinnesErlebnispfad: Verschiedene Stationen zum Entdecken und Mitmachen
🏃 Weitere Angebote: Bewegungsparcours, Minigolf, Tennisanlagen und Spazierwege
♿ Barrierefreiheit: Seit 2019 verbindet eine barrierefreie Brücke den Kurpark mit der Altstadt.
🚲 Tipp für Radfahrer: Direkt am Fernradweg R8 gelegen.
🕒 Öffnungszeiten: Ganzjährig frei zugänglich.

Kontakt

Städtische Kurverwaltung
Telefon 06434 202411   (0 64 34) 20 24 11
Email kurverwaltung@bad-camberg.de
Kurpark Bad Camberg

Glasmuseum Hadamar in barocker Fürstenwohnung

Glas hat in Hadamar eine sehr kurze Tradition. Doch bis heute spielt Glas – auch durch die Glasfachschule – eine besondere Rolle in der Fürstenstadt. Seit 2014 beherbergt die ehemalige Fürstenwohnung das Glasmuseum Hadamar, wo es einiges zu diesem vielfältigen Werkstoff zu entdecken gibt. 

Glas ist so vielgestaltig – von zerbrechlich dünn bis zu einer stabilen Dicke. Und es ist ein sehr vielfältiger Werkstoff, mit dem sehr viel gezaubert werden kann. Einblicke in die Glaskunst ermöglicht das Glasmuseum in Hadamar.

Geschichte des Glases in der Fürstenstadt

Erst nach dem zweiten Weltkrieg kam das Glas mit den Sudetendeutschen nach Hadamar. Zahlreiche Glasveredelungsbetriebe aus Nordböhmen mussten ihre Heimat verlassen und bauten ihre Betriebe in Hadamar wieder auf. Da auch Facharbeiter benötigt wurden, fanden Bestrebungen statt, eine Glasfachschule aufzubauen, was ab 1949 geschah. Bis heute werden an der Glasfachschule Glaser, Glasapparatebauer sowie Glasveredler ausgebildet. Und unter den Technikern finden sich auch immer wieder Glaskünstler. Zur Geschichte des Glases, der Glasfachschule, aber auch Biografien zu bedeutenden Personen aus Hadamar findet sich einiges in dem Glasmuseum.

Glasmuseum Hadamar

Vielfältiger Werkstoff

Glas entsteht durch das Schmelzen amorpher Gemenge wie aus Sand, Soda und Pottasche. Es kann hauchdünn und leicht zerbrechlich sein oder mehrere Kilogramm Gewicht aushalten ohne zu brechen. Glas kann durchsichtig sein mit einer absolut glatten Oberfläche oder bunt mit feinen Verzierungen. Glas kann geschnitten, geschliffen und poliert werden. Es ist sehr vielgestaltig und äußert vielseitig formbar. An rund 1.000 Objekten kann der Besucher sehen, was alles möglich ist. Von Gläser über Vasen bis hin zu Skulpturen oder Buntglasfenstern gibt es einiges zu entdecken.

Neben den Objekten erfährt der Besucher etwas über verschiedene Glasarten und erhält Einblicke in verschiedene Epochen der Glasverarbeitung. Denn jede Epoche hatte so ihre eigenen Vorlieben von reichen Verzierungen bis hin zur einfachen Eleganz.

Glasmuseum Hadamar

Rundgang durch die Fürstenwohnung

Das Glasmuseum befindet sich in der ehemaligen Fürstenwohnung Johann Ludwigs von Nassau-Hadamar im Renaissance-Schloss. So erfährt der Besucher nicht nur einiges über das Glas und die Verbindung von diesem Werkstoff mit Hadamar. Er erhält auch einen kleinen Einblick in die barocken Räumlichkeiten, in denen der Fürst mit seiner Familie damals lebte.

Als das Schloss aufwendig innen und außen saniert wurde, kam schnell der Wunsch auf, in den Räumen auch ein Glasmuseum zu eröffnen. Im Jahr 2003 begann mit der Restaurierung der Fürstenwohnung. Drei Jahre dauerte die Restaurierung der Fußböden, Deckengemälde und Wände. Die restaurierte Fürstenwohnung bietet den passenden Rahmen für die gläsernen Objekte. Auf der Homepage selbst steht zu lesen, dass die Fürstenwohnung eine „Schmuckschatulle“ ist für die „gläsernen Schätze“. Nach langwierigen Sanierungen eröffnete diese feine „Schmuckschatulle“ im Advent 2014 seine Türen. Es macht nicht nur Spaß, die gläsernen Kunstwerke zu entdecken. Auch die Fürstenwohnung enthält einige Schmuckstücke wie Stuckverzierte Decken, die es zu entdecken gibt.

Glasmuseum Hadamar

Sonderausstellung

Im Mai eröffnete eine Sonderausstellung „Von Böhmen in den Westerwald – die Geschichte der Hadamarer Glasbetriebe“. Mit verschiedenen Ausstellungsstücken wird die Geschichte der Glashandwerker erzählt, die nach dem Krieg und der Vertreibung einen Neuanfang in Hadamar wagten und somit einen neuen Industriezweig in der Fürstenstadt schafften.

Glasmuseum Hadamar

Wer wissen möchte, was hier vor Ort für „gläserne Schätze“ geschaffen wurden, ist ein Besuch im Glasmuseum Hadamar zu empfehlen. Vom Fern-Radweg R8 ist es nur ein kleiner Abstecher, so dass ein Besuch mit einer Radtour verbunden werden kann. Das Glasmuseum ist zudem ein GeoPunkt im Geopark Westerwald-Lahn-Taunus. Zudem ist das Glasmuseum ebenfalls in der App „Industriekultur Mittelhessen“ erwähnt.

Informationen zum Glasmuseum Hadamar

Anschrift

Glasmuseum Hadamar
Gymnasiumstraße
65589 Hadamar

Öffnungszeiten

Samstag und Sonntag von 14 bis 17 Uhr

Eintrittspreise

Erwachsene 4 Euro
Ermäßigt     3 Euro
Familien      6 Euro
Kinder bis 12 Jahre frei

Weitere Informationen

Weitere Informationen findet Ihr auf der Internetseite vom Glasmuseum.

Über einen Fahrstuhl kann das Museum im ersten Stock des Schlosses erreicht werden. Jedoch gibt es aktuell keinen barrierefreien Zugang zum Museum, da man nur über Treppen zum Fahrstuhl gelangt.

Glasmuseum Hadamar

 

Pilzfarm Pilzzucht Noll

Pilzfarm Noll – Leckere Pilze und etwas Biologie

Vom 1. Mai bis Ende Oktober öffnet jeden Sonntag die Pilzstube der Pilzfarm Noll im Tal des Bächleins Klein-Weinbach. Ich durfte die Pilzfarm besuchen und erhielt Lust auf mehr. 

Champions, Steinpilze und die giftigen Fliegenpilze sind uns alle ein Begriff. Dass einige Pilze essbar sind, wissen auch viele. Das die Pilze neben den Tieren und Pflanzen das dritte große Reich mehrzelliger (eukaryotischer) Lebewesen sind, wissen schon wieder nicht so viele. Zudem sind sie wichtig für unsere Ökosysteme. Und wer mehr über Pilze erfahren möchte, ist auf der Pilzfarm Noll genau richtig.

Vor 30 Jahren hat Brunhilde Noll ihr Hobby zum Beruf gemacht und in Klein-Weinbach ihre Pilzfarm Noll aufgebaut. Davor hatte sie als Biologielaborantin bereits mit pathogenen Pilzen zu tun.

Vor dem Gebäude stehend führt rechte Hand ein Weg nach unten zum Bächlein. Die Klein-Weinbach fließt in den Weinbach, welcher wiederum in die Weil und von da in die Lahn fließt. Auf der Wiese neben dem Bächlein findet sich ein kleiner Kräuter- und Pilzgarten. Alte Eichenstämme wurden eingeritzt und mit der Brut von Shiitake geimpft. Erste Fruchtkörper waren bereits zu sehen.

Shiitake auf altem Eichenholz

Pilze wachsen auf dem alten Holz, da sie zu den Destruenten (Zersetzerorganismen) im Stoffkreislauf gehören. Sie bauen neben Holz auch vertrocknete Früchte und Blätter ab. Doch diese Pilze sind nur ein Beispiel und zum Anschauen. Sie reichen nicht aus, um in die große Produktion zu gehen.

Im Kräutergarten wächst derzeit viel Bärlauch, später Giersch. Und alle diese Kräuter landen später bei Brunhilde Noll in der Küche.

Pilzfarm Noll

Um größer Pilze zu züchten, braucht es jedoch ganz besondere Bedingungen. In dem alten Schweinestall, indem die Pilzzucht stattfindet, herrscht eine Luftfeuchtigkeit von 80 Prozent und um die 15 bis 20 Grad. Wobei Brunhilde Noll darauf hinweist, dass Pilze besser mit Kälte zurecht kommen als mit Hitze und Dürre. Das Tageslicht ist gedämmt, denn zu viel Sonne mögen Pilze auch nicht. Innen kann sie die besten Bedingungen für die Pilze erzeugen, so dass Schädlinge keine Chance haben.

In Reihe stehen die rechteckigen Packen, welche mit Holzspäne und beimpften Getreidekörnern bestehen. Die mit Folie umwickelten Päckchen besitzen Löcher, damit Sauerstoff an die Pilze kommt. Durch größere Löcher wachsen dann die Fruchtkörper der Austernseitlinge heraus, welche später geerntet werden. Es dauert nur wenige Tage, bis die Pilze erntereif sind. Jeden Tag kann Brunhilde Noll ernten.

Pilzfarm Noll
Austernseitlinge wachsen aus den Päckchen heraus

Ist das Substrat verbraucht, bekommt dies der örtliche Landwirt, der das Substrat in seine Biogasanlage gibt oder als Dünger auf dem Acker ausbringt. Somit gibt es einen geschlossenen Kreislauf in der Pilzzucht.

Die Pilze verarbeitet dann Brunhilde Noll weiter zu verschiedenen Produkten wie vegane Pilzfrikadelle, Pilz-Bolognese oder auch Pilzschnaps. Diese gibt es im Hofladen sowie als Landmarkt-Partner in ausgewählten Rewe-Märkten der Region. Und Sonntags, wenn die Pilzstube geöffnet hat, gibt es frische Pilzgerichte.

Tipps zum Sammeln von Pilzen

Brunhilde Noll hat zudem einige Tipps, wenn die Menschen zum Pilze sammeln in den Wald gehen. Sie empfiehlt, die Pilze lieber rauszudrehen und die Stelle abzudecken, als sie abzuschneiden. Beim Abschneiden wird das Mycel der Pilze verletzte und Schädlinge können leichter eindringen. Dies ist nicht gut für den Pilz. Sie weiß aber auch, dass die Dürre wie auch die lichten Wälder einen starken Einfluss auf die Pilze haben. Pilze wird es immer geben, aber auch sie werden sich verändern. Aber sie rät auch, nicht immer alles zu essen, was im Wald wächst. Vor allem nicht, wenn man es nicht kennt.

Wanderwege rund um die Pilzfarm

Die Pilzfarm liegt mitten in einer schönen Region voller Wanderwege. Vom Bahnhof in Aumenau könnt ihr fünf Kilometer zur Pilzfarm auf dem Schinderhannes-Wanderweg wandern. Dieser führt durch den wunderschönen Taunus.
Im Weiltal lädt der Weiltalweg zum Wandern und Radfahren ein. Entlang der Weil lässt sich die Region wunderschön genießen.

Mehr zur Pilzfarm erfahrt ihr auf der Homepage.

Wenn ihr mit dem Auto unterwegs seid, kommt ihr durch den Ortsteil Elkerhausen. Hier lohnt sich auch eine kleine Rast einzulegen, denn es gibt einiges zu entdecken.

 

 

 

Freienfelser Ritterspiele

Freienfelser Ritterspiele – 4 Tage ab ins Mittelalter

Die aktuellen Ritterspiele sind vorbei uns es locken schon die Ritterspiele im neuen Jahr. Diese finden vom 06. bis 09.Mai 2027 statt, dann zum bereits 32. mal. 

Einmal im Jahr findet im Weiltal Hessens größtes Mittelalterspektakel statt – die Freienfelser Ritterspiele. Rund 15.000 tägliche Besucher freuen sich jedes Jahr auf die Burg, den Turnierplatz, das Markttreiben und das riesige Zeltlager.

Freienfelser Ritterspiele

Abtauchen ins Mittelalter

Burgfräulein, Gaukler, Ritter, Marketender, Hufschmiede und Kunsthandwerker – sie alle zieht es nach Weinbach zu den Freienfelser Ritterspielen. Dies ist die älteste und größte Mittelalterveranstaltungen in ganz Deutschlands. Einfach mal vier Tage lang ins Mittelalter abtauchen, spannende Turniere erleben und als Familie das Ambiente genießen. Viele Facetten des Mittelalters gibt es an dem Wochenende zu erleben.

Freienfelser Ritterspiele

Zahlreiche Gaukler, Akrobaten und Schausteller unterhalten die Besucher und faszinieren sie. Der Markt mit über 100 Kunsthandwerkern und Händlern lädt zum Stöbern ein und historische Speisen verbreiten ihren Duft.

Mehrere Musikgruppen vertonen auf drei Bühnen das Mittelalter, 14 Ritter streiten sich mehrmals täglich in Turnieren um die Gunst der Zuschauer. Für die Kinder gibt es verschiedene Mitmach-Aktionen wie Schilder bemalen oder Kerzen ziehen. Das familiäre Flair, das vielseitige Programm und der faszinierende Einblick in das Mittelalter machen die Freienfelser Ritterspiele zu einem unvergesslichen Erlebnis und einem festen Bestandteil der Mittelalterszene in Deutschland.

Burg Freienfels

Mehr als 1.000 Lagernde in über 100 authentischen Lagern laden zum entdecken ein. Die Ritterspiele finden zu Fuße der Burg Freienfels statt. Und für die wurden die Ritterspiele vor drei Jahrzehnten ins Leben gerufen. Denn der Erlös der Veranstaltung fließt in die Sanierung der Burg. Organisatoren der Ritterspiele ist der Förderverein zur Erhaltung der Burgruine Freienfels. 1994 gründete sich der Förderverein und setzt sich seit dem für den Erhalt und die Instandsetzung der Burg ein.

Weiltalweg Wandern Radfahren

Die Burg Freienfels liegt hoch über dem romantischen Flusstal der Weil. An ihrem Fuß führt der Weiltalweg entlang, welcher zum Wandern und Radfahren einlädt.

Bei der Burg handelt es sich um eine Ruine, die inzwischen teilrenoviert ist. Sie wurde wohl Ende des 13.Jahrhunderts vom Grafen Heinrich von Weilnau erbaut. Die urkundliche Ersterwähnung stammt aus 1327 im Testament des Siegfried von Runkel, der die an ihn verpfändete Burg seinem Neffen vermachte.


Die Burg gewährt Einblicke in das Leben des Hochmittelalters und bietet eine imposante Kulisse. Im Turmraum des Palas gibt es ein kleines Burgmuseum, in dem die Besucher Fundstücke der Burg betrachten können. Tonfragmente und Kachelreste aus dem 15. Jahrhundert sowie Ofenkacheln aus dem 17.Jahrhundert gibt es fort zu sehen. Seit 2017 ist die Burg zudem Teil des Geoparks Westerwald-Lahn-Taunus.

Nicht nur an den Ritterspielen habt ihr die Möglichkeit, die Burg zu besuchen. Diese ist von Anfang April bis Ende Oktober täglich von 10 bis 19 Uhr geöffnet.

Freienfelser Ritterspiele

Informationen

Karten könnt ihr direkt an den Eintrittskarten kaufen oder bereits im Vorfeld im Online-TicketShop.

Homepage Freienfelser Ritterspiele

Informationen findet ihr auch auf Facebook-Seite der Ritterspiele

Parken

Der Ort Freienfels liegt im Weiltal in direkten Nähe von Weilburg. Auf der B49 ist es gut aus Richtung Gießen und Limburg zu erreichen.

Um Freienfels herum gibt es drei große Parkplätze, Parkplatzordner weisen vor Ort ein. Der Shuttle-Service von Weilburg nach Freienfels gibt es in diesem Jahr nicht.

Die Freienfelser Ritterspiele sind nur ein Tipp im Landkreis Limburg-Weilburg. Ihr wollt noch mehr entdecken? Dann schaut gerne auf der To-Do-Liste vorbei.

Aussichtsturm Löhnberg mit schönem Blick

Der Aussichtsturm Löhnberg lockt mit einem schönen Rundum-Blick ins Löhnberger Becken sowie Richtung Westerwald und Lahntal.

An schönen Tagen mit guter Sicht könnt ihr sogar bis in den Taunus zum Feldberg blicken. Und am Ende des Beitrags gibt es noch einen besonderen Tipp für euch.

18 Meter hoch hinaus

Ein Besuch des Holz-Stahl-Konstruktes, welches 18 Meter in die Höhe ragt und welches nach 70 Stufen zu einem herrlichen Blick einlädt, lässt sich wunderschön mit einer Wanderung durch den Gemeindewald Löhnberg verbinden. Rund eine Stunde waren wir unterwegs und es gab einiges zu sehen neben dem Turm am Rande des Waldes.

Blick auf den Turm

Los ging es für uns vom Parkplatz am Bürgerhaus „Löhnberger Lilie“. Vom Parkplatz aus ging es links Richtung Wohngebiet „Taunusblick“. Die Straßen sind gut ausgebaut und lassen sich sehr schön laufen. Durchs Wohngebiet gelangt ihr direkt auf den Triftweg. Dieser verläuft zwischen dem Wohngebiet und landwirtschaftlicher Fläche. Von hier aus habt ihr bereits einen schönen Blick auf den Aussichtsturm Löhnberg.

Über den Weg gelangt ihr über die B49 direkt in den Wald. An der ersten Kreuzung im Wald weist eine Tafel darauf hin, wie die Wegführung ist. Auf dieser Tafel fehlt der Aussichtsturm leider. Daher empfehle ich, den ersten Weg links runter zu nehmen.

Wandern in Löhnberg

Erinnerung an jüdische Bürger

Dieser führt am Judenfriedhof von Löhnberg vorbei. Wenn ihr auf dem Weg bleibt, gelangt ihr direkt zum Aussichtsturm. An diesem befindet sich ebenfalls eine Hütte zum Unterstellen sowie Sitzmöglichkeiten und ein Grillplatz.

Aussichtsturm Löhnberg
Jüdische Friedhof Löhnberg

Ein erster Aufenthalt jüdischer Bürger ist auf 1621 datiert, wo ihnen ein Aufenthalt in Löhnberg genehmigt wurde. Bis Ende des 18. Jahrhunderts ließen sich Juden immer wieder über kurze oder längere Zeit in der Gemeinde nieder. Insgesamt blieb die Anzahl immer sehr gering, vier Familien hatten sich etabliert. Meist hatte Löhnberg bis 1927 sechs oder sieben, höchstens elf jüdische Einwohner. Die Familien wohnten in der Obertorstraße 5, welches sie in der NS-Zeit zwangsverkaufen mussten. Heute befindet sich in dem Gebäude das Rathaus von Löhnberg, an dem seit 1991 eine Erinnerungstafel hängt. Der jüdische Friedhof im Wald erinnert an diese Mitbürger der Gemeinde.

Aussichtsturm Löhnberg seit 2017

2017 wurde der Aussichtsturm errichtet und hat sich inzwischen zu einem beliebten Ziel entwickelt. Förderungen für das Projekt gab es vom EU-Förderprogramm Leader und dem Land Hessen. Er lädt als Ziel ein, aber auch als Raststätte auf längeren Wanderungen. In diesem Jahr wurde der Aussichtsturm Löhnberg als „Hessen Pionier“ ausgezeichnet. Der Turm ist nicht nur für Touristen in der ländlichen Region eine Attraktion, sondern auch für die Menschen, welche im Landkreis wohnen.

Insgesamt vier Plattformen bietet der Turm und so lässt sich Stück für Stück der Blick in die Umgebung erweitern. Wer sich vor Ort nicht ganz so gut auskennt, bekommt Hilfe durch eine Tafel. Diese zeigt auf, wo sich die Löhnberger Ortsteile befinden oder welche Erhebungen in der Ferne auszumachen sind.

Sehr schön an dem Wanderwege sind die vielen Arbeiten der Vogelschutzgruppe. Bruthöhlen, Vogelhäuschen sowie Insektennisthilfen sind entlang des Weges zu entdecken. Somit lädt der Turm nicht nur für einen Blick in die Umgebung ein. Die Wanderung an sich lädt dazu ein, Flora und Fauna in der Region zu entdecken und einen Augenblick in der Natur zu verweilen.

Vom Aussichtsturm lässt sich ein schöner Rundweg zum „Blauen See“ und zur Diana-Quelle laufen. Dafür geht es ein gutes Stück berghoch. Die Wege sind breit und leicht begehbar. Der „Blaue See“ befindet sich mitten im Wald versteckt. Eine schmaler Weg führt zu ihm hin.

Weg zum „Blauen See“

In der Region wurde früher Basalt abgebaut. Eine Seite des Gewässers wird mit umrandet von der Bruchwand des ehemaligen Basaltsteinbruchs und die imposanten Basaltsäulen sind noch heute zu bewundern. Eine Bank lädt zum Ausruhen ein und zum Genießen der Natur.

Obwohl das Gewässer „Blauer See“ heißt, leuchtet er in einem kräftigen Grün, weil lauter kleine Wasserlinsen die Oberfläche bedecken. Vom „Blauen See“ könnt ihr noch an der Diana-Quelle entlang gehen. Hierbei handelt es sich jedoch nicht um Trinkwasser.

Dieses Gebiet ist ein beliebtes Wandergebiet und landschaftlich sehr schön. Auch in der Waldpädagogik der Kitas und Schule vor Ort spielte dieses Gebiet eine Rolle.

Aussichtsturm Löhnberg

Für eine kurze Wanderung eignet sich der Weg zum Aussichtsturm Löhnberg als Ziel. Er kann jedoch auch kombiniert werden, mit längeren Wanderungen nach Weilburg, wo das herrliche barocke Schloss Weilburg auf einen Besuch wartet. Am Aussichtspunkt kommt ihr ebenfalls vorbei, wenn ihr einen Rundwanderweg von Weilburg über Löhnberg zurück wählt.

Für diese Rundwanderung könnt ihr in Weilburg starten und über die Kettenbrücke zu den Aussichtspunkten „Kanapeé“ und „Tempelchen“ laufen. An den historischen Wasserversorgungen von Weilburg vorbei geht es über den Butterpfad vorbei am jüdischen Friedhof, wo ihr ebenfalls am Aussichtsturm vorbeikommt. Über den Sauerborn in Löhnberg geht es entlang der Lahn über Ahausen zurück nach Weilburg (Quelle „Ich geh wandern“)

Ihr möchtet noch höher hinauf? Dann besucht den Baumwipfelpfad in Bad Camberg. Der verläuft 31 Meter über dem Boden und gewährt einen atemberaubenden Blick in die Region.

Tipp am Ende

Zum Ende habe ich noch einen besonderen Tipp für Euch. Besucht den Aussichtsturm gerne im Sommer, wenn die Sonnenblumen blühen. Dann ist dies ein herrlicher Foto-Hotspot.

Sonnenblumen vor dem Aussichtsturm Löhnberg

Wochenmarkt Limburg

Wochenmarkt in Limburg

Zweimal die Woche – jeweils mittwochs und samstags – lockt der Wochenmarkt nach Limburg. In der Innenstadt auf dem Neumarkt bauen die zahlreichen Beschicker ihre Stände auf und verkaufen ihre Waren. Am Mittwoch ist das Angebot etwas kleiner als am Wochenende. Dort warten dann 20 bis 30 Stände mit einem reichhaltigen Angebot auf die Besucher.

Wochenmarkt Limburg

Für die Besucher wartet ein wechselndes Angebot an Obst und Gemüse, Wurst, Honig, Käse, Fleisch, Geflügel, Antipasti, Wein, Eiern, Blumen, Pflanzen und saisonalen Angeboten.

Wochenmarkt Limburg

Besonders Samstag Morgen, wenn noch nicht so viel los ist, macht es große Freude, mit Ruhe an den Ständen vorbei zu flanieren und sich das Angebot anzusehen. Ich erhalte jedes Mal Lust auf knackiges Obst und frischen Salat. In den letzten Jahren gewann der Markt an Attraktivität, weil sich die Beschicker neue Dinge einfallen lassen. Mitten im Markttreiben an einem sonnigen Tag einen Kaffee zu trinken und ein Stück Kuchen zu genießen, während um einen herum der Trubel herrscht. Das ist ein Gefühl von „Mitten im Leben“.

Wochenmarkt Limburg

Öffnungszeiten Limburger Wochenmarkt

Mittwoch von 11 Uhr bis 18 Uhr

Samstag von 7 Uhr bis 14 Uhr

(fällt ein Markttag auf einen Feiertag, findet der Wochenmarkt am vorhergehenden Werktag statt.)

Alle Informationen auf der Homepage

Kreuz als Erinnerung an Mord

Wenn ihr vom Domplateau in Limburg die Treppe runter zur alten Lahnbrücke geht, befindet sich links an der Mauer recht unscheinbar ein Kreuz in den Stein gehauen.

Der Heimathistoriker Klaus Lanio hat die längst vergessene Geschichte dieses Kreuzes recherchiert. Dieses Kreuz erinnert an einen Mord. Durch seine Recherchen und das Augenmerk auf dieses Kreuz weist inzwischen auch eine Gedenktafel auf die Geschichte hin.

 

Manchmal sind es Kleinigkeiten, welche uns im Alltag gar nicht bewusst sind. Wir laufen an Orten vorbei, ohne uns diese genauer anzusehen. Manchmal wissen wir gar nicht, dass sich direkt vor unserer Nase etwas interessantes befindet. So erging es mir mit diesem in den Stein gehauene kleine Kreuz, welches sich eigentlich an exponierter Stelle befindet, welches mir aber vorher nie so aufgefallen ist. Auf einer Höhe von 1,20 Meter findet sich dieses kleine Kreuz. Es ist 13 mal 10 Zentimeter groß und wirkt eingerahmt. Jetzt mit einer Hinweistafel versehen achtet man vielleicht nochmal eher drauf.

Dem nachfolgenden Text liegt ein Zeitungsartikel des Journalisten Dieter Fluck zugrunde. 

Mord am Dom

Dieses in die Mauer gehauene Kreuz weist auf eine schauerliche Tat hin. Im Schatten des Doms wurde 1929 eine junge Frau ermordet; eine  Bluttat, die ganz Limburg und die Menschen darüber hinaus schockiert hatte. 

Dieses Ereignis soll nicht vergessen gehen, weshalb der Limburger Klaus Lanio die Geschichte recherchierte und als „Die Geschichte vom Limburger  Mauerkreuz“ aufschrieb. Ihm war es vor allem ein Anliegen, dass im Zuge der Neugestaltung des Domplateaus dieses Zeugnis erhalten bleibt. 

Es geht um die 24-jährige Helene Schneider, die am 4. Juni 1929 kurz vor 20 Uhr an  dieser Stelle von ihrem ehemaligen Freund mit mehreren Stichen ermordet wurde. Um diese Zeit fand die Brüdermesse statt, so dass einige Kirchenbesucher Zeuge wurden, aber nicht einschritten. Nur der zwölfjährige Bube Fritz Suder aus dem Haus Römer 1 blieb  stehen und versuchte, Hilfe bei seinem Vater zu holen. Der Täter flüchtete in Richtung Lahn und  konnte dort unter einem Baum sitzend dingfest gemacht werden. 

Mehrfach mit der Justiz im Konflikt

Die Geschichte spielte nicht alleine in Limburg statt, sondern begann in Kaiserslautern. Dort betrieb der Vater von Helene Schneider einen Altwarenladen. Sie arbeitete in dem väterlichen Laden und lernte dort den Gelegenheitsarbeiter Rudolf R. kennen. Dieser gerät mehrfach mit der Justiz in Konflikt. „Aus dem  Gefängnis entlassen, reduziert er den Alkohol, kauft stattdessen seiner Geliebten Kleider und  Geschenke“, so Dieter Fluck im Artikel. 1924 gebärt Helene eine Tochter, die allerdings einen Tag später bereits stirbt, R. meldet die Vaterschaft und Tod beim Standesamt an. 

Helene wendet sich zunehmend von R. ab, der darauf sehr eifersüchtig reagiert. Er tut ihr Gewalt an, droht ihr Rache an, geht auf sie los. Helene vertraute ihrer Mutter an, dass sie lieber tot sei, als diesen Mann zu heiraten.

Reise nach Limburg

Im Jahr 1929 macht Helene Bekanntschaft mit dem jungen Schausteller Heinrich, welcher mit seiner Familie aus Wolfenhausen kommt. Die beiden empfinden Zuneigung zueinander, schreiben sich Briefe und Heinrich lädt sie nach Limburg ein. Das Geld stammt von r. der als Stoffhausierer in Norddeutschland unterwegs ist und das Geld zu ihr nach Hause schickte. 

Am 1. Juni trifft Helene am Limburger Römer ein; am gleichen Tag R. in Kaiserslautern. Er möchte Helene besuchen, doch trifft sie nicht an. Bei einem Einbruch bei ihr zu Hause erfährt er von ihren Reiseplänen nach Limburg und folgt ihr in die hessische Stadt. Helene hat derweil Zukunftspläne und möchte nicht mehr nach Hause zurückkehren. Sie bittet ihre Mutter, ihr Kleidung zu schicken.

R. folgt ihr nach Limburg und kommt durch eine Finte an Helene heran. Er erzählt ihr, ihr Vater sei gestorben. Sie erklärt sich zu einer Aussprache bereit, in deren Verlauf es zu einem Streit kommt und R. auf die junge Frau einsticht. Fritz Suder, der kleine Bruder von Heinrich, wurde Zeuge der Tat.

Großes Interesse am Prozess

Das Interesse der Bevölkerung am Prozess vor dem Limburger Landgericht war groß. Es mussten sogar Eintrittskarten ausgegeben werden. R. wird wegen Totschlags zu zehn Jahren Zuchthaus  verurteilt. Die bürgerlichen Ehrenrechte werden ihm für diese Zeit aberkannt.

Klaus Lanio: „Vermutlich haben aufgebrachte Bürger das Kreuzchen zum Andenken an das Opfer in die Mauer  gemeißelt.“ Wie der Autor ergänzend berichtet, lebte der Täter von allen Beteiligten am längsten und  starb erst Ende der 1980er Jahre hochbetagt. Der kleine Zeuge Fritz Suder wurde gegen Kriegsende  bei den Pallottinern von den Amerikanern bei dem Versuch erschossen, die letzte Stellung zu halten.  Er wurde 28 Jahre alt.

Manchmal lohnt es sich, mit offenen Augen durch die Region zu gehen. Und beim nächsten Mal halten wir vielleicht kurz inne und gedenken dieser jungen Frau, die nur ihr Leben leben wollte.